Dienstag, 20. August 2013

HEYNE SF&F 139 - Nelson Bond : Lancelot Biggs' Weltraumfahrten (Lancelot Biggs, Spaceman)



Nelson Bond : Lancelot Biggs' Weltraumfahrten (Lancelot Biggs, Spaceman)
HEYNE SF&F 139, 1961
Aus dem Amerikanischen von Kurt Seibt
Titelbild : k.A.


Im Jahre 2100 ist der Weltenraum fast völlig erforscht und kolonisiert; um den verbleibenden Rest entbrennt unter den Raum-Schiffahrtsgesellschaften ein erbitterter Kampf. Wie soll man aber aus einem solchen Ringen als Sieger hervorgehen, wenn man einen alten ausgedienten Kasten wie den "Saturn" als Raumschiff zur Verfügung hat, und wenn man einen solch offensichtlichen Trottel wie Lancelot Bigg als Offizier zugeteilt bekommt? Captain Hanson ist verzweifelt und man muß ihm Recht geben, Lancelot ist tatsächlich ein Trottel, aber - bald stellt es sich heraus - ein genialer. Mit seinem Grundsatz: "Finde immer erst die Theorie", treibt er zwar Kapitän und Mannschaft an den Rand des Wahnsinns, aber schließlich ist er es dann doch immer wieder er, der die unwahrscheinlichsten und hoffnungslosesten Situationen meistert.

Lancelot Bigg - eine Figur, wie sie in der modernen Science-Fiction-Literatur einmalig ist. Ein schlaksiger, unbeholfener Mensch, ein Charlie Chaplin des Weltraums. Die Abenteuer, die er auf seinen Fahrten erlebt, zeugen mit ihrem faszinierenden Einfallsreichtum vom Können Nelson Bonds, der zur ersten Garnitur der international anerkannten Science-Fiction-Autoren zählt. Die besondere Note erhält sein Buch durch den Humor, der selten ein Werk der SF-Literatur so auszeichnet wie dieses.
Klappentext inklusive Rechtschreibfehler

"Lancelot Biggs" ist ein Episodenroman. Die einzelnen Geschichten erschienen von 1939 bis 1942 in den amerikanischen Pulp Magazines. Tja, was soll man heute, 70 Jahre nach dem Erscheinen der ersten Story dazu sagen ? Komisch ist es, oder war es jedenfalls einmal. Viele Witze zünden nicht mehr, was allerdings bleibt ist die amüsante Verhohnepiepelung der typischen SF-Klischees der Harten Männer des Weltraums. Wer also heutzutage auf "Warhammer 40.000" oder John Ringo steht, wird mit diesem Roman nur sehr eingeschränkt etwas anfangen können. Wer diese modernen Space Western jedoch ablehnt, dürfte sich bei "Lancelot Biggs" voll bestätigt fühlen. Ich persönlich finde ihn ganz nett und habe den Roman gerne wiedergelesen. Mann kann zu "Lancelot Biggs" noch deutlich mehr sagen, aber das haben Frank Böhmert und Michael Drewniok schon derart ausführlich und qualifiziert getan, daß ich mir Wiederholungen erspare und nur auf ihre Kommentare zum Roman verlinke.

Rezension von Frank Böhmert
Rezension von Michael Drewniok
Wikipedia-Link

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