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Samstag, 2. Juli 2016

Ritter / Rüster / Spreen / Haitel : Heute die Welt - morgen das ganze Universum



Hermann Ritter, Johannes Rüster, Dierk Spreen, Michael Haitel (Hrsg.) : Heute die Welt - morgen das ganze Universum
Rechtsextremismus in der deutschen Gegenwarts-Science-Fiction
AndroSF 54, Mai 2016
p.machinery, Murnau
Paperback, 216 Seiten, 11,90 € (eBook 5,99 €)
Titelbild : Lothar Bauer
ISBN 978 3 95765 049 8
eBook-ISBN 978 3 7396 5212 2


Es ist paradox: Wohl niemand kann sich der Faszination der Vergangenheit entziehen – und gleichzeitig wird sie in den seltensten Fällen ungebrochen reflektiert.
Der Nationalsozialismus bzw. seine Manifestation in der deutschen Geschichte ist nicht nur ein weltpolitisches Phänomen 1933–45, dessen mahnende Reflexion heute wesentlicher Bestandteil des bundesdeutschen Erinnerungsnarrativs ist. Die völkischen, faschistischen und nationalsozialistischen Diskurse und Gesellschaftsentwürfe selbst und ihre post-faschistischen Wiedergänger haben eine populärkulturelle Dimension: Es zieht sich ein roter Faden von den völkischen Utopien zur Selbstästhetisierung der faschistischen Diktaturen in Europa – und von diesen zu den modernen rechtskonservativen bis rechtsradikalen Epigonen, die sich im Rahmen des verfassungsrechtlich Möglichen aus beider Zeichen- und Mythenvorrat bedienen.

Einmal mehr erweist sich die fantastische Literatur als Seismograf gesamtkultureller Zusammenhänge, finden das psychologische Spiel mit Archetypen der Fantasy und die allegorische Qualität der Science-Fiction als Ideenliteratur zu großer Wirkung zusammen. Deshalb gilt gerade für diesen literarischen Bereich in besonderem Maße: Ob affirmative faschistoide Allmachtsfantasie, weltanschaulich taubstumme Naziästhetik im Actionfilm oder geschliffene Satire – die Verarbeitung von totalitär-nationalsozialistischen Versatzstücken in der Popkultur bedarf dringend der Decodierung, damit der Umgang mit der Zeitgeschichte differenziert erfolgt.

Das ist auch die Intention dieses Buches: Diesem tumben Raunen sollen ein paar helle Beiklänge beigemischt werden, in die braunverdunkelten Geister ein kleines Flämmchen der Aufklärung getragen werden. Nicht mehr – aber auch nicht weniger.

Der Inhalt:

Wenn’s doch nur um Julius Caesar ginge. Vorwort
Hermann Ritter: Die geheime Weltregierung tagt in Tibet
Johannes Rüster: Ein Volk, ein Reich und|oder ein Führer? Von der Faszination nationalsozialistischer Alternativwelten
Dierk Spreen: Rechtsextreme Populärkultur. Zum mediensoziologischen und medienethischen Verständnis der Print-Science-Fiction-Serie Stahlfront
Verlagsankündigung

Ich finde p.machinery, den Verlag von Michael Haitel ausnehmend sympathisch. Handwerklich sind die dort herausgegebenen Romane top, das mag ich. Allerdings fehlt ein inhaltliches Lektorat. Das ist mir bei seinem Buch zu GRRMs "Game of Thrones" (ja, ich weiss, das heisst eigentlich "Lied von Eis und Feuer", allerdings ist der Name der Fernsehserie bekannter) aufgefallen und fällt mir hier ebenfalls extrem negativ auf.

Das Buch besteht aus drei Artikeln. Hermann Ritter schreibt in "Die geheime Weltregierung tagt in Tibet" über faschistischen Esoterismus, Johannes Rüster in "Ein Volk, ein Reich und/oder ein Führer" über faschistische Alternativweltromane und Dierk Spreen in "Rechtsextreme Populärkultur" über das medienethische Verständnis der Serie "Stahlfront".

Dieser letzte Artikel ist gut recherchiert, unprätentiös, präzise auf den Punkt geschrieben und messerscharf analysierend. Ich habe mich allerdings mehrfach gefragt, wie der Autor so ruhig bleiben konnte. Mein Kompliment von hier aus. Dieser Artikel lohnt sich – kein Wunder, er ist das Update eines 2009 im "SF-Jahr" bei Heyne bereits erschienenen Kommentars zu "Stahlfront". Hier fand ein Lektorat statt, das merkt man, ein sehr empfehlenswertes Stück Literaturkritik.

Leider ist das der einzige Lichtblick im vorliegenden Buch. Keiner der beiden anderen Artikel erreicht nur annhähernd das Niveau von Dierk Spreen.

Beginnen wir mit Ritters ratlosem Rumgelaber. Er beschäftigt sich mit der Esoterik der Nazis und beginnt damit im 17. Jahrhundert. Ja, das ist schon komisch, aber es wäre sogar zielführend, würde Herrmann Ritter kurz (!) die Wurzeln des Faschismus anreißen. Aber es bleibt nicht kurz, die Blavatsky und andere nehmen deutlich mehr Platz ein als echte Nazis. Und statt sich wirklich mit rechtsextremen Esoterismus zu beschäftigen, wirft Ritter Nationalkonservative, Esoteriker, Geschäftemacher, Verschwörungstheoretiker und Aluhüte aller Zeiten mit Nazis in einen Topf und merkt dabei gar nicht, wie er den Faschismus verharmlost. Laut diesem Artikel ist jeder ein Nazi, der den Atlantis-Mythos oder andere, von den Nazis 1933-45 okkupierten Mythen glaubt oder sie nutzt. Er hat nicht begriffen, daß diese Mythen unter anderem eine ganz klare kommerzielle, vollkommen unideologische Komponente haben, obwohl er das Shaver-Beispiel in seinem Text bringt. Indem Ritter alles dies zu einem angeblich braunem Brei zusammenrührt, entgeht ihm der echte Esoterik-Faschismus, wie er sich beispielsweise in Youtube-Videos über Neuschwabenland und Reichsflugscheiben manifestiert. Und ihm entgeht, daß einige antifaschistische Schriftsteller eben diese Mythen nutzen, um ihre Geschichten noch präziser auf den Punkt zu bringen. Bis auf eine Ausnahme (Wilhelm Landig, S. 78-87) geht der gesamte Artikel total am Thema vorbei. Was bedauerlich ist, denn gerade über die modernen Fascho-Serien des HJB-Verlags hätte ich gerne mehr erfahren.

Aber egal, der Ritter-Artikel ist eben Schrott, vielleicht ist der nächste besser. Johannes Rüster über Nazi-Alternativweltromane. Nun sollte man meinen, daß jemand, der über Alternate History schreibt, sich zumindestens über die Herkunft des Begriffs klar ist. Hermann Ritter ebenso wie Johannes Rüster stellen aber nur allzu deutlich dar, daß sie eigentlich keine Ahnung vom Thema haben. Und sich weder im Thema, noch in der Theorie, geschweige denn in den Romanen auskennen. Weder Ditfurth noch Kirst ist ihnen ein Begriff, auch, daß kontrafaktische Literatur extremst von dem Land geprägt ist, in dem sie veröffentlicht wird, ist ihnen unklar. Dies ist ganz besonders beim Artikel von Rüster zu bemängeln, der zwar ein paar Alternate Histories betrachtet, aber eigentlich gar nicht versteht, warum man sich als Deutscher im Rahmen kontrafaktischer Literatur hauptsächlich mit der Zeit des III. Reichs beschäftigt und beschäftigen muß. Auch und gerade als SF-Autor. Dies ist um so unentschuldbarer, als ein einfacher Blick in die SFE oder die englische Wikipedia allein schon ausgereicht hätte.

Fehlen tut in diesem Buch manches. Etwa eine dezidierte Auseinandersetzung mit dem HJB-Verlag und seiner Fascho-Sparte. Ritter reisst diese nur kurz an, Details zu Autoren und Inhalten fehlen. Stattdessen wird "Maddrax" in die Fascho-Ecke einsortiert. Es fehlt eine Auseinandersetzung mit rechten und totalitären, vielleicht gar nicht so rechts gemeinten Tendenzen in den Leihbüchern oder in moderner Military SF. Es fehlt auch eine Auseinandersetzung mit "Perry Rhodan", dem ja in "Monitor" in den 60ern auch Faschismus vorgeworfen wurde. Aber eben eine Auseinandersetzung, keine unqualifizierte und auf Unwissen basierende Polemik.

So hat mir das Buch leider nichts gegeben, überhaupt nichts. Da war die Lektüre der Romane eines Hans Helmut Kirst oder eines Siegfried Lenz deutlich besser. Oder – um im SF-Genre zu bleiben – das Lesen des Romans "Der 21. Juli", in dem Christian von Ditfurth die Ereignisse nach einem geglücktem Stauffenberg-Attentat erzählt.

Freitag, 9. Januar 2015

Michael K. Iwoleit : Ein paar wohlüberlegte Anmerkungen

Es gibt Leute, bei denen man unbedingt zuhören sollte, wenn sie etwas sagen. Weil sie (wenn sie einmal nicht rumalbern) auch etwas zu sagen haben. Michael K. Iwoleit ist einer davon. Ich teile seine Meinung, die er in einzelnen Beiträgen auf Facebook veröffentlicht hat, voll und ganz. Und diese seine Anmerkungen sind meiner Meinung nach so wichtig, daß sie in ihrer Gänze und zusammenhängend dargestellt werden sollten. Aber lassen wir ihn selbst zu Worte kommen :



Als multikulturell verblendeter Gutmensch erlaube ich mir nach den jüngsten Entwicklungen einige, man mag's kaum glauben, wohlüberlegte Anmerkungen, wie ich die Sache sehe, nach bestem Wissen und Gewissen. Man mag mich korrigieren, wo ich mich sachlich irre:

1) Die reflexartig vorgetragene Behauptung, daß die Charlie-Hebdo-Attentäter und ihre Bundesgenossen nichts mit dem Islam an sich zu tun haben, ist mindestens eine Beschönigung, wenn nicht rundheraus falsch. Sie verfolgen Ziele, die sich mit dem Koran und der islamischen Geschichte vereinbaren bzw. daraus begründen lassen. Ich halte nichts davon, den Propheten Mohammed, der nun einmal nicht nur ein Religionsstifter, sondern auch ein politischer und militärischer Führer mit Machtansprüchen war, zu einem Ausbund an Güte und Toleranz zu verniedlichen. Der Islam war von Anfang an eine militante Religion und hat erst Jahrhunderte nach der Religionsstiftung, in der islamisch-arabischen Blütezeit, einige für ihre Zeit ziemlich fortschrittliche und tolerante Gesellschaften hervorgebracht, denen der Westen zahlreiche kulturelle und wissenschaftliche Anregungen verdankt. (Beim Christentum war's umgekehrt, zunächst eine unterdrückte Minderheit und später ein eigener Machtfaktor mit gewaltsamen Missionierungsansprüchen.)
All das begründet natürlich keine Zwangsläufigkeit. Wie alle heiligen Bücher ist auch der Koran schwammig und widersprüchlich. Wenn ein Moslem ein zivlisiertes und menschenfreundliches Verhalten mit dem Koran begründet, soll uns das recht sein. Aber es wäre klüger, ehrlicher und im Eigeninteresse der friedfertigen Moslems, wenn sie ihrer eigenen Geschichte und dem heutigen Zustand der islamischen Welt klar ins Auge sehen und Stellung beziehen würden: Ja, leider, auch das ist der Islam - und dann durch praktisches Handeln beweisen, daß der Islam auch etwas anderes sein kann. Zweifelhafte Aktivitäten wie etwa die von Millî Görüş, selbst wenn sie keine direkten Gewalttaten begehen, sind dabei wenig hilfreich - und vertrauensstiftend schon gar nicht.

2) Unser Land ist historisch gebrandmarkt dadurch, daß es eine der schlimmsten faschistischen und rassistischen Diktaturen der Weltgeschichte hervorgebracht hat. Eine gesteigerte Sensibilität und Wachsamkeit gegenüber solchen Tendenzen, wo immer sie sich zeigen, scheint mir eine historische Verpflichtung zu sein. Aber es stimmt wohl, daß in Teilen des linken politischen Spektrums das Pendel ins entgegengesetzte Extrem ausgeschlagen ist und der Fehlschluß "Meines Feindes Feind ist mein Freund" verabsolutiert wurde: Aus dieser Perspektive kann das Fremde grundsätzlich nur Opfer, nie Täter sein; die geringste Kritik am Anderen, unabhängig von dessen Verhalten, wird als Diffamierung aufgefaßt. Ich finde, umgekehrt wird ein Schuh draus: Gerade nach der Erfahrung des Faschismus sollten wir klare Grenzen ziehen, was unsere zivilisatorischen Grundwerte angeht, und nicht jedem Heiopei erlauben, je nach Interessenlage daran herumzudeuteln (mag er nun für die NSA arbeiten oder für Millî Görüş). Ich versuche Leute nach den Folgen ihres Handelns zu beurteilen, nicht danach, ob sie meine Weltanschauung teilen. Wenn jemand ein traditionelles Familienleben mit Frau und Kindern führen will, dabei seine Familie anständig behandelt, ein friedlicher Mensch ist und niemandem seine Lebensweise aufzwingt - dann habe ich Respekt davor, auch wenn ich seinen Lebensentwurf nicht teile. Wenn andererseits stockreaktionäre islamische Familien, wie es sie in Deutschland nun einmal tatsächlich gibt, zwar von ihren Töchtern erwarten, daß sie jungfräulich in die Ehe gehen, aber nichts Ehrenrühriges daran finden, wenn ihre Söhne sich die Hörner an deutschen Mädchen abstoßen, die sie zum Dank als Huren beschimpfen - dann erlaube ich mir, solche Leute als verlogenes, bigottes Pack zu bezeichnen, dem ich es von Herzen wünsche, daß sie in unserer Gesellschaft an allen Ecken und Enden mit ihren Steinzeitschädeln gegen die Wand knallen. Gerade als multikulturell interessierter Mensch, der über die eurozentrische Sicht der Welt hinauszuwachsen versucht, sollte man sich Barbareien und Unmenschlichkeiten niemals als folkloristische Eigenarten unterjubeln lassen. In "multikulturell" steckt das Wort "Kultur". So etwas kann mit kultivierten und zivilisierten Menschen funktionieren (und ist selbst bei gutem Willen schwierig genug), nicht aber mit Idioten, Prolls und Unmenschen gleich welcher Coleur.

3) Ich habe selbst in Vierteln mit hohem Migrantenanteil (hauptsächlich Türken) gewohnt, zuletzt im Traditionsviertel Ölberg in Wuppertal-Elberfeld, und dabei keine schlechte Erfahrungen gemacht. Die Bewohner des Ölbergs sind etwa zu einem Drittel nicht-deutscher Herkunft, und das Zusammenleben geht friedlich und reibungslos vonstatten, ohne daß allzu enge Beziehungen zwischen den Ethnien bestehen. Da macht der mazedonische Imbißbuden-Inhaber mal einen Spruch über die Türken, aber das war's auch schon an Reibereien. Es scheint hier also etwas zu funktionieren, was in vielen Teilen unseres Landes - wenn man die Klagen von Mitbürgern ernst nimmt und nicht gleich verteufelt - schiefgeht. Ich bin noch nicht ganz dahinter gekommen, aber es würde mich nicht wundern, wenn es damit zu tun, daß die meisten Migranten auf dem Ölberg einen normalen Job haben, gut Deutsch können und sich reibungslos in die öffentliche Ordnung einfügen. Das ist offenbar, nach meinem besten Wissen und Gewissen, nicht überall der Fall, und mich interessieren die Gründe.
Es mangelt mir an nüchternen und von ideologischen Verzerrungen ungetrübten Bestandsaufnahmen, wie die Situation der Einwanderer in Deutschland ist, welche Gruppierungen welchen Einfluß haben und was politisch getan werden müßte, um zweifellos vorhandene Reibungen abzubauen. Pauschalverunglimpfungen deutscher Bürger - besonders durch Leute, die selber nicht in sozialen Brennpunkten zu leben gezwungen sind - sind dabei ebenso wenig hilfreich wie die naive Annahme, es werde sich schon alles von allein regeln und Gesellschaft wie Einwanderer müßten für ein friedliches Zusammenleben nicht eine aktive Leistung erbringen.
Einige Hinweise habe ich in Heinz Buschkowskys Buch "Neukölln ist überall" gefunden, das am Beispiel des Berliner Problembezirks, dessen Bürgermeister der Verfasser lange war, einleuchtend die sozialen Prozesse schildert, die dazu geführt haben, daß in ganzen Straßenzügen von Nord-Neukölln kaum noch jemand Deutsch spricht und Migranten-Familienclans versuchen, unabhängig von der deutschen Gesetzgebung, ihr eigenes Ding zu machen. Ich kenne solche Viertel aus eigener Erfahrung nicht und kann deshalb die Stichhaltigkeit seiner Analyse nicht direkt beurteilen, sollte sie aber zutreffen, ist entschlossenes Handeln angeraten und Schönreden wird die Sache nur verschlimmern. Ein aufschlußreiches Stichwort ist in diesem Zusammenhang Segregation, die Entmischung nicht nur von gesellschaftlichen Schichten sondern auch von Ethnien, verschärft durch die wirtschaftliche Situation und den ungeregelten, planlosen Zustrom von Einwanderern.

4) Zu einer ehrlichen Bestandsaufnahme gehört aber auch, daß wir selbst, um ein Bibelwort zu gebrauchen, nicht bloß den Splitter im Auge des anderen, sondern auch den Balken im eigenen sehen. Und dabei wird man feststellen, daß Verlogenheit und Selbstbetrug kein Privileg der Moslems sind. Mich würde interessieren, wieviele von denen, die jetzt, in opportuner Betroffenheit, die Opfer von Paris betrauen, dieselben Herrschaften am liebsten auf den Mond geschossen oder mit einem Publikationsverbot belegt hätten, als sie den Papst aufs Korn genommen haben. Es kommt mir regelmäßig die Kotze, wenn ich in Fernsehdiskussionen stockreaktionäre Penner erlebe, die sich den Moslems gegenüber aufspielen, als hätten sie die Frauenemanzipation erfunden. Wenn es nach gewissen Kreisen in unserem Lande gegangen wäre, würden Frauen heute noch am Herd stehen, die Bude putzen, die Kinder aufziehen, den Mund halten und ihren Männer zu Diensten sein. Dieselben Leute aber sind heute, wenn sie eine Muslima mit Kopftuch sehen, auf einmal so feministisch, wie sie es nie waren, als sie noch das gesellschaftliche Übergewicht hatten. Wir sollten nicht vergessen, daß alle gesellschaftlichen Fortschritte im Westen, teils in jahrzehnte- bis jahrhundertelangen Prozessen, gegen den Widerstand klerikal-konservativer Mächte durchgesetzt werden mußten. Es ist immer lustig zu beobachten, wenn Leute genau die Reformen, gegen die sie sich mit Händen und Füßen gesträubt haben, nachträglich als ihren Verdienst reklamieren. (Es werden noch Wetten angenommen, in welchem Jahr sich die katholische Kirche zum Befreier der Homosexuellen erklären wird.)
Niemand kann etwas dafür, was die eigene gesellschaftliche Gruppierung oder Religionsgemeinschaft vor der eigenen Geburt verbockt hat. Man kann aber die geistige Unabhängigkeit entwickeln, der Geschichte, dessen Sproß man ist, unbestechlich ins Auge zu sehen und daraus Schlüsse für die Zukunft zu ziehen.

5) Zur Wirtschafts-, Sicherheits- und Außenpolitik des Westens könnte man einiges anmerken, und ich sehe darin einen Faktor, der den islamischen Extremismus mindestens begünstigt hat. Aber es gibt auch eine andere Seite der Medaille: Einwanderern werden bei uns auf dem silbernen Tablett Rechte serviert, die sie sich in anderen Teilen der Welt erst noch erkämpfen müßten. Millionen Kinder auf der Welt würden alles dafür geben, um eine Schule besuchen zu können. Wenn nun Familien die allgemeine Schulpflicht, die keine Zumutung, sondern ein Geschenk ist, dadurch torpedieren, daß sie ihren Kindern die geltende Amts- und Schulsprache nicht beibringen (oder beibringen lassen), ist das ein Schlag ins Gesicht für kommende Generationen, die hier einmal zusammenleben sollen. Ähnlich verhält es sich mit der Religionsfreiheit. Der Preis für die Freiheit, ohne Angst vor Verfolgung jedem noch so absonderlichen Aberglauben nachgehen zu können, ist eben der, daß man - solang einem kein handgreiflicher Schaden zugefügt wird - auch Kritik, Spott und Ablehnung ertragen muß. Man hat immerhin das Recht zur Gegenrede oder die Möglichkeit, dem anderen aus dem Weg zu gehen oder ihm zu sagen, daß man ihn für ein Arschloch hält. Wer für die eigene gesellschaftliche Gruppe Sonderrechte beansprucht - z.B. Strafverfolgung dessen, was er aus seiner jeweiligen Sicht als gotteslästerlich ansieht -, unterminiert damit genau die Freiheiten einer säkularen Gesellschaft, die er selbst gern in Anspruch nimmt.
Die Angriffe auf die Meinungs-, Kunst- und Pressefreiheit, die in Paris blutige Formen angenommen haben, finden aus verschiedenen Richtungen statt. Die verdeckten, unterschwelligen Angriffe beunruhigen mich dabei kaum weniger als die Gewalt der Fanatiker.

Wer mehr von Michael K. Iwoleit lesen will, dem sei "Psyhack" oder die Kurzgeschichtensammlung "Die letzten Tage der Ewigkeit" empfohlen.

Dienstag, 30. Dezember 2014

PEGIDA und das Gespenst

Ein Gespenst geht um in Deutschland – das Gespenst der PEGIDA. Alle Mächte des alten Deutschlands haben sich zu einer heiligen Hetzjagd gegen dies Gespenst verbündet, die Kirche und die Bundeskanzlerin, SPIEGEL Online und change.org, deutsche Linksradikale und sächsische Polizisten.

Alle bisherigen Anti-Demonstrationen waren Bewegungen von Minoritäten oder im Interesse von Parteien. Die PEGIDA-Bewegung ist die selbständige Bewegung der ungeheuren Mehrzahl im Interesse der ungeheuren Mehrzahl. [Na, ich weiss nicht so recht, im Interesse des Zitats lass' ich das aber mal so stehen.] Proletariat, Prekariat und Mittelstand, die unteren Schichten der jetzigen Gesellschaft, können sich nicht erheben, nicht aufrichten, ohne daß der ganze Überbau der Schichten, die die offizielle Gesellschaft und die offizielle politische Kaste bilden, in die Luft gesprengt wird.

Obgleich nicht dem Inhalt, ist der Form nach der Kampf gegen die Social Justice Warrior zunächst ein nationaler. Die Menschen eines jeden Landes müssen natürlich zuerst mit ihrer eigenen Bourgeoisie fertig werden. [Dies kann man sehr schön an den nationalen Bewegungen in den USA, Schweden, Dänemark, Frankreich und Deutschland sehen.] Alle bisherige Gesellschaft beruhte auf dem Gegensatz unterdrückender und unterdrückter Klassen. Um aber eine Klasse unterdrücken zu können, müssen ihre Bedingungen gesichert sein, innerhalb derer sie wenigstens ihre knechtische Existenz fristen kann. Der Leibeigene hat sich zum Mitglied der Kommune in der Leibeigenschaft herangearbeitet wie der Kleinbürger zum Bourgeois unter dem Joch des feudalistischen Absolutismus. Der moderne Arbeiter dagegen, statt sich mit dem Fortschritt der Industrie zu heben, sinkt immer tiefer unter die Bedingungen seiner eigenen Klasse herab. Der Arbeiter wird zum HartzIVer, und das HartzIVer-tum entwickelt sich noch schneller als Bevölkerung und Reichtum.

Es tritt hiermit offen hervor, daß die linke Bourgeoisie unfähig ist, noch länger die herrschende Klasse der Gesellschaft zu bleiben und die Lebensbedingungen ihrer Klasse der Gesellschaft als regelndes Gesetz aufzuzwingen. Sie ist unfähig zu herrschen, weil sie unfähig ist, ihrem Sklaven die Existenz selbst innerhalb seiner Sklaverei zu sichern, weil sie gezwungen ist, ihn in eine Lage herabsinken zu lassen, wo sie ihn ernähren muß, statt von ihm ernährt zu werden. Die Gesellschaft kann nicht mehr unter ihr leben, d.h., ihr Leben ist nicht mehr verträglich mit der Gesellschaft.

Das Original, das sich einige Leute von gaaanz weit linksaußen vielleicht einmal wieder zu Gemüte führen sollten (und Rechte sowieso) findet man hier.

PEGIDA und die Lügenpresse

Deutschlandweit ereifert man sich ja über PEGIDA-Demonstranten. Und stellt über change.org Petitionen ein, die Demonstrationen verbieten sollen. Ich halte es zwar für etwas sehr undemokratisch, Andersdenkenden ihre Meinung zu verbieten, aber sei's drum. Natürlich wurde auch eine Pro-PEGIDA-Petition über change.org erstellt. Diese hatte nach drei Tagen genauso viel Stimmen wie die Gegen-PEGIDA-Petition - dann wurde sie wegen angeblich ausländerfeindlichen Kommentaren geschlossen.

Ich kann mir gut vorstellen, daß dort ausländerfeindliche Posts vorhanden waren, es gibt im Umfeld von PEGIDA einige ultrarechte Socken, die ziemlich absurd-faschistische Meinungen vertreten. Kommt man denen mit $14(2) des Grundgesetzes, labern diese Kretins was von DDR und Kommunismus. [Ist mir übrigens exakt so passiert.] Ich war von der Schließung und der Begründung also nicht allzu überrascht.

Perplex war ich allerdings, als ich heute auf SpOn las : "Onlinepetition: Pro Pegida gibt auf". Hmmm... das war ja nun nicht wirklich so. Aber egal, es scheint da wohl ein Hickhack hinter den Kulissen gegeben zu haben. Nehmen wir also an, daß BILD - sorry SpOn dies journalistisch "verkürzte". Im weiteren Verlauf des Artikels las ich dann :
Doch noch immer sind auf der Seite ausländerfeindliche Posts zu finden. So schrieb etwa ein Unterstützer, er sei "gegen die Überfremdung Deutschlands, Asylanten und Ausländer, die hier Straftaten begehen". Er wolle "nachts durch die Stadt laufen können ohne mehr arabisch als deutsch zu hören". Ein andere schrieb: "Ich bin dagegen, dass eine Minderheit in Deutschland bestimmt, wie wir Deutsche zu Leben haben."
Wie bitte ? Das sind die angeblich ausländerfeindlichen Kommentare, wegen denen es Aufruhr in Deutschland gibt ? Geht's noch ? Das ist eine noch nicht einmal extreme Meinung, die zwar nicht meine, aber eine im Rahmen unserer freiheitlich-demokratischen Grundordnung durchaus akzeptable Meinung wiedergibt. Und SPIEGEL berichtet hier was von Ausländerfeindlichkeit ? Wo bin ich denn, direkt zurück in den 70ern, mit Brockdorf-Demonstrationen und Berufsverboten, nur diesmal mit anderen Vorzeichen ? [Damals war ich aber schlanker, kommt das auch wieder ?]

Ich kann gar nicht so oft Ralph Giordano zitieren, wie ich es möchte. Denn er war genau gegen diese undemokratischen und linksfaschistischen Auswüchse deutscher Organisationen :
Wo sind wir denn, dass wir uns fürchten, zu Ausländer- und Fremdenfeinden gestempelt zu werden, wenn wir uns zu eigenen Wertvorstellungen bekennen? Wo sind wir denn, dass wir uns scheuen müssen, eine paternalistische Kultur, in der das Individuum nichts, die Familie und Glaubensgemeinschaft aber alles ist, integrationsfeindlich zu nennen? Was ist denn falsch an der Feststellung, dass in ungezählten Fällen der Zuwanderung der Anreiz nicht Arbeit gewesen ist, sondern die Lockungen der bundesdeutschen Sozialkasse?
Ralph Giordano, 2010, in einem Offenen Brief gegen den Unsinn, den Christian Wulff in seiner kurzen Amtszeit als Bundespräsident von sich gegeben hat

Das, was mich an dieser Berichterstattung am meisten bestürzt, ist weniger die Unausgewogenheit der Berichterstattung, das ist innerhalb der deutschen Presselandschaft nichts wirklich Neues. Das kenne ich noch zur Genüge aus den 70ern und 80ern, als Grüne und Anti-Atomkraft-Demonstranten das Ziel waren. Nein, was mir wirklich Angst macht, ist die falsche, Tatsachen nicht nur verdrehende, sondern auch neu erfindende Berichterstattung. Und das ist nicht das erste Mal in den letzten Wochen, das mir das auffällt, auch schon vor PEGIDA gab es da einige Fernsehberichte und Online-Artikel, bei denen ich mich doch sehr über das Paralleluniversum, über das die Reporter berichteten, gewundert habe. Der Begriff "Lügenpresse", von der PEGIDA in ihren ersten Kontakten zu Journalisten geprägt, scheint sich mehr und mehr als Realität zu bestätigen.

Tatsächlich sehe ich das noch etwas härter. Ich bin mit der Watergate-Affäre aufgewachsen, Bob Woodward und Carl Bernstein waren immer meine Helden. Ebenso Günther Wallraff, der sich auch zur Verteidigung der Pressefreiheit als Hans Esser bei BILD eingeschmuggelt und über seine Zeit dort berichtet hat. Der mir heutzutage entgegenschlagende Nicht-Journalismus ist da schon ziemlich schockierend und zeigt den Abstieg der Gesellschaft in Deutschland in diesem Jahrtausend nur noch einmal an einer anderen Stelle. Es beruhigt mich aber, daß es noch Gegenstimmen zu dieser Realitätsklitterung gibt : "Entwarnung! Alles gut mit dem Islam in Deutschland" von Henryk M. Broder ist so eine. Ich frage mich allerdings eines : Wie lange wird solchen Stimmen noch eine Plattform gegeben werden ? Ich habe den Eindruck, daß es eine massive Bewegung gibt, die alle Medien gleich berichten lassen möchte, die nur die linke Mainstream-Sicht als einzig akzeptable Form der Berichterstattung akzeptiert. Das hatten wir schon einmal in Deutschland - und davor habe ich richtig Angst. Viel mehr Angst als vor den paar Parolenschreiern und Dummköpfen innerhalb der PEGIDA-Bewegung.

Donnerstag, 18. Dezember 2014

PEGIDA ... oder so ähnlich

Das muss aber mal gesagt werden :
[...]In Bonn wie in Karlsruhe ging es allein um das zulässige Maß von Beschränkungen, sei es durch das Strafrecht, sei es durch das Versammlungsgesetz. So gesehen haben selbst die Sternstunden der Verfassungsgerichtsbarkeit immer einen kalten Glanz: Urteile zugunsten der Bürgerfreiheit ergehen regelmäßig in der Form von Verboten – aber eben von Verboten an die Staatsgewalt, ein Grundrecht durch einschränkende Gesetze oder behördliche Maßnahmen in seinem Kern anzutasten und letztlich aufzulösen.

Die ersten publizistischen Kritiker von rechts haben, wozu freilich nicht sehr viel Scharfsinn gehört, sogleich erkannt, daß der Karlsruher Beschluß und das Bonner Gesetz auf einem unterschiedlichen Menschenbild der Richter einerseits und der gegenwärtigen Parlamentsmehrheit andererseits beruhen. Ausgangspunkt der Richter ist der vom Willen zu politischer Mitwirkung getragene „Aktivbürger“, der sich nicht damit begnügt, alle vier Jahre seinen Wahlzettel in die Urne zu werfen, sondern „denen da oben“ auch schon mal demonstrativ, aber gewaltlos, seine Meinung zusammen mit Gleichgesinnten auf der Straße sagt [...].

Im Blickpunkt der gesetzgebenden Mehrheit und ihrer publizistischen Gefolgschaft hingegen stehen zum einen die notorischen Chaoten und Gewalttäter, die überwiegend gar nichts Politisches im Sinn haben und eine Demonstration ganz ähnlich wie ein Fußballspiel zum willkommenen Anlaß für Randale nehmen. Aber zum anderen sind es die Andersdenkenden, [...] die man gern zu Kriminellen stempelt [...].

Welches dieser beiden Menschenbilder steht dem Wortlaut, dem Geist des Grundgesetzes und dem vermutlichen Willen seiner Verfasser wohl näher? Das Grundrecht der Demonstrationsfreiheit ist ganz gewiß nicht für Chaoten und Schläger geschaffen worden, aber ebenso gewiß nicht gegen Andersdenkende, sondern gerade für sie. Deshalb muß es sich aus dem Grundgesetz von selbst verbieten, das vornehme Recht des Andersdenkenden allein im erstarrten Blick auf diejenigen einzuschränken, die es mißbrauchen.

Doch die Sprache der Konservativen verrät, daß Demonstranten für sie per se suspekte Leute sind. Das Wort ist bei ihnen negativ besetzt – und nicht etwa nur deshalb, weil das Demonstrationsrecht gelegentlich mißbraucht wird. [...]

Die Welt erfand in einer mit „Der Freibrief“ überschriebenen Polemik gegen den Karlsruher Beschluß sogar ein neues Grundrecht – die „Weghörfreiheit“ –, das sie der Demonstrationsfreiheit entgegensetzt und mit dem sie allen Ernstes die Forderung begründet, Demonstranten sollten sich nur auf einem zuvor von ihnen gemieteten Gelände versammeln dürfen; zu bewegen hätten sie sich schon gar nicht. Man fühlt sich bei der „Weghörfreiheit an die als Briefbeschwerer verwendete Gruppe der drei Affen erinnert, die sich unter dem urdemokratischen Motto zusammengefunden haben: „Nichts sehen, nichts hören, nichts sagen.“

Den kompletten Artikel findet man übrigens hier : Eine Demonstration für die Bürgerfreiheit

Was fällt mir dazu ein : Die "bieten alle nicht die Gewähr voll einzutreten jederzeit für diese freiheitliche ... undsoweiter ... Na, Sie wissen schon." Weder damals noch heute.


Samstag, 13. Dezember 2014

PEGIDA und die Brandstifter

Alle nörgeln über die Bürger, die es doch tatsächlich wagen, ihre Meinung zu sagen. Kommt nicht gut an bei den SJW, den Social Justice Warriors. Da ereifert man sich schon deutlich :

Bevor ich etwas sage zum Islam, zu straffällig gewordenen Asylbewerbern, zu Migranten, die sich in einer Parallelgesellschaft abzuschotten drohen, gehört das unmissverständliche Bekenntnis zur multireligiösen und multikulturellen Gesellschaft, die ganz normale und erfreuliche Konsequenz der freiheitlichen Demokratie.
Quelle

Im Gegensatz zu Leuten mit derartig dummen Ansichten lebe ich in einer multikulturellen und multireligiösen Gesellschaft. Hier in Hamburg-Mümmelmannsberg haben wir Türken, Afghanen, Russen, Letten, Rumänen undsoweiter undsofort. Und das ist auch gut so, in anderen Städten, in denen deutlichst weniger Ausländer im Straßenbild auftauchen, fühle ich mich irgendwie unwohl, so sehr habe ich mich an diese multikulturelle Gesellschaft gewöhnt.

Das heisst aber nicht, daß ich auf einem Auge blind bin. Dazu sehe ich viel zu viele Auswüchse dieser Gesellschaft hier im Viertel, angefangen bei den Schleiereulen, die in Burkas rumlaufen. Jetzt könnte ich hier was zum Islam schreiben, aber ich denke, ich lasse lieber jemand qualifizierteren hier zu Wort kommen :

[Der] politische und militante Islam ist nicht integrierbar, aber auch der "allgemeine" jenseits davon ist noch problematisch genug. Ist er doch bisher auf die Frage, ob er vereinbar sei mit Meinungsvielfalt, Gleichstellung der Frau, Pluralismus, Trennung von Staat und Religion, kurz, mit Demokratie, jede überzeugende Anwort schuldig geblieben.
[...]
Eine andere Stimme, die dazu aufruft, der Meinung des Volkes Beachtung zu schenken und muslimischen Verbands- und Moscheevereinsfunktionären kritisch gegenüber zu treten, ist die von Dr. Ezhar Cezairli, Mitglied der Deutschen Islamkonferenz: "Ich finde es verständlich, wenn Menschen, die keineswegs der rechten Szene zugehören, Angst vor Islamisierung haben." Und weiter: "Es ist eine Gefahr für die Zukunft Deutschlands, dass manche Politiker durch ihre Ignoranz gegenüber islamischen Organisationen dabei sind, die Grundlagen unserer aufgeklärten Gesellschaft aufzugeben."

Das all den Pauschalumarmern, xenophilen Einäugigen, Sozialromantikern, Gutmenschen vom Dienst und Beschwichtigungsaposteln ins Stammbuch, deren Kuschelpädagogik auch nach Thilo Sarazzin noch so tut, als ob es sich um eine multikulturelle Idylle handelt, die durch sozialtherapeutische Maßnahmen behoben werden könnte.
[...]
Wo sind wir denn, dass wir uns fürchten, zu Ausländer- und Fremdenfeinden gestempelt zu werden, wenn wir uns zu eigenen Wertvorstellungen bekennen? Wo sind wir denn, dass wir uns scheuen müssen, eine paternalistische Kultur, in der das Individuum nichts, die Familie und Glaubensgemeinschaft aber alles ist, integrationsfeindlich zu nennen? Was ist denn falsch an der Feststellung, dass in ungezählten Fällen der Zuwanderung der Anreiz nicht Arbeit gewesen ist, sondern die Lockungen der bundesdeutschen Sozialkasse?
Ralph Giordano, 2010

Das klingt so, als hätte Ralph Giodano vor 5 Jahren das Entstehen der PEGIDA-Bewegung vorausgesehen. Und was passiert ? Sie werden als "Mischpoke" und "Nazis in Nadelstreifen" abqualifiziert. Passt den SJW der Gesellschaft eben nicht, daß da ein paar Leute selber denken. Aber um was geht es eigentlich ?

Zählen wir ein paar Themen auf, die es da so gibt.

Viele fürchten um ihre Altersversorgung – weil ihre Riesterrente und ihre Lebensversicherung durch die manipulative Zinspolitik der Europäischen Zentralbank faktisch weitgehend wertlos wurde.

Viele verstehen nicht, warum auf den Sozialämtern Bedienungsanleitungen für den staatlichen Geldautomat in 10 Sprachen angeschlagen werden – wäre es nicht Aufgabe der Immigranten, wenigstens so viel Deutsch zu lernen, um die Formulare ausfüllen zu können?

Viele leben von einer einfachen Rente und haben entsprechende Zukunftsangst, und verstehen nicht, dass sie durch niedrigere Renten die großen Geschenke bezahlen müssen, die diese Bundesregierung ihren Lieblingswählern macht.

Viele verstehen nicht, warum hier von der großen Not der nordafrikanischen Flüchtlinge geredet wird – aber die Mehrheit der schon vor Jahren abgelehnten Asylbewerber weiter in Deutschland lebt.

Viele Menschen helfen Flüchtlingen. Aber sie fragen auch: Was geschieht auf Dauer mit den traumatisierten Menschen, die ihr nacktes Leben nach Deutschland retteten? Haben wir einen Plan, wie und wo wir sie integrieren? Bislang schweigt die Politik dazu.

Viele verstehen nicht, warum zwar in Deutschland die Gleichstellung der Frau unter großem Getöse weitergetrieben wird – aber islamische Frauen hinter Schleiern und Burkas verschwinden; Zwangsehen üblich sind und Parallelkulturen entstehen. Schwimmbäder werden geschlossen, aber an manchen Nachmittagen für einzelne Musliminnen freigehalten, denen nicht zugemutet werden kann, mit anderen Menschen gemeinsam zu schwimmen.

Viele verstehen nicht, dass den Deutschen in den Medien ständig Ausländerfeindlichkeit vorgeworfen wird und Integrationsverweigerung – aber es offenkundig die Migranten sind, die weder deutsch lernen, noch sich in die hiesigen Sitten und Kulturen eingliedern wollen. Wer integriert hier eigentlich wen? Wie gehen wir mit der verbreiteten, aber tabuisierten Deutschenfeindlichkeit um?

Viele verstehen nicht, wie es zugelassen werden kann, dass wie in Offenbach eine junge Migrantin von einem aus Serbien stammenden Schläger umgebracht wird, über den bereits eine dicke einschlägige Akte vorliegt. Ist Gewalt bei Migranten eine tolerierte Angelegenheit, die nur in Extremfällen geahndet wird? Warum lassen wir No-Go-Areas zu?

Und ständig lesen diese Menschen, dass es eigentlich abartig ist, in Familien zu leben; die Zukunft gehört doch Alleinerziehenden oder besser noch: Homosexuellen Paaren, von denen es ja so viele gibt – aber dabei geht unter, dass die übergroße Mehrheit der heute Jungen sich nichts sehnlicher wünschen, als in stabilen Partnerschaften zu leben und gemeinsam Kinder großzuziehen – etwas, was ja nur noch altmodisch ist.
Roland Tichy

Und was ist die Reaktion auf diese berechtigten Befürchtungen ? Das stellt Roland Tichy ebenfalls deutlich dar :

Wer mit den Menschen auch nur sprechen will, wie Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich, wird von der Medienmeute sofort angegriffen – und wehe, die CSU macht sich für das Erlernen der deutschen Sprache stark! Dann fällt das Beil der Scharfrichter, auch in der kleinsten Zeitung. Allerdings geht es auch anders. Bundespräsident Gauck spricht von “Chaoten und Strömungen, die wenig hilfreich sind” und daher weniger Beachtung finden sollten. Alles Chaoten? Es ist eine bemerkenswerte Verachtung für das Volk, die da aus dem Bundespräsidenten spricht. Aber er besucht ja auch nur Flüchtlinge. Sie wohnen nicht bei ihm, nicht im Schloß Bellevue und nicht mal im Schlosspark. Das Aufeinandertreffen mit mittellosen, verzweifelten, entwurzelten Menschen findet ja nur am Stadtrand statt. Flüchtlingslager entstehen meist da, wo Menschen ohnehin in prekären Lebenssituationen finden. Es sind nicht die Schulen in den feinen Vierteln, sondern in den Industriegebieten, die kollabieren, weil zu viele Kinder ohne Sprach- und sonstige notwendige Kulturtechniken aufgenommen werden müssen. Es sind meist die Kinder von Migranten, die durch die nächste Welle daran gehindert werden, wenigstens bescheidene Integrations-und Lernerfolge zu erzielen. Es ist ihr Rücken, auf dem sich das Flüchtlingsdrama abspielt. Antworten dazu? Keine. Lösungen? Keine. Beschimpfungen? Billig.

Für die gedruckte Presse aber beschleunigt das ganze den eigenen Untergang. Denn sollen die Leute wirklich lesen, dass sie alle Volltrottel im harmlosesten Sinn oder aber sogar bösartige Nazis sind? Das Verhalten vieler meiner Kollegen erinnert an die bitterböse Parabel, die Bert Brecht nach dem Niederschlagen des Volksaufstands in der DDR in seinem wunderschönen Band “Buckower Elegien”geschrieben hat: “Das Volk hat das Vertrauen der Regierung verscherzt. Wäre es da nicht doch einfacher, die Regierung löste das Volk auf und wählte ein anderes?”

Die Zeitungen haben offensichtlich beschlossen, sich neue Leser zu wählen, weil ihnen die noch vorhandenen nicht klug, nicht links, nicht grün und überhaupt nicht modern genug sind. Dazu passt, dass die Süddeutsche ihre Kommentarfunktion im Internet schließt und die ARD dies für die Tagesschau erwägt. Lesermeinungen sind einfach zu dumm für die Inhaber des erhobenen Zeigefingers. Alle fürchten sich vor dem Internet.
Roland Tichy

Dem ist wenig hinzuzufügen, Tichy und Giordano haben die Situation heutzutage exakt beschrieben. Ich bin einmal gespannt, wie diese Geschichte weitergeht.

Mittwoch, 8. Oktober 2014

Datenschutz und Meinungsfreiheit

"Man sollte nicht nur darüber nachdenken, die sog. Haushaltsausnahme für Privatpersonen auszuweiten, sondern vielmehr darüber, veröffentlichte Informationen ganz generell vom Anwendungsbereich des Datenschutzrechts auszunehmen.

M.E. ist es nur so möglich, das Spannungsverhältnis zwischen Datenschutz und Meinungsfreiheit aufzulösen und zu vermeiden, dass der Datenschutz zu einem Instrument der Informationsunterdrückung wird.

Die Konsequenz einer solchen Ausnahme wäre es, dass man – im Rahmen von § 823 BGB – die klassische Grundrechtsabwägung zwischen Persönlichkeitsrecht und Meinungsfreiheit vornimmt. Mit dieser Abwägung kommt man jedenfalls bei veröffentlichten Informationen auch regelmäßig zu sachgerechten Ergebnissen."

Dies sagt Thomas Stadler in seinem sehr lesenswerten Blogbeitrag "Das Spannungsverhältnis von Datenschutz und Meinungsfreiheit". Für SF-Interessierte praktisch ein Muß, in jedem Fall aber unheimlich informativ.

Freitag, 3. Januar 2014

Köln

Beruflich bin ich stark mit Köln verbunden. Der Hauptsitz unserer Unternehmensberatung befindet sich dort. Und Junior ebenso wie die Beste Ehefrau von allen schwärmen immer noch vom Sommerfest vor drei Jahren. Das führte dann dazu, daß ich, nachdem ich auf der Startseite von Atlantis einen Blogeintrag zum Video "Die vom Krieg verschont gebliebene Stadt Köln" sah, mir sofort das zugehörige Alternativwelt-Video angesehen habe. Sehr sehenswert, finde ich.


Und in den Vorschlägen auf Youtube bin ich dann noch auf zwei weitere sehenswerte Dokumentationen bzw. Dokumentationstrailer gestoßen. In "Karrneval bei Hitler" wird die Rolle der Karnevalsvereine und des Karnevals im Faschismus beleuchtet. In dem 10-Minuten-Trailer zur Doku "Köln im Dritten Reich" kommen Augenzeugen zu Wort, die die Zeit damals in Köln und ihre Rolle darin recht offen darstellen. Kann ich beides nur empfehlen.

Karrneval bei Hitler, Teil 1/3

Köln im "Dritten Reich"

Freitag, 4. Oktober 2013

Urheberrecht (X)

Da ich meine Mitbürger kenne : Vorsicht, Satire !

Wie informierte Kreise berichten, will die Bundesregierung nach der Zementierung der Großen Koalition offenbar massiv gegen Urheberrechtsverstöße bei der unlizensierten Benutzung des Bundesadlers (volkstümlich : "Pleitegeier") vorgehen. Unbestätigten Informationen zufolge soll nicht nur das Netz der Souvenirhändler massiv zur Kasse gebeten werden, auch Landesämter und Kommunen sollen intensiv auf lizensierte Nutzung des deutschen Wappentiers überprüft werden. Nicht wahr ist allerdings, daß die Nutzung von Ein- und Zwei-Euro-Münzen durch den deutschen Bürger ab 2014 einen Urheberrechtsverstoß darstellt.

Freitag, 23. August 2013

Bullshit im Freitag

Nee, damit sind keine tagesaktuellen Fäkalien auf der Türschwelle gemeint. Sondern der dümmlich-dreiste Artikel über Science Fiction im Magazin "Der Freitag", den man hier nachlesen kann.

Die Emanzipation ist gerade im klassisch männlichen Genre wie der Military SF von den Autoren derart verinnerlicht, daß man gar nicht mehr über die Gleichberechtigung diskutiert, sondern sie schlicht und einfach als gegeben voraussetzt. Beste Beispiele dafür sind John Ringo und Jack Campbell, in deren Zyklen selbstverständlich emanzipierte Frauen als Handlungsträger auftauchen, anders können sich die Autoren das Geschehen offenbar gar nicht vorstellen. Und dann kommt so ein Möchtegern-Kenner wie der Freitag-Autor Florian Schmid an und jammert, daß keine emanzipatorischen Werke wie die von Joanna Russ oder Ursula K. Le Guin mehr erscheinen. Jungchen, wach' auf! Derartige Schriften sind weder nötig noch angebracht, die Emanzipation ist da. Jedenfalls in der SF, aber offenbar nicht in den Köpfen einiger Ewiggestriger.

Sonntag, 11. August 2013

Kommentare auf Spiegel Online

Laut Berichterstattung von Spiegel Online gibt es Probleme im Mainzer Stellwerk der Deutschen Bahn. Zuwenige Fahrdienstleister, jetzt sind 5 krank und 3 im Urlaub. Der Aufsichtsrat überlegt, die Leute aus dem Urkaub zu holen : Bericht auf SpOn

Soweit eigentlich ein ganz normaler Vorgang, im Artikel sagt der Gewerkschafter deutlich, was von so einem Vorschlag zu halten ist und wo das eigentliche Problem liegt. Nicht weiter bemerkenswert, in der heutigen Zeit ticken diverse Möchtegernmanager ja nicht mehr richtig, da sind solche Unverschämtheiten nichts wirklich Neues.

Berichtenswert sind hier die unqualifiziert-unverschämten Kommentare der Spiegel Online-Leser. Da erblödet sich doch ein User glatt, das Folgende zu schreiben :
Die Bahn sollte sehr genau registrieren wer als Arbeitnehmer flexibel auf veränderte Situationen reagiert und wer stur "Dienst nach Vorschrift" incl. Urlaub macht. Wer sich heute auf die Gewerkschaft beruft sollte morgen raus sein - die Bahn ist ein Dienstleistungsunternehmen und da kann der Kunde vom Personal erwarten, dass er "bedient" wird.
Beim ersten dieser Kommentare dachte ich noch, das wäre beißender Sarkasmus. Aber nein, das meinen diese Nicht-Arbeiter ernst. Da steht dann Bullshit wie
Der Skandal ist doch, dass ein Drittel der Belegschaft sich krank meldet!
oder
das ist doch wohl selbstverständlich, dass die Kollegen im Urlaub zurück an ihre Arbeitsstelle kommen. Die Gewerkschaft soll nicht aufstacheln, sondern in dieser Situation zustimmen.
oder
Was ist denn daran schäbig, einzuspringen und ein persönliches Opfer zu bringen, wenn Not am Mann ist. Wenn ich die entsprechende Ausbildung hätte, würde ich gerne den Platz eines der Leute einnehmen, die jetzt in Schnappatmung verfallen, weil sie einmal im Leben ihren Urlaub um ein zwei drei Wochen verschieben müssen. Tolle Arbeitsmoral.
Ein Fahrdienstleiter, der ganz klar sagt, daß er im Urlaub nicht zu erreichen ist, bekommt zur Antwort :
Der Bahnbetrieb ist nun mal ein sehr arbeitsteiliger. Das macht ihn komplex aber effektiv und bürdet dem einzelnen Mitarbeiter eine Menge Verantwortung auf. Daher kann man eindeutig feststellen: Ein Eisenbahner mit einer solchen Einstellung hat leider seinen Beruf verfehlt. Der Fisch stinkt nicht immer nur vom Kopf her.
Ich frage mich, welch Geistes Kind die Proleten sind, die sich erblöden, derartig dumme Kommentare zu schreiben. Wenn ich daran denke, daß ich mit meinen Steuern, meinen Sozialabgaben, solches Pack finanziere, kriege ich Magenkrämpfe und Schnappatmung. Man fragt sich, ach was : Ich frage mich, wo dieses Pack herkommt ?

Freitag, 12. Juli 2013

A Bill That Bans Male Masturbation

Im Zuge der Gleichberechtigung und der rigiden Abtreibungsparagraphen im Süden der US of A hier ein lesenswerter Vorschlag von Charles Clymer aus der Huffington Post : My Proposal for a Bill That Bans Male Masturbation in Texas. Lesenswert.

Samstag, 1. Dezember 2012

Internet-Rechtsschutz

Die ARAG hat ein neues Produkt : Den Internet-Rechtsschutz für den privaten Nutzer.
Lt. ARAG.de ist folgendes abgesichert :
Schadenersatz-Rechtsschutz
Wir helfen z.B., wenn jemand an Ihre Daten gelangt ist und sie unbefugt nutzt oder jemand Ihren Ruf schädigt.
Unterlassungs-Rechtsschutz
Wir sorgen dafür, dass Sie Unterlassungsansprüche geltend machen können, z.B. bei Verleumdung oder Identitätsklau.
Vertrags-Rechtsschutz
Wir stärken Ihre Rechte als Privatperson rund um Ein- und Verkäufe oder Buchungen im Netz.
Aktive Strafverfolgung
Wir helfen Ihnen, die Verursacher von Mobbing und Rufschädigung zur Verantwortung zu ziehen.
Urheber-Rechtsschutz
Wir zahlen eine anwaltliche Beratung bei Abmahnung wegen irrtümlichem Download oder angeblichem Verstoß gegen Urheberrechte.
Straf-Rechtsschutz
Wir übernehmen bei einem Strafverfahren gegen Sie und Ihre Familie die Anwaltskosten wegen Mobbing-Vorwürfen im Internet oder angeblichen Urheberrechtsverstößen.
Rufretter fürs Netz
Wir vermitteln Ihnen einen Anwalt, wenn Ihre Online-Reputation auf dem Spiel steht. Er sorgt für die Löschung der entsprechenden Daten.
Quelle

Mir ist zwar nicht ganz klar, wie gut diese Versicherung tatsächlich ist (dafür bin ich nicht Experte genug), aber ich halte das für eine gelungene Idee. Insbesondere als die ARAG-Website mir den Eindruck vermittelt, man würde eher versuchen, Probleme außergerichtlich in Gesprächen zu beseitigen als Kosten durch Anwälte und Gerichte zu verursachen. Es bleibt abzuwarten, inwiefern die neue ARAG webaktiv-Versicherung den Privatnutzern tatsächlich hilft. Ich werde auf jeden Fall einmal nachfragen, inwieweit diese Versicherung in meiner Familienrechtsschutzversicherung enthalten ist.

Freitag, 10. August 2012

Olympia 2012

"Nicht siegen, dabeisein ist wichtig." Dieses Pierre de Coubertin zugeschriebene Motto scheint heutzutage nicht mehr zu gelten. Da werden doch glatt Sportler, die als einzige in ihrer Disziplin nach London gereist sind, dafür kritisiert, an der Olympiade mitgemacht zu haben. Es scheinen einige Leute mit dem olympischen Gedanken wenig anfangen zu können ...

Freitag, 3. August 2012

Eine Technik-Vision

Da hat doch ein Minister wieder einmal eine fortschrittliche Idee : Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) hält am Ziel von einer Million Elektroautos bis zum Jahr 2020 in Deutschland fest.

Hört sich bescheuert an ? Da wird Vetternwirtschaft gewittert ?

Das letzte Mal, als ein Minister eine ähnliche Idee hatte, wurde er niedergebuht : VERKABELUNG - Langfristig falsch. Man stelle sich nur vor, daß ganz Deutschland heute von Glasfaserkabeln durchzogen wäre.

Ich hoffe, daß es dem Herrn Ramsauer besser ergeht und sich seine Idee durchsetzt. Auch wenn er (von mir aus gesehen {Hamburger mit Leidenschaft eben}) im falschen Bundesland wohnt und in der falschen Partei ist. ;-)

Dienstag, 24. Juli 2012

Safety last ?

In der Cloud Daten abzuspeichern ist nicht ganz ohne Tücken : Microsoft sperrt unangekündigt Nutzer-Konten.
Herr seiner Daten ist man dann definitiv nicht mehr. Uwe Post hat das auf deutsche-science-fiction.de deutlich beschrieben und eine Möglichkeit vorgestellt, wie man zumindestens seine eMails so verschlüsselt, daß nicht jeder Provider sie ohne weiteres lesen kann. Wie breitsameter im entsprechenden Thread auf SF-Fan aber so treffend sagt : Schränkt man damit nicht die einfache Nutzung unsinnigerweise ein ? Ich weiss es nicht, ich denke immer öfter an Lethal Weapon : Ich bin zu alt für diesen Scheiß.

Samstag, 7. Juli 2012

Intelligente Werbung

Triberg hat zwei Männerparkplätze eingeführt. In die natürlich rückwärts eingeparkt werden muß. ;-) Aus der Not eines suboptimal gestalteten Parkhauses geboren ergab sich dadurch eine bessere Werbung für dieses Örtchen zwischen Schonach und Nußbach im Schwarzwald als Internetseiten und Fremdenverkehrsprospekte zusammen. Bürgermeister Strobel auf Spiegel Online : "Es ist einfach unglaublich. Solch eine Reaktion hatte ich nicht erwartet. Ich bin schon den ganzen Tag am Telefon, das Fernsehen will kommen." Wird das jetzt der Geheimtip für Kegelbrüderausflüge ?
Bericht auf SpOn

Mittwoch, 20. Juni 2012

Manager und ähnliche Katastrophen (I)

Business-Kleidung ist nicht abzugsfähig.
Das ist ja nichts Neues, das war schon immer so.
Aber neu ist, daß einige Leute jetzt diese Kosten auf die Allgemeinheit abwälzen wollen : Bericht auf Spiegel Online. Da verdient eine Sekretärin nicht genug und lässt sich ihr Gehalt über das Arbeitsamt aufstocken. Dann will sie ihre Kleidung absetzen, um mehr Geld vom Arbeitsamt zu bekommen. Ihr Chef unterstützt das.

Hallo, geht's noch ???? Mädel, wenn Du nicht genug Geld für die schicken Klamotten bekommst, in denen Dein Chef Dich sehen will, dann hau Deinen Chef um eine Gehaltserhöhung an. Und wenn Du dazu zu doof bist, such' Dir 'nen anderen Job. In gar keinem Fall geht es an, daß Du Deinen Chef begleitest und Dich dafür von mir und meinen Steuern bezahlen lässt.

Manchmal frage ich mich wirklich, wie ekelhaft und abgebrüht heutige Mänädscher sich noch darstellen wollen. Die Abzocke des Chefs dieses etwas dummen Mädchens ist aber auch echt heftig:
Die Teilzeit-Sekretärin machte aber auch die Ausgaben für Business-Kleidung und Friseurbesuche als Werbungskosten geltend - zusammen 329 Euro in einem halben Jahr. Ihr Argument, das auch der Arbeitgeber unterstützte: Gute, repräsentative Kleidung sei in ihrem Job unbedingt erforderlich, etwa auf Schulungen oder wenn sie bei Außenterminen ihren Chef begleite. Wenn dies nicht berücksichtigt werde, stünde sie besser da, wenn sie auf ihren Job ganz verzichte und nur von Hartz IV lebe.
Es wird dringend Zeit, solchen Typen zu sagen, wohin sie sich ihre unterbezahlten Jobs stecken können. Ansonsten geht diese Abzocke auf Kosten der Steuerzahler immer weiter.

Freitag, 1. Juni 2012

Urheberrecht (VIII)

Es stand auf Spiegel Online : Micky Maus angeschwärzt
Stefan Pannor hatte berichtet, daß durch einen Druckerfehler (das amerikanische Original wurde nicht vollständig gelöscht) das Wort "Holocaust" aus der amerikanischen in die deutsche Ausgabe versehentlich mitübernommen wurde. Shit happens, und als qualifizierter Comic-Kenner bringt der Journalist in seinem Artikel noch ein paar andere Beispiele von nicht so ganz gelungenen Panels der Micky Maus Comics. Habe ich als Laie fasziniert gelesen, diesen Artikel.

Und offenbar auch ein paar der Verwertungsgesellschaften und Verlage, die seit einiger Zeit über das böse Internet und die Unverletzlichkeit des deutschen Urheberrechts lamentieren. Diese, nicht faul, kopierten den Artikel, jagten ihn durch den Google-Übersetzer, benutzten Pannors Illustrationen und Bilder und gaben den Kram dann als ihr eigenes geistiges Eigentum aus. In seinem Blog führt Stefan Pannor nicht weniger als 20 Artikel der unterschiedlichsten Länder auf, die seinen Artikel übersetzt und/oder entstellt als eigenen Bericht veröffentlicht haben.

Das ist das "Urheberrecht", daß diese Verlage erhalten wollen. Auf ein solches "Recht" kann ich verzichten. Sie auch ?