Sonntag, 1. Februar 2015

Arno Endler : Am Anfang



Arno Endler : Am Anfang
AndroSF 44
Originalausgabe
p.machinery, Murnau 2014
Taschenbuch, 224 Seiten, 9,90 €
Titelbild : Christian Günther
ISBN 978 3 95765 017 7

enthält die Stories
Am Anfang
Return to Sender
Am Strand von Nueva Danmarka
Gefangen
Elegie an eine einsame Insel mitten im All
Superstau
Das Prinzip Liebe
Feldversuch
Das Ende




Acht bislang unveröffentlichte Kurzgeschichten und ein Kurzroman.

Eine Entführung in eine Zukunft, in der sich die Menschheit die Frage stellen muss, ob Glaube, Liebe und Hoffnung das Ende allen Lebens auf Erden aufhalten können. Reisen zu »Odins Auge«, zum Mars und zu »Magelanta Vier«. Ein Blick auf das Ende der Zeit.
Die Auswirkungen eines Superstaus, die seltsamen Blüten, die die kapitalistische Welt treibt, Erfindungen, die nicht immer nur das gewünschte Ergebnis zeigen.
Und die Flucht des Privatermittlers John Mayer aus Gefangenschaft.

Arno Endler, bekannt durch seine zahlreichen Kurzgeschichten im c‘t-Magazin, lädt ein, ihn zu begleiten.
Klappentext

p.machinery legt mit "Am Anfang" eine gelungene Kurzgeschichtensammlung von Arno Endler vor. Dieser Band, an dem beide, Autor und Verleger, jahrelang gearbeitet haben, enthält einen charakteristischen Querschnitt durch das Oeuvre Arno Endlers dar. Dabei sind die enthaltenen Geschichten keine Neuausgaben bereits publizierter Stories, sondern Originalausgaben, die vielleicht früher geschrieben, für "Am Anfang" jedoch komplett überarbeitet wurden. In einem Fall ("Feldversuch") ist die Kurzgeschichte bereits in mainstreammäßiger Form publiziert worden (c't 03/12), die in "Am Anfang" veröffentlichte Fassung ist aber die von Endler angedachte Originalfassung, die Veröffentlichung sozusagen ein "Director's Cut".

Rein vom Stilistischen her habe ich durch die Bank weg alle Stories genossen. Man merkt vielleicht schon meine Vorbehalte, aber schriftstellerisch habe ich an keiner Kurzgeschichte etwas auszusetzen. Nein, meine Probleme an mehreren Stellen sind rein inhaltlicher Natur. So ist beispielsweise der Kurzroman "Am Anfang", der den größten Teil der Sammlung einnimmt, handwerklich und stilistisch brilliant. Aber der Inhalt, die schriftstellerische Vision, spricht mich so überhaupt nicht an, ich fand das (positiv dargestellte) Verhalten der Aliens als eine Art Vergewaltigung der Menschheit. Ebensowenig kann ich mich inhaltlich mit der "Elegie ..." anfreunden, in der der letzte Mensch auf dem Mars nach dem geheimnisvollen Verschwinden aller anderen Menschen einfach aufgibt. Dagegen mochte ich "Return to Sender", bei dem der Mensch die KIs zwar eigentlich stört, aber eben immer noch gebraucht wird. Außerdem fand ich die Pointe am Ende wirklich gelungen.

Insgesamt habe ich zwar keine in meinen Augen preiswürdige Story gefunden, aber eigentlich jede Geschichte genossen. Endlers Stil hat schon was, die Geschichten kann man einfach so weglesen. Und wer den etwas nihilistischeren Touch bei SF-Stories mag, ist hier sicherlich gut bedient.

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