Dienstag, 10. Februar 2015

D9E 02 - Niklas Peinecke : Das Haus der blauen Aschen



Niklas Peinecke : Das Haus der blauen Aschen
D9E - 02
Taschenbuch, 248 Seiten
Wurdack 2014
Titelbild : Alexander Preuss
ISBN-10: 3955560112
ISBN-13: 978-3955560119
Kindle-ASIN: B00HUW0JWK


Als eine junge Astrophysikerin die Gelegenheit erhält, eine Expedition zu dem rätselhaften Zwergstern ERC 238 auszurüsten, ist ihre Freude groß, mehr noch, weil ihre große Liebe mit von der Partie sein wird.
Doch dann häufen sich unerklärliche Vorfälle: Der Bordarzt verschwindet und wird durch eine undurchschaubare Kollegin ersetzt, Geräte fallen aus, Spuren einer untergegangenen Zivilisation werden entdeckt. Bald scheint eine Rückkehr mehr als unwahrscheinlich.
Und ERC 238 hat sein letztes Geheimnis noch nicht preisgegeben …
Klappentext

Der zweite Roman der D9E-Reihe aus dem Wurdack-Verlag. Niklas Peinecke hat hier einen schönen SoW-SF-Roman vorgelegt, der gänzlich andere Aspekte des Hondh-Universums vor dem Leser ausbreitet, als es der Opener von Dirk van den Boom getan hat. Hier geht es weniger um die gute alte Erde, sondern mehr um den Rest der Menschheit, der sich im Universum ausgebreitet hat.

Nach einer langsamen und gefühlvollen, trotzdem aber handlungsbetonten Einführung geht es erst recht spät an das eigentliche Thema, die Erkundung von ERC 238, heran. Das lässt dem Leser Zeit, sich an die Protagonisten zu gewöhnen, Menschen ebenso wie KIs. Der Plot an sich ist nichts Neues, die Ausführung und der Spaß, den der Autor beim Schreiben hatte und den er zum Leser weitertransportiert, machen die Lektüre aber zu einem Genuß. Florian Breitsameter hat dies in seiner Rezension auf SF-Fan wunderbar ausgedrückt :
Der Humor ist manchmal eher subtil eingesetzt, an anderen Stellen wird er etwas offensichtlicher. Zwei Textbeispiele zeigen dies ganz schön: »Die derzeitige Lieferzeit beträgt 39 Monate.« (…) »In der Zeit könnte ich meine eigene Crew gebären, und bei Auslieferung des Schiffes wären sie alt genug, um das Ding zu fliegen.« und »Statt einer Antwort wackelte Hackbot mit den Steuerdüsen, ließ probeweise das Triebwerk anlaufen und kritzelte mit einem Laserscanner etwas Obszönes in den Staub auf dem Fußboden. »Es sollte gehen«, schnarrte er.«
Mit einem Cliffhanger nach einem aktionsreichem letzten Drittel schliesst der Roman. Ich fand ihn sehr gut lesbar, interessant und freue mich schon auf die Fortsetzung.

Angelegt ist die Aschen-Geschichte auf drei Romane. Und da kommt auch mein einziger Kritikpunkt an der Trilogie : Die Abstände von einem Jahr sind mir persönlich zu lange. Als ich diesen Punkt im Lesezirkel auf SF-Fan ansprach, erwiderte Dirk van den Boom
Aber unter den ökonomischen Bedingungen, unter denen wir nun einmal arbeiten, ist mehr nicht drin. Und nein, das Autorenteam künstlich aufzublasen hilft auch nicht, da der dadurch entstehende Koordinierungsaufwand von niemandem betrieben werden kann.
So lange die Verkäufe sich nicht in einem Bereich bewegen, der wirkungsvoll und nachhaltig zum Lebensunterhalt der beteiligten Autoren beitragen kann, sind das verständliche Wünsche interessierter Leser, die ja auch sehr schmeichelhaft sind. Aber zumindest ich habe eine Familie zu ernähren und möchte Nachts gerne auch mal schlafen - und hin und wieder auch mal was anderes tun als schreiben, man glaubt es kaum. Sorry. Aber so funktioniert es einfach nicht.
Niklas Peinecke fügte hinzu :
Alfred, es gibt immer noch Autoren die noch mehr als Diboo schreiben. Die nennt man dann Wolfgang E. Hohlbein ;) Spaß beiseite, wenn man hauptberuflich schreibt, kann man das bringen, aber dann würde ich auch nicht mehr SF-Romane pro Jahr schreiben, weil ich mich dann nämlich auf profitablere Schienen verlegen müsste: Thriller, Krimi, Frauenromane. Eine nette Buchhändlerin hat neulich zurückhaltend reagiert auf mein Lesungsangebot: Ja, Lesungen machen sie, aber SF lieber nicht, denn SF-Leser kommen nicht zu Lesungen. So einfach ist das, leider.

Tja, da kann man wohl nichts machen. Bis zum Abschluß der Trilogie Anfang 2016 werde ich wohl noch ein bißchen warten müssen.

Keine Kommentare:

Kommentar posten