Dienstag, 2. Dezember 2014

TERRA SF 101 - Kurt Brand : Raum hinter der Zeit


C. R. Munro (= Kurt Brand) : Raum hinter der Zeit
Terra SF 101, 29.01.1960
gekürzter Nachdruck des gleichnamigen Leihbuchs von 1958
Titelbild : Johnny Bruck


Sagten Sie "Das ist unmöglich?" C. R. Munro erbringt Ihnen in seinem sf-Roman "RAUM HINTER DER ZEIT" den Beweis, daß es doch möglich ist ... ja dort zu leben, wo es keine Zeit gibt, sondern nur das "Jetzt".

Sie können sich unter einem "amorphen Magnetfeld" nichts vorstellen? Quy Todder auch nicht; als er diesen Begriff zum erstenmal hörte, quittierte er ihn mit einer drastischen Redewendung.

Wenden Sie nun nicht auch Todder's drastische Bemerkung an, wenn die Frage gestellt wird: "Können Sie konkav denken?"

Versuchen Sie C. R. Munro's Gedanken zu folgen. Sein sf-Roman "RAUM HINTER DER ZEIT" wird sie begeistern.

Munro bringt wieder ein neues Thema zur Sprache. Er wird Sie damit überraschen, wie ebenso der demnächst erscheinende sf-Roman aus dem PAUL STEINEBACH VERLAG eine Überraschung sein wird, den Kurt Brand für uns schrieb.
Klappentext des STEINEBACH-Leihbuchs



Aber bitte fangen Sie nach dem Lesen von RAUM HINTER DER ZEIT nicht etwa auch "konkav" zu denken an.
Denn wo kämen wir da hin ?
Günter M. Schelwokat auf der LKS von Heft 101

Wieder einer der genialen Brand-Romane aus der Zeit vor Ren Dhark, in denen er wissenschaftlichen Spekulationen nachjagte. Hier versucht er, ein dreidimensionales Universum zu beschreiben und seine Auswirkungen auf vierdimensionale Wesen unseres Raum-Zeit-Kontinuums. Diese Spekulationen sind abenteuerlich, absurd und in höchstem Grade gelungen. Wenngleich ich als Mathematiker/Physiker an einigen Stellen doch die Stirn runzelte, ist es Kurt Brand hier (wieder einmal) gelungen, wissenschaftliche Extrapolationen der Physik und Quantenmechanik dem Leser so zu beschreiben, daß er zumindestens einen Eindruck davon bekommt, was der Autor ihm damit sagen wollte. Denn Brand versucht, das vollkommen Fremdartige einer absolut anderen Umgebung mit Worten zu beschreiben, die der (meistens doch eher technologisch orientierte) Leser versteht. Seine Wortschöpfungen hier, "konkaves Denken", "amorphes Magnetfeld", sind Paradebeispiele dafür.

Wie schon früher gesagt wundert es mich nicht, daß Kurt Brand damals sehr umstritten war. Die technologische Fraktion, die eher die Romane eines Karl-Herbert Scheer goutierte, hat ihn in Bausch und Bogen abgelehnt. Dabei sind diverse seiner wissenschaftlichen Zukunftsromane echt brilliant und rein vom Phantastischen her den Scheerschen Technologie-Romanen weit überlegen. Aber nicht für jeden einfach verständlich, mein Eindruck ist, daß Brand bei seinen Romanen eine deutlich höhere wissenschaftliche Bildung beim Leser voraussetzt als viele seiner Zeitgenossen.

In jedem Fall ein sehr empfehlenswerter Roman, der auch heute noch zum Weiterdenken einlädt.

Keine Kommentare:

Kommentar posten