Freitag, 17. Februar 2017

Stefan Burban : Die Spitze des Speers



Stefan Burban : Die Spitze des Speers
Ruul-Konflikt 10
Atlantis 2016
Originalausgabe
Hardcover mit Lesebändchen, ca. 340 Seiten, 14,90 €
Titelbild : Allan J. Stark
auch als Paperback und eBook erhältlich



Die Schlacht um Serena ist beendet. Beide Seiten haben große Verluste erlitten und sind noch dabei, ihre Wunden zu lecken, als das Terranische Konglomerat in seinen Grundfesten erschüttert wird.

An der Besatzung eines Horchpostens nahe der RIZ wird ein Massaker verübt. Doch offenbar sind nicht die Ruul die Drahtzieher hinter dem Angriff. Alles deutet auf eine Verwicklung der ROCKETS in das Blutbad.

Plötzlich stehen alle Mitglieder der Spezialeinheit unter Generalverdacht. War es lediglich die Tat weniger Abtrünniger? Oder steckt eine großangelegte Verschwörung dahinter?

Fragen, die geklärt werden müssen, bevor man eine Fortführung des Krieges gegen die Ruul ins Auge fassen kann. Rachel Kepshaw von der Abteilung für Innere Sicherheit des MAD nimmt sich der Aufgabe an, die Schuldigen ausfindig zu machen. Doch ihr läuft die Zeit davon. Die Hintermänner des Angriffs verfolgen nämlich ehrgeizige Pläne – und der Countdown für ihren nächsten Schlag ist bereits angelaufen …
Klappentext

Ein sehr schöner Roman, stark geschrieben, mit einem wie ich finde hochaktuellem Thema.

Dabei ist "Die Spitze des Speers" fast ein Standardplot : Militärs versuchen zu putschen, von unseren Helden wird dies verhindert. Stefan Burban lässt den Leser hier auf alte Bekannte aus früheren Romanen treffen, meinem Eindruck nach konsolidiert er die Geschichten. Das hat natürlich den Effekt, daß sich der Altleser, der die früheren Romane des Ruul-Zyklus kennt, von Anfang an in der Geschichte wohl fühlt.

Interessant ist hier die Motivation der Putschisten. Es geht ihnen weniger um Macht und persönliche Vorteile, sie halten nur die Vorgehensweise der aktuellen terranischen Regierung für falsch. Die militärischen Oberbefehlshaber der Putschisten aber auch untere Dienstgrade sind überzeugt, den richtigen Weg zu gehen – auch über Leichen, wenn es sein muß. Das ist eine Denkungsart, die sich in der aktuellen deutschen, europäischen als auch amerikanischen Politik als Ultima Ratio linker Gruppierungen herauskristallisiert hat. So neu ist diese Ideologie zwar nicht, man denke nur an das stalinistische Rußland oder die DDR, doch seit einigen Jahren hat diese Denke auch im Westen deutlich Fuß gefasst. Stefan Burban zeigt in "Die Spitze des Speers" deutlich und klar auf, wie falsch und zerstörerisch diese Sichtweise ist. Denn selbst wenn die Putschisten die Macht ergriffen hätten, wären die Opfer im Militär als auch in der Zivilbevölkerung doch derart hoch gewesen, daß der Zweck effektiv konterkariert worden wäre.

Wie gesagt, ein schönes Buch mit einem modernem Bezug. Für mich einer der besten Romane im letzten Jahr, deshalb werde ich ihn aller Voraussicht nach für den DSFP nominieren.


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