Montag, 27. Oktober 2014

Mike Resnick : Walpurgis III



Mike Resnick : Walpurgis III
Knaur SF 1986
Originalausgabe 1982
Aus dem Amerikanischen von Peter Pape
Titelbild : Kevin Johnson


Er hatte Millionen Menschen auf dem Gewissen und Foltermethoden erfunden, die sich kein menschlicher Geist ausdenken konnte. Er wurde auf fast allen Welten der Galaxis gesucht, aber keine Fotografien, Fingerabdrücke, Holo- oder Videoaufnahmen existierten von ihm. Sein Geburtsplanet war unbekannt. Viele Männer hatten ihm gedient, aber bis auf sieben waren alle tot - und diese sieben hatten ihn nie in ihrem Leben zu Gesicht bekommen. Er war der größte Verbrecher der Galaxis - und er war auf der Flucht.

Er hieß Conrad Bland, und er hatte sich nach Walpurgis III zurückgezogen. Hier, auf der Heimatwelt der Kulte, Sekten und Teufelsanbeter, fühlte er sich sicher - aber Jericho, der geschickteste und skrupelloseste Attentäter eines ganzen Sternenreiches, war ihm schon auf den Fersen ...
Klappentext

Ein sehr religiöses Buch, das weniger kirchlich als mehr christlich orientiert ist. Die Intention von Mike Resnick wird sehr schön in seiner Synopsis deutlich, die in I have this nifty idea - now what to do with it? veröffentlicht wurde. Er sagt dort über Sable, den Kommissar :

[...] As the book ends, Sable has re-examined his religious convictions and found them wanting, and we know that, having come face-to-face with the evil that he worshiped all his life, he will continue to search for some other belief that better fits the world in which he must live.

Ich fand das Buch spannend, an einigen Stellen aber echt heftig. Das Grauen, hervorgerufen durch die Anbeutung des Teufels, wird mehr als deutlich und die Irrationalität eines solchen Glaubens überdeutlich. Resnick rechnet hier mit absurden Kulten ab, die sich in den letzten Jahrzehnten in Amerika aber auch weltweit verbreitet haben. Er zeigt auf, was passiert, wenn irgendjemand diese Glaubenssysteme tatsächlich ernst nimmt und bis zum letzten i-Punkt realisiert. Dabei sagt er nicht, daß die christliche Kirche das Nonplusultra ist, sondern stellt klar, daß jede religiöse Glaubensrichtung eine positive und lebensbejahende Weltsicht enthalten muß. Lesenswert, aber nichts für empfindsame Gemüter.

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