Samstag, 14. Februar 2015

TERRA SF 497 - Conrad Shepherd : Geheimagent der Erde


Conrad Shepherd : Geheimagent der Erde
Terra SF 497, 30.12.1966
Originalausgabe
Titelbild : Johnny Bruck


Wie in den unzähligen Geheimagentenserie im Fernsehen oder Kino sowie den utopischen Agentenstoffen erhält Wyngate einen Auftrag, eine streng geheime Mission, trifft auf eine schöne Frau, wird in diesem Fall in ein Mordkomplott verwickelt, mit dem man ihn ausschalten will, muss autark die Hintermänner jagen und schließlich überführen. In einem dramatischen Showdown ist allerdings noch eine bitterböse Pointe eingebaut, die einige der bislang als echt angenommenen Fakten als Fiktion herausstellt.
aus der Rezension von Thomas Harbach auf SF-Radio

Auch dieser Roman war für mich ein positives Leseerlebnis. Conrad Shepherd alias Konrad Schaef erzählt von Harold Wyngate, dem Agenten der terranischen Anti-Atom-Behörde, der auf einen Planeten entsandt wird, um einen Atomkrieg zu verhindern. Den Rest des Romans hat Thomas Harbach oben sehr schön und präzise zusammengefasst, "Geheimagent der Erde" hat schon einen heftigen Touch Trivialität.

Während die Story nun wirklich nicht bemerkenswert ist, sind es einige stilistische und inhaltliche Details um so mehr. Zunächst fiel mir die Ähnlichkeit von Shepherds Erzählung mit dem gleichzeitig publizierenden Hans Kneifel auf. Shepherd schreibt ebenso wie Kneifel einen sehr lakonischen Stil, ebenso wie bei Kneifel ist hier Harold Wyngate ein "Starship Trooper" im positivsten Sinn als jemand, der sich und sein Leben auf die Verteidigung der Zivilbevölkerungen vor militärischen und sonstigen Übergriffen gewidmet hat. Diese Form des Altruismus, die bei Atlan, Seymour Alcolaya als auch bei Harold Wyngate zutage tritt, ist heute mehr als unpopulär. Aber ich finde, der positivistisch-utopische Ansatz dieser Autoren ist weder veraltet noch überholt und sollte öfter bei zeitgenössischen Schriftstellern anzufinden sein.

Ein inhaltliches Detail, das mir auffiel und von Thomas Harbach ausführlich behandelt wird, ist der konträre Ansatz zu Atomwaffen, den Conrad Shepherd relativ zu Karl-Herbert Scheer hat. Scheer vertritt einen eher militärischen Standpunkt zu Atomwaffen, sieht sie als legitime taktische Waffe und geht davon aus, daß man mit dem Strahlungsproblem schon fertig werden würde. Shepherd hingegen verortet den Einsatz von Atomwaffen jenseits der Ultima Ratio, versteht ihren Einsatz als Verbrechen und geht nicht davon aus, daß die Wissenschaft durch den Einsatz atomarer Waffen hervorgerufene Schäden abmildern kann. Diese gegensätzlichen Einstellungen dürften mit dafür verantwortlich sein, daß Konrad Schaef nur drei Perry Rhodan-Romane geschrieben hat.


Links
PERRYPEDIA-Eintrag
Die Terra- Chroniken (Rezension von Thomas Harbach auf SF-Radio)

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