Sonntag, 22. Dezember 2013

TERRA SF 246 - Raymond F. Jones : Sohn der Sterne


Raymond F. Jones : Sohn der Sterne (Son of the Stars / Planet of Light)
Terra SF 246, 07.09.1962
gekürzter Nachdruck des gleichnamigen Leihbuchs von 1957
Originalausgabe 1952
Aus dem Amerikanischem von Werner Gronwald
Titelbild : Karl Stephan


Durch die Bruchlandung eines fremden Raumschiffes gelangt Clonar, der Sendbote eines fernen Sternsystems, auf die Erde und findet innere Aufgeschlossenheit und hilfsbereite Freundlichkeit bei dem jungen Amateurastronomen Tom Parker und seiner Familie. Auf Grund seiner Freundschaft mit Clonar erlebt Tom die Wunder des Weltraumfluges und kommt zur Konferenz der Galaktischen Föderation des Andromedanebels; durch seine lautere Gesinnung bewahrt er die Erde gegenüber den Forderungen einer höheren Kultur vor drohendem Unheil.

Unsere Erde ist nur eine winzige Insel im unendlichen Ozean des Weltraumes. Von dieser Erkenntnis ausgehend, haben alle Forscher immer wieder das Problem erörtert, ob nicht in den Milliarden und Abermilliarden von bekannten Sonnensystemen auch Planeten existieren, die sich auf einer ähnlichen Entwicklungsstufe wie unsere Erde befinden. Es gibt wohl kaum einen Forscher, der diese Möglichkeit strikt verneint; im Gegenteil, viele unter ihnen halten diese Annahme für selbstverständlich. Aber eine Gewißheit darüber werden wir erst dann erhalten, wenn uns der Vorstoß in das Weltall gelingt.

Raymond Jones sieht die Existenz menschenähnlicher Kulturen in der Weite des Weltraumes als gegeben an und bringt sie mit der irdischen Zivilisation in Berührung. Durch die Bruchlandung eines fremden Raumschiffes gelangt Clonar, der Sendbote eines fernen Sternsystems, auf die Erde, die immer noch von Atomangst und Kriegsgefahr beherrscht wird. Der junge Amateurastronom Tom Parker tritt ihm mit innerer Aufgeschlossenheit entgegen, so daß sich eine tiefe Freundschaft zwischen den beiden entwickelt. Tom Parker folgt einer Einladung Clonars zu einer Konferenz der Galaktischen Föderation, die viele verschiedenartige Kulturen ferner Sternsysteme umfaßt und in ihrer Entwicklung der irdischen Zivilisation weit voraus ist.

Wie der junge Erdmensch gegenüber den Forderungen jener höheren Kultur den Geistesstand der in kleinlichem Streit befangenen Erde durch seine innere Anständigkeit und lautere Gesinnung erfolgreich verteidigt und ein drohendes Unheil von ihr abwendet - das hat der Autor in einem spannenden Erlebnisroman verdichtet; er erweckt dabei gleichzeitig in jedem Leser auch eine ernste Besinnung auf die höheren Werte der Menschlichkeit.
Klappentext des AWA-Leihbuchs

Ein sehr amerikanischer Roman, im Prinzip eine einzige deutliche Kritik an der damaligen UNO. Raymond Fisher Jones (1915-1994) veröffentlichte sein Hauptwerk zwischen 1940 und 1970. Seine Passion waren weniger Romane als mehr Kurzgeschichten, doch am Bekanntesten dürfte sein Roman "This Island Earth" (1952) sein, der unter diesem Titel verfilmt wurde, in Deutschland allerdings als "Metaluna IV antwortet nicht" in die Kinos kam. Dieser Roman ist ähnlich, man merkt ihm die Herkunft aus den 50ern deutlichst an. Auch schon damals gab es aus den Staaten massive Kritik an der UNO, die sich bis heute gehalten hat. Jones verkleidet dies hier in eine Star Trek-ähnliche Planetenförderation, der die Erde beitreten soll. Kernaussage ist, daß auch ein Neuling, der einer solchen Förderation beitreten will, zunächst fragen soll, was er für eine derartige Planetengemeinschaft tun kann und nicht, was die Planetengemeinschaft für ihn tun kann. Eine Aussage, die man auch heutzutage noch voll unterschreiben kann.

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