Samstag, 5. März 2016

TERRA EXTRA 016 - K. H. Scheer : Grenzen der Macht


Karl Herbert Scheer : Grenzen der Macht
Terra Extra 16, 11.04.1963
Neuauflage
Originalausgabe BALOWA 1956
Titelbild : Johnny Bruck


Der Aufstand der Menschheit gegen ihren Diktator und ihr Kampf gegen aggressive Intelligenzen aus dem Alpha-Centauri-System ist der Inhalt dieses neuen Zukunfts-Dramas von K. H. Scheer. In erregenden Szenen rollt eine Handlung vor uns ab, wie sie packender und interessanter nicht gestaltet werden kann. Aus dem All stoßen die Riesenraumschiffe eines fernen Volkes auf die Erde herab, um die Menschheit zu vernichten und die Erde in Besitz zu nehmen. Ihrer unerhört technischen Überlegenheit hat die Handvoll führender Wissenschaftler nichts entgegenzusetzen als ein erbeutetes Raumschiff, 30 C-Bomben und ihren Mut und ihren Witz. In hundert dramatischen Abenteuern versuchen diese kühnen Männer die Menschheit zu retten.

Den Freunden des guten Zukunftsromans werden die technischen Ausblicke besondere Freude bereiten. K. H. SCHEER gehört zu den wenigen Autoren, die ihre Utopien mit Sorgfalt wissenschaftlich fundieren.
Klappentext des BALOWA-Leihbuchs

Im Finale der Centauri-Romane wird mit den Centauriern ebenso wie mit den Faschisten auf der Erde abgerechnet. Durch die überlegene Technologie der Außerirdischen im Besitz der Widerstandsbewegung und durch Unterstützung durch die Generalität auf der Erde wird Alexander Torni gestürzt. Ebenso werden die Centaurischen Agressoren besiegt - wobei beide Ereignisse eine höchst interessante Entwicklung durchmachen.

Ein Leihbuch hat einen Umfang von etwa 350.000 Anschlägen, Romanhefte etwa 200.000 und die UTOPIA Taschenbücher etwa 280.000. Eine Kürzung von einem Leihbuch auf einen Heftroman zog also nicht nur eine Straffung der Handlung nach sich, sondern reduzierte auch Personenbeschreibungen und Dialoge, was gerade bei KHS oftmals negativ zu Buche schlug. In den UTOPIA Bestsellern wurden diese Kürzungen von Heidrun Scheer weitestgehend ausgeglichen, in dieser TERRA EXTRA-Ausgabe ist diese Reduzierung allerdings noch manchmal spürbar.

Bemerkenswert sind aber die inhaltlichen Unterschiede der Heftromanausgaben von 1958 und 1963 (die spätere Taschenbuchaugabe folgt dann den Heftromanen) zur Leihbuch-Originalausgabe von 1956. Zunächst einmal wird in den Heften der Umsturz auf der Erde und der Angriff auf das Hauptquartier des Diktators Alexander Torni mit einem kurzen Absatz (5 Sätze) abgehandelt. Im Leihbuch wird dies ausführlich geschildert, dem (blutigem) Umsturz ist ein eigenes Kapitel gewidmet. Der nächste Unterschied ist die Darstellung des Ultimatums der Centaurier an die Erde. In den Heften wird ein rein verbales Ultimatum geschildert, das die Menschen verunsichert. Im Leihbuch testen die Centaurier ihre Waffe an Paris und bringen sieben Millionen Menschen um. KHS schildert dies teilweise mit drastischen Szenen.

Der dritte, wichtigste Unterschied von den Heften zur Leihbuch-Orginalausgabe besteht aber im Schluß des Romans. In den Heftromanen sind die Centaurier, die die Erde angreifen, eine geistig verwirrte Verbrecherbande, am Ende kommt es zu einer positiven Zusammenarbeit zwischen dem demokratischen System auf Centauri und der befreiten Erde. Im Leihbuch ist dies nicht so, da sind die Centaurier durch die Bank weg Rassisten, die Erdmenschen als Tiere betrachten. Hier wird die gesamte Zivilisation der Centaurier mittels 30 C-Bomben durch Katmann komplett ausgelöscht, detailliert und drastisch beschrieben durch den Autor. Wer Genaueres wissen möchte, dem sei der Artikel "CENTAURI ... or burst" von Hermann Urbanek in Actionfaktor unbegrenzt empfohlen.

Mir ist vollkommen unklar, wie KHS sich in der Leihbuch-Ausgabe zu so etwas hinreißen lassen konnte. Da muß ihm schon Einiges ganz heftig über die Leber gelaufen sein. Auf jeden Fall ist der Roman in der Heftform, die später auch in die UTOPIA Bestseller übernommen wurde, deutlich besser als im Original.

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