Montag, 11. April 2016

TERRA EXTRA 034 - Gallun / Darlton : Der Ring um die Sonne

Raymond Z. Gallun / Clark Darlton : Der Ring um die Sonne (A Step farther out)
Terra Extra 34, 03.01.1964
Neuauflage
Originalausgabe UTOPIA Großband 34
Erweiterte Fassung der Kurzgeschichte von 1950
Titelbild : Johnny Bruck


Das Passagierschiff zum Mars wird durch eine Explosion auseinandergerissen und drei Menschen werden in das All geschleudert. Das Schicksal, gibt diesen drei Menschen eine Chance. Hilflos treiben sie von der Sonne weg, schneiden die Bahn des Mars und nähern sich dem Asteroidengürtel. Wie Schiffbrüchige im irdischen Ozean versuchen die drei "Raumrobinsone" sich aus den Trümmern des verunglückten Schiffes eine Kabine zu bauen, um ihr Leben zu retten.

Der Roman erzählt von der Wandlung eines Mannes, den die drohende Lebensgefahr zu einem mutigen Helden machte, obwohl er im Grunde seiner Seele ein Feigling war. Er erzählt von einer tapferen Frau, die mit ihrem Beispiel immer wieder versteht, ihre beiden Schicksalsgefährten aufzumuntern.

Dieser Roman erzählt von der ewigen menschlichen Habgier, die zum Schluß immer wieder das Verderben für alle Beteiligten bedeutet, wenn sie nicht früh genug einsehen, daß das Glück dieser Weit und des Lebens nicht im Reichtum, sondern in der Zufriedenheit des Einzelnen liegt.
Klappentext UTOPIA

Obwohl Clark Darlton bei dieser Ausgabe nicht als Autor genannt ist, wird er doch in der UTOPIA-Ausgabe als Co-Autor mit angegeben. Da Raymond Z. Gallun 1955 in Deutschland war, gab es da wohl eine Zusammenarbeit. Die Originalkurzgeschichte ist gut 20 Seiten lang, Darlton hat sie hier auf Romanlänge erweitert. Dabei ist sie typisch für ihn, es gibt wenig Action, der Fokus liegt auf dem Zwischenmenschlichen und der Erforschung des Weltraums. Insbesondere die technischen Details hatten, das merkt man der Geschichte an, den Autoren Spaß gemacht.

Dabei sind einige Teile so typisch deutsch, das ist wirklich unglaublich. Die Schilderung des rauhbeinigen Raumschiffkapitäns mit seinem Dödeluntergebenen könnte von Walter Moers sein, so klischeehaft ist sie. Ich hatte da an einigen Stellen echten "Lese-Schluckauf". Aber trotzdem insgesamt eine nette Geschichte, die den Humanismus von Clark Darlton und seine unverbesserlich optimistische Weltsicht auch heutzutage noch angenehm lesbar rüberbringt.

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