Donnerstag, 15. September 2016

Mercedes Lackey : Arrow's Flight



Mercedes Lackey : Arrow's Flight
Originalausgabe
DAW 1987
Titelbild : Jody Lee


Talia could scarcely believe that she had finally earned the rank of full Hearld. Yet though this seemed like the fulfillment of all her dreams, it also meant she would face trials far greater than those she had previously survived. For now Talia must ride forth to patrol the kingdom of Valdemar, dispensing Herald's justice throughout the land.

But in this realm beset by dangerous unrest, enforcing her rulings, would require all the courage and skill Talia could command- for if she misused her own special powers, both she and Valdemar would pay the price!
Klappentext

Der zweite Teil der Geschichten um Thalia und Dirk, eines der Frühwerke der Autorin, ebenso wie der erste Band 1987 erschienen. Inhaltlich habe ich mich schon vor drei Jahren geäußert, hier ziehe ich Parallelen zu Farina de Waards "Wölfen" und betrachte das Ganze eher von der technischen Seite.

Stilistisch ist der Roman wieder eher knapp gehalten, der moderne Detailreichtum fehlt ...fast. Tatsächlich sind hier erste Ansätze des epischen Erzählens vorhanden, Mercedes Lackey hält sich aber noch zurück. Im Vergleich zu Farina de Waard wird aber eine deutlich stärkere Innovationsbereitschaft deutlich, Mercedes Lackey zweigt bereits hier von den damaligen Standards der Fantasy ab. Die "Wölfe" bleiben eher in eingefahrenen Gleisen, sind aber deutlich literarischer und - Mercedes möge mir verzeihen - auch besser erzählt.

Wobei eines aber deutlichst auffällt : Die Sexualität bei Mercedes Lackey (Jahrgang 50) ist deutlich freier und ungezwungener als bei Farina de Waard (Jahrgang 91). Wie schrieb ich beim letzten Mal über "Thalia & Dirk" ? "Neben den Standardmotiven der High Fantasy ist dies, die sexuelle Normalität und Aufgeklärtheit auch das zentrale Thema dieser Trilogie. Ging es bei Tarma und Kethry bzw. bei Kerowyn noch um die Emanzipation der Frau, so wird diese hier bereits als normaler Zustand vorausgesetzt. Nicht überall vorhanden, Talia stammt aus einer extrem un-emanzipierten Gesellschaft, aber prinzipiell als normal in zivilisierten Gegenden vorausgesetzt. Die Geschichten um Talia und Dirk gehen einen Schritt weiter und stellen die sexuelle Freiheit von Männern und Frauen in den Mittelpunkt. Lackey stellt hier heterosexuelle Beziehungen homosexuellen imperativ gleich und macht deutlich, das weniger die körperliche als die geistige Harmonie eine Beziehung prägt." Im Gegensatz dazu romantisiert Farina de Waard den Sex ganz erheblich, stellt zwar die Emanzipation als ganz normal und selbstverständlich dar, lässt ihre Protagonisten sich aber ganz schön über Seiten hinweg anschmachten. Ein Unterschied der Zeitläufte ?

Man merkt bei diesem zweiten Band aber sehr deutlich, daß Mercedes Lackey hier bereits routinierter schrieb. Der Roman wesentlich mehr aus einem Guß als "Arrows of the Queen", die Geschichte ist in sich auch stringenter. Und Mercedes Lackey konnte ihn verkaufen, zwei Romane - Longseller, wie sich heraustellen wird - in einem Jahr an einen Verlag. Während Farina de Waard keinen großen kommerziellen Verlag für ihre Romane interessieren konnte, war dies für Mercedes Lackey deutlich weniger problematisch. Farina de Waard hat ihre Romane dann im eigens dafür gegründeten Eigenverlag FANOWA veröffentlicht. Über das Marketing schweigen wir mal, ein Einzelner hat da deutlich weniger Optionen als ein Verlagskonzern. Dies hat dann auch weiterreichende Konsequenzen : Während Mercedes Lackey schon nach recht kurzer Zeit von ihren Romanen leben kann, ist dies bei Farina de Waard auch in absehbarer Zeit nicht der Fall. Und so kommen ihre Romane im Jahresabstand heraus, während die Erstveröffentlichungen der Valdemar-Geschichten teilweise nur Monate auseinanderliegen. Die Differenz zwischen dem amerikanischen und dem deutschen Buchmarkt hat also auch massive Folgen für die literarische Qualität, denn nur durch die Veröffentlichung und darauffolgende Kritik ist eine Weiterentwicklung eines Autors möglich.

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