Dienstag, 20. September 2016

TERRA EXTRA 124 : Darlton / von Puttkamer : Das unsterbliche Universum


Clark Darlton / Jesco von Puttkamer : Das unsterbliche Universum
Terra Extra 124, 06.01.1967
Neuauflage
Originalausgabe BALOWA 1959
Titelbild : Johnny Bruck


Einer der größten Augenblicke in der Geschichte der Menschheit ist nicht mehr fern: Nur noch kurze Zeit wird es währen, bis der erste Mensch die Fesseln der Erd-gebundenheit abstreift und seinen Fuß auf den Mond, den uns nächsten Weitenkörper setzt. Wird er dort öde Trostlosigkeit vorfinden, oder wartet seiner dort der unheimliche Mechanismus einer Relaisstation, wie ihn die Besatzung der VON BRAUN - der ersten irdischen Mondrakete im vorliegenden Roman entdeckt?

Der Schwede Bengt Gorma, der Amerikaner Norris Nichelson, der Deutsche Dr. Hannes Hader und der Litauer Vitas Laudas, das sind die vier Männer, die nach ihrer geglückten Mondlandung erfahren müssen, daß bereits jemand anders vor ihnen da gewesen war. Sie finden den größten und kompliziertesten Mechanismus, den das Sonnensystem jemals gesehen hat, und damit beginnt für sie ein Abenteuer, dem gegenüber der erste irdische Mondflug eine Lappalie gewesen war.

Sie erfahren von der Existenz außerirdischer Lebewesen von unzähligen intelligenten Rassen, die das ganze Universum bevölkern und sich zu einem riesenhaften kosmischen Bund zusammengefunden haben. Sie finden Mittel und Wege, die Regierungszentrale dieses unvorstellbaren Reiches aufzusuchen, und sie lernen Jan Charus kennen - den Mann, den man den „Herrn des Universums" nennt. Mit Staunen vernehmen sie die Geschichte seines unglaublichen Lebens, aber sie beginnen zu ahnen, daß über einem von ihnen ein schicksalschweres Geheimnis liegt. Wer ist Jan Charus in Wirklichkeit? Mit der Aufklärung dieser Frage erfahren die Erdmenschen von dem gigantischen Plan des „Unsterblichen", in dem sie nur Schachfiguren gewesen waren, aber gleichzeitig trifft die Regierung des kosmischen Reiches eine Entscheidung, die das weitere Schicksal der Erde und der Menschheit grundlegend bestimmt.

Die beiden Autoren unseres Romanes, die bereits zahlreiche bekannte Science-Fiction-Romane und -Kurzgeschichten verfaßt haben, haben zum ersten Male in Deutschland versucht, ein technisch-utopisches Werk in enger Gemeinschaftsarbeit zu schreiben. Sie verbinden mit dem vorliegenden Roman, der in ihren Augen einen Höhepunkt ihres bisherigen Schaffens darstellt, ein Anliegen an die Menschheit, das von Tag zu Tag an Aktualität gewinnt: Die Einigkeit der Völker und die Wahrung der Rechte und der Würde des einzelnen.
Klappentext des BALOWA-Leihbuchs

Den Roman habe ich bereits als TERRA SF 123 gelesen. Und bei dem altbackenen und vollkommen überholtem Menschen- und Gesellschaftsbild, das die beiden Autoren hier proklamieren, ist ein einmaliges Lesen auch absolut genug.

Montag, 19. September 2016

TERRA EXTRA inside - Ewers Sterne (07)

Und zusammen mit den TERRA EXTRA-Kommentaren geht es auch weiter mit den Inside-Scans, d.h. mit der Artikelserie von H. G. Ewers über die Astrophysik. In Heft 123 vom 30.12.1966 erzählt er etwas über die Sternhaufen :



Bisherige Artikel
Von der Urwolke zum Protostern
Vom Strohfeuer zum Dauerbetrieb
Sternenentstehung heute
Die Masse bestimmt den Sterntyp
Von der Leuchtkraft und der Farbe der Sterne
Die Sterne mutieren
Die Sternhaufen

TERRA EXTRA 123 - Clifford D. Simak : Ingenieure des Kosmos



Clifford D. Simak : Ingenieure des Kosmos (Cosmic Engineers)
Terra Extra 123, 30.12.1966
Neuauflage
Deutsche Erstausgabe UTOPIA Kriminal 25, 1957
Originalausgabe ASTOUNDING 02-04/193
Fix-Up Gnome Press 1950
Aus dem Amerikanischen von Rainer Eisfeld
Titelbild : Johnny Bruck


GALAXY 5, 1951

"Ein Vergleich dieses kolossalen Konzepts mit den einfachen Realitäten von Heinleins Besiedelung des Ganymed [...] zeigt, wie weit sich die Science Fiction seit damals weiterentwickelt hat." Dem kann ich nur beipflichten, die Geschichte liest sich stellenweise sehr infantil. Für die nicht so gut des Englischen mächtigen : In "Ingenieure des Kosmos" geht es um eine Gruppe von Raumfahrern der Erde, die ein Mädchen in einem Raumschiffwrack finden, das in sunpensierter Animation die letzten 1.000 Jahre verschlafen hat. Sie werden von Aliens kontaktiert und verhindern den Zusammenstoß unseres Universums mit seinem Nachbarn.

Das muß man nicht weiter kommentieren, nur die angenehme Schreibe von C. D. Simak verhindert, daß man das Heft voller Grauen beiseite packt. Also Schwamm drüber, auf zum nächsten Heft.

Freitag, 16. September 2016

Mercedes Lackey : Arrow's Fall



Mercedes Lackey : Arrow's Fall
Originalausgabe
DAW 1988
Titelbild : Jody Lee


With Elspeth, the heir to the throne of Valdemar, come of marriageable age, Talia, the Queen's Own Herald returns to court to find Queen and heir beset by diplomatic intrigue as various forces vie for control of Elspeth's future.

But just as Talia is about to uncover the traitor behind all these intrigues, she is sent off on a mission to the neighboring kingdom, chosen by the Queen to investigate the worth of a marriage proposal from Prince Ancar. And, to her horror, Talia soon discovers there is far more going on at Prince Ancar's court than just preparation for a hoped-for royal wedding. For a different magic than that of the Heralds is loose in Ancar's realm- an evil and ancient sorcery that may destroy all of Valdemar unless Talia can send warning to her Queen in time!
Klappentext der Originalausgabe

Im Januar 1988 kam dann der dritte Roman der Heralds of Valdemar in den Handel. Liest man die drei Romane hintereinander, so merkt man deutlich die stilistische Entwicklung der Autorin, diese Geschichte ist schon deutlich ausgereifter als der erste Band. Inhaltlich hat er alle Vorzüge, die ich schon bei meiner Besprechung der gesamten Trilogie angesprochen habe, stilistisch zeigt er schon in die richtige Richtung, ist aber noch nicht ganz dort angekommen. Auch hier "gewinnen" vom reinen Stil her gesehen die "Wölfe" gegenüber den "Arrows".

Jedoch nicht von der Veröffentlichungsfrequenz. Mercedes Lackey konnte einen Markt bedienen, der drei Romane einer Newcomerin einfach mal eben so innerhalb eines Jahres aufnahm und goutierte. Dabei konnte sie auf das Marketing und die Werbeabteilung des Verlages bauen. Farina de Waard hingegen steht vor der Aufgabe, ihre Romane selbst vermarkten zu müssen und durch den deutlich kleineren Markt deutschsprachiger Fantasy auch wesentlich weniger verkaufen zu können. Die Zusammenarbeit mit Knaur beim zweiten Band erschöpft sich meiner persönlichen (und unfundierten) Wahrnehmung nach in dem Abschöpfen der eBook-Rechte, ich bin mir nicht sicher, was ich davon halten soll. Auf jeden Fall hat Farina de Waard es aufgrund der äußeren Umstände deutlich schwerer als Mercedes Lackey vor dreißig Jahren und kann deshalb auch nicht schnell genug die weiteren Teile ihres Romanprojektes vorlegen. Was schade ist.

*********

Es ist ja eher selten gewesen, daß mir so relativ ausgereifte Romane wie die "Wölfe" vor die Augen kamen. Aber die Geschichten von Mercedes Lackey mochte ich von Anfang an. Und auch jetzt, beim Vergleich mit den Romanen von Farina de Waard hat es mich wieder gepackt und ich musste einfach weiterlesen. Also geht es jetzt weiter mit Kerowyn und den Winds-Romanen, aber etwas weniger detailliert als bisher. Momentan bin ich gerade - wie gesagt, ein gewisser Suchtfaktor kann man den Romanen um die Heralds of Valdemar nicht absprechen - bei den Storm-Geschichten, mal schaun, wie weit ich noch komme.

Allerdings lese ich die Heralds eher am Wochenende, in der Woche mache ich mit meinen TERRA EXTRA weiter. Und so werde ich dann nach in der nächsten Woche auch wieder Kommentare zu meinen heissgeliebten Heftromanen abgeben, falls jemand selbige schon vermisst hat.

Donnerstag, 15. September 2016

Mercedes Lackey : Arrow's Flight



Mercedes Lackey : Arrow's Flight
Originalausgabe
DAW 1987
Titelbild : Jody Lee


Talia could scarcely believe that she had finally earned the rank of full Hearld. Yet though this seemed like the fulfillment of all her dreams, it also meant she would face trials far greater than those she had previously survived. For now Talia must ride forth to patrol the kingdom of Valdemar, dispensing Herald's justice throughout the land.

But in this realm beset by dangerous unrest, enforcing her rulings, would require all the courage and skill Talia could command- for if she misused her own special powers, both she and Valdemar would pay the price!
Klappentext

Der zweite Teil der Geschichten um Thalia und Dirk, eines der Frühwerke der Autorin, ebenso wie der erste Band 1987 erschienen. Inhaltlich habe ich mich schon vor drei Jahren geäußert, hier ziehe ich Parallelen zu Farina de Waards "Wölfen" und betrachte das Ganze eher von der technischen Seite.

Stilistisch ist der Roman wieder eher knapp gehalten, der moderne Detailreichtum fehlt ...fast. Tatsächlich sind hier erste Ansätze des epischen Erzählens vorhanden, Mercedes Lackey hält sich aber noch zurück. Im Vergleich zu Farina de Waard wird aber eine deutlich stärkere Innovationsbereitschaft deutlich, Mercedes Lackey zweigt bereits hier von den damaligen Standards der Fantasy ab. Die "Wölfe" bleiben eher in eingefahrenen Gleisen, sind aber deutlich literarischer und - Mercedes möge mir verzeihen - auch besser erzählt.

Wobei eines aber deutlichst auffällt : Die Sexualität bei Mercedes Lackey (Jahrgang 50) ist deutlich freier und ungezwungener als bei Farina de Waard (Jahrgang 91). Wie schrieb ich beim letzten Mal über "Thalia & Dirk" ? "Neben den Standardmotiven der High Fantasy ist dies, die sexuelle Normalität und Aufgeklärtheit auch das zentrale Thema dieser Trilogie. Ging es bei Tarma und Kethry bzw. bei Kerowyn noch um die Emanzipation der Frau, so wird diese hier bereits als normaler Zustand vorausgesetzt. Nicht überall vorhanden, Talia stammt aus einer extrem un-emanzipierten Gesellschaft, aber prinzipiell als normal in zivilisierten Gegenden vorausgesetzt. Die Geschichten um Talia und Dirk gehen einen Schritt weiter und stellen die sexuelle Freiheit von Männern und Frauen in den Mittelpunkt. Lackey stellt hier heterosexuelle Beziehungen homosexuellen imperativ gleich und macht deutlich, das weniger die körperliche als die geistige Harmonie eine Beziehung prägt." Im Gegensatz dazu romantisiert Farina de Waard den Sex ganz erheblich, stellt zwar die Emanzipation als ganz normal und selbstverständlich dar, lässt ihre Protagonisten sich aber ganz schön über Seiten hinweg anschmachten. Ein Unterschied der Zeitläufte ?

Man merkt bei diesem zweiten Band aber sehr deutlich, daß Mercedes Lackey hier bereits routinierter schrieb. Der Roman wesentlich mehr aus einem Guß als "Arrows of the Queen", die Geschichte ist in sich auch stringenter. Und Mercedes Lackey konnte ihn verkaufen, zwei Romane - Longseller, wie sich heraustellen wird - in einem Jahr an einen Verlag. Während Farina de Waard keinen großen kommerziellen Verlag für ihre Romane interessieren konnte, war dies für Mercedes Lackey deutlich weniger problematisch. Farina de Waard hat ihre Romane dann im eigens dafür gegründeten Eigenverlag FANOWA veröffentlicht. Über das Marketing schweigen wir mal, ein Einzelner hat da deutlich weniger Optionen als ein Verlagskonzern. Dies hat dann auch weiterreichende Konsequenzen : Während Mercedes Lackey schon nach recht kurzer Zeit von ihren Romanen leben kann, ist dies bei Farina de Waard auch in absehbarer Zeit nicht der Fall. Und so kommen ihre Romane im Jahresabstand heraus, während die Erstveröffentlichungen der Valdemar-Geschichten teilweise nur Monate auseinanderliegen. Die Differenz zwischen dem amerikanischen und dem deutschen Buchmarkt hat also auch massive Folgen für die literarische Qualität, denn nur durch die Veröffentlichung und darauffolgende Kritik ist eine Weiterentwicklung eines Autors möglich.

Mittwoch, 14. September 2016

Mercedes Lackey : Arrows of the Queen



Mercedes Lackey : Arrows of the Queen
Originalausgabe
DAW 1987
Titelbild : Jody Lee


Die Lektüre der "Wölfe" von Farina de Waard hatte mich irgendwie stark an die Valdemar-Geschichten von Mercedes Lackey erinnert. Und je länger ich die "Wölfe" las, desto stärker wurde bei mir der Drang, insbesondere die Thalia-Geschichten dazu im Vergleich zu lesen.

Und so bin ich in meinem Urlaub wieder tief in das Valdemar-Universum eingetaucht, das mich dann auch nicht losgelassen hat. Nun ist es schon drei Jahre her, seitdem ich die Romane das letzte Mal gelesen habe, von daher waren die Geschichten mal wieder dran. Chronologisch springe ich mitten in die Entwicklung hinein, lasse Vanyel & Steffen ebenso wie Tarma & Kethry außen vor und beginne mit Thalia & Dirk.

"Arrows of the Queen" ist einer von Mercedes Lackeys ersten Romanen. Ihre Mentorin war damals C. J. Cherryh, die auf 17maligem Umarbeiten des Romans bestand. Hat sich aber gelohnt, wie ich bereits früher gesagt habe. Inhaltlich habe ich beim letzten Mal einiges dazu gesagt (siehe hier), mir geht es heute darum, den Roman mit den "Wölfen" von Farina de Waard zu vergleichen. Wer es unfair findet, daß ich hier eine der ganz großen Fantasy-Autorinnen mit einer deutschen Newcomerin vergleiche, der warte auf das Fazit.

"Arrows of the Queen" ist noch ganz im Stil der 60er und 70er geschrieben, wenig detailliert und für jemanden, der die heutigen episch-detaillierten Fantasy-Sagas gewohnt ist, stark verkürzt. Nichtsdestotrotz dynamisch und faszinierend, Mercedes Lackey schafft es, mich als Leser mit dem Szenario zu fesseln – und hatte mich beim ersten Lesen dieses Romans komplett für das Valdemar-Universum gewonnen.

Im Gegensatz zu den "Wölfen" sind die "Arrows" also stilistisch deutlich konservativer, was aber der Faszination des Lesers keinen Abbruch tut. Allerdings stellt man als Leser schon fest, daß Farina de Waard hier den stilistisch besseren Erstling vorgelegt hat.

Beide Romane haben Emanzipations-Aspekte, in beiden Fällen wird eine emanzipierte Gesellschaft geschildert, in der Männer und Frauen gleichberechtigt agieren. Jedoch sind in Mercedes Lackeys Roman deutlich emanzipatorische Tendenzen enthalten, was vor mehr als einem Vierteljahrhundert auch dringend geboten war. Die Gender-Aspekte beider Werke lassen sich aufgrund der zeitlichen Distanz auch nur schwer miteinander vergleichen. Interessant ist aber die Darstellung der sexuellen Freiheit der Protagonisten beider Werke, doch dazu mehr beim zweiten Band morgen.

Dienstag, 13. September 2016

Farina de Waard : Zorn



Farina de Waard : Zorn
Das Vermächtnis der Wölfe 02
Fanowa 2015
Taschenbuch, 805 Seiten, 13,90 €
Titelbild : Farina de Waard
ISBN 978-3945073018


Es ist soweit!

Zenays Geschichte geht weiter!

Erfahrt im zweiten Teil der Reihe, was es für unsere junge Magierin bedeutet, aus ihrer neu gewonnen Heimat vertrieben zu werden ...

Sie muss fliehen, muss kämpfen und bestehen, muss lernen, dass mehr als eine dunkle Gefahr in den Wäldern von Tyarul lauert. Denn nicht nur die Schwarzmagierin Zayda ist auf die außergewöhnlichen Kräfte der Zafija aufmerksam geworden ...

Mutierte Monster, Kopfgeldjäger und Scharen von Kriegern - wird sich Zenay ihnen gegenüber behaupten können und es schaffen, ihre Freunde zu schützen und ihre Fähigkeiten zu verbessern?
Homepage

Klappentext

Der zweite Teil der Wölfe-Saga, den habe ich mir dieses Jahr auf dem Nordcon besorgt. Auch dieser Teil ist vom Plot her klassisch zu nennen, die Heldin macht sich auf eine Queste um am Ende die Böse Königin zu besiegen. Auch hier gilt, wie beim ersten Teil, daß Szenario und Stil alleine den Roman tragen müssen. Und auch hier hat Farina de Waard keinerlei Probleme damit.

Denn die Darstellungen der einzelnen Gesellschaften sind gut durchdacht und an keiner Stelle klischeehaft. Bestes Beispiel dafür ist die Dorfgemeinschaft von Ornanung, die die Autorin differenziert schildert und durch kurze, aber präzise Pinselstriche die verschiedenen Strömungen innerhalb des Dorfes zum Leser transportiert. Dieser präzise Stil zieht sich durch den gesamten Roman, ohne jedoch auszuufern. Ich persönlich fand das äußerst angenehm.

Ebenso hervorzuheben ist die Darstellung der Reisegruppe, die sich zusammen mit Zenay auf den Weg macht. Farina de Waard schildert das langsame Zusammenwachsen eines Teams von Leuten mit Ecken und Kanten, ohne dabei auf simple Standards zu verfallen. Tatsächlich lässt sie sich Zeit und baut das Teamgefühl einfühlsam auf, schildert, wie sich positive Aktionen innerhalb einer Gruppe sukzessiv verstärken. Das alleine ist schon nett, hinzu kommt aber ein nicht zu unterschätzender Gender-Aspekt. Denn oberflächlich, vom Plot gesehen, ist dies natürlich ein klassischer Jungmädchenroman, in dem sich die junge Heldin verliebt und ihren Traummann trifft. Doch diese Klassik wird bereits durchbrochen durch die emanzipierte - und eben nicht emanzipatorische - Darstellung der Reisegruppe. Farina de Waard schildert gleichberechtigte Männer und Frauen, die sich genau und nur durch ihr Geschlecht unterscheiden. Es war sehr angenehm und hat mir viel Spaß gemacht, eben diesen Aspekt durch das gesamte Buch hindurch zu verfolgen.

Dieser emanzipierte Ansatz erinnerte mich an eine andere Schriftstellerin : Mercedes Lackey und ihre Romane um Thalia, Kerowyn und Elspeth. Tatsächlich fühlte ich mich seit dem ersten Band daran erinnert. Und nachdem ich diesen zweiten teil gelesen habe, machte ich mich auf, die Valdemar-Romane einmal im Vergleich zu Farina de Waards Wölfen zu lesen. War interessant, ich kommentiere das im Laufe der folgenden Tage noch im Detail, denn neben der schriftstellerischen Gegenüberstellung zeigt sich am Vergleich der beiden Autorinnen auch die Differenz zwischen dem deutschen und dem amerikanischen Markt.

Aber noch einmal zurück zu "Zorn" (ich konnte mir gerade eben noch den Kalauer >Blick zurück im Zorn< verkneifen [naja, eben doch nicht ganz]). Neben den gelungenen Schilderungen der Protagonisten sind auch die Szenarios der einzelnen Etappen der Queste äußerst gelungen und sehr gut durchdacht. Man merkt, daß die Autorin hier sehr strukturiert an die einzelnen Szenen und Ereignisse herangegangen ist. Die bildhafte Beschreibung ist ausnehmend gelungen, Farina de Waard schildert so präzise und lebendig, daß der Leser die einzelnen Szenen wie einen Film vor seinem geistigen Auge vorbeiziehen sieht. Das ist selten und hat mich den Roman begeistert lesen lassen.

Und der Detailgrad ist unbedingt erwähnenswert. Es ist ja momentan Mode, Fantasy-Sagas extensiv und bis zu den Verdauungsproblemen der handelnden Personen hin explizit zu schildern. Ganz im Gegensatz zu den diesbezüglich eher knapp gehaltenen Fantasy-Romanen der 60er und 70er. Farina de Ward gelingt hier die Balance zwischen Detailschilderung und Dynamik, es wird an keiner Stelle auch nur annähernd langweilig (dazu sage ich bei Mercedes Lackey unbedingt noch etwas), trotzdem erzählt sie die Geschichte schom ausführlich. Dieser gelungene Spagat ist ein weiteres Argument für "Zorn", mir hat die Geschichte sehr gut gefallen und ich warte schon begeistert auf den nächsten Band.

Montag, 12. September 2016

Farina de Waard : Zähmung



Farina de Waard : Zähmung
Das Vermächtnis der Wölfe 01
Fanowa 2013
Taschenbuch, 788 Seiten, 13,90 €
Titelbild : Farina de Waard
ISBN 978-3945073001
Leseprobe


Tyarul – Diktatur und grausame Unterdrückung prägen die fremde Dimension, von der wir nichts wissen.

Sina wird erst mit ihrem Schicksal und der mittelalterlichen Welt konfrontiert, als die Tyrannin Zayda sie entführen lässt. Sie wird verschleppt, in ein unterirdisches Gefängnis gesteckt und bekommt erst eine neue Chance, als man sie heimlich befreit. Und obwohl sich die Welt im Würgegriff der Unterdrücker befindet, gibt es doch einen winzigen Lichtblick.

Sina entdeckt schlummernde Kräfte in ihrem Inneren und bekommt eine Aufgabe, die alle betrifft: Ihre Magie zu bezähmen und die Schreckensherrschaft zu beenden.

Wird sie es schaffen, ihr Schicksal anzunehmen und zur Retterin ‚Zenay‘ zu werden?
Homepage

Klappentext

Sie presste das in Lumpen gewickelte Bündel gegen ihre Brust und eilte stolpernd fort von der dunklen Straße und dem fremden Haus.

Der Atem brannte ihr in den Lungen und der Schmerz ihrer geprellten Rippen ließ sie keuchen, aber sie zwang sich trotzdem, noch schneller zu laufen.

Um sie herum erstreckte sich eine Stadt, mit all den verwirrenden Eindrücken einer ihr unbekannten Welt: glühende Glasgefäße, in denen kein Feuer brannte; bunte Metallkutschen, die sich ohne Pferde bewegen konnten...

So viel Fremdes, das ihr die Entscheidung, wohin sie am besten fliehen sollte, erschwerte. Sie verließ das dunkle, schlafende Viertel und kam ungewollt in eine Gegend, die heller erleuchtet war. Verdammt! Sie musste verschwinden, fort aus der Stadt und dem verräterischen Licht.

Sie suchte nach einem Weg, der ihr bessere Deckung bieten würde, als sie plötzlich Rufe hinter sich hörte. Hektisch warf sie einen Blick über ihre Schulter und entdeckte die hochgewachsenen Gestalten der Wachen, denen sie erst vor Kurzem entflohen war.

Trotz der großen Entfernung konnte sie die gelb glühenden Augen der Männer nur zu gut erkennen. Ratken!

Hatten sie sie gesehen?! Fast wäre ihr ein Ächzen entwichen und sie duckte sich rasch hinter eine dieser Kutschen. Ihr Herz raste und sie kauerte sich in den dunkelsten Schatten, den sie erreichen konnte.

Die Rufe wurden lauter. Jetzt kamen sie aus der entgegengesetzten Richtung. Sie war umzingelt! Wie hatten die Wächter sie nur so schnell wieder aufgespürt?

Ohne zu zögern, sprang die Frau aus ihrem Versteck und rannte zu dem einzigen Ausweg, den sie erkennen konnte: ein dunkler Abgang am Rand der Straße. Hinab in die unbekannte Tiefe der schlafenden Stadt.

Sie stolperte die rutschigen Treppenstufen eines Tunnels hinunter und sah sich um. In dem langen Gewölbe war es heller, als sie erhofft hatte. So schnell wie möglich versuchte sie, die neuen Eindrücke einzuordnen und den besten Weg zu wählen. In der Mitte stützte eine Reihe dicker grauer Säulen die Decke ab und zwei parallele, tiefer gelegene Schächte führten rechts und links neben ihr am Boden entlang.
Aus dem Prolog

Man merkt bereits an dieser Einleitung, daß Farina de Waard einen sehr dynamischen Roman vorgelegt hat. Jedoch zeigt der Klappentext auf einen klassischen Damsel-in-Distress-Plot, der schon Jahrzehnte vor der Geburt der Autorin nix Neues mehr war. Derartige Standard-Plots sind heutzutage nur noch lesbar, wenn das Szenario innovativ und der Stil mindestens sehr gut ist.

Und beides trifft ohne Einschränkung zu. Tatsächlich gelang es Farina de Waard, mich mit "Zähmung", dem ersten Band einer auf sechs Teile angelegten Fantasy-Saga, praktisch vom Prolog an (der in keinster Weise das tatsächliche Szenario vorwegnimmt) zu fesseln. Die Fantasy-Umgebung, die die Autorin aufbaut ist modern und divers, es gelingt ihr auch von Beginn an, simple Klischees (die sich eigentlich anbieten) zu vermeiden und ihre Fantasy-Welt als komplexes und nicht-triviales Gebilde darzustellen. Mir hat insbesondere die soziologische und rassische (und eben nicht rassistische) Komponente gefallen, mit der Farina de Waard die verschiedenen Wesen ihrer Welt schildert. Dabei reisst sie im ersten Band die verschiedenen Gesellschaften zusammen mit ihren Strukturen nur an, doch man erkennt schon den großen Wurf, den die Autorin mit dieser Saga macht.

Stilistisch gesehen ist Farina de Waard voll auf der Höhe der Zeit, ihre modernen Fantasy-Schilderungen entsprechen nicht nur dem heutigem Standard von Fantasy-Schmökern, sie schafft es auch, ein präzises Gleichgewicht zwischen Detailschilderungen und der Dynamik der Geschichte zu halten. Das fand ich im ersten Band sehr gelungen und hat mich dann motiviert, sofort mit dem zweiten, den ich ebenfalls bereits vorliegen habe, weiterzumachen. Dies hatte dann heftige Lesekonsequenzen für meinen Urlaub, aber dazu morgen mehr.

Insgesamt ein überaus gelungener Auftakt einer jungen Autorin, von der ich mir auf jeden Fall keinen Roman entgehen lassen werde. Und das erinnert mich an eine andere Autorin, deren erste Romane ich mit Begeisterung verschlungen habe - aber dazu mehr übermorgen.

Freitag, 9. September 2016

TERRA EXTRA inside - Ewers Sterne (06)

In Heft 122 beschreibt HGE die Veränderung von Sternen, die er etwas reißerisch als Mutanten bezeichnet :


Die Artikelserie liest sich ganz nett, für viele Leser war dies damals die einzige Möglichkeit, an solche Informationen ohne großen Aufwand heranzukommen. Das erkärt auch die Länge und Ausführlichkeit der Ewersschen Darstellung. Unten habe ich die Artikel dieser Woche einmal zusammen aufgeführt, nächste Woche geht es weiter.

Bisherige Artikel
Von der Urwolke zum Protostern
Vom Strohfeuer zum Dauerbetrieb
Sternenentstehung heute
Die Masse bestimmt den Sterntyp
Von der Leuchtkraft und der Farbe der Sterne
Die Sterne mutieren

TERRA EXTRA 122 - Andre Norton : Das Geheimnis der Verlorenen


Andre Norton : Das Geheimnis der Verlorenen (Secret of the Lost Race)
Terra Extra 122, 23.12.1966
Neuauflage
Deutsche Erstausgabe UTOPIA Großband 126, 1960
Originalausgabe ACE-Double 1959
Aus dem Amerikanischen von M.F. Arnemann
Titelbild : Johnny Bruck


War er Mensch oder Ungeheuer? Joktar konnte diese Frage nicht beantworten. Er wußte weder woher er kam, noch wer er war. Seit seiner Kindheit lebte er im Sonnenpalast des Spielhöllenbesitzers Kern, wo ihn seine Mutter vor ihrem Tode untergebracht hatte. Er war auf den Straßen des wilden N´Yok aufgewachsen und hatte es zu einer bedeutenden Position in Kerns Spielsalon als Croupier gebracht. Und plötzlich begannen zwei einflußreiche Dienststellen der Galaktischen Verwaltung sich für ihn zu interessieren, die eine, um ihn unschädlich zu machen und die andere, um ihn zu schützen und zu retten. Doch es griff noch eine dritte Macht ein, das Schicksal. Es verschlug ihn als Strafauswanderer auf den unwirtlichen Eisplaneten Fenris, wo Joktar sich dem Zugriff der mächtigen Minengesellschaften entziehen und zu den Rebellen dieses Planeten fliehen konnte. Und hier dringt langsam Licht in das Dunkel seiner Vergangenheit, hier enthüllt sich das Geheimnis der Verlorenen.
Klappentext UTOPIA Großband

Ein sehr düsterer Band für Andre Nortons Verhältnisse. Die Menschen und die irdische Gesellschaft wird sehr restriktiv und tyrannisch dargestellt, persönliche Vorteilsnahme ist an der Tagesordnung. Die Autorin schildert eine teilweise extrem faschistische Gesellschaft, in der es aber dann doch noch Widerstand gegen die Leute der Patrouille gibt.

Auch ist der Roman nicht humanozentriert wie viele andere Werke der Autorin. Die Menschen betreten eine Galaxis, in der es von Außerirdischen wimmelt und eine große sternenfahrende Rasse mehr oder minder am Aussterben ist. Nur Hybride, Nachkommen von Ihnen und einem Menschen, sind weiter überlebensfähig. Und werden afgrund ihrer Fähigkeiten von allen Seiten angefeindet. Dabei vergibt Andre Norton sich etwas, indem sie die Große Galaktische Rasse nur offstage agieren lässt, eine Darstellung des Lebens als Hybride innerhalb dieser Gesellschaft hätte den Roman massiv aufgewertet. So bleibt er eine düstere Dystopie auf dem Niveau eines interessanten Unterhaltungsromans - leider.

Donnerstag, 8. September 2016

TERRA EXTRA inside - Ewers Sterne (05)

In Heft 121 vom 16.12.1966 führt HGE den Gedankengang fort, den er im vorigen Heft bzgl. der Masse eines Sterns begonnen hat und erklärt Leuchtkraft und Farbe :

TERRA EXTRA 121 - K. H. Scheer : Welt ohne Ende

Karl Herbert Scheer : Welt ohne Ende
Terra Extra 121, 16.12.1966
Neuauflage
Originalausgabe ILTIS 1959
Titelbild : Johnny Bruck


Sie nannten ihn einen 'Ideal-Verbrecher' und Schädling an der Großen-Gemeinschaft, weil er es gewagt hatte, die Produkte seiner Überlegungen in die Tat umzusetzen. Jako Koschina, Fragmentphysiker und berechtigter Bewohner der Welt, wird von den Wächtern des Psychologischen Rettungsdienstes in der verbotenen Etage gefaßt und nach den Qualen des Rückenmark-Testes zum Tode verurteilt. Er erwacht im zermürbenden Gammabad der fünften Etage, und da beginnt er zu ahnen, daß die 'Welt' nicht endlos sein kann.

A. Turbojew schildert in diesem soziologisch und psychologisch hervorragend fundierten Roman eine Welt der Not und der Angst. Niemand außer Jako Koschnina ist so vermessen, zu bezweifeln, daß die Lehre von der unendlichen Wasserkugel außerhalb der bewohnbaren Welt die absolute Wahrheit sein könnte.

Der Leser erlebt in atemloser Spannung das zaghafte Tasten eines Menschen, der infolge seiner Erziehung in erster Linie die notwendige Atemluft als die primärste Gegebenheit hält. Erst danach kommt die Nahrung und dann die Große-Gemeinschaft.

Jako Koschnina ist es, dessen Schädel in einer qualvollen Wucherung an Umfang gewinnt, indessen der geübte Töter und Arenameister, Andrew Trowskonja, zu einem Ungeheuer wird.

In einer Schilderung von verblüffender Logis und echter Einfühlungskraft, entdeckt Koschnina die wahre Welt.

Ein Naturgesetz geht in Erfüllung. Die natürliche Auslese unter den Menschen des Kolonialplaneten Denebola II erfährt ihre Vollendung, als Koschnina gereift aus einem Unterwasser-Panzer steigt und seinen Dienst an der Gemeinschaft leistet.

'"Welt ohne Ende" ist ein Roman, dessen bestechende Sprache keine Unklarheiten erlaubt. Er ist eine visionäre Schau auf das Schicksal einiger Menschen, die der direkten Gefahr entflohen, um damit die totale Verblödung auf sich zu nehmen.
Klappentext des ILTIS-Leihbuchs

Einer der ILTIS-Romane, den Scheer unter dem Pseudonym "Alexej Turbojew" herausbrachte. Der schlechteste der drei, platt, vorhersehbar und am Ende sogar rassistisch. Das Pseudo-Russische, das KHS insbesondere durch Sprachklischees zum Wirken bringt, fand ich in allen seiner Turbojew-Romane anstrengend, hier nervt es sogar extrem. Plotholes sind ja nicht unbedingt ein Problem für mich, ich lese da gern großzügig drüber hinweg. Aber hier ist das schon nervig, wenn nach der Großen Katastrophe zwei Gesellschaften in durchaus naher Nachbarschaft existieren sollen, ohne voneinander zu wissen. Und wenn am Ende der Homo Superior den Homo Sapiens durch das Verbot der Fortpflanzung aussterben lassen will, ist das schon ein hochgradig fragwürdige rassistische Lösung. Es widerspricht auch konträr den meisten anderen Scheer-Romanen, was ich außerdem äußerst irritierend finde. Naja, es gab eben gute Gründe, warum die UTOPIA Bestseller kein Teil meiner Sammlung sind.

Mittwoch, 7. September 2016

TERRA EXTRA inside - Ewers Sterne (04)

In Heft 120 vom 09.12.1966 erklärt HGE den Zusammenhang von Masse und Sterntyp :

TERRA EXTRA 120 - Robert Silverberg : Die Erde lebt

Calvin M. Knox (=Robert Silverberg) : Die Erde lebt (Lest We Forget Thee, Earth)
Terra Extra 120, 09.12.1966
Deutsche Erstausgabe UTOPIA Großband 089, 1958
Originalausgabe Science Fiction Adventures 1957-58
Fix-Up ACE-Double 1958
Titelbild : Johnny Bruck


Das irdische Imperium ist seit Äonen zerschlagen. Aber die Erdmenschen sind noch immer die traditionellen Berater der Herrscher.

Die Erde ist nur noch ein Mythos - ähnlich wie die Sage vom "Kelch des Lebens". Der Mythos wird Wahrheit, als Navarre die "verschollene" Erde wiederfindet, die zehntausend "Schläfer" im "Kelch des Lebens" erweckt und ihnen den Auftrag zur erneuten Besiedlung der Erde erteilt ...
Klappentext

Ein Fix-Up dreier Kurzgeschichten, "Chalice of Death", "Earth Shall Live Again!" und "Vengeance of the Space Armadas", die ursprünglich in Science Fiction Adventures erschienen. Im Gegensatz zu den teilweise sehr offensichtlichen Fix-Ups etwa von van Vogt hat Silverberg sich hier ziemlich viel Mühe gegeben, die Übergänge sind fas nicht zu merken. An einigen Stellen ist etwas Redundanz übrig geblieben, das ist aber auch das Einzige. Da jede Story für sich selber steht und damit auch einen eigenen Handlungsbogen hat, liest sich der Roman sehr dynamisch und packend. Fast zu packend, man wünscht sich an einigen Stellen, der Autor hätte sich hier und da doch etwas mehr Zeit gelassen und das Thema vertieft.

Auch ist das Thema insgesamt etwas simpel, der Plot wird durch den obigen Klappentext (wie übrigens auch durch die originalen Cover) doch stark gespoilert. Doch durch das Auf und Ab der drei Handlungsbögen entsteht eine extreme Dynamik, die zusammen mit dem Action-Ansatz, den Silverberg gerade in seinen frühen Werken genüßlich zelebrierte, den Roman zu einem echten Lesegenuß machen.

Dienstag, 6. September 2016

TERRA EXTRA inside - Ewers Sterne (03)

In Heft 119 vom 02.12.1966 erzählt HGE vom aktuellem Stand der damaligen Forschung und von M33 :

TERRA EXTRA 119 - Clark Darlton : Planet YB 23


Clark Darlton : Planet YB 23
Starlight 01
Terra Extra 119, 02.12.1966
Neuauflage
Originalausgabe Terra Sonderband 23, 1959
Titelbild : Johnny Bruck


Nach langer Suche in Sternentiefen entdeckt das irdische Forschungsschiff STARLIGHT einen Planeten, der die technologische Hinterlassenschaft einer uralten Zivilisation birgt. Obwohl diese Welt seit langem kein intelligentes Leben mehr trägt, ereignen sich bald nach der Landung der STARLIGHT geheimnisvolle, gespenstisch anmutende Dinge, die nur einen phantastischen Schluß zulassen: Die verschwundenen Bewohner des Planeten beherrschen die Dimension der Zeit.
Klappentext TERRA Sonderband

Habe ich als TERRA Sonderband 23 gelesen und auch hier reicht ein einmaliges Lesen vollkommen aus. Immer, wenn man glaubt, daß dieser Zyklus nicht schlechter werden kann, setzt Darlton noch einen oben drauf. Aber wie ich bereits beim ersten Lesen sagte : Schwamm drüber !

Starlight-Zyklus
01 - Planet YB 23
02 - Vater der Menschheit
03 - Der Sprung ins Ungewisse
04 - Geheime Order für Andromeda

Montag, 5. September 2016

TERRA EXTRA inside - Ewers Sterne (01 & 02)

In den Heften 117 und 118 befinden sich die ersten beiden Teile einer längeren Artikelserie von Horst Gehrmann-Ewers über die Entstehung und die Physik der Sterne. Ähnlich wie Poul Anderson lässt er sich Zeit, um die Leser qualifiziert in das Thema einzuführen.


TERRA EXTRA 118 : Edmond Hamilton : Im Banne der Vergangenheit


Edmond Hamilton : Im Banne der Vergangenheit (The Sun Smasher)
Terra Extra 118, 25.11.1966
Neuauflage
Deutsche Erstausgabe UTOPIA Großband 128, 1960
Originalausgabe UNIVERSE SF 1954
Titelbild : Johnny Bruck


Eine Geschäftsreise führt Neil Banning in die Nähe seiner Heimatstadt in Nebraska. Ein Besuch dort weckt alte Erinnerungen, die jäh in einen Alptraum umschlagen.An einen Neil Banning kann sich niemand erinnern, seine Fragen wecken Mißtrauen, man hält ihn für einen Schwindler, einen Verrückten und Schlimmeres. Völlig verworren wird die Lage, als plötzlich ein Fremder auftaucht, der sich Roff nennt und Banning ehrfurchtsvoll mit Kyle Valkan anredet. Und Roff enthüllt ihm unglaubliche Dinge: Er sei das Opfer von Verschwörern, die ihm sein Gedächtnis und seine Persönlichkeit geraubt hätten. Er allein besitze den Schlüssel zur mächtigsten Waffe des Universums, und nur er sei in der Lage, die Galaxis vor der Vernichtung zu retten ...
Klappentext UTOPIA

Über Edmond Hamilton habe ich mich ja schon mehrfach hier im Blog ausgelassen, ich lese ihn einfach gerne. Die meisten Sachen jedenfalls. Und auch dieser Roman ist herrlich, er beginnt wie ein klassischer Kriminalroman, als der Protagonist feststellt, daß die Vergangenhei8t, an die er sich erinnert, so nie stattgefunden hat. Langsam aber sicher schlägt dann diese Krimigeschichte in eine klassische Space Opera um, in der unser Held entdeckt, daß er den Ort weiss, an der sein früheres Ich eine der mächtigsten Waffen des Universums, den Hammer der Valkan, versteckt hat. Wie es dann weitergeht, kann man sich fast schon denken. Eine feudale galaktische Zivilisation, gigantische Raumschiffe, exotische Frauen. Wie sagte James Reasoner so treffend :
Super-weapons, beautiful haughty empresses, spaceships with fins . . . sure, there’s a certain degree of silliness to it all, but I don’t care. I hadn’t read this novel before, and I found it highly entertaining.
Ich kann ihm auch in seinen weiteren Worten zustimmen, in denen er diesen Roman ganz klar in seiner Zeit verortet. Heutzutage hätten zeitgenössische Autoren daraus mindestens eine Trilogie mit mindestens 500 Seiten pro Band gemacht, Hamilton handelte das Thema auf insgesamt 110 Seiten ab. Dabei haben beide Ansätze ihre Vorzüge. Der klassische Stil von Hamilton ist bunt und wenig literarisch, die Idee steht deutlich im Vordergrund. Der moderne Stil befasst sich dann weniger mit den Klischees, sondern bietet den Figuren viel (manchmal sogar zuviel) Platz zur Entfaltung. Ich persönlich mag beide Versionen, das ist aber auch stimmungsabhängig.

Wer eine Gesamtausgabe der Hamiltonschen Geschichten sucht, ist bei Haffner bestens aufgehoben. Sorgfältig und liebevoll werden die Stories hier editiert und in Prachtbänden, Paperbacks ebenso wie Hardcover, zusammengefasst. Ich selber habe zwei sündhaft teure Leigh Brackett-Hardcover zuhause, die Ausgaben sind von der Machart derartig empfehlenswert, daß ich dort sicher noch mehr kaufen werde. Dave Truesdale hat einen der Hamilton-Bände besprochen, ich kann seinem Fazit ("Kaufen, solange noch etwas da ist") nur zustimmen.



Sonntag, 4. September 2016

TERRA EXTRA inside - SF-Filmfestspiele Triest 1966 (03)

In Heft 116 befindet sich der dritte und letzte Teil des Berichts von Walter Ernsting über das SF-Filmfestival in Triest :


Ich fand es ja hochinteressant, welche Projekte hier besprochen wurden. Filme wie "2001", damals in der Planungsphase, heute ein Klassiker. Aber auch damals gab es offenbar schon eine Menge Schrott.

Und mir fiel auf, wie selbstverständlich in dieser Zeit der Alkohol dazugehörte. Das hat einen gewissen Charme, wenngleich mir die heutige Mäßigung doch deutlich besser gefällt.

Auf jeden Fall ein faszinierender Bericht aus vergangenen Tagen. Ich meine auch mich ganz dumpf an weitere Triest-Berichte von WE zu erinnern, mal abwarten, wann die auf den TERRA-LKS aufschlagen.

Teil 1
Teil 2

Wasserstand

Farina de Waard ist schuld. Und Mercedes Lackey. Und, last but not least, Estland. Alle sind sie schuld daran, daß ich so lange hier nix gepostet hab'. :-)

Urlaub hatte ich gehabt. Viel lesen wollte ich da, insbesondere die neuen deutschen Autoren, von denen hier noch einiges auf meinem SUB liegt. Und dann hatte ich mit den Wölfen angefangen und musste unbedingt danach noch Thalia lesen. Und von Thalia war es nur noch ein kleiner Weg zu Kerowyn und Elspeth, ich kam nicht von dem Zyklus los. Aber davon mehr demnächst.

Außerdem hab' ich meinen Urlaub genutzt, um endlich meine Estland-Sammlung auf Vordermann zu bringen. Gerade in den Ausgaben 1918 - 1941 gibt es diverseste Farb-, Zähnungs- und Papierunterschiede. Bei dem Schietwetter habe ich drei Kreuze gemacht, daß ich mir vor ein paar Jahren eine Tageslichtlampe gekauft habe, sonst wäre durch die ...suboptimale Ausleuchtung keine Differenzierung möglich gewesen. Aber so habe ich's geschafft, die komplizierteren Ausgaben halbwegs vernünftig durchzusortieren.

Und das hat mich alles doh ein bißchen vom Bloggen abgehalten. Aber jetzt hat mich die Arbeit wieder, ich liege abends wieder brav im Hotel und lese. Es geht also demnächst hier wieder ordentlich weiter. Als erstes kommen die beiden vernachlässigten Inside-Beiträge der letzten Hefte, dann die weiteren TERRA EXTRA-Ausgaben und zwischendurch ein Kommentar zu den Wölfen und den Heralds of Valdemar. Mal sehen, wann ich zu was komme...