Montag, 5. September 2016

TERRA EXTRA 118 : Edmond Hamilton : Im Banne der Vergangenheit


Edmond Hamilton : Im Banne der Vergangenheit (The Sun Smasher)
Terra Extra 118, 25.11.1966
Neuauflage
Deutsche Erstausgabe UTOPIA Großband 128, 1960
Originalausgabe UNIVERSE SF 1954
Titelbild : Johnny Bruck


Eine Geschäftsreise führt Neil Banning in die Nähe seiner Heimatstadt in Nebraska. Ein Besuch dort weckt alte Erinnerungen, die jäh in einen Alptraum umschlagen.An einen Neil Banning kann sich niemand erinnern, seine Fragen wecken Mißtrauen, man hält ihn für einen Schwindler, einen Verrückten und Schlimmeres. Völlig verworren wird die Lage, als plötzlich ein Fremder auftaucht, der sich Roff nennt und Banning ehrfurchtsvoll mit Kyle Valkan anredet. Und Roff enthüllt ihm unglaubliche Dinge: Er sei das Opfer von Verschwörern, die ihm sein Gedächtnis und seine Persönlichkeit geraubt hätten. Er allein besitze den Schlüssel zur mächtigsten Waffe des Universums, und nur er sei in der Lage, die Galaxis vor der Vernichtung zu retten ...
Klappentext UTOPIA

Über Edmond Hamilton habe ich mich ja schon mehrfach hier im Blog ausgelassen, ich lese ihn einfach gerne. Die meisten Sachen jedenfalls. Und auch dieser Roman ist herrlich, er beginnt wie ein klassischer Kriminalroman, als der Protagonist feststellt, daß die Vergangenhei8t, an die er sich erinnert, so nie stattgefunden hat. Langsam aber sicher schlägt dann diese Krimigeschichte in eine klassische Space Opera um, in der unser Held entdeckt, daß er den Ort weiss, an der sein früheres Ich eine der mächtigsten Waffen des Universums, den Hammer der Valkan, versteckt hat. Wie es dann weitergeht, kann man sich fast schon denken. Eine feudale galaktische Zivilisation, gigantische Raumschiffe, exotische Frauen. Wie sagte James Reasoner so treffend :
Super-weapons, beautiful haughty empresses, spaceships with fins . . . sure, there’s a certain degree of silliness to it all, but I don’t care. I hadn’t read this novel before, and I found it highly entertaining.
Ich kann ihm auch in seinen weiteren Worten zustimmen, in denen er diesen Roman ganz klar in seiner Zeit verortet. Heutzutage hätten zeitgenössische Autoren daraus mindestens eine Trilogie mit mindestens 500 Seiten pro Band gemacht, Hamilton handelte das Thema auf insgesamt 110 Seiten ab. Dabei haben beide Ansätze ihre Vorzüge. Der klassische Stil von Hamilton ist bunt und wenig literarisch, die Idee steht deutlich im Vordergrund. Der moderne Stil befasst sich dann weniger mit den Klischees, sondern bietet den Figuren viel (manchmal sogar zuviel) Platz zur Entfaltung. Ich persönlich mag beide Versionen, das ist aber auch stimmungsabhängig.

Wer eine Gesamtausgabe der Hamiltonschen Geschichten sucht, ist bei Haffner bestens aufgehoben. Sorgfältig und liebevoll werden die Stories hier editiert und in Prachtbänden, Paperbacks ebenso wie Hardcover, zusammengefasst. Ich selber habe zwei sündhaft teure Leigh Brackett-Hardcover zuhause, die Ausgaben sind von der Machart derartig empfehlenswert, daß ich dort sicher noch mehr kaufen werde. Dave Truesdale hat einen der Hamilton-Bände besprochen, ich kann seinem Fazit ("Kaufen, solange noch etwas da ist") nur zustimmen.



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