Donnerstag, 12. September 2013

TERRA SF 064 - Kurt Brand : Aus Weltraumtiefen


Kurt Brand : Aus Weltraumtiefen
TERRA SF 064, 15.05.1959
Nachdruck des gleichnamigen Leihbuchs von 1958
Titelbild : Karl Stephan


Mittels des Null-Zeit-Antriebes ist es den irdischen Raumfahrern gelungen, mit den hochzivilisierten, friedlichen Menschen des Dru, die ebenfalls die Raumfahrt betreiben, Kontakt aufzunehmen. Daß sich jedoch die Beziehungen zwischen den scheinbar viele Lichtjahre voneinander entfernten Menschenrassen sehr bald verschlechtern, ist einzig und allein die Schuld der Terraner, die in ihrem ungestümen Expansionsdrang auf unbewohnte Planeten in dem von Drumenschen beherrschten Teil des Universums Ansprüche erheben.

Schließlich, als irdische Raumfahrer ein Kristall entdecken, das in Verbindung mit konzentrierten Gammastrahlen ungeheure Energien freigibt, glaubt die Erdregierung die perfekte Waffe gefunden zu haben, mit der sie die Drus zwingen kann, auf ihre Forderungen einzugehen. Das Verhängnis muß nun seinen Lauf nehmen, und die Regierung der Erde scheint dies sehr wohl zu wissen. Trotzdem glaubt sie, es auf einen Krieg ankommen lassen zu können. Gibt es Gründe, die den Menschen berechtigen, einen Krieg auf breitester Basis zu führen? Man glaubt es - und muß nachher erkennen, daß ein Irrtum niemals furchtbarer war . . .
Klappentext

Ok, also vom physikalischen Standpunkt her eine echte Katastrophe. Aber in den 50ern fabulierte man gerne so vor sich hin und baute die unglaublichsten Konstrukte. Das ist hier auch nur Vehikel, an dem sich die eigentliche Gesellschaftskritik der bundesrepublikanischen Politik der Adenauer-Ära, die Kurt Brand hier formuliert, aufhängt.

Es ist auch ungemein interessant, den Gegensatz der ersten 50 TERRA-Hefte mit denen der Hefte 51-99 zu vergleichen. Während am Anfang noch revanchistische und ... unschöne Ideen vorherrschten, wandeln sich die Inhalte etwa ab Band 50 zu dem, was ich von den Heftroman-Reihen an kindlichen Erinnerungen habe. Sie werden weltoffener, demokratischer, verteidigen die geistigen Grundlagen der freiheitlichen Demokratie und rechnen teilweise überraschend deutlich mit der faschistischen Vergangenheit ab. So auch dieser Roman, in dem Kurt Brand den brutalen Eroberungskrieg der Terraner als ziemlich dämlich darstellt. Er proklamiert hier deutlich den Gandhischen Weg, eine Seltenheit in der BRD dieser Zeit. Und so ist der Roman einerseits inhaltlich überholt, andererseits inhaltlich topmodern. Man sollte ihn also gelesen haben.

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