Mittwoch, 9. März 2016

TERRA EXTRA 019 - K. H. Scheer : Unternehmen Pegasus


Karl Herbert Scheer : Unternehmen Pegasus
ZBV 04
Terra Extra 19, 24.05.1963
Neuauflage
Originalausgabe BALOWA 1957
Titelbild : Johnny Bruck


"Es wird kommen der Tag, an dem Sie sehen werden, wie leichtfertig Sie gehandelt haben", sagte ein Mann, der es unbedingt wissen mußte. Mit dem Ausspruch eines bekannten Wissenschaftlers beginnt der Kampf, der in die Geschichte der Geheimen-Wissenschaftlichen-Abwehr unter der Tarnbezeichnung "Unternehmen Pegasus" eingehen sollte. Thor Konnat, Spezialbeamter der GWA, wird auf einen Fall angesetzt, der ihm alles abverlangt. Er hat jene Wesen zu bekämpfen, die man in Fachkreisen "Die Erben des Wahnsinns" nennt. Dabei muß er feststellen, daß es noch genügend Leute gibt, die diese bedauernswerten Geschöpfe als willkommenes Mittel zum Zweck benutzen. Captain Konnat kommt zu der Ansicht, daß Kernwaffen-Versuche nur dann eine feine Sache sind, wenn solche Versuche außerhalb der irdischen Atmosphäre stattfinden.

Die Handlung des ungewöhnlichen Romans ist hart und realistisch. Unser Autor hat es verstanden, im Zuge der spannungsgeladenen Erzählung wissenschaftliche Erkenntnisse einzubauen, die sich in keiner Weise mehr übersehen lassen.

Die letzte Fusionswaffen-Explosion im Jahr 1961 hat die unglaublichen Lebewesen erschaffen, die über Nacht zu einer weltumspannenden Gefahr werden. Der Abwehrkampf der GWA richtet sich gegen Intelligenzen, die keine Menschen mehr sind. Noch niemals zuvor lief die gigantische Maschinerie der GWA auf so hohen Touren, wie im Zuge des Unternehmens "Pegasus" .

Sie erleben eine Handlung, die in ihrem Aufbau einmalig ist.
Klappentext des BALOWA-Leihbuchs

Zu dem Roman habe ich schon im Rahmen der TERRA-Reihe etwas gesagt (TERRA 083). Durch die vielen Scheers am Anfang der TERRA EXTRA-Reihe bin ich aber noch auf einen interessanten Punkt gestoßen, den Thomas Harbach im Rahmen seiner Lesung der UTOPIA-Bestseller bei einer anderen Scheer-Serie angesprochen hat.

Zur Zeit der Erstveröffentlichung des Romans waren die Atombombenabwürfe von Hiroshima und Nagasaki gerade einmal 10 Jahre her, über die Lang- und Spätfolgen radoaktiver Strahlungen war wenig außerhalb der Wissenschaften bekannt. Scheer und Darlton jedenfalls hatten keinen Begriff von den Gefahren und hofften auf positive Effekte. Aber auch ihnen wurde deutlich gemacht, was radioaktive Strahlung tatsächlich bewirkt, Scheer muß da irgendwann zwischen 1956 und 1957 einiges drüber gelernt haben. Denn ein Roman von 1956, Vorposten Jupitermond, geht da noch relativ klinisch mit um, dort werden Atomgranaten geworfen, ohne sich um die Folgen zu kümmern. In der ZBV-Serie dagegen, etwa bei dem hier vorliegenden "Unternehmen Pegasus", werden die Umweltschäden als auch die Deformierungen an den Menschen wesentlich stätker thematisiert und es wird wesentlich deutlicher auf die Unmenschlichkeit eines Atomkrieges hingewiesen. Trotz alledem bleibt Scheer bei einer gewissen Idealisierung, das tatsächliche Grauen blieb für ihn immer noch unvorstellbar.

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