Dienstag, 16. Dezember 2014

TERRA SF 162 - Paul Alfred Müller : Menschen im Mond

Werner Keyen (=Paul Alfred Müller) : Menschen im Mond
Terra SF 162, 10.03.1961
gekürzter Nachdruck des gleichnamigen Leihbuchs von 1959
Titelbild : Karl Stephan

Grelle Scheinwerfer schneiden durch die stumpfe Dunkelheit, ertasten ein lebloses Bündel am Boden. Ein Mensch, zerschmettert nach einem Sturz aus dem 17. Stock eines Hochhauses. Wieder haben die Kräfte des Mondes gewirkt. Der vierte Fall in drei Jahren, und alles Raumfahrer, Leute von Mondraketen, die dem fahlen Gelb des Trabanten nicht widerstehen konnten! Nicholas Garman, ein erfahrener Wissenschaftler, hat sein Problem. Sind die Kräfte des Mondes, die nicht nur Menschen in Unruhe versetzen, sondern ganze Meere zu Ebbe und Flut aufwallen lassen, Magie oder etwas Physikalisches?

Mare Monroe, ein riesiges seenartiges Mondgebilde, zittert schemenhaft auf dem Radarschirm des Raumschiffes. Hier liegt das Rätsel, das die Expedition lösen will. Theorie wird Gewißheit. Die Mondseite, die der Erde stets abgewandt ist, ist die Außenhaut einer Kuppel. Darunter herrscht Lullaboo über das Volk der Mondmenschen. Ungeahnter technischer Fortschritt ist mit erstaunlicher Primitivität gepaart. Das Wunder jedoch ist Diaselen, ein fremdes Metall mit unvorstellbaren Energien. Und das macht sie alle rasend und kopflos, den Dolmetscher Boswell, den Ingenieur Brown und selbst Professor James B. Conner bleibt nicht verschont.

Dieser Roman des bekannten Schriftstellers Werner Keyen ist mehrfach ein Blick in die Zukunft. Er ist ein ergreifendes und himmelstürmendes Erlebnis, geprägt von der Tragik des Widerstreits zwischen Möglichkeit und Grenze einer erbarmungslos vorwärtsdrängenden Technik.
Klappentext des BORGSMÜLLER-Leihbuchs

Als ich mit dem Roman fertig war, fragte ich mich verblüfft, was die TERRA-Redaktion geritten hat, so einen Nazikram 1961 zu veröffentlichen. Die Helden - allesamt Amerikaner - werden als ziemlich primitive Gauner beschrieben, die Gegner sind deformierte und degenerierte Mond-Liliputaner. Ich empfand das als ziemlich daneben.

Aber vielleicht bin ich da zu empfindlich. Laut H. J. Galle "ließ Müller seiner Abneigung gegen Space Operas freien Lauf und karikierte das Genre" [Heinz J. Galle / Markus R. Bauer: "SUN KOH. Der Erbe von Atlantis und andere deutsche Supermänner / Paul Alfred Müller alias Lok Myler alias Freder van Holk / Leben und Werk", 2003]. Ich sehe das anders, aber da sollte sich jeder sein eigenes Bild von machen. Auf jeden Fall kein empfehlenswerter Roman.

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