Sonntag, 3. Februar 2013

Nicole Rensmann : Niemand



Nicole Rensmann : Niemand
Atlantis 2012
Hardcover (laminierter Pappband) mit Lesebändchen, ca. 270 Seiten, 14,90 €
Paperback-Ausgabe, 13,90 €


Nicole Rensmann »Niemand« ist eine Erzählung voller Mehrdeutigkeiten, und eine, in der alles wörtlich genommen wird. In den Hauptrollen: Nina, eine ABK, Fräulein Klimper, der Nikolaus, das Wurzelmännchen, ein Drecksack. Ach ja und da wäre natürlich noch – Niemand.
Orks? Drachen? Vampire? Nein! Aber Arschkriecher, Stromschwimmer, der Heilige Geist natürlich, Trauerklöße und Schaumschläger und eine Vielzahl anderer Niemandsländer, deren Bezeichnungen jenseits der Grenzen aus Unwissenheit verwendet werden. In den Nebenrollen: Jesus und das Dumme Würstchen.

»Niemand« ist skurril, witzig, liebenswert und riecht nach Erdbeeren.
Klappentext

Dieses Buch habe ich abgebrochen. Nicht weil es sich schlecht lies, beileibe nicht. Tatsächlich ist man nach dem ersten Absatz bereits vollständig in Nicole Rensmanns Allegorie absorbiert. In einem sehr angenehm flüssigem Stil erzählt die Autorin von Absurditäten, wie ich sie in dieser Kreativität selten gelesen habe. Um Ähnliches zu finden müsste ich schon weit weg, im Golden Age oder in der New Wave tief graben, bis mir ein vergleichbares kreativ-chaotisches Werk entgegenkommt. Nein, es gibt an "Niemand" ü-ber-haupt nichts zu kritisieren.
Aber ich mag dieses Subgenre einfach nicht. Nicole Rensmanns "Niemand" ist vergleichbar mit Lewis Carrolls "Alice im Wunderland". Hier wie da wird die Realität zur Allegorie und ich persönlich halte das neuere Werk für genauso gut wie das fast 200 Jahre alte. Aber da ich bereits die Alice-Geschichten nicht mochte, wundert es nicht, daß ich auch zu "Niemand" nicht den rechten Zugang fand. Fans der Geschichten von Lewis Carroll werden diese von Nicole Rensmann jedoch ebenso schnell ebenso begeistert finden, von daher kann ich jedem Alice-Fan "Niemand" nur warm ans Herz legen.

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