Samstag, 16. April 2016

TERRA EXTRA 039 - John D. MacDonald : Planet der Träumer


John D. MacDonald : Planet der Träumer (Wine of the Dreamers)
Terra Extra 39, 20.03.1964
Neuauflage
Deutsche Erstausgabe UTOPIA Großband 39
Originalausgabe STARTLING STORIES 1950
Aus dem Amerikanischen von Jesco von Puttkamer
Titelbild : Johnny Bruck


Die Eroberung der Planeten ist ein Ziel der Menschen, die alle Anstrengungen machen, diesem Ziel Schritt für Schritt näher zu kommen. Bisher jedoch scheiterten alle Versuche, eine bemannte Rakete in den Weltraum zu schicken. Rätselhafte Unfälle und unerklärliche Ereignisse verhindern immer wieder den Start des ersten Weltraumschiffes.

Bard Lane, der Chef von PROJEKT TEMPO, unternimmt alles, um den Auftrag seiner Regierung, ein flugtüchtiges Raumschiff zu bauen, zu erfüllen. Doch eines Nachts geschieht das Unglaubliche, das Unfaßbare: In seine Welt der nüchternen Tatsachen hinein schleicht sich etwas Übernatürliches, nicht Wahrnehmbares, eine seltsame, unverständliche Botschaft dringt in sein Gehirn, verursacht einen Wirbel ungezählter Zweifel.

Die unbekannte Stimme in Lanes Gehirn behauptet, einer Person zu gehören, die sich im Augenblick viereinhalb Lichtjahre von der Erde entfernt befinde. Bard Lane gerät in einen Strudel sich überschlagender Ereignisse und sieht den dramatischen Untergang des zweiten Weltraumschiffes mit eigenen Augen. Er ist dem Wahnsinn nahe, dessen Charakter und Ursache ihm urplötzlich als Einwirkung fremder Kräfte bewußt wird. Die Erde als Tummelplatz grausamer Lebewesen, die uns in ihren Träumen besuchen? Der Mensch als willkürliches Spielzeug dieser fremden Wesen? Plötzlich ausbrechender Wahnsinn als Folge dieser geheimnisvollen Besuche aus dem Nichts?
Klappentext UTOPIA


John Dann MacDonald (1911-1986) ist den meisten Leuten als Krimiautor bekannt :
Best known as the creator of Travis McGee, JOHN DANN MacDONALD was one of the last of the old pulpsters to cross over successfully to the burgeoning paperback market of the fifties.

But he was more, much more than that. He was one of the most successful authors of his time, and he continued to regularly appear on the bestseller lists well into the eighties. In his long career, he produced over seventy books, mostly in the hardboiled/crime vein, although he did produce some decent work in science fiction, romance and other genres. He even produced some notable non-fiction, particularly No Deadly Drug, a true crime book, and The House Guests, a cat's eye view of the world.
thrillingdetective.com

Seine SF ist leider deutlich weniger verbreitet, dieser TERRA EXTRA-Band zusammen mit der UTOPIA-Ausgabe sind die einzigen Übersetzungen ins Deutsche. Dabei ist die Story zwar vom heutigen Standpunkt aus etwas altbacken, zur Zeit der Veröffentllichung war sie aber auf der Höhe der Zeit, wie zeitgenössische Rezensionen zeigen. Die Originalgeschichte aus STARTLING STORIES wurde 1951 als Hardcover, 1953 als Paperback veröffentlicht und verschwand dann in der Versenkung. 15 Jahre später, als John D. MacDonald bereits ein bekannter Krimischriftsteller war, wurden seine frühen SF-Geschichten in überarbeiteter Form neu aufgelegt. Wäre interessant, diese Neuausgaben einmal in ungekürzter Form zu lesen, auch wenn die Thematik schon sehr überholt ist.

Wer sich für John D. MacDonalds Romane interessiert, dem sei der Blog The Trap of Solid Gold empfohlen. Auch wenn Steve Scott die Romane mehr vom Krimiaspekt betrachtet, finden sich dort ausführliche Besprechungen der SF-Romane von JDM. Auch Wine of the Dreamers wird dort detailliert dargestellt.

Von meiner Warte als SF-Fan sehe ich das allerrdings etwas kritischer. Die Geschichte selbst ist gut erzählt, die Charaktere zwar etwas schablonenhaft, aber das ist bis zu einem gewissem Grad auch der Zeit geschuldet. Irritierend ist allerdings die Idee, Menschen wären nicht selbst verantwortlich für ihre Taten, sondern durch externe Einflüsse dazu gezwungen. Das gibt es mehrfach in der frühen SF und ich empfinde es immer wieder als schlechte Idee. Nichtsdestotrotz fand ich den Roman angenehm lesbar und kann die Geschichte nur empfehlen.

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