Freitag, 23. Januar 2015

TERRA SF 486/487 - Robert A. Heinlein : Abenteuer im Sternenreich



Robert A. Heinlein : Abenteuer im Sternenreich (Starman Jones)
Terra SF 486/487, 28.10.1966
Nachdruck des gleichnamigen Leihbuchs von 1954
Originalausgabe 1953
Aus dem Amerikanischen von Kurt Seibt
Titelbilder : Karl Stephan


Sternenfahrer Jones, Kapitän des Weltraumschiffs "Asgard", erlebt auf seinem Flug in den Kosmos eine böse Überraschung. Plötzlich gerät das Raumschiff, durch einen Fehler seines Vorgängers, außer Kurs und steuert auf ein unerforschtes Gebiet zu, in dem alle Orientierungs-möglichkeiten fehlen. Und nicht nur das: Allerlei Unerwartetes und Absurdes begegnet dem Piloten in dieser Welt von morgen, er stößt auf Menschen- und Tierwesen von ungeahnter, oft possierlicher Gestalt. Wer Willies aus dem Roman "Der Rote Planet" liebt, wird auch an Mr. Chips seine Freude haben und Max und Sam ins Herz schließen.

Heinlein hat hier nicht nur einen hervorragenden Zukunftsroman geschaffen, sondern er beschäftigt sich auch eingehend mit den aktuellen Problemen der Kosmologie und Weltraumforschung. Mit diesem Roman wird er sich, nicht nur unter der Jugend, viele neue Freunde seiner originellen, spannenden Erzählkunst erwerben.
Klappentext der Gebr. Weiss-Ausgabe

Max Jones, ein junger Mann, dessen inständiger Wunsch es ist, Sternfahrer zu werden, erhält plötzlich und unerwartet eine Chance. Aufgrund familiärer Zerwürfnisse verlässt er sein Zuhause und schafft es durch einen Zufall, auf der "Asgard", einem der größten Sternenschiffe der Erde, einen Platz zu finden. Doch die Reise der "Asgard" verläuft ganz anders als ursprünglich geplant. Sie kommt vom Kurs ab und gerät in Bereiche der Galaxis, die noch nicht befahren wurden und noch nicht kartographiert sind.

Da alle Orientierungsmöglichkeiten fehlen, wird es immer unwahrscheinlicher, dass das Schiff den Heimweg finden wird. Die Lage an Bord wird immer kritischer, und die Menschen beginnen zu verzweifeln. Nur Max Jones gibt nicht auf, den Kurs nach Hause zu suchen...
besserer Klappentext der zweiten HEYNE-Ausgabe

Ein weiteres Jugendbuch von Heinlein, dessen Jugendbücher seltsamerweise auf mich in keinster Art und Weise kindlich wirkten und wirken. Allenfalls die s/w-Darstellung ohne Grautöne fällt da auf, obwohl mir nicht klar ist, inwieweit das Stimittel des Autors gewesen ist. Denn die in Grautönen geschilderten Protagonisten, Sam, Max und Ellie, haben bis zu einem gewissem Grad auch Vorbildfunktionen. Eldreth ist eine fast emanzipierte junge Frau, fast noch ein Mädchen, die sich gegen die Unterdrückung ihrer Persönlichkeit zur Wehr setzt. Zwar nur rudimentär und nicht so, wie man es sich eigentlich wünschen würde, aber immerhin. Max ist derjenige, der mit Betrug etwas geschafft hat - und im richtigem Moment zur Ehrlichkeit zurückfindet. Das ist auch heutzutage nicht die Regel. Aber über allen steht Sam, der eigentliche Held der Geschichte. Marine, Tramp, Latrinenwischer, Polizeichef - und am Ende derjenige, der sich mit seinem Körper vor Zivilisten stellt und den Schutz des ihren mit seinem Leben bezahlt. Durchaus eine Vorwegnahme der Themen aus "Starship Troopers", des letzten Jugenbuchs von RAH aus dieser Ära.

Ich fand den Roman zwar bei jedem Lesen wieder gut, aber im Endeffekt ist er mir zu düster. Die dystopische, in Gilden und Sachzwänge verfallene Erdgesellschaft, das vollständig fehlende Happy-End und der durch die analogen Szenen am Anfang und am Ende geklammerte Roman hinterlassen bei mir immer wieder eine Art Beklemmung. Einer der wenigen Romane, bei denen es mir so geht.

Jo Walton on tor.com: Starman Jones

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