Dienstag, 29. November 2016

Stefan Burban : Teuflisches Vermächtnis



Stefan Burban : Teuflisches Vermächtnis
Drizil 03
Atlantis 2016
Originalausgabe
Hardcover, ca. 344 Seiten, 14,90 €
auch als Paperback und eBook erhältlich.
Titelbild : Allan J. Stark


Der Kaiser der Terranisch-Imperialen Liga ist noch am Leben.

Diese Nachricht schlägt ein wie eine Bombe unter der kleinen Gruppe Freiheitskämpfer um den imperialen Legionsgeneral Carlo Rix.

Für Carlo Rix steht außer Frage, was zu tun ist. Der Kaiser muss befreit werden. Eine Mission ins vom Feind besetzte Solsystem scheint der einzige Weg. Zu diesem Zweck sucht Carlo Rix an ungewöhnlichen Orten nach neuen Verbündeten.

Doch kann Carlo Rix all seinen Verbündeten vertrauen? Oder kochen einige von ihnen vielleicht ihr eigenes Süppchen? Und warum ist den Drizil gerade der Mars so ungemein wichtig?

Am Zielort angekommen, findet der Legionsgeneral mehr als er eigentlich erwartet hatte. Denn das Solsystem birgt düstere Geheimnisse, die die Menschen auf eine harte Probe stellen …
Klappentext

Die Drizil-Geschichte geht weiter, diesmal mit Vorbereitung und Durchführung eines Kommandounternehmens im Sol-System. Von der Story her ganz nett, wenn auch nicht wirklich innovativ. Allerdings kommen hier plötzlich Animositäten und Geheimnisse zur Sprache, an die ich mich aus den Vorgängerbänden so nicht erinnern kann. Das war am Anfang irritierend.

Wirklich nervend waren aber dann diverse detailverliebte Kampfbeschreibungen. [satirische Überspitzung] Wenn haarklein erzählt wird, daß der Jägertyp "Kleine Butterblume" bei einer Kurve von 48,69375° aufgrund herstellungsbedingter Unregelmäßigkeiten im Werk "Große Wiese" seine Angriffssensoren verlieren könnte, frage ich mich, was mir der Autor damit sagen will. [/satirische Überspitzung]

Ebenso nervend war die an Warhammer 40.000 erinnernde Gleichgültigkeit gegenüber Menschen- und Drizil-Leben, die bei den Gefechtsschilderungen zutage traten. Würden militärische Führer tatsächlich so handeln, dürften sie im RL in Kürze alleine dem Feind gegenüberstehen. Ganz davon abgesehen, daß die geschilderten Raum- und Bodengefechte absurd sind, ich bin da von Jack Campbell und David Weber Besseres gewohnt. Das ist natürlich einerseits Meckern auf hohem Niveau, andererseits geben die beiden den Standard für MilSF vor. Und diverse andere Autoren (John Ringo, Tanya Huff, Peter F. Hamilton etc. etc.) schreiben auch durchaus in dieser Größenklasse.

Da rettet dann auch das eigentliche Kommandounternehmen nichts, das zwar spannend geschrieben ist, doch absurd dargestellt, dilettantisch geplottet und kindisch aufgelöst wurde. Hier stimmte nichts, weder Plot (ich empfehle hier "Das dreckige Dutzend" einmal zu analysieren, immer noch der Klassiker für Kommandounternehmen), noch Charaktere (ein Verräter, der zum Verräter wurde, nur weil 5 Jahre vor dem Krieg das Imperium eine Blockadeflotte der Drizil in die Luft geblasen hat : Was soll das denn ???) noch die Auflösung (Alles zurück auf Null). Von den nicht vorhandenen politischen Aspekten einmal ganz zu schweigen.

Insgesamt leider ein klarer Daumen nach unten, keine Ahnung, warum Stefan Burban es bei dieser Serie nicht schafft, seine anderen lese ich mit Vergnügen. Aber die Drizil sind irgendwie ein Stiefkind...

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