Montag, 7. Dezember 2015

Simon R. Green : Deathstalker Rebellion



Simon R. Green : Deathstalker Rebellion
Deathstalker 02
ROC 2008, 3. Auflage
Originalausgabe 1996
Taschenbuch, 512 Seiten
Titelbild : ?


Rebellions cost money and the best way to raise money for a rebellion is to steal it from your enemy. The book begins with Owen and Hazel d'Ark, former pirate and thief, traveling to Golgotha, capital of the Empire. With the help of the Hadenmen and their superior technology, they plant a virus which steals billions of credits for the rebellion and then destroys the financial record-keeping system of the Empire. They also make contact with the underground on Golgotha, represented by the Stevie Blues, three pyrokinetic esper clones, and Alexander Storm, another semi-retired professional rebel. They return to the Last Standing, a powerful starship where representatives of rebels and freedom fighters from across the Empire are gathering to plan strategy. The remainder of Owen's companions from the Madness Maze are there as well: Giles Deathstalker, Owen's ancestor; Jack Random, the broken-down professional rebel; Ruby Journey, Mistworld's best bounty hunter. Four planets are deemed important and the Maze companions split up to deal with each. Only one of these stories is told in Deathstalker Rebellion, the remainder are saved for Deathstalker War.
Erster Teil einer Inhaltsangabe von Todd Richmond auf sfsite.com

Ein hohes Kopfgeld ist auf Owen Todtsteltzer ausgesetzt, und so hat er keine andere Wahl, als sich dem Schicksal zu stellen, das ihm bestimmt ist. Er ergreift Schwert und Strahlenwaffe und nimmt den Kampf gegen Kaiserin Löwenstein XIV auf.

Eine höchst seltsame Streitmacht hat er um sich versammelt: den legendären Helden Jakob Ohnesorg, die schöne Piratin Hazel, den ursprünglichen Todsteltzer, den man schon lange nicht mehr unter den Lebenden glaubte, und die nicht-humanoiden Hadenmänner, die niemand zu durchschauen vermag.

Die Augen aller Unterdrückten sind auf Owen gerichtet. Die Galaxie wartet auf die Befreiung vom Joch der Tyrannei...
Klappentext der deutschen Ausgabe



Wann ist ein Mensch ein Mensch ? Das ist eine der zentralen Fragen in diesem zweiten "Deathstalker"-Roman.

Die in "Deathstalker" geschilderten Ereignisse gehen nahtlos weiter. Nach dem Angriff auf das Finanzamt des Imperiums teilen sich die Revolutionäre auf, um ihre Rebellion auf die verschiedenen Planeten zu bringen. Derweil wird auf Golgotha ein wichtiger Esper aus dem Gefängnis des Imperiums befreit, es kommt zu einer wichtigen Audienz bei der Kaiserin und Silence macht sich zusammen mit Frost zu den verschiedenen Alien-Welten des Imperiums auf, um dort eventuelle Rebellionsabsichten im Keim zu ersticken. Jack Random, Ruby Journey und Alexander Storm machen sich nach einer bemerkenswerten ersten Zusammenkunft der verschiedenen Rebellenfraktionen des Imperiums auf, um auf Technos III der Revolution zum Durchbruch zu verhelfen.

Ein Eindruck aus dem ersten Band hat sich nach meiner Lektüre allerdings deutlich verstärkt : Es besteht eine überaus deutliche Analogie von Simon R. Greens "Deathstalker"-Universums zur "Warhammer 40.000"-Welt. Hier wie dort ist der Rassismus gegenüber Aliens, Espern, Klonen und anderen, nicht dem menschlichen Mainstream-Gen entsprechenden Wesen extrem ausgeprägt. Die Menschen leben in einer imperialen Monarchie, geführt von einer Zentralwelt.In beiden Welten gibt es eine zentral dekretierte Religion, die sich wie eine Verhöhnung des christlichen Glaubens ausnimmt. Auch Inquisitoren befinden sich in beiden Settings, wenngleich die in Greens "Deathstalker"-Romanen noch längst nicht die Macht derjenigen aus W40K haben. Mein ganz persönlicher Eindruck ist, daß "Deathstalker" das Warhammer-Universum im Anfangsstadium wiederspiegelt, in einer Zeit, in der die Fronten noch nicht ganz so verhärtet und die Strukturen noch nicht ganz so verkrustet sind.

In beiden Welten ist aber die Frage, was einen Menschen ausmacht, eine der Angelpunkte, um die sich viel dreht. In "Warhammer 40.000" hat sich eine unmenschliche Ideologie durchgesetzt, in der nur ein hundertprozentig aus menschlichen Genen bestehendes Wesen als Mensch betrachtet wird, alles andere sind Wesen zweiter Klasse. Auch bei "Deathstalker" wird von den imperialen Autoritäten ein solcher Standpunkt vertreten, es gibt dagegen allerdings genug Opposition. Green belässt es nicht bei der Darstellung der Gegenwehr gegen diesen inhumanen Standpunkt, sondern zeigt an den Paaren Silence/Frost und Random/Ruby - die ja alle durch den Alien-Irrgarten auf der Hadenwelt gegangen und darin verändert wurden – daß Menschlichkeit kein genetischer Aspekt, sondern eine Lebenseinstellung ist. Obwohl genetisch verändert, sind diese Paare doch menschlicher als etwa die Imperatorin oder die Investigatoren, menschlicher als der Prälat Kassar oder der von Aliens modifizierte Half-Man, menschlicher als praktisch alle der Aristokraten-Clans von Golgotha. Dies wird in mehreren, selbstreflektierenden Dialogen dieser Paare und nicht zuletzt in ihren durchaus humanistisch zu nennden Handlungen herausgearbeitet.

Wie bereits beim ersten Roman der Serie springt auch "Deathstalker Rebellion" stark zwischen den einzelnen Handlungssträngen hin und her. Die in Band 1 eingeführten Personen werden weiter beleuchtet, neue eingeführt und Hintergrundpersonen aus dem ersten Band plötzlich deutlich stärker in den Vordergrund geschrieben. Auch hier sterben Figuren und auch hier ist deutlich die schriftstellerische Überlegenheit von Simon R. Green gegenüber dem gealterten George R. R. Martin, der ja die gleichen Techniken benutzt, festzustellen. Green zerfasert sich nicht, sondern konzentriert sich auf wohldefinierte Handlungsstränge. Diese Handlungsstränge sind bereits in Band 1 definiert worden und werden eher weniger, denn mehr. Auch wird kein Handlungsstrang abrupt abgeschnitten, tatsächlich werden Fehlentscheidungen der Protagonisten frühzeitig angekündigt und deutlich dargestellt. Ich stelle bei mir jedenfalls nach dem zweiten Band noch keinerlei Ermüdungserscheinungen fest, was bei "A Song of Ice and Fire" ja durchaus nicht so war.

Wobei ich nicht verschweigen will, daß an einigen Stellen hier schon ein paar Plotholes sind. Etwa daß Owen Deathstalker, der ja nun nicht wirklich lange auf Mistworld war, plötzlich als Experte für die dortige Gesellschaft dargestellt wird. Aber diese Plotholes haben mich nicht wirklich gestört, ich habe auch den zweiten "Deathstalker"-Band mit Begeisterung gelesen und kann ihn nur weiterempfehlen.

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