Sonntag, 17. Februar 2013

Poul Anderson : Dreiherz



Poul Anderson : Dreiherz (Three Hearts and Three Lions)
Deutsche Erstausgabe 1980, Originalausgabe expanded edition 1961
Aus dem Amerikanischen von Sigrid Ehemann
Bastei-Lübbe Fantasy 20019
ISBN: 978-3404200191


Während des II. Weltkrieges verliert der dänische Widerstandskämpfer Holger Carlsen bei einem Gefecht das Bewußtsein. Er erwacht in einer Welt der Märchen und Legenden, die an das Frankreich des frühen Mittelalters erinnert. Und er muß feststellen, daß er selbst zu einer legendären Gestalt geworden ist. Carlsen ist Dreiherz, der Ritter von den drei Herzen und den drei Löwen. An ihm liegt es, den Krieg zwischen den Menschen und dem Feenreich zu entscheiden.

Ein weiterer Fantasy-Roman von Poul Anderson, im Original als Novelle 1953, ein Jahr vor dem "Herrn der Ringe", erschienen und acht Jahre später zum vorliegendem Roman ausgebaut. Im Gegensatz zum "Broken Sword" weniger skandinavisch und deutlich amerikanischer. Und trivialer, wesentlich trivialer. Der Protagonist, Holger Danske, gerät auf der Flucht vor der Gestapo in ein Dimensionsportal und wacht als Paladin von Karl dem Großen in einer Fantasy-Welt auf. Aus der Sicht von heute : Einer Fantasy-Welt voller Klischees. Die Frauen sind meistens böse, immer zickig, ebenfalls immer sexy und gutaussehend. Die Männer sind entweder echte Helden oder fiese Möpse, erkennbar schon am Äußeren. Und die Monster sind echt fies, wie so ein Monster eben sein muß. Sprich : Für den unbedarften Fantasy-Fan oder als echte Erholung zwischendurch exakt das geeignete Buch, denn obwohl es (aus heutiger Sicht, wie ich nochmal betone) inhaltliche Macken hat, ist es stilistisch angenehm lesbar.

Insbesondere dann ist es praktisch eine zwingende Lektüre, wenn man jemals Rollenspiele spielt oder gespielt hat. Poul Andersons "Dreiherz" hat mit seinere Aufteilung von Gesetz und Chaos das Gesinnungssystem (so heisst es, glaube ich, auf deutsch, ich kenne es eigentlich nur als "Alignment") von "Dungeon & Dragons" maßgeblich mitgestaltet. Auch einige andere in diesem Klassiker auftretende Monster wie etwa der Troll haben hier ihren Ursprung. Ganz von so ein, zwei megamagischen Utensilien des Originals abgesehen. Siehe dazu u.a. DeVargues Artikel.

Fazit : Eine nette Fantasy-Lektüre für zwischendurch.

Keine Kommentare:

Kommentar posten