Sonntag, 28. Dezember 2014

TERRA SF 196 - Richard Marsten : Rakete ab - zum Mond


Richard Marsten : Rakete ab - zum Mond (Rocket to Luna)
Terra SF 196, 20.10.1961
gekürzter Nachdruck des gleichnamigen Leihbuchs von 1954
Originalausgabe 1953
Aus dem Amerikanischen von Werner Gronwald
Titelbild : Johnny Bruck


Von einer Satellitenstation der Erde jenseits der Atmosphäre startet im Jahre 1983 die erste bemannte Raktete zum Mond. Sie jagt unberechenbaren Gefahren des leeren Raumes entgegen. Der unbezwingbare Geist junger Weltraumpioniere bewährt sich im harten Kampf gegen Raumkälte und Erstickungstod in der gespenstischen Landschaft der lunaren Krater und Ringgebirge.

Als das Fliegen noch ein Traum war - als der Mensch der Erdenschwere noch nicht mit Hilfe donnernder Motoren und sinnreich konstruierter Düsenflugzeuge entrinnen konnte - damals schon beschäftigten sich phantasiereiche Träumer mit der Möglichkeit, zum Mond zu fliegen. Immer ging ein seltsamer Zauber von dieser bizarren Mondwelt im geisterbleichen Licht aus, die von unzähligen großen und kleinen Kratern zerrissen ist: der lunaren Landschaft. Solange es Menschen gibt, sind ihre Blicke in klaren Nächten immer wieder zu dem fernen und doch - nach Weltraumentfernungen gemessen - so nahen Himmelskörper hinauf geglitten. Es ist nicht nur eine Fiktion dieses Romans, daß der eigentliche Start der Mondrakete von einer Satellitenstation beginnt, die wie ein winziger Mond - als Insel am Himmel - die Erde umkreist. Die technischen Einzelheiten der Dreistufenrakete und der Satellitenstation sind bereits von namhaften Technikern und Weltraumforschern in Plänen und Zahlen festgelegt. Die Station im All - heute noch ein theoretisches Projekt in Zeichnungen und Ziffern - kann bald schon Wirklichkeit werden.

Gerade diese Tatsache gibt dem vorliegenden Roman ihren besonderen Reiz. Sie öffnet die Tore zu einer phantastischen Wirklichkeit von morgen. "Wir alle können uns bereits in jene Männer hineindenken, die den ersten abenteuerlichen Flug zum Mond wagen. Wir können uns vorstellen, daß wir selbst als erste den Fuß auf einen Himmelskörper setzen, den noch kein Mensch betreten hat.

Heute noch erscheint das als ein Abenteuer des Geistes; morgen ist es vielleicht schon Wirklichkeit - für uns selbst oder für unsere Söhne.
Klappentext der zweiten Ausgabe des AWA-Leihbuchs

Man merkt, daß der Roman schon etwas älter ist, knapp zehn Jahre waren damals schon eine halbe Ewigkeit. Ich hatte beim Lesen das Gefühl, einen modernisierten Jules Verne zu lesen, so wenig hält sich der Roman an die technologische und physikalische Realität. Nichts was man lesen muß ...

... es sei denn, man interessiert sich für die Wechselwirkung von Krimi- und SF-Genre. Denn "Richard Marsten" ist das Pseudonym von Salvatore Albert Lombino alias Evan Hunter alias Ed McBain. Viele der klassischen großen SF-Autoren haben sich auch in anderen Genres profiliert, ich denke da an Leigh Brackett und John Brunner. Aber gerade in den frühen Nachkriegsjahrzehnten hatten auch Autoren anderer Genres kein Problem, im SF/F-Bereich zu wildern. Etwas anders als heute, wo einige Snobs ihre SF nicht als SF eingeordnet haben möchten.

SFE : Evan Hunter
Wikipedia : Ed McBain

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