Freitag, 14. August 2015

Dirk van den Boom : Ein Prinz zu Tulivar



Dirk van den Boom : Ein Prinz zu Tulivar
Tulivar 02
Atlantis 2015
Originalausgabe
Hardcover, ca. 230 Seiten, 14,90 €
auch als Paperback und eBook erhältlich
Titelbild : Tony Andreas Rudolph


Der Lord zu Tulivar hat endlich erreicht, was er sich immer erträumt hatte: seine Ruhe. Doch die Beschaulichkeit der abgelegenen Provinz wird gestört durch die Ankunft eines hohen Gastes: Der Kaiser entsendet seinen unbotmäßigen Sohn und einzigen Erben nach Tulivar, um ihn von Palastintrigen fernzuhalten. Der Prinz fällt nicht nur allen auf die Nerven, es stellt sich rasch heraus, dass die Gegner des Kaisers vor seiner Familie auch in der Ferne nicht haltmachen. Dem unfreiwilligen Beschützer des jungen Mannes bleibt nichts anderes übrig, als erneut seine alten Knochen zu bewegen - auch wenn es ihm sichtlich schwerfällt und der Ausgang höchst ungewiss ist. Wie gut, dass ihm alte Freunde dabei helfen, ob er nun will oder nicht.
Klappentext

Der Nachfolger von Ein Lord zu Tulivar. "Wird ganz nett sein", so dachte ich bei mir, "aber nicht mehr. Fantasy ist nicht ganz das Metier von DiBoo." Selten so falsch gelegen.

Denn der Roman ist gut, sehr gut, zusammen mit den "Vigiles" das Beste, das Dirk van den Boom in der letzten Zeit geschrieben hat. Das wird hier schon auf den ersten Seiten klar, selten so eine gelungene selbstironische Stimmung gelesen. Die Ich-Perspektive nutzt DiBoo, um die High Fantasy, die der Roman unzweifelhaft ist, in ihrem Heroismus zurechtzurücken und auf den Boden der Fantasy-Realität zurückzubringen.

Dabei ist die Geschichte gut gelungen, hervorragend durchstrukturiert und - wie üblich bei Dirk van den Boom - mitreißend erzählt. Das Plothole, das man nach der ersten Hälfte zu erkennen glaubt, ist tatsächlich keins, sondern ein relevanter Teil des Plots an sich. Wie man praktisch am Ende des Romans merkt, was wiederum für die Präzision des Autors spricht.

Alles in allem ein sehr schöner Fantasy-Roman. Um so mehr, als auch hier deutlich die Einflüsse aus dem Brotjob des Autors zu merken sind. Die politischen Sperenzchen und Spielereien, die Allianzen der einzelnen Familien am Königshof, deren mögliche Intentionen und eventuelle Reaktionen in der tulivarschen Provinz werden elegant vor dem Leser ausgebreitet, einfühlsam erklärt und wirklich schön in die Story integriert. Die Vorliebe des Autors zu Action-Szenen und großen phantastischen Bildern unterbricht die Idylle und lässt auch diesen Boomschen Roman zu einem Pageturner werden. Ich musste ihn auf jeden Fall zuende lesen, egal wie spät es wurde. Nur gut, daß ich Urlaub habe...

Keine Kommentare:

Kommentar posten