Donnerstag, 21. November 2013

TERRA SF 180 - Adam Chase : Der weiße Gott


Adam Chase : Der weiße Gott (The Golden Ape)
Terra SF 180, 07.07.1961
Deutsche Erstausgabe
Originalausgabe Amazing 1957
Titelbild : Karl Stephan


Der Planet Tarth war der Schauplatz einer erbarmungslosen Menschenjagd. Nur wenigen Ofridiern gelang es seinerzeit, sich vor den Nachstellungen der Jäger in Sicherheit zu bringen.

Bram Forest ist einer der Überlebenden jener Verfolgung. Er wurde als kleines Kind auf die Erde versetzt und an einem abgelegenen Ort in den USA einem mechanischen Prozeß unterworfen. der seine körperliche und geistige Reife besorgte. Als Bram aus seinem jahrzehntelangen Tiefschlaf erwacht, erwartet ihn eine Aufgabe, die die Kräfte eines einzelnen Menschen bei weitem übersteigt.

Aber ist Bram überhaupt noch ein normaler Mensch? Oder haben die tarthanischen Prophezeiungen recht, in denen behauptet wird. nach hundert Planetenumläufen werde DER WEISSE GOTT erscheinen. der die Reste des Volkes von Ofrid zu neuer Größe führen und die Mörder streng bestrafen würde ...?
Klappentext

"Adam Chase" ist (hier) das Pseudonym von Milton Lesser und Paul W. Fairman, zweier echter Trivialautoren. Jedenfalls zu diesem Zeitpunkt, später haben beide Autoren noch vernünftige Phantastik geschrieben. Dieser Roman ist deutlich davor, man kriegt beim Lesen echt die Krise. SF at its worst.

Countdown : X-63

Mittwoch, 20. November 2013

TERRA SF inside - TERRA lacht

Der Wettbewerb ist vorbei, hier eins der ersten Ergebnisse. Ich sach jetzt ma' nix ...

TERRA SF 175 - K.H. Scheer : Fähigkeiten unbekannt


Karl Herbert Scheer : Fähigkeiten unbekannt
Terra SF 175, 02.06.1961
Nachdruck des gleichnamigen Leihbuchs von 1960
ZBV 12
Titelbild : Johnny Bruck


In der Geschichte der Geheimen Wissenschaftlichen Abwehr war es durchaus schon vorgekommen, daß Unterlagen und kleinere Gegenstände verschwanden. Als aber zu Beginn des Monats April im Jahre 1990 ein ausgewachsenes Raumschiff plötzlich nicht mehr auffindbar ist, gibt ein Mann Großalarm.

Rätselhafte Vorkommnisse häufen sich. Ein bedeutender Kenner der menschlichen Kulturgeschichte versucht nachzuweisen, daß einige bisher unbekannte Faktoren um die Person Napoleons des Ersten mit den neuesten Ereignissen in einem innigen Zusammenhang stünden. General Reling, Chef der GWA, beginnt zu staunen und einige Vertreter der logistischen Wissenschaft werden auffallend nervös. Ein Stabsoffizier des Armee-Waffenamtes riskiert ein Feuergefecht mit den Beamten des FBI, und ein gigantisches Robotgehirn beginnt zu rechnen.

Einige Stunden später erhalten zwei Agenten der Wissenschaftlichen Abwehr die seltsamsten Einsatzbefehle ihrer dienstlichen Laufbahn. Major Thor Konnat, der an rätselhafte Ereignisse gewöhnte Spezialbeamte zur besonderen Verwendung, zweifelt an seinem Verstand und Archäologen der GWA besorgen das guterhaltene Skelett eines napoleonischen Soldaten. Ein Waffenexperte beginnt sich für unfähig zu halten und die Wissenschaftler der Erkennungs-abteilung verfallen in hitzige Diskussionen. Wieso kann ein erwiesenermaßen 190 Jahre altes Geschoß den modernen Prägestempel des US-Waffenamtes tragen? Ein Labyrinth öffnet sich für die beiden Einsatzagenten der GWA. Jemand will den Lauf der Geschichte verändern. Jemand wird zur Gefahr für die gültige Weltordnung, zumal an den Auswertungen eines positronischen Rechengehirns nicht zu zweifeln ist. Thor Konnat wird erst munter, als er sich in der Uniform eines preußischen Offiziers wiederfindet.

"Fähigkeiten unbekannt", ist ein Roman von spannungs-geladener Realistik. K. H. Scheer wagt sich damit auf das Glatteis eines wissenschaftlichen Gebietes, dessen Grundlagen erst umrißhaft bekannt sind. Ist es möglich, den Faktor "Zeit" zu besiegen? Könnte es mit den Hilfsmitteln einer überspitzten Technik geschafft werden, die Grundfesten der modernen Zivilisation zu erschüttern, indem die Entwicklung dieser Zivilisation in deren Uranfängen beeinflußt wird?

„Fähigkeiten unbekannt" ist zweifellos ein UTO-Krim der internationalen Spitzenklasse. Ein Mann riskiert sein Leben und ein anderer Mann verliert.
Klappentext des BALOWA-Leihbuchs

Ein sehr unschön gekürzter ZBV-Roman, die Stimmung und die Angst vor einer Zeitkorrektur kommt hier überhaupt nicht rüber. Dies ist in den überarbeiteten Versionen aus den 80ern deutlich anders, da kann man noch richtig mitfiebern. Aber auch gekürzt bleibt es spannend, KHS führt hier die Zeitmaschinen ein, die später noch eine prominente Rolle spielen sollen. Aber es ist nur ein Interludium vor dem ersten Höhepunkt der ZBV-Serie.

Dienstag, 19. November 2013

TERRA SF inside - Prä-Schwarzenegger-Ära

Bodybuilding hat nicht mit Big Arnie angefangen. Hier, im Innern von Heft 135, preist Charles Atlas alias Angelo Siciliano seine Bodybuilding-Therapie an. Ohne weiteren Kommentar.

TERRA SF 173 - Jack Vance : Magarak - Planet der Hölle

Jack Vance : Magarak - Planet der Hölle (Slaves of the Klau)
Terra SF 173, 19.05.1961
gekürzter Nachdruck des gleichnamigen Leihbuchs von 1960
Originalausgabe als "Planet of the Damned" in Space Stories 1952
Titelbild : Karl Stephan

Roy Barch ist einer der zwei Erdenmenschen, die beim lekthwanischen Kommissar für Handel als Diener angestellt sind. Die Lekthwaner kamer aus dem System Syl. Mit ihrer alten, hochentwickelten Kultur und ihrer Wundertechnik fühlen sie sich den Menschen Terras unendlich überlegen, und das ist der Grund, warum Roy Barch die Fremden nicht mag, obwohl sie durch ihre wohlwollende Hilfe den wissenschaftlichen und technischen Fortschritt auf der Erde in ungeahnter Weise beschleunigen.

Aber die mächtigen Lekthwaner haben einen ebenso mächtigen, in seiner Kriegslüsternheit und Grausamkeit furchtbaren Feind - die Klau, welche drei Planeten bewohnen und über 42 Welten herrschen. Das Schicksal will es, daß Roy Barch den Klau in die Hände fällt, als eines ihrer Schiffe die Erde entdeckt, und mit Roy wird auch Komeitk in die Sklaverei entführt - Komeitk, die schöne und gebildete Tochter seines lekthwanischen Herrn.

In den Augen des fremden Mädchens ist Roy Barch wie alle Erdenmenschen ein Barbar. Doch in der Gefangenschaft muß Komeitk erkennen, daß ihr Hochmut ungerechtfertigt ist. Unter den Gefangenen der verschiedensten Rassen ist Roy der einzige, der sich nicht stumpfsinnig in sein Schicksal ergibt, sondern auf Flucht sinnt und der scheinbaren Aussichtslosigkeit zum Trotz die Freiheit erkämpft. Mit unerhörter Kühnheit vollbringt er Taten, die ein mächtiges Reich erschüttern und das Fanal zu einem gewaltigen Freiheitskampf sind.
Klappentext des WIDUKIND-Leihbuchs

Ein farbenfroher Jack-Vance-Roman. Zwar eine klassische Abenteuergeschichte, doch in den Details den meisten seiner Zeitgenossen weit überlegen. Insbesondere das Zwischenmenschliche beherrscht Vance, Held und Heldin reiten zwar zusammen in den Sonnenuntergang, aber es ist keine einfache bonbonfarbene Zukunft, der sie entgegengehen.

John Holbrook Vance (1916-2013) ist einer der großen amerikanischen SF-Autoren. Seine Romane sind sehr unterschiedlich, was bei einer Schriftstellerkarriere, die sich über ein halbes Jahrhundert hinzog, nicht wirklich verwunderlich ist. Während seine ersten Romane, zu denen auch "Slaves of the Klau" gehört, noch relativ einfache Abenteuerromane sind, steigert er sich in späteren Jahren zu Romanen, in denen kulturelle, soziale und politische Konflikte die Hauptrolle spielen. Ich möchte insbesondere auf den "Dying Earth"-Zyklus hinweisen, der aufgrund seiner Stimmung eine meiner Meinung nach einzigartige Qualität enthält.

Etwa ab hier nimmt die TERRA-Serie Fahrt auf und steigert sich qualitativ erheblichst. Neben den bekannten deutschen Autoren werden jetzt vermehrt angloamerikanische Autoren veröffentlicht. Die Redaktion bewies hier ein ausnehmend gutes Gespür für große SF, in den TERRA-Reihen werden jetzt die Autoren einer breiten Leserschaft zugänglich gemacht, die Jahrzehnte später als Großmeister der SF angesehen werden. Für mich, Jahrgang 1960, zählen die Romane etwa ab hier zu meinen ersten SF-Erfahrungen, die mich (neben einem der großen Perry-Rhodan-Taschenbüchern) für das Genre begeistert haben.

Montag, 18. November 2013

TERRA SF inside - Möbelkultur 1960

Auf der Rückseite von TERRA 134 ist eine Anzeige des Möbelhauses Arzberger. Der Stil von 1960 hatte was - und zwar das nackte Grauen. Wenn ich mir die Cocktailsessel oben links ansehe, spüre ich fast den unbequemen, kratzigen Bezug. *schauder!*


Allerdings ist diese Anzeige noch aus einem anderem Grund interessant. Arzberger war das erste und später auch das größte Möbelversandhaus Europas. Etwas über die Geschichte findet man hier.

TERRA SF 169 - Stan Weldon : Spuren im Weltall


Stan Weldon : Spuren im Weltall
Terra SF 169, 28.04.1961
Originalausgabe
Titelbild : Karl Stephan


Stan Weldon, der Verfasser des vorliegenden TERRA-Bandes, ist ein Neuling, der es immerhin verstanden hat, mit SPUREN IM ALL auf Anhieb eine spannende und abenteuerliche Space Opera zu schreiben.

Die Story dieses Romans ist, kurz gesagt, folgende: Alger Thorsten, ein Raumkapitän von Format, erhält den Auftrag, mit dem neuen Raumkreuzer "Rigel" den geheimnisvollen Mutterplaneten der galaktischen Menschheit zu suchen.

Doch schon die erste Transition führt zur Katastrophe. denn die Rigel materialisiert in der Nähe einer Sonne, die zur Nova geworden ist. Ein Notsprung befördert das havarierte Schiff in eine unbekannte Gegend der Galaxis — und damit beginnen die Abenteuer der Rigelbesatzung, die von Sonnensystem zu Sonnensystem irrt, um den Rückweg zu finden ...
Einführung von Günter M. Schelwokat


Ein One-Hit-Wonder, nach diesem Roman hat man von Stan Weldon nie wieder etwas gehört. Der Roman ist dabei gar nicht so schlecht, wenn er auch deutlich erkennbar ein Kind seiner Zeit ist. Die handelnden Personen werden ziemlich steif, fast schon hölzern dargestellt, ihre Interaktionen sind deutlich aus den 50ern. Dabei ist der Plot relativ interessant, es geht mehr um "Space, the final frontier" als um Raumschlachten. Die wissenschaftliche Denke wird hier dem primitiven Säbelrasseln als deutlich überlegen dargestellt. Insofern ist "Spuren im Weltall" ein schönes Zeugnis des Friedenswillens der neuen Generation der BRD.

Sonntag, 17. November 2013

TERRA SF 168 - K.H. Scheer : Rak-1212 überfällig


Alexej Turbojew : Rak-1212 überfällig
Terra SF 168, 21.04.1961
gekürzter Nachdruck des gleichnamigen Leihbuchs von 1960
Titelbild : Johnny Bruck


Die Nationen der Erde liegen noch im harten Wettstreit um die Eroberung des Raumes, als das Versuchsschiff "L-1212" zur Venus startet. Zwei Männer sind an Bord der 'bemannten Raumsonde' und zwei Männer sterben in ihren engen Andruckbehältern. Ein Wrack umrast auf weiter Kreisbahn die Venus und ein Jahrhundert vergeht.

Stephan Alexandrowitsch Woronskij findet sich in einem neuen Körper mit kristalliner Zell- und Gewebestruktur wieder. Ein Mann stirbt ein zweites Mal unter dem fauchenden Schuß einer venusischen Ventrit-Waffe. Atotherm-Strahlkanonen beginnen in robotgesteuerten Raumschiffen zu arbeiten und damit erhält Woronskij den Auftrag, dessen Erfüllung zum Fortbestand der Menschheit unerläßlich ist.

Ein nichtirdischer Materie-Transmitter jagt seinen entmaterialisierten Körper zur Erde. Ein Sektenprediger hält viel von öffentlich verdammten Strahlwaffen, und unirdische Machthaber erteilen ihre Anweisungen.

Damit beginnt eine Handlung von solcher Darstellungskraft, turbulenter Wucht und hervorragender Beweisführung, daß die Lektüre dieses Romans zu einem überzeugenden Genuß wird.

Ein Meister der internationalen SF-Literatur erzählt, schildert und begründet in einmaliger Form. Eine neue Welt eröffnet sich. Sozialpsychologische Daten, Charaktere und detaillierte Einzelschilderungen verknüpfen sich mit derart erregenden Ereignissen, daß es für einen jeden Leser unmöglich sein wird, den vorliegenden Roman frühzeitig aus der Hand zu legen.

Woronskij erfüllt seine Aufgabe bis zur bitteren Konsequenz. Ein Mann vegeht in tiefster Not, die ihm schließlich das wahre Dasein bringt.
Klappentext des ILTIS-Leihbuchs

Als "Alexej Turbojew" veröffentlichte Karl-Herbert Scheer im Iltis-Verlag drei Leihbücher : "Antares II" (1958), "Welt ohne Ende" (1959) und "Rak-1212 überfällig". Alle drei wurden bei TERRA in gekürzter Form abgedruckt (Heftnummern 69, 168 und 189), komplett und neu überarbeitet dann zuletzt Ende der 70er in den UTOPIA-Taschenbüchern final herausgegeben. In allen drei Romanen versucht sich Scheer an einem russischem Standpunkt, effektiv nimmt er aber beispielsweise hier nur Pawel Chekov vorweg. Das hat schon seinen Charme, ich konnte mich an vielen Stellen eines gewissen Amusements nicht enthalten. Scheer dreht hier die westlichen, angloamerikanischen Klischees um und zeigt auf, wie absurd sie eigentlich sind. Allerdings ist das nur ein Nebeneffekt des Romans. Der Fokus liegt auf dem Mißtrauen zwischen Aliens und Menschen, ein Mißtrauen, daß durch Propaganda insbesondere der von der Erde auf die Venus vertriebenen menschlichen Widerstandskämpfer noch geschürt wird. Woronskij, durch medizinische "Behandlungen" nicht mehr wirklich menschlich aussehend, wird von den Widerstandskämpfern als Ding, als Waffe, als entbehrlich angesehen, und am Ende stellen sich nicht die Außerirdischen als Monstren dar. KHS schreibt hier einmal mehr wider den Zeitgeist, der Roman ist auch heute noch (oder vielleicht : wieder) lesenswert.

Countdown : X - 140

Samstag, 16. November 2013

TERRA SF 167 - Lester del Rey : Der rätselhafte Planet X


Kenneth Wright (=Lester del Rey) : Der rätselhafte Planet X (The mysterious planet)
Terra SF 167, 14.04.1961
gekürzter Nachdruck des gleichnamigen Leihbuchs von 1954
Aus dem Amerikanischen von Werner Gronwald
Titelbild : Johnny Bruck


Gibt es andere bewohnte Welten? Als weit jenseits der Umlaufbahn des Neptun ein unbekannter Planet entdeckt wird, gibt seine seltsame Bahn der Wissenschaft Rätsel auf. Das Interesse an dieser Erscheinung wandelt sich in großes Entsetzen, als sich die Welt plötzlich von überlegenen Mächten aus dem Weltall bedroht sieht.

Seit einigen Jahren meldet die Weltpresse alarmierend das Auftauchen geheimnisvoller Flugkörper über der Erde. Aus den (sorgfältig geprüften) Berichten zuverlässiger Beobachter scheint hervorzugehen, daß es sich dabei nicht um Gebilde einer übersteigerten Phantasie handeln kann - oder etwa um noch unerforschte Naturphänomene - sondern daß zumindest in einigen Fällen tatsächlich fliegende Objekte beobachtet wurden, die von intelligenzbegabten Wesen gesteuert oder ferngelenkt sein müssen.

Wenn das aber der Fall ist, dann wird man zu der Schlußfolgerung gezwungen, daß diese Flugmaschinen nicht irdischen Ursprungs sein können, weil ihre Geschwindigkeit und Wendigkeit mit den uns bisher bekannten Antriebskräften nicht erzeugt werden könnten. Sind also wirklich die Augen geheimnisvoller Besucher aus dem Weltraum auf unseren Planeten gerichtet? Steht uns vielleicht eine Invasion bevor, deren Ausmaß alle irdischen Differenzen und Konflikte zur absoluten Bedeutungslosigkeit verurteilen würde?

Die Wissenschaft hält es schon seit langem (für möglich oder sogar) für wahrscheinlich, daß es auf einer Reihe von Planeten fremder Sonnensysteme - irgendwo im Weltraum - höherentwickelte Wesen als auf der Erde geben könnte. Es sei deshalb dem menschlichen Geist erlaubt, den Faden solcher Möglichkeiten weiterzuspinnen (und abenteuerliche Utopien zu erdenken) - wie es auch in diesem Roman geschieht:

Die hochzivilisierten Menschen der Zukunft, die schon mehrere Planeten des Sonnensystems besiedelt und diese Welten zu einem Planetenbund mit einer gigantischen Weltraumflotte zusammengefaßt haben - diese Menschheit gerät in eine Panik, als die Gerüchte vom Auftauchen eines rätselhaften Planeten durch das Erscheinen fremder Raumschiffe bestätigt werden, deren Schnelligkeit und Bewaffnung alles übertreffen, was menschlicher Erfindergeist bisher geschaffen hat.

Ein Problem - so abwegig es noch vor einigen Jahren erscheinen mochte - ist plötzlich in den Mittelpunkt des Interesses gerückt. Annäherung geheimnisvoller Flugkörper? Invasion von einem fremden Planeten? Vielleicht sind das Geschehnisse, die schon in absehbarer Zeit die Menschheit in Atem halten und vor Probleme stellen werden, die sie heute noch skeptisch von sich weist.
Klappentext des AWA-Leihbuchs, 1. Auflage

Ein ganz hervorragendes Jugendbuch von Lester del Rey. Ihm gelingt es, die Jungen als kindlich darzustellen, ohne auf ein Hanni-und-Nanni-Niveau abzusinken. Und so kann del Rey den erwachsenen Lesern einige Denkanstösse als Naivität der Jugend rüberbringen, ohne unglaubhaft zu werden. Auch wendet er sich hier energisch gegen das damalige Säbelrasseln der Regierungen und proklamiert eine friedliche Koexistenz von West- und Ostblock. Leider gab es damals nicht genügend solcher Stimmen, sonst hätten wir die Perestroika vielleicht schon Jahrzehnte früher erlebt.

Freitag, 15. November 2013

TERRA SF 164 - Kurt Mahr : 2 x Professor Manstein


Kurt Mahr : 2 x Professor Manstein
Terra SF 164, 24.03.1961
Originalausgabe
Titelbild : Johnny Bruck


Professor Manstein, der Held des Romans, erlebt einen "Niveaudurchgang", das heißt, er gelangt auf eine Parallelwelt, die der unsrigen zu 99,9 % gleicht.
So gering sich auch dieser zehnte Teil eines Prozentes ausnehmen mag, er ist entscheidend nicht nur für Mansteins Schicksal, sondern auch für das Schicksal der gesamten Menschheit.
Klappentext
A scientist from our world is transported to another to fight an alien invasion.
lakonische Kurzzusammenfassung auf uchronia.net

Ein früher deutscher Alternate History-Roman, in dem Mahr zeigt, daß er auch Nicht-Dilatationsflug-SF beherrscht. Sehr interessant dargestellt, Mahr vermeidet Gimmicks'n Gadgets und schildert den eigentlichen Übergang recht unaufgeregt. Auch in der Folge konzentriert er sich auf die kleinen Differenzen der beiden Parallelwelten, so etwa die Ampelfarbe. Ich hatte beim Lesen so ein bißchen das Gefühl, daß die Invasion der Außerirdischen nur dem Leser geschuldet ist, meinem Empfinden nach reichte Mahr das reine Gedankenexperiment eigentlich vollkommen aus.

Countdown : X-168

Donnerstag, 14. November 2013

TERRA SF inside - HEYNE-Werbung (1)

Auch bei Heyne fing die SF an, eine Rolle innerhalb ihres Taschenbuchprogramms zu spielen. Nach den Triffids wurde auch Richard Matheson mit "Die unglaubliche Geschichte des Mr. C" verlegt. Und kräftig für die Taschenbücher Werbung gemacht. Noch innerhalb der Allgemeinen Reihe sieht man hier den Beginn der HEYNE SF&F-Taschenbuchreihe im Spiegel der Werbung.

TERRA 129 vom 29.07.1960 - Werbung für Heyne-Taschenbücher

TERRA SF 163 - Jonathan Burke : Hotel Cosmos


Jonathan Burke : Hotel Cosmos (Hotel Cosmos)
Terra SF 163, 17.03.1961
gekürzter Nachdruck des gleichnamigen Leihbuchs von 1960
Originalausgabe 1954
Aus dem Englischem von Rainer Eisfeld
Titelbild : Johnny Bruck


Ein Roman, der den Leser in ein Universum von morgen versetzt, in dem sich fremde Rassen untereinandermischen und ein Hotel sich auf alle Arten von Besuchern einstellen muß. HOTEL COSMOS steht auf einem Planeten an einer der großen Raumrouten, wo sich Bewohner vieler Sonnensysteme treffen. Auf diesem Planeten liegt aber auch eine Strafkolonie, und als ein Uranier aus ihr entflieht, besteht für die Gäste aller Anlaß zur Unruhe.

Denn ein Uranier kann die Gestalt jedes bekannten Wesens annehmen, und mehr noch, er kann sie wirklich s e i n - mit ihren Eigenheiten, ihren Gefühlen, ihren Gewohnheiten. In jedem kann sich der Geflohene verbergen, jeder steht unter Verdacht. Und für Harrison vom Interplanetaren Amt für Nachforschungen kommt noch hinzu, daß ein persönliches Problem auf ihn wartet. Aber irgendwie müssen die Gäste schließlich beweisen, daß sie noch ihr Selbst sind. Und so beginnen sie zu erzählen . . .

Mit der Kunst des wahren Romanciers versteht es Burke, eine Reihe in Raum und Zeit entfernter Geschehnisse zu verbinden, ohne episodenhaft zu wirken. Dabei bricht mehrfach seine Neigung zum Unheimlichen, Unerklärlichen, Monströsen durch. Unter Hinzunahme der Spannung, die eine kriminalistisch geladene Handlung von selbst erzeugt, versteht es Burke, den Leser restlos in seinen Bann zu schlagen, ihn mitzureißen in den Wirbel der Geschehnisse, die sich unerwartet im HOTEL COSMOS abspielen ...
Klappentext des WIDUKIND-Leihbuchs

Ein typischer Kurzgeschichten-Roman dieser Zeit, ganz witzig geschrieben. John Burke (1922-2011) war ein englischer Autor, der zu seiner Zeit (etwa von Anfang der 50er bis Ende der 80er) mehrere hier in Deutschland unbekannte und auch meiner Meinung nach nicht allzu wichtige Stories und Romane veröffentlicht hat. Am bekanntesten dürfte er hierzulande für seine unter dem Pseudonym Robert Miall geschriebenen Filmromane zur Fernsehserie "UFO" geworden sein.

Mittwoch, 13. November 2013

TERRA SF inside - Wettbewerb "TERRA lacht"

In Heft 128 vom 22.07.1960 war auf der LKS ein Aufruf für einen neuen Wettbewerb. Die Leser sollten SF-Witze einschicken. Wie textete ein anderer Autor doch so schön : "Das Grauen kommt auf leisen Sohlen" ...

LKS TERRA 128

TERRA SF 161 - K.H. Scheer : Pronto 1318


Karl Herbert Scheer : Pronto 1318
Terra SF 161, 03.03.1961
gekürzter Nachdruck des gleichnamigen Leihbuchs von 1959
Titelbild : Karl Stephan


Sie wurden "Reagenzaffen", "Mischmasch" und "Flottenschädlinge" genannt, weil sie bereit waren, ihr kümmerliches Leben für einen Krieg zu opfern, der im Rahmen der galaktischen Kräfte sinnvoll erschien, aber sinnlos geworden war.

Der Gegner ist unbekannt, hartnäckig und von unglaublicher Fruchtbarkeit. Nachdem mehr als 18 Milliarden Männer aus der Föderation der irdischen Kolonialplaneten gefallen sind, geht man dazu über, künstliche Gebilde zu züchten und ihnen den amtlichen Namen "Bios" zu verleihen. Diese Ersatzstreitkräfte in organischer Form beginnen in dem Augenblick den Menschen zu überflügeln, als Nummer 1318 aus der intellektuellen Serie der Prontos in der Hypnose-Schulungsmaschine erwacht.

Flottenoffiziere empören sich, Haß und Mißgunst brandet auf. Die soziologischen und menschlichen Probleme in einer Welt der fernen Zukunft werden hochrasant, psychologisch eindrucksvoll und in der logischen Gesamtfundierung so großartig geschildert, daß sich der Roman "Pronto 1318" von selbst zu einem hervorstechenden Werk modernster Science-Fiction-Literatur erhebt.

Scheer lebt mit. Niemals schildert er das Wesen Pronto 1318 - er ist es selbst.

Planeten vergehen im Glutorkan detonierender Kerngeschosse. Flotten werden zerschlagen, und Zuchtlabors arbeiten auf Hochtouren, um den Menschenersatz zu schaffen. Der Kampf bildet nur die Nebenhandlung. Dominierend sind die menschlichen Probleme eines Mannes, der eigentlich noch ein Säugling sein müßte und der dennoch als Kanonenschütze zum Einsatz kommt. Seine besonderen Gaben befähigen ihn schließlich dazu, den Frieden mit dem bisher unbekannten Gegner zu erzwingen und die Menschheit zu demütigen. Man nannte ihn einen Halbaffen, und doch schuf er die Vorbedingungen zum Frieden.
Klappentext des BALOWA-Leihbuchs

Als Einstieg ins Scheer-Universum ist "Pronto 1318" einer der späten Meilensteine, der unbedingt angeflogen werden muß.
Thomas Harbach in "Actionfaktor unbegrenzt", dem viertem Band der TCE-Serie

Ich kann Thomas Harbach hier nur zustimmen. Der gesamte Roman ist ein energisches Pamphlet gegen Rassismus. Selten wurde von einem deutschen Autor zu dieser Zeit derart deutlich die Gleichberechtigung von Weißen, Negern und Asiaten (um gleichzeitig drei heutzutage politisch absolut unkorrekte Begriffe zu bringen) proklamiert. KHS sagt deutlich, was er von Rassismus und Rassisten hält. Und hat mit dieser seiner Meinung jahrzehntelang SF-Fans geprägt. Auch in der verkürzten Form ist "Pronto 1318" immer noch ein gewichtiges Werk, das seinesgleichen sucht. Und es wundert mich nicht, daß aktuell, bei einer auf diese Werte einschwenkenden Perry-Rhodan-Serie, viele Uraltleser wie ich plötzlich wieder die Erstauflage lesen. Wir sind mit diesen Werten aufgewachsen, unsere ersten Romane waren philosophische Schwergewichte wie "Pronto 1318". Wenn jetzt solche Werte wieder von "unserer" Serie propagiert werden, dann lesen wir sie auch wieder. Und zwar genauso begierig wie vor 40 Jahren.

Dienstag, 12. November 2013

TERRA SF 160 - Robert Silverberg : Muß Lurion sterben ?


Robert Silverberg : Muß Lurion sterben ? (The Planet Killers)
Terra SF 160, 24.02.1961
Deutsche Erstausgabe
Originalausgabe 1957
Aus dem Amerikanischem von Annemarie Wigge
Titelbild : Johnny Bruck


MUSS LURION STERBEN? ist die Frage. die der Autor in dem vorliegenden Roman aufwirft. Dies ist auch die Frage, die Roy Gardner, Agent des irdischen Sicherheitsdienstes, sich stellt, als sein Chef ihm den Auftrag erteilt, den Planeten Lurion zu zerstören, da sonst die Lurioni in spätestens 67 Jahren die Erde und ihre Menschheit vernichten würden.

Wenigstens ist dies die Schlußfolgerung, zu der das "unfehlbare" Elektronengehirn nach der Sichtung aller vorhandenen Daten gelangt. Doch ist Roy nicht gewillt, den Spruch des Elektronengehirns als unabwendbare Entscheidung über Tod oder Leben vieler Millionen Intelligenzen zu akzeptieren...

So, das genügt als Einführung zu diesem Roman, dessen Erscheinen in TERRA gewiß ein positives Echo unter unseren Freunden hervorrufen wird.
aus dem Vorwort von Günter M. Schelwokat

Das vollständige Vorwort inklusive der Vorstellung des Newcomers (!) Silverberg ist aus heutiger Sicht derart amüsant, daß ich es gescannt habe, siehe unten. Der Roman selber ist zwar eher in den Bereich SF-Action einzuordnen, nimmt aber mit seiner Skepsis gegenüber Computern viel der späteren Romane vorweg. Ich fand ihn - trotz seines Alters - immer noch lesenswert.

Dies ist übrigens die einzige Ausgabe dieses Silverberg-Romans in deutscher Sprache. Man sollte eigentlich denken, daß von dem Großmeister der SF in späteren Jahren alles nochmals in angemessener Form neu herausgegeben wurde, aber dem ist mitnichten so. Insbesondere die Romane, die in den 60ern als Heft bei TERRA oder UTOPIA veröffentlicht wurden, scheinen im deutschen Sprachraum bis zu einem gewissem Grad verschollen zu sein. Meines Wissens ist Silverberg auch nicht der einzige (angloamerikanische) Autor, bei dem es einiges dieser Art aufzuarbeiten gilt. Ich bin einmal gespannt, welcher Kleinverlag sich hier profilieren wird.

LKS aus Heft 160 mit der Vorstellung des "jungen Mannes" Robert Silverberg

Montag, 11. November 2013

TERRA SF 159 - Jay Grams : Planet der Finsternis


Jay Grams : Planet der Finsternis
Terra SF 159, 17.02.1961
gekürzter Nachdruck des gleichnamigen Leihbuchs von 1960
Titelbild : Johnny Bruck


Pearcy Jackson und Kennet Wilson werden vom Entsetzen geschüttelt, als in der Eiswüste des Pluto ihr Kamerad Jonny vor ihren Augen auf mysteriöse Weise entführt wird. Von einem Lichtstrahl gepackt, steigt er in die Höhe und verschwindet. Wenig später ereilt Pearcy Jackson das gleiche Schicksal, und nur Kenneth Wilson gelingt es, die Station zu erreichen.

Noch wissen die Männer der Pluto-Station nicht die unheimliche Kraft zu deuten, der augenscheinlich ihre beiden Kameraden zum Opfer gefallen sind. Aber sie ahnen schon die Existenz fremder Intelligenzen. Diese Ahnung wird zur Gewißheit, als eine weitere, mit Raupenfahrzeugen und Robots unternommene Expedition von gespenstischen Wesen überfallen wird.

Das alles aber ist nur der Beginn einer welterschütternden Auseinandersetzung, während derer über Pluto Kampfraumer in gewaltigen Energiequellen einander vernichten und Jean Meloir, ein Besatzungsmitglied der Pluto-Station, als erster Mensch den Planeten der Finsternis betritt ...
Klappentext des BEWIN-Leihbuchs

Wie man am Klappentext deutlich merkt, geht es hier um schlichtes Geballer. Die guten Außerirdischen gegen die bösen Außerirdischen und die Menschen mittendrin. Wenn auch die technisch-wissenschaftlichen Ideen hier nicht uninteressant sind, so ist die Geschichte insgesamt doch ziemlich eindimensional. Nichts was man lesen muß ...

... als Dan Shocker-Fan sollte man die Romane von Jay Grams allerdings kennen. Und da finde ich es doch interessant, daß diese, in den 60ern veröffentlichten Romane, bisher keine Neuauflage erfahren haben. Dagegen wurden die klassischen SF-Autoren, die bei diesem Genre dabeigeblieben sind, vielfach auch später, in den 80ern und 90ern neu veröffentlicht. Haben wir hier eine echte Lücke ? Denn soo schlecht sind die Anfänge von Jürgen Grasmück wirklich nicht, da habe ich im Rahmen der TERRA-Hefte deutlich suboptimalere Sachen gelesen.

Autorenportrait Jay Grams auf der Rückseite von TERRA 159

Sonntag, 10. November 2013

TERRA SF 158 - Bryan Berry : Tödliche Grenze im All


Bryan Berry : Tödliche Grenze im All (And the Stars remain)
Terra SF 158, 10.02.1961
gekürzter Nachdruck des gleichnamigen Leihbuchs von 1955
Originalausgabe 1952
Aus dem Englischem von Heinz Kotthaus
Titelbild : Johnny Bruck


Es war Waring, dem Starreporter des "Newscreen", sofort klar, daß etwas außergewöhnliches passiert sein mußte, denn sonst würde ihn sein Chef niemals mitten in der Nacht zu sich rufen. Und es war wirklich etwas geschehen, ein Ereignis war eingetreten, das Waring sein größtes und erregendstes Erlebnis bringen sollte.

Der Raumschiffkapitän van Carsberg hatte irgendwo im Weltall Bruchstücke eines Raumschiffes gefunden, das vor einigen Jahren mittels eines Supertreibstoffes startete, um aus unserem Sonnensystem hinauszustoßen, seit der Zeit aber spurlos verschwunden war.

Waring bekommt den Auftrag, mit den Wrackteilen heimlich zum Mars zu fliegen, um diese mit dem ZEITHIRN untersuchen zu lassen.

So erlebt der Leser mit Waring die Reise des verschollenen Raumschiffes, ist mit unter der Besatzung und doch völlig unbeteiligt, durchlebt Ängste und Wahn und landet in der vierten Dimension. Der Leser wird ebenso entsetzt sein wie Waring, wenn er von der Existenz der PLANER erfährt, jener Roboter der vierten Dimension, die über das Weltall wachen.

Jeder Leser, der gewillt ist, anders denken zu lernen als Schule und herkömmliches Wissen es einst lehrten, wird sich mit diesem Roman nicht nur unterhalten und von ihm gefesselt sein, sondern sich auch einen neuen Standpunkt in menschheitsbewegenden Fragen erobern.
Klappentext des RIEDEL-Leihbuchs

Die demokratische Idee ist noch nicht in jedermanns Kopf eingedrungen. Auch nach dem Zweiten Weltkrieg gab es immer noch Leute, die an Diktaturen glaubten und einer Fremdbestimmung der Menschheit durch Weise Wesen positiv gegenüberstanden. Daß dies kein deutsches Phänomen war, sieht man sehr schön an diesem und anderen angloamerikanischen Romanen der Nachkriegszeit. Wenn man derartige Romane liest, wundert man sich nicht mehr über die heftige Revolte gegen dieses Establishment, die 1968 begann.

Samstag, 9. November 2013

TERRA SF 157 - Kurt Mahr : Die Welt des Ursprungs


Kurt Mahr : Die Welt des Ursprungs
Terra SF 157, 03.02.1961
Originalausgabe
Titelbild : Johnny Bruck


Raumkapitän Kris Tembraker, der nach langer Abwesenheit zum Silverglass, seinem Heimatplaneten, zurückkehrt, findet dort große Veränderungen vor, die die zwangsläufige Folge einer Auseinandersetzung mit den kriegerischen Nachbarsystemen sind. Kris erhält sofort bei seiner Rückkehr den Auftrag, das entlegene Sonnensystem D-232 anzufliegen, um festzustellen, was es mit der dort beobachteten Lichtexplosion auf sich habe, und ob sich das Prinzip, auf dem die Explosion beruht, nicht als Waffe einsetzen.

Die Entdeckungen, die Kris am Zielort macht, sind so überwältigend, daß der Schluß naheliegt, der dritte Planet dieses Systems sei die sagenhafte WELT DES URSPRUNGS der Menschheit.
Klappentext

Langweilig. Im Gegensatz zu den anderen Mahr-Heften ist das hier ein echter Flop. Weder wird das Geheimnis der Welt des Ursprungs auch nur annähernd interessant dargestellt, noch wird eine irgendwie interessante Auflösung geboten. Ein echter Ausreißer unter den bisherigen Romanen Kurt Mahrs. Könnte daran liegen, daß Kurt Mahr zusammen mit Darlton, Scheer und Shols zum damaligen Zeitpunkt an einem anderem Projekt intensiv am Arbeiten war ...

Freitag, 8. November 2013

TERRA SF 155 - K.H. Scheer : Zutritt verboten


Karl Herbert Scheer : Zutritt verboten
ZBV 11
Terra SF 155, 20.01.1961
Nachdruck des gleichnamigen Leihbuchs von 1959
Titelbild : Karl Stephan


Ein fünffacher Mörder mit seltsamen Komplexen muß nicht unbedingt in der Hinrichtungskammer enden, vorausgesetzt, sein Leben wird von der Geheimen-Wissenschaftlichen Abwehr angefordert.

Es geschieht, und Torp Lowinski erlebt das Grauen in der Form lichtschneller Impulse, die schließlich seine individuelle Persönlichkeit auslöschen. Zwei ZBV-Agenten der GWA starren ausdruckslos auf die hauchdünnen Metallnetze, die erwiesenermaßen keinen Schutz versprechen. Sie werden sie trotzdem tragen, und von da an beginnt für Major Thor Konnat die quälende Ungewißheit. Der russische Geheimdienst schaltet sich ein in das Kräftespiel der vereinigten Erd-Nationen. Zwei GWA-Schatten erfahren in einem nordsibrischen Kommandobunker erschreckende Tatsachen, die schließlich in dem Monstertum des Atomzeitalters ihre Krönung finden. Irgendwo auf dem Mond gibt es eine Kolonie erbverseuchter Wesen. Nur die Spitzen der Regierungen sind darüber informiert - und noch eine Macht, deren Streben vom fernen Mars bis zur Erde reicht. Konnat startet mit einem Monsterschiff. Eingereiht in die Klasse der "positiven Erbgeschädigten", erreicht er Luna, wo ihn bereits der Partikelschrecken erwartet. Er weiß, daß seine Aufgabe nur über Umwege gelöst werden kann. So beginnt die Revolte der Mutanten unter der Führung eines GWA-Schatten, der in Staatspräsidenten Ungeheuer und in verformten Lebewesen Menschen erkennt.

Das Ziel ist der Mars - doch dort gilt ein ungeschriebenes Gesetz. "Zutritt verboten", nennt es sich. Monde entpuppen sich als Raumstationen. Artenfremde Intelligenzwesen starten teuflische Versuche mit den Nachkömmlingen genetisch geschädigter Menschen. Tödliche Energiewaffen erweisen sich letztlich als einfach, nachdem ihre Funktion annähernd erkannt werden konnte.

Es geht um die Macht im nahen Sonnensystem, nur erscheint es schwierig, unbegreifliche Kräfte auszuschalten und das zu verhindern, was beunruhigte Geheimdienstleute seit Monaten befürchten.

Konnat geht in einer Aufgabe auf, die nicht nur sein Können beansprucht. Er muß das aufgeben, was er als höchste Gabe betrachtet, nämlich sein Menschtum.

"Zutritt verboten" ist ein ZBV-Roman der absoluten Spitzenklasse. Die harte, klare Sprache des Autors verschleiert keine Details. Der Roman drückt das aus, was in einigen Jahrzehnten durchaus eintreten kann. Die Erben der Hölle erweisen sich als nutzbringend, auch wenn sie keine Menschen mehr sind.

Dieser neueste Scheer-Roman aus dem Balowa-Verlag wird Sie von der ersten bis zur letzten Seile faszinieren.
Klappentext BALOWA-Leihbuch

Die ZBV-Geschichte geht weiter, hier sind wir beim Kampf gegen die Deneber. Durch die Kürzungen geht einiges vom Stimmungsbild verloren, aber Scheers ZBV-Romane sind auch in der Kurzform ein Genuß. Auffallend ist bei diesem Roman das Anschreiben gegen den Zeitgeist. Daß "in Staatspräsidenten Ungeheuer und in verformten Lebewesen Menschen" erkannt werden, ist Anfang der 60er immer noch revolutionär, im gesellschaftlichen Konsens bestimmt das Aussehen immer noch den dahinterstehenden Menschen. Die Denke, die für uns heute normal und selbstverständlich ist, hat in diesen Romanen ihre Wurzeln.

Donnerstag, 7. November 2013

TERRA SF 153 - Robert Moore Williams : Unter Gehirnkontrolle


Robert Moore Williams : Unter Gehirnkontrolle (Conquest of the Space Sea)
Terra SF 153, 06.01.1961
Deutsche Erstausgabe
Originalausgabe 1955
Aus dem Amerikanischen von Hans-Rüdiger Leberecht
Titelbild : Johnny Bruck


Die meisten Autoren haben bestimmte Spezialgebiete und Themen, derer sie sich mit Vorliebe annehmen. Jedem Leser, der etwa drei oder mehr Romane eines Autors kennt, dürfte dies bereits aufgefallen sein. Der Amerikaner Robert Moore Williams, der Autor des vorliegenden TERRA-Bandes, bildet keine Ausnahme. Sein Anliegen ist es, die Weiterentwicklung der geistigen — sprich: parapsychischen — Fähigkeiten des Menschen zu schildern. In HOMO SAPIENS ZU VERKAUFEN kam dies ganz stark zum Ausdruck, während die parapsychischen Elemente in UNTER GEHIRNKONTROLLE Eigenschaften einer fremden Rasse sind, die versucht, die Menschheit daran zu hindern, das heimatliche Sol-System zu verlassen und zu den Sternen vorzustoßen.

Doch die Menschen des Pluto-Stützpunktes sind nicht gewillt, auf die Eroberung des „Weltenmeeres"" — wie sie den Raum außerhalb ihres Systems bezeichnen — zu verzichten, und X-81, ein neuartiger Roboter, der auf dem Pluto getestet wird, erweist sich als treuer Helfer bei diesem Vorhaben.
Vorwort von Günter M. Schelwokat

Obwohl von 1955 glaubt man doch, eine wesentlich ältere Story vor sich zu haben. Kitschig, pathethisch, In ihrer Humanozentrik am Rande des Rassistischen, ist dieses Heft nicht wirklich weiterzuempfehlen.

Robert Moore Williams lebte von 1907 bis 1977, seine erste Geschichte wurde 1934 veröffentlicht. Seine Geschichten waren selten originell, als Vielschreiber war er aber einer der gesuchtesten Autoren für "typische" Science Fiction. Viele seiner Geschichten und Romane sind über das Projekt Gutenberg erhältlich, wer sich für Moore interessiert, sollte dort einmal nachsehen.

Robert Moore Williams in der SFE