Mittwoch, 10. Juli 2013

Markus Heitz : Collector - Operation Vade Retro



Markus Heitz : Collector - Operation Vade Retro
Heyne Paperback 2013, 592 Seiten, 16,99 €
ISBN : 978-3-453-52651-8


Die Zukunft – unsere Zukunft: Das Weltall ist erobert, die Galaxis erforscht, aber nun ist die Menschheit einem unheimlichen Feind zum Opfer gefallen: den Collectors. Außerirdische, die scheinbar durch nichts zu bezwingen sind und Planet um Planet in ihre Gewalt bringen. Doch es regt sich Widerstand, und ein gefährlicher Plan zur Befreiung wird geschmiedet ...

Wir schreiben das Jahr 3043. Nachdem bereits zahlreiche Planeten von den feindlichen Collectors in ihre »Obhut« genommen wurden, fassen die interstellaren Staaten und Konzerne endlich den Mut und greifen an. Dabei müssen die Menschen jedoch feststellen, dass die ihnen so fremde wie unheimliche Zivilisation der Collectors in sich gespalten ist, und der Kampf in ihren eigenen Reihen droht für die Menschheit zur tödlichen Falle zu werden. Drei Menschen – ein ehemaliger Gefangener der Collectors, ein draufgängerischer Priester der Church of Stars und eine Söldnerin mit ungeahnten Fähigkeiten – finden auf abenteuerlichen Wegen zu der Lösung, die zum Neubeginn der Galaxis führen könnte: einer Geheimoperation namens »Vade Retro«.
Aus dem Klappentext

Als Roman genommen bleibt "Vade Retro" weit unter Heitz' Möglichkeiten - aber es ist nicht wirklich ein Roman, sondern mehr ein roman-tisiertes Exposé der weiteren Ereignisse im Justifier-Universum. Mit Susan Schwartz' Roman "Unusual Suspects" ist die erste Staffel der Justifier abgeschlossen, mit "Vade Retro" wird die zweite Staffel eingeläutet. Und dies geschieht, wie ich als langjähriger AD&D-Spielleiter abschätzen kann, ausnehmend gut bis brilliant. Ich bin gespannt, wie (und wo) es weitergeht.

Nach dem Ende der ersten Season sozusagen ist es vielleicht auch einmal an der Zeit, die erschienenen Romane in ihrer Gesamtheit retrospektiv zu betrachten. "Collector", von Markus Heitz geschrieben, war kein guter Roman, aber ein brilliantes Exposé. Als Leser war man danach "drin", konnte die Situationen der Folgeromane einschätzen und verstand die Justifier-spezifischen Begriffen. Von daher ist dieser Einstiegs"roman" von vielen Lesern, auch von mir, bei seinem Erscheinen deutlich unterschätzt worden. Die einzelnen Romane referenzieren einander, sind aber in sich abgeschlossen. Jeder Roman ist von einem anderem deutschem Autor geschrieben worden - von denen jeder so richtig Spaß am Schreiben in diesem Universum hatte. Christoph Hardebusch beispielsweise hat es genossen, einfach einmal einen reinen Action-Roman zu schreiben. Lena Falkenhagen konnte zeigen daß sie mehr als Kitschromane drauf hat. [Ich habe letztens bei Thalia ernsthaft überlegt, mir einen Falkenhagen-Roman zu kaufen. Aber der Klappentext war derart unterirdisch, daß ich dankend darauf verzichtet habe. Was ich meine ? Nun, wenn der Klappentext stimmt, ist "Twilight - Bis(s) zur letzten Kinokarte" gegen einen "normalen" Falkenhagen-Roman beinharte realistische Action. Noch Fragen ?] Meiner Einschätzung nach sind die Romane alle durch die Bank weg gut bis brilliant, eigentlich bis auf den Hardebusch deutlich mehr als einfache SF-Romane. "Robolution" beispielsweise zeigt Asimovs Roboter, wie man sie heute konzipieren müsste, beileibe kein qualitativer Einzelfall. Mir persönlich hat diese Reihe auch deshalb viel gegeben, weil ich auf für mich neue Autoren wie etwa den Hardebusch [Aber wie konnte der nur seinen (neu aufgelegten) Roman "Die Werwölfe" nennen ? Die Sturmwelten-Trilogie ebenso wie seine Troll-Geschichten waren ja brilliant, aber bei "Werwolf" kommen mir immer Assoziationen wie "Kusch! Bei Fuß! Braves Wölfchen. Nicht so sabbern, nicht so sab..." Aber egal, weiter hier im Text.] aufmerksam wurde. Von daher war die erste Justifier-Romanstaffel für mich ein voller Erfolg, bei der ich jeden einzelnen Roman mit Genuß gelesen habe.

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