Samstag, 18. Februar 2017

Oliver Henkel : Die Zeitmaschine Karls des Großen



Oliver Henkel : Die Zeitmaschine Karls des Großen
Atlantis 2013
Neuausgabe
Originalausgabe BoD 2001
Hardcover mit Lesebändchen, ca. 464 Seiten, 19,90 €
Titelbild : Timo Kümmel
auch als Paperback und eBook erhältlich


Das Weströmische Reich hat schwere Zeiten überstehen müssen. Nur knapp konnte das angeschlagene Imperium im Jahre 476 der endgültigen Vernichtung entrinnen. Doch Rufus Scorpio rettete es vor der zerstörerischen Gier des Heerführers Odoaker, erlangte selber den Kaiserpurpur und übernahm die schwere Aufgabe, Westrom durch die Stürme einer aus den Fugen geratenen Welt zu lenken.

Über dreihundert Jahre sind seitdem vergangen. Unter dem Kaiserhaus der Scorpii fand das Imperium wieder zu Stabilität und innerem Frieden, und dank der Hilfe des Oströmischen Reiches konnte ein Großteil der verlorenen Provinzen zurückgewonnen werden. Jetzt, im Jahre 796, sieht es ganz so aus, als würde Westrom für alle Zeiten Bestand haben. Doch die dem Anschein nach sorgenfreie Ruhe könnte trügerisch sein. Karl, der König der Franken, verhält sich seit geraumer Zeit sehr beunruhigend, und niemand kennt den Grund dafür. Sollte das Frankenreich zu einer Gefahr für Rom werden?

Um das in Erfahrung zu bringen, wird der Ostgote Andreas Sigurdius als Spion in das Reich im Norden geschickt ...
Klappentext

Manchmal erwischt mich ein Roman auf dem falschen Fuß. Dann lese ich mich fest, komme nicht weiter, habe keinen Spaß an der Lektüre. Obwohl ich weiss (oder zu wissen glaube), daß die Geschichte gut ist. Dann hilft nur eins, Buch beiseite packen und bei Gelegenheit, wenn mir danach ist, wieder hervorholen.

Genau das habe ich auch mit den Henkel-Neuausgaben bei Atlantis gemacht. Keine Ahnung, was mich bei der ersten Lektüre an der "Zeitmaschine" gestört hat, diesmal habe ich sie auf einen Rutsch durchgelesen. (Genau genommen : Mir ist schon aufgefallen, was mich irritierte, allerdings erst bei der Lektüre von "Kaisertag".)

Oliver Henkel ist ein SF-prominenter Alternate History-Autor, sein "Leviathan", in dem Carolina auch zu Beginn der Industrialisierung noch zum deutschen Staatsgebiet gehört, wurde für den DSFP nominiert, "Zeitmaschine" und "Kaisertag" haben ihn auch gewonnen.

Der Roman ist ganz witzig, der scheinbare Jonbar-Punkt wird direkt in der Einführung dem Leser vorgestellt. Dann geht es Jahrhunderte in die Zukunft, in der Karl der Große einem immer noch existierenden und prosperierendem Römischen Imperium gegenübersteht. Der Rest ist eine ziemliche Räuberpistole, in dem Römer, Franken, Zeitreisende aus einer jetzt nicht mehr möglichen Zukunft und der Vesuv wichtige Rollen spielen.

Ich empfand den Roman zwar als nett und gut geschrieben, aber im Bereich der Alternate History und auch im Genre der reinen Geschichtsromane ohne phantastischen Anteil habe ich da schon Besseres gelesen, diverses hier im Blog auch bereits kommentiert. Das Besondere, das viele Romane der Alternate History aus dem phantastischem Durchschnitt hervorhebt, fehlt mir hier. Von daher durchaus empfehlenswert (meiner Schwiegermutter, die auf Geschichtsschmöker steht, werde ich den noch mal unterjubeln), aber meiner Meinung nach kein unbedingtes Muß. Das bleibt einem anderem Roman von Oliver Henkel vorbehalten...

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