Samstag, 10. Januar 2015

Lois McMaster Bujold : Diplomatic Immunity



Lois McMaster Bujold : Diplomatic Immunity
Baen Books 2002
deutsch in "Der Botschafter"
Heyne 52127, 2006
Übersetzer: Michael Morgental


Miles and Ekaterin are enjoying a delayed honeymoon off-world while their first two children are approaching birth in their uterine replicators back on Barrayar. They have just left Earth to begin the journey home when Miles is dispatched by Emperor Gregor Vorbarra to Graf Station in Quaddiespace to untangle a diplomatic incident in his capacity as the nearest Imperial Auditor. There, he is unexpectedly reunited with the Betan hermaphrodite Bel Thorne, a trusted former Dendarii Mercenaries subordinate and his good friend. A convoy of merchant ships and their Barrayaran Navy escorts are being prevented from leaving the station, and a Barrayaran officer is missing, possibly murdered or deserted.

While investigating, Miles uncovers a plot by a high-ranking Cetagandan to steal a cargo of extreme importance to the Cetagandans and hide its tracks, if necessary, by putting the blame on Barrayar. By the time Miles figures out what is going on, he and Bel have been infected by a highly lethal bioweapon. Miles almost dies (again) and barely averts an interstellar war between Cetaganda and Barrayar.
Plot Summary aus der englischen Wikipedia

Der letzte der Vorkosigan-Romane, die neueren habe ich noch nicht. Etwas anders als die bisherigen Stories ist "Diplomatic Immunity" ein Whodunit-Krimi, stark an die von amerikanischen Sehgewohnheiten geprägten schnellen Schnitte angelehnt. Auch wieder - im Gegensatz zu den vorherigen Bänden - aus der alleinigen Perspektive von Miles erzählt, nachdem man sich daran gewöhnt hat, vermisst man die Standpunkte von Ekaterin sogar irgendwie. Meiner Meinung nach ist das Absicht, denn im Hintergrund der Krimi-Story lauert die Darstellung des Unverständnisses zweier Kulturen füreinander. Quaddies und Barrayaner sind rein von der Genetik und der daraus resultierenden Gesellschaft her schon extrem unterschiedlich, was der kosmopolitische Miles gar nicht bemerkt. Erst durch das Agieren der anderen, deutlich weniger aufgeschlossenen Personen beider Seiten wird in Relation zu Miles der Fremdenhaß beider Seiten dargestellt. Daß Lois McMaster Bujold hier keine Partei bezieht, sondern genau und nur die Irrationalität beider Parteien beschreibt, versteht sich fast von selbst. Dieses Nicht-Gutmenschentum, dieser Kampf um die Emanzipation statt gegen Personen oder Gruppen macht meiner Meinung nach auch den großen Charme dieser Romane aus.

Der letzte Abschnitt, der Flug in das Cetaganda-Imperium mit dem halbtoten Miles und die Verhinderung des interstellaren Krieges, zeigt dann wieder sehr schön, daß Miles weder ein Superheld ist, noch alles allein machen kann. Das wird auch schriftstellerisch mit einem deutlich reduziertem Tempo zum Lesere transportiert, fand ich persönlich auch und gerade im Hinblick auf die ersten Bände der Vorkosigan-Saga sehr gelungen. Und was mir ausnehmend gut gefallen hat ist die darauffolgende Szene mit der "Orden"verleihung. Lois McMaster Bujold macht explizit deutlich, daß es echten Helden nicht um ihre Darstellung in der Öffentlichkeit geht. Etwas, daß sich früher von selbst verstand, die heutige Gesellschaft sich aber doch schon einmal deutlich vor Augen führen sollte. Aber wahrscheinlich lesen diejenigen, die es angehen sollte, dies natürlich wieder nicht.

Jo Walton über "Diplomatic Immunity"

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