Montag, 19. Dezember 2011

Markus Heitz : Collector (Justifier 0)


Markus Heitz : Collector
Heyne 52650, München 2010

Wir schreiben das Jahr 3042. Die Menschheit ist ins Weltall aufgebrochen, doch nicht mit eigener Technik, sondern mit Hilfe von Objekten, die man bei Ausgrabungen auf der Erde gefunden hat: außerirdische Hinterlassenschaften, die zwar funktionieren, deren Funktionsweise die menschlichen Piloten jedoch nur in Ansätzen verstehen. So verläuft die Besiedelung anderer Planeten denkbar chaotisch. Doch dann treffen die Menschen auf eine außerirdische Spezies – die Collectors –, die anbietet, die menschliche Zivilisation unter ihre Fittiche zu nehmen und in die Gemeinschaft der galaktischen Völker einzuführen. Ein Angebot, das die Menschen nicht ablehnen können – mit katastrophalen Folgen ... (Klappentext)

Das Buch ist eine nette Space Opera ohne größeren Tiefgang, ohne größeren Anspruch und ohne starke Spitzen nach oben oder unten. Liest sich leicht weg, der Leser fühlt sich gut unterhalten.

Mit dieser Meinung befinde ich mich im Gegensatz zum Konsens des Collector-Lesezirkels.

Allerdings ist diese Kritik das Vernichtendste, was man über einen Roman von Markus Heitz sagen kann. Der Typ kann nämlich schreiben, wirklich gute, herausragende Romane. In diesem Kontext bedanke ich mich noch einmal ausdrücklich bei der netten Mitarbeiterin von Thalia / HH-Mönckebergstraße, die mich damals beim Collector-Kauf nicht ohne die Zwerge rausgehen ließ. Ohne diesen Doppel-Kauf hätte ich nach Collector nämlich erst einmal nichts mehr von Heitz gelesen. Jetzt aber, insbesondere nach der Lektüre des Fantasy-Romans "Die Zwerge" und des Fantasy-Steampunks "Die Mächte des Feuers", kann man nur sagen, daß Heitz mit "Collector" weit hinter seinen Möglichkeiten zurückbleibt. Das Buch ist eben nur nett. Für die meisten ausreichend, wie auch die Amazon-Rezensionen zeigen, für Heitz jedoch kein Maßstab.



Aber vielleicht wandelt Markus Heitz momentan mehr auf Michael Nagulas Spuren. Dessen Kurzgeschichten und Romane waren auch nicht so prickelnd, ganz im Gegensatz zu seinen sekundärliterarischen Aktivitäten. Auch Heitz hat hier mehr vorgelegt als einen durchschnittlichen Roman. Nach dem Erwerb des Justifier-Rollenspiels versucht er eben dieses Rollenspiel jetzt zu vermarkten. Das ist an sich noch nichts Herausragendes, ja eigentlich eher sogar negativ zu werten. Jedoch wird für diese Vermarktung eine neue Buchreihe beim Heyne-Verlag herausgegeben. Und hier kommen (für mich !) neue deutsche Autoren zu Wort, die ja, wie ich beim Lesen der Shadowrun-Romane von Heitz oder Alpers gemerkt habe, derartige Reihen wesentlich aufwerten. Ich kannte Christoph Hardebusch vorher nicht, sein erster Justifier "Missing in Action" liest sich jedoch sehr flüssig und weckt zumindest das Interesse an seinen weiteren Romanen. Für die folgenden Bände der Reihe sind auf Amazon als Autoren Lena Falkenhagen, Thomas Finn und Nicole Schumacher angegeben. Die kenne ich ebenfalls nicht und bin schon neugierig auf diese Bände. Wenn durch Heitz' Aktivitäten hier langfristig deutschen Autoren eine weitere Publikations- und Marketingmöglichkeit geboten wird, ist Collector deutlich mehr als ein Roman und hat seinen Zweck als Teaser erfüllt.

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