Sonntag, 27. Oktober 2013

Alastair Reynolds : Ewigkeit



Alastair Reynolds : Ewigkeit (Century Rain)
Heyne 2008
Originalausgabe Gollancz 2004
Aus dem Englischen von Bernhard Kempen
Taschenbuch, 800 Seiten, 9,95 €


Vierhundert Jahre in der Zukunft: Verity Auger ist eine junge Archäologin, spezialisiert auf die Überreste der menschlichen Zivilisation auf der Erde. Doch nach einer Expedition auf den Planeten nimmt ihr Leben eine ungeahnte Wendung: Wissenschaftler entdecken eine Alternativ-Erde, auf der die Geschichte ganz anders verlaufen ist. Und Verity ist die Einzige, die für einen Besuch dieser seltsamen Welt infrage kommt ...
Klappentext

Ein unabhängiger Roman, der nichts mit dem Revelation Space zu tun hat. Etwas sperrig am Anfang, doch schnell stellt man sich auf das Szenario ein. Wie viele andere Autoren vor ihm teilt Reynolds die Menschheit in zwei Gruppen ein, die Konservativen und die Modernisten. Doch anders als die meisten seiner Kollegen denkt er diese Teilung bis zum bitteren Ende weiter und generiert allein aus diesem ideologischem Unterschied bereits den Konflikt zwischen den Parteien. Dabei ist dieser Roman einerseits deutlich zynischer, andererseits deutlich idealistischer als die Romane, die ich bisher von Alastair Reynolds gelesen habe. Deutlich zynischer insofern, als er die gedankenlose Zerstörung der Erde durch den Menschen als vollzogen darstellt, mit all den dazugehörigen Konsequenzen. Deutlich idealistischer in der Reaktion der Konservativen darauf, die bis zur Selbstaufgabe sich aus diesem Grund von den Modernisten absetzen.

Die Idee einer von Aliens geschaffenen Parallelwelt des Paris der 60er, in dem der Zweite Weltkrieg nie stattgefunden hat, ist faszinierend. Gerade aus dem Abgleich der zerstörten Echt-Erde mit dem romantisiertem Paris gewinnt der Roman einiges an Drive. Der Stil des Film Noir inklusive Privatdetektiv tut ein übriges, um "Century Rain" zu einem Pageturner werden zu lassen.

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