Mittwoch, 14. Dezember 2016

Matthias Falke : Der Terraformer 2



Matthias Falke : Der Terraformer 2
Atlantis 2016
Originalausgabe
Hardcover mit Lesebändchen, ca. 370 Seiten, 16,90 €
Titelbild : Timo Kümmel
auch als Paperback und eBook erhältlich


Mit diesem Roman setzt Matthias Falke das Abenteuer aus "Der Terraformer" fort!

Ragna und Roderick genießen mit ihren Kindern den Frieden auf Hroisengart. Olaf wurde verbannt und büßt seine Strafe auf dem fernen, unwirtlich Minenplaneten Hryfir ab. Der alte Orluffson hält schützend die Hand über die junge Erzweltenfamilie. Aber als der Patron stirbt, meldet Olaf seine Ansprüche an.

Auf dem terraformten Planeten erntet Anders McCoy die Früchte seiner Arbeit. Die Welt ist begrünt. Riesige Tierherden ziehen über die Prärien. Das Abenteuer auf den Erzwelten scheint nur eine romantische Episode gewesen zu sein. Doch dann landet eine Fähre mit dem Wappen einer alten Dynastie und seine Verstrickung in die undurchschaubaren Händel der traditionsbewussten und stolzen Kultur holt ihn wieder ein.
Klappentext

Die Kritik, die ich beim ersten Band formuliert hatte, bleibt auch beim zweiten erhalten. Matthias Falke gelingt es nicht wirklich, die Andersartigkeit der Gesellschaft der Erzweltler, darzustellen. In diesem zweiten Band kommt auch die Überlegenheit der Kultur, der Anders McCoy angehört, nicht so deutlich wie im ersten Teil rüber. Und, was mich auch irritierte : Es wurde nicht klar, wieviel Zeit eigentlich seit den Geschehnissen von Band 1 vergangen sind.

ABER : Es gibt geniale Passagen in diesem Roman. Am Anfang, auf den ersten paar Seiten, als Anders McCoy noch alleine auf dem Namenlosen Planeten ist und die Terraforming-Effekte betrachtet, da hatte ich das gleiche Feeling wie bei "Silent Running", sah Bruce Dern vor mir und hörte den Soundtrack. Und doch war es ganz anders, Matthias Falke hat nichts von dem, was in diesem Film passiert, geschildert. Nur das Feeling, das ist gleich. Ganz große SF, super gelungen, jederzeit gerne wieder. Für mich hat sich alleine schon wegen dieser, sich nur auf drei Seiten erstreckenden Passage, das Lesen des Romans gelohnt.

Das ist aber nicht der einzige positive Aspekt des Romans. Denn wenngleich die Gesellschaften nicht so dargestellt werden, der Clash of Civilisations nicht im Mittelpunkt steht, so ist der Roman doch durchgehend gute SF. Ebenso wie im ersten Band zeigt Matthias Falke sehr schön auf, daß Intelligenz und Hochtechnologie deutlich simpler Brachialgewalt überlegen sind. Die Gimmicks und Gadgets kommen zwar nicht so überwältigend rüber wie im ersten Teil, sind aber auch hier schön durchdacht und zielführend eingesetzt. Auch mit der Schilderung von Flora und Fauna exotischer Planeten hat sich Matthias Falke angenehm viel Mühe gegeben, zusammen mit der Selbstironie und dem teilweise überdeutlich durchschimmernden Sarkasmus des Autors ist der Roman schon ein echter Pageturner. Mir hat der Roman trotz der oben angeführten Kritikpunkte viel Spaß gemacht - und ich warte jetzt auf den dritten Teil. *mitdemZaunpfahlwinkentu*

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