Dienstag, 27. August 2013

HEYNE SF&F 248 - Signale vom Pluto



Signale vom Pluto
Eine Auswahl der besten Stories aus THE MAGAZINE OF FANTASY AND SCIENCE FICTION #4
Herausgegeben von Charlotte Winheller
HEYNE SF&F 248
Originalausgabe 1963
Übersetzungen : Charlotte Winheller
Titelbild : k.A.


James White : Zwischen Erde und Mars (Fast Trip, 1963)
Eine Novelle aus der Zeit, da man noch harte Männer für die Raumfahrt brauchte. Auf dem Weg zum Mars kommt es zu einem Unfall, der Kapitän wird getötet. Da jedes Raumschiff auf den jeweiligen Kapitän maßgeschneidert ist, wird es jetzt schwierig ...
Über 50 Seiten, ein Drittel des Buches, schildert James White eine eigentlich stinklangweilige und voraussehbare Geschichte - und zwar so, daß man sich nicht davon abwenden kann. Mit diesem seinem minutiösem Stil ist James White seiner Zeit weit voraus, kein Wunder, daß auch heutzutage seine Geschichten noch gelesen werden.

Larry M. Harris / Donald E. Westlake : Schönes Wetter heute (The Question, 1963)
Herr Rossi kriegt einen Anruf und wird gefragt, ob er die Sonne sehen kann. Er verneint und hört beim Auflegen noch "Du kannst sie abschalten, Dave."
Heute veraltet, damals noch nicht. In jedem Fall aber gut auf die Pointe hin geschrieben.

Isaac Asimov : Signale vom Pluto (My Son, the Physicist, 1962)
Der Kleine Unterschied ist auch in der Raumfahrt nützlich ...
Amüsant, wie Asimov hier den Chauvinismus der Wissenschaftler demaskiert und sogar (immerhin ist die Geschichte aus den 60ern) Frauen qualifiziertere Kommunikation unterstellt. Nicht wirklich emanzipiert, die Geschichte, aber man merkt, daß sich die Gesellschaft auf dem bestem Weg dahin befand.

Fritz Leiber : Das Feuerzeug (Game for Motel Room, 1963)
Aliens sind auch nicht besser als die Menschen. Und sie kommen bei zwischenmenschlichen Problemen zu ähnlichen Lösungen ...
Das Fremdartige ist nicht wirklich fremd. Dies stellt Leiber sehr schön am Beispiel eines Seitensprungs mit einer Außerirdischen dar, deren Mann scharf auf's Erbe ist. Von den gesellschaftlichen Konventionen her etwas sehr veraltet, aber ganz witzig geschrieben.

Kit Reed : Der Chef des Arztes (Tell me, doctor - please, 1963)
Zeitreisegeschichte, gut gemacht, aber an den üblichen Zeitreisegeschichtenproblemen leidend.

Richard M. McKenna : Der Wald der Phytos (Hunter, Come Home, 1963)
Ein Planet mit einer pflanzlichen Gemeinschaftsintelligenz lässt sich nicht mit brutalen Methoden wie Brandrodung besiedeln.
Eine frühe Öko-SF-Geschichte. Einerseits wird hier das fehlende ökologische Verständnis der Durchschnittsbevölkerung thematisiert, andererseits ist die Fremdenphobie derselben Durchschnittsbevölkerung ein weiteres zentrales Thema der Story. Themen, die Richard M. McKenna in seiner kurzen Schriftstellerkarriere mehrfach aufgegriffen hat.
Wikipedia-Eintrag

Gertrude Friedberg : Der erholsame Tod des George F. (The short and happy death of George Frunkin, 1963)
Ein extrem bissiger Kommentar zur damaligen Theaterszene. Da Gertrude Friedberg etablierte Bühnenautorin war, sind die Einsichten um so fundierter. Interessant, daß sie das phantastische Genre so gut beherrschte.

D. K. Finlay : Die Zeit der Aale (The Day after Saturation, 1963
AM 12. November 2026 ist die Erde voll, Menschen passen nicht mehr drauf. Da sucht sich die Evolution einen ungewöhnlichen Ausweg ...
Jahre vor den "Grenzen des Wachstums" des Club of Rome beschäftigte sich die SF schon mit eben diesen. Die Geschichte von Finlay ist ein Paradebeispiel dafür. Gleichzeitig spiegelt sie auch den grenzenlosen Optimismus jener Jahre wieder.

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