Freitag, 10. April 2015

Anja Bagus : Waldesruh



Anja Bagus : Waldesruh

Originalausgabe 2014
304 Seiten, Paperback, 14,- €
ISBN 978-3-939459-84-2


Hochschwarzwald 1912

Die adlige Witwe Minerva hat die Nase voll davon, weiterhin Gesellschafterin ihrer Mutter zu sein. Der Unternehmer Falk Bischoff will eine Glashütte kaufen, doch der Glasmachermeister wurde ermordet und seine wertvolle Forschung ist verschwunden. Ein preußischer Hauptmann folgt den unheilvollen Visionen einer Hexe. Seine Mission: einen drohenden Krieg verhindern.

Alle diese Personen logieren im exklusiven Hotel “Waldesruh”, dessen verwöhnte Gäste sich eines luxuriösen Lebens erfreuen. Sie wollen Skilaufen oder im Pferdeschlitten durch die verschneite Landschaft kutschieren und sich abends mit Tanz und Gesellschaftsspielen amüsieren.

Doch auch sie müssen feststellen, dass der Æther rund um den mysteriösen Glasberg vieles verändert hat. Als in der Silvesternacht uralte Mächte erwachen, müssen sich alle entscheiden, auf welcher Seite sie stehen.
Klappentext

Nach den Annabelle-Rosenherz-Romanen (Aetherhertz / Aetherresonanz / Aethersymphonie) beginnt Anja Bagus mit "Waldesruh" eine neue Trilogie. Diesmal nicht als Selfpublisher, sondern unter der Ägide des Verlags Edition Roter Drache.

Mein erster Eindruck ist, daß dieser Roman sorgfältiger lektoriert worden ist als die bisherigen Bände. Dies kann natürlich täuschen, denn die Autorin hat sich von ihrem ersten Roman an kontinuierlich weiterentwickelt. Aber das war, wie gesagt, mein erster Eindruck.

Die Geschichte selbst ist die typische Vermischung von Liebesroman und Steampunk, die mir auch schon bei "Annabelle Rosenherz" gefallen hat. Als nicht im SF/F-Genre aufgewachsene Autorin hat Anja Bagus keinerlei Berührungsängste mit Kitschszenen und wenn ihr eine in den Kram passt, dann schreibt sie sie eben. Das gibt ihren Romanen eine gewisse Leichtigkeit, "Waldesruh" ist da schon an der Grenze zum Pageturner.

Nachdem Jim Butcher Harry Dresden auf den Erlkönig treffen liess, habe ich eigentlich nicht erwartet, eine solche Konstellation in der nächsten Zeit wiederzufinden. Und als der Erlkönig dann hier in "Waldesruh" auftrat, war ich gespannt, ob das Buch neben den "Dresden Files" überhaupt bestehen kann. Es war sehr angenehm zu merken, daß es das kann (ich schreibe ungerne negative Kritiken). Anja Bagus' Erlkönig ist anders als der Butchersche Typ, aber nicht wesentlich, und die Nicht-Menschlichkeit hat Anja Bagus ebenso gut wie Jim Butcher dargestellt. Das ist schon eine ziemliche Leistung.

"Waldesruh" heisst der Roman, nicht "Waldeslust" ! Da bin ich eben meinen Kommentar nochmal durchgegangen, den Titel habe ich überall falsch geschrieben. Das könnte natürlich daran liegen, daß Anja Bagus ebenso wie Richard Castle in ihren Romanen einige sehr romantische, nichtsdestotrotz ausführlich und explizit dargestellte erotische Momente integriert hat, wie etwa den von Seite 114. Offenbar eine Freudsche Fehlleistung von mir. Sorry !

Sehr gefallen hat mir die Dialekt-Sprache, die die Autorin an vielen Stellen benutzt. Es gibt dem Roman Lokalkolorit und da der allemannische Dialekt auf dem Niveau der Ausstrahlungen den Ohnsorg-Theaters ist, können auch Nordlichter wie ich den Dialogen mühelos folgen.

Insgesamt ein sehr schöner Roman. Auch die grundlegenden Ideen, das Grüne Glas, der Glasberg, die Zwerge und den ökologischen Touch fand ich sehr befriedigend. Eine rundum gelungene Geschichte, die ich nur weiterempfehlen kann.

Donnerstag, 9. April 2015

TERRA SF inside - Autorenportrait Conrad Shepherd

Auf der LKS von Heft 521 vom 26.05.1967 findet sich ein Autorenportrait von Conrad Shepherd, bedauerlicherweise ohne Bild :

TERRA SF 531 - Jean Gaston Vandel : Alarm aus dem Unsichtbaren

Jean Gaston Vandel : Alarm aus dem Unsichtbaren (Bureau de L'Invisible)
Terra SF 531, 28.07.1967
Nachdruck des gleichnamigen Weiss-Taschenbuchs von 1956
Originalausgabe 1955
Aus dem Französischen von Else von Hollander-Lossow
Titelbild : Karl Stephan


Spencer Kerrick hat mehrere übersinnlich begabte Mitstreiter um sich versammelt, um aus den Geheimnissen eines außerirdischen Artefaktes Kapital zu schlagen, indem er mit seiner Agentur Hilfe bei mit normalen Mitteln nicht lösbaren Fällen anbietet. Doch dann besuchen die Fremden die Erde...
Inhaltsangabe

Nicht wirklich gut. Zwar stilistisch einwandfrei und gut übersetzt, aber eben aus den 50ern und im Umfeld der anderen TERRA-Ausgaben von 1967 einfach nicht mehr zeitgemäß. Dies gilt um so mehr, als dieser SF-Roman neben Mutanten mit Psi-Fähigkeiten auch Geisterbeschwörungen beschreibt und die Analyse eines außerirdischen Artefakts in naiv-trivialer Art und Weise beschreibt. Ich bin weiß Gott kein Anhänger der "Es muß alles wissenschaftlich 100 %ig korrekt sein"-Religion, aber das war auch mir zuviel. Ganz davon abgesehen, daß Zufall und Glück hier zu große Rollen spielten. Schwamm drüber, auf zum nächsten Heft.

Titelverzeichnis der WEISS-Taschenbücher
Bibliographie Jean-Gaston Vandel
Jean-Pierre Andrevon : Jean-Gaston Vandel, écrivain progressiste (1978)

Mittwoch, 8. April 2015

TERRA SF inside - "Perry Rhodan", Heft 300

Auf der LKS von Heft 517 vom 05.05.1967 erzählt Walter Ernsting von den Anfängen der "Perry Rhodan"-Serie und Karl-Herbert Scheer lässt sich über die Romane ab Band 300 aus. Ich lass' das mal so stehen und kommentiere das nicht weiter.


Nee, geht nicht. Also der "Captain Future"-Teil ist absoluter Unsinn und die Entstehung der Serie auch ziemlich nostalgisch verklärt. Und KHS erzählt auch nicht wirklich was über die neuen Romane. Von daher sehe ich das als reines Marketing ohne echte Relevanz, ist aber trotzdem ein interessantes Zeitdokument.

TERRA SF 533 - Hans Kneifel : Die Jäger der goldenen Pelze


Hans Kneifel : Die Jäger der goldenen Pelze
Die interstellaren Freihändler 03
Terra SF 533, 11.08.1967
Originalausgabe
Titelbild : Johnny Bruck


Nach der Pleite auf Aikmon versuchen sich die Interstellaren Freihändler als Modedesigner und Pelzjäger. Doch am Ende kassiert die Verwaltung des Planeten, auf dem sie leben, ihre Gewinne wieder ein.

Stilistisch zwar schon ganz nett, der Roman liest sich flüssig runter. Aber inhaltlich eine echte Katastrophe, selten einen Roman mit derartig vielen Fragwürdigkeiten gelesen. Es beginnt damit, daß man mit der Raumgarde, einer interstellaren Polizeitruppe, mauschelt. Geht weiter mit dem Töten von Tieren um ihres Felles wegen. Und endet mit dem gleichen langweiligen Schluß wie der Vorgängerband. Kein Highlight, wirklich nicht.

Die interstellaren Freihändler
01 - Freihändler der Galaxis
02 - Die Milliarden von Aikmon
03 - Die Jäger der goldenen Pelze

Dienstag, 7. April 2015

TERRA SF inside - Eastercon 1967

Auf der LKS von Heft 516 vom 28.04.1967 berichtet kein geringerer als Walter Ernsting über den diesjährigen Eastercon in Bristol :


Scheint früher lockerer gewesen zu sein, ist mein Eindruck. Nina, kannst Du dazu was sagen ?

TERRA SF 532 - Jack Williamson : Die Herrscher der Nacht


Jack Williamson : Die Herrscher der Nacht (Darker Than You Think)
Terra SF 532, 04.08.1967
Deutsche Erstausgabe
Originalausgabe 1940, Expanded Version 1948
Aus dem Amerikanischen von Monika Glettler & Hans Kneifel
Titelbild : Johnny Bruck


The novel begins with the announcement from an ethnological expedition to Mongolia that among humanity exist people who can turn themselves into animals. However, the expedition's spokesman dies of a sudden mysterious seizure in the midst of a press conference, just as he was about to provide detailed proof of his assertions. His friend, journalist Will Barbee, suspects his alleged colleague, the fascinating April Bell.

Determined to discover the truth, but also attracted by Bell, Barbee finds out that in a past era a war took place in which Homo sapiens defeated werewolves (Homo lycanthropus) - who can, in fact, also turn themselves into various other animals other than wolves. The surviving werewolves continued to live hidden among humans and await the coming of the Child of the Night who will lead them to recover the supremacy.

In the secret history depicted in the book, medieval witch hunting was not a manifestation of blind fanaticism but a means of protecting Homo sapiens against the resurgence of this very real threat; conversely, modern skepticism and rational disbelief in the very existence of witches were deliberately fostered by these hidden werewolves, as a way of gaining a breathing spell and preparing for their counter-attack.

While becoming aware of all this, Barbee is faced with the issue of discovering precisely who and what he is himself, and on which side should he range himself in the coming titanic struggle.
Wikipedia

Keine wirklich interessante Geschichte - vom Standpunkt des Jahres 2015 aus gesehen. Denn während heutzutage die klassischen Werwolf-Anzeichen dem Leser nur allzu deutlich ins Auge fallen, war dies vor 75 Jahren, als die Story das erste Mal in Unknown erschien, keinesfalls so, die einzelnen Details waren absolutes Neuland. Auch die Handlungsweisen der Protagonisten sind nur vor diesem Hintergrund zu verstehen, dem heutigen Leser kommen sie absurd vor. Nichtsdestotrotz sollte man diese Geschichte gelesen haben, und sei es nur als Vorlage für die seitdem geschriebenen Werwolf-Romane.

Im Netz finden sich diverse Rezensionen zu diesem Roman, die sich mit ihm im Detail auseinandersetzen und detailliert Vorzüge und Nachteile besprechen. Ich fand den Roman jetzt nicht so prickelnd, aber ich bin ja auch kein Literaturwissenschaftler. Hier eine kleine Auswahl :

Steven H Silver : Darker Than You Think
Hannah Priest : Darker Than You Think
Scott Lazerus : Forays into Fantasy: Darker Than You Think by Jack Williamson
John Clute : yore is us

Montag, 6. April 2015

TERRA SF 530 - H. K. Bulmer : Transit zu den Sternen


Henry Kenneth Bulmer : Transit zu den Sternen (Behold the Stars)
Terra SF 530, 21.07.1967
Deutsche Erstausgabe
Originalausgabe 1965
Aus dem Englischen von Birgit Ress-Bohusch
Titelbild : Karl Stephan


Man had discovered a means of colonizing the galaxy. Through a system of instantaneous matter transmission, men, machines, anything, could be sent light years away in seconds!

Only, men were not the only beings in the galaxy who were expanding, and at 200 light years from Earth the alien Gershmi people made their claims clear, with guns!

It would have been a fair fight between equally matched races, had not the very matter transmitter boxes which had made mankind’s expansion possible, suddenly began to put men back together, 200 light years from Earth, with their will to fight removed, so that Earthmen were marching with white flags of truce straight into Gershmi fire!
Klappentext der Originalausgabe

Die Menschheit hat sich im All ausgebreitet. Während Raumschiffe nur mit Unterlichtgeschwindigkeit fliegen können, wurde eine Transmittertechnik entwickelt und auf die Raumschiffe montiert, so daß man am Zielort ohne Zeitverlust von einem Ort zum anderen Wechseln kann.

Bei dieser Expansion ist man auf Aliens getroffen. Dies geschah nie hundertprozentig friedlich, am Anfang gab es Reibereien und Kriege, bis man zu einer friedlichen Koexistenz kam. Jetzt treffen sie auf eine neue Alien-Rasse, die Gershmi, und auch da droht ein Krieg auszubrechen. Die "Tauben", die gegen einen Krieg sind und mit Diplomatie, Friedenswillen und Pazifismus diese Auseinandersetzung verhindern wollen, manipulieren die Transmitter, so daß die da durch gehenden Menschen ihre Aggressivität verlieren.

Die daher resultierende drohende Niederlage und Vernichtung der Menschheit kann gerade noch durch einige Unbeeinflusste verhindert werden. Nachdem man den Gershmi aber gezeigt hat, daß man sich zu wehren versteht, kommen sie selber mit einem Friedensangebot.

Eine konservative, nichtsdestotrotz richtige Sichtweise eines schwierigen Problems. Wie Ghandi deutlich gezeigt hat, ist es nicht wirklich notwendig, mit den Säbeln zu rasseln, der Pazifismus im Sinne eines unbedingten Friedenswillens funktioniert - zwischen zivilisierten Kontrahenten, von denen jeder weiss, daß es auch anders geht. Aber die andere Option, der bewaffnete Widerstand, muß auch eine mögliche Handlungsweise sein und bleiben, ansonsten wird die "Frieden um jeden Preis"-Gesellschaft ausgelöscht. Gerade die deutsche Geschichte zeigt die Richtigkeit dieser Sichtweise und auch die Geschichte Israels ab 1945 lässt keine andere Deutung zu.

Aber - und auch dies wird in "Behold the Stars" thematisiert - der Friedenswille muß vorhanden sein, denn Krieg (und Bulmer lässt das deutlich in seinem Roman anklingen) ist keine wirklich positiv besetzte Option und muß immer nur das allerletzte Mittel sein. Es wird auch deutlich im Roman dargestellt, daß die "Tauben" durch ihre eigene persönliche Geschichte und ihre mittelbaren und unmittelbaren Kriegserfahrungen zu ihrer Ideologie gefunden haben, keinesfalls Verbrecher sind und ihre Sichtweise notwendig für eine gesunde Gesellschaft ist. Ebenso wie die der "Falken", und zwischen diesen beiden Standpunkten muß immer ein Kompromiß gefunden werden.

Thematisch auch heute noch ein relevanter Roman, wenngleich die simple Logik und die plakativen Deutungen doch etwas überholt sind. Heutzutage würde eine solche Geschichte wesentlich detaillierter und differenzierter erzählt werden und erzählt werden müssen. Aber unabhängig vom Hauptthema sind noch ein paar Details interessant. Zunächst wird nicht von "Terra", sondern von "Solterra" gesprochen, eine etwas andere Bezeichnung für unseren Planeten. Dann ist der Roman, der immerhin von 1965 stammt, absolut antirassistisch, menschliche Protagonisten der verschiedensten Hautfarben ebenso wie Aliens werden als vollkommen gleichberechtigt dargestellt, so als könnte es gar nicht anders sein. Und auch von seinem Frauenbild ist der Roman seiner Zeit voraus. In der (unausweichlichen) Liebesgeschichte wird die Frau nicht nur als selbstbestimmt, sondern als stark, fähig und angenehm aussehend geschildert, und nicht als long-legged Space Babe with a Ray Gun. Ich fand den Roman insgesamt noch gut lesbar, wenngleich man schon ein Faible für klassische SF haben muß, um ihn zu goutieren.

Eine ausführliche Besprechung, die sich auch mit dem Titelbild der Originalausgabe auseinandersetzt, finden man bei Schlock Value - Reading cheap literature so you don't have to

Sonntag, 5. April 2015

TERRA SF inside - Leserstimmen

In Heft 514 vom 14.04.1967 wurden auf der LKS Lesermeinungen und anderes veröffentlicht. Unter anderem ein Kommentar von "dem bekannten SF-Experten aus Österreich", Franz Rottensteiner. Der hatte offenbar schon 1967 sein Renommee weg. Aber es gab auch ein Angebot an Gucky : Ein Herr Schindler, von "Schindler Export u. Import" bietet Gucky den Einkauf einer größeren Menge dänischer Mohrrüben an, weil er doch so oft auf seine Lieblingsnahrung verzichten muß. :-)

TERRA SF 529 - John W. Campbell : Das Ding aus einer anderen Welt


John W. Campbell : Das Ding aus einer anderen Welt
Terra SF 529, 14.07.1967
Originalzusammenstellung
Aus dem Amerikanischen von Margarete Auer
Titelbild : Karl Stephan

enthält die Stories
Dämmerung (Twilight, 1934)
Das Ding aus einer anderen Welt (Who goes there ?, 1938)


Zwei uralte Stories von John W. Campbell, eine davon so berühmt, daß ich mir eine Inhaltsangabe sparen kann. Eine kleine, 40-seitige, im Original auch bebilderte Kurzgeschichte hat drei Verfilmungen inspiriert und gilt bis heute zu Recht als lesenswerter Klassiker. Wenngleich man heute die Plotholes der Story vielleicht deutlicher sieht, fand ich es wieder angenehm, die Geschichte, die ich kurz zuvor als Film gesehen hatte, zu lesen.

Denn ich habe mir endlich die Carpenter-Version von "Das Ding aus einer anderen Welt" reingezogen. Ziemlich enttäuschend, "Escape from New York" in der Antarktis. Gerade wenn man sich die erste Hawks-Verfilmung vor Augen führt, ist das Ding einfach langweilig. Aber neben diesen beiden gibt es noch eine dritte Verfilmung der Story, und damit meine ich nicht die Eisenbahn-Version. Nein, ich habe in den 90ern einen (Fernseh-?) Film gesehen, der ebenfalls in der Arktis oder Antarktis spielte und das Thema zwar wesentlich actionbetonter, aber auch spannender rübergebracht hat. Und nein, ich habe außer den Schneewällen und den orangenen Anzügen alles vergessen, bekannte Schauspieler haben da nicht mitgemacht, auch im Netz habe ich nichts gefunden. Falls also irgendjemand weiss, von welchem Film ich jetzt gerade spreche, wäre ich für die Info dankbar.

Die zweite Story "Twilight" ist eine der typischen "Ich reise zum Ende der Welt und finde degenerierte Menschen vor"-Geschichte, zu deren Inhalt man auch nichts weiter sagen muß. Allerdings fand ich die Erzählweise faszinierend, obwohl überhaupts nichts geschieht, zieht die Story den Leser in seinen Bann.

Wer diese und andere Geschichten von John W. Campbell lesen möchte, sei auf die im PLAYBOY-Imprint bei MOEWIG 1980 herausgegebenen "Die besten Stories von John W. Campbell" (Übersetzer : Joachim Körber) verwiesen, in der beide Kurzgeschichten zusammen mit vielen anderen der Zeit gesammelt sind.

Frohe Ostern

Unser Osterzopf, der heute nachmittag zum Kaffee en famille angeschnitten wird. In diesem Sinne : "Frohe Ostern !"

Samstag, 4. April 2015

TERRA SF inside - Rezensionen Transgalaxis

In Heft 513 vom 07.04.1967 sind auf der LKS Kritiken zu kürzlich erschienenen TERRA- und HEYNE-Taschenbüchern abgedruckt :

TERRA 513 LKS Rezensionen Transgalaxis (1)
TERRA 513 LKS Rezensionen Transgalaxis (2)

Interessant, daß auch hier bereits Kürzungen in den Taschenheft- und Heftroman-Reihen bemängelt werden.

TERRA SF 528 - Kurt Brand : Verbindung kommt


Kurt Brand : Verbindung kommt
Weltraumreporter 09
Terra SF 528, 07.07.1967
Originalausgabe
Titelbild : Karl Stephan


Bei Yal gehen andauernd die Visiophone kaputt, regelmäßig nach der Floskel "Verbindung kommt". Als unser Weltraumreporter diesem Phänomen nachgeht, kommt er nicht nur einer unheimlichen Verschwörung außerirdischer Gallertwesen auf die Spur, sondern wird von der Stellaren Abwehr auch gedrängt, bei ihnen mitzumachen ...

Thomas Harbach sagt dazu :
Kritisch ist anzumerken, daß Yal mit seinen 26 Jahren zu routiniert und wie ein Geheimagent agiert, sich in seiner Rolle deutlich zu wohl fühlt und immer wieder durch Zufälle und nicht eigene Recherchen den roten Faden der Handlung in die Hand nimmt. Zu oft niedergeschlagen, bewusstlos ,gefangen und entkommen für einen einzigen Roman. Auch aus dem bedrohlichen Element des gestörten Raumfunks hätte Brand mit mehr Konzentration auf eine vielschichtig angelegte Handlung mehr machen können. So wirken die einzelnen Abschnitte fast fragmentarisch und unzureichend zusammengesetzt.
Quelle

Also ich weiss nicht, ich sehe das deutlich weniger negativ. Für mich war "Verbindung kommt" ein herrlich chaotisches James-Bond-Abenteuer mit Yal, dem Weltraumreporter, in der Hauptrolle. Sicher, man hätte mehr daraus machen können, aber als Trivialliteratur im positivsten Sinn erfüllt der Roman auch seinen Zweck. Aber gerade das Zerrissene, die schnell wechselnden Schauplätze, die Zufälle - das passte irgendwie und hat mich eher begeistert als gestört. Auch und gerade die Schilderung von Yal als Nicht-Superhelden, dem der Zufall und das Glück beiseite steht, empfand ich schon immer als sehr gelungen. Und bei diesen späteren Yal-Romanen ist auch zu merken, daß Kurt Brand diese Faktoren stärker auswalzt. Da bin ich jetzt mal auf den letzten neugierig ...

Yal, der Weltraumreporter
Teil 01 : Der Ewige
Teil 02 : Kolumbus der Milchstraßen
Teil 03 : Der Sternbaron
Teil 04 : Falschmeldungen vom Sagittarius
Teil 05 : Sondereinsatz Trifid-Nebel
Teil 06 : Im Para-Dschungel
Teil 07 : Herr über 1000 Sonnen
Teil 08 : Das Geheimnis der Zyklopen
Teil 09 : Verbindung kommt

Freitag, 3. April 2015

TERRA SF inside - SFCD-Con 1967 / 10 Jahre Transgalaxis

In Heft 512 vom 31.03.1967 findet man auf der LKS zwei Ankündigungen. Die erste befasst sich mit dem SFCD-Jahrescon 1967 auf Schloß Marquartstein. Ein Treffen, "um ein paar Tage unter sich zu sein". Das wird im späteren Con-Bericht (den ich auch schon im Visier habe) noch ausführlich erzählt. Die zweite Ankündigung betrifft das Jubiläum von TRANSGALAXIS. Dieses Unternehmen wurde damals 10 Jahre alt und Walter Ernsting schrieb eine nüchterne Laudatio der man anmerkt, wie nah im der Tod des Gründers, Heinz Bingenheimer, ging :

TERRA 512 LKS SFCD-Con & 10 a TG (1)
TERRA 512 LKS SFCD-Con & 10 a TG (2)

TERRA SF 526/527 - Andre Norton : Hetzjagd der Zeitgardisten

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Andre Norton : Hetzjagd der Zeitgardisten (Quest Crosstime)
Terra SF 526/527, 30.06.1967
Deutsche Erstausgabe
Originalausgabe 1965
Aus dem Amerikanischen von Birgit Ress-Bohusch
Titelbild : Karl Stephan


In spite of the storm and the forbidding landscape of the lifeless alternate world to which she and her twin had come, Marfly should have known no fear. The girls were Erc Rogan's daughters and used to crosstime travel, and besides, Marfy's personnel disk told her that her sister Marva was present, not to distant, and safe. But the disk lied. Marva was gone. She was not anywhere - not at least in the time levels familiar to Vroom or its successor worlds. And when Marfy and Blake Walker, hurrying to to report the mystery to Rogan in Vroom, found themselves sabotaged onto an unlisted level inhabited by lizard warriors ruled by turtle, it was clear the powerful enemy who had spirited the missing girl to an outside level of time was also intent on destroying Vroom itself.

A master storyteller, Andre Norton is considered by many the leading science fiction writer for young people today. In this fast-paced adventure which swings Blake and Marfy across the fabric of counted years from the successor world of Vroom to a strange level called E625, warred over by rival factions of a remotely familiar Zoltec empire, to near disaster in the rivers of a lifeless project world, the author's invention has, indeed, unlocked the gates of time.
Klappentext der Hardcover-Originalausgabe

Nicht gut.
Die Romane von Andre Norton über Zeittreisen und Paralleluniversen sind einfach nicht gut, jedenfalls bin ich bisher noch auf keinen guten gestoßen. Auch der hier ist ziemlich chaotisch, voller Logik-Bugs und von der Geschichte her ziemlich vorhersehbar. Nur Nortons Stil lässt einen die Geschichte aushalten.

"Quest Crosstime" von 1965 ist eine Fortsetzung des Romans "The Crossroads of Time" von 1956. Warum Andre Norton zehn Jahre später noch eine Fortsetzung folgen liess, ist mir unverständlich. Insbesondere als sie ja bereits 1963 der erste Hexenwelt-Roman erschien. Und mir ist auch absolut unklar, warum diese Romane so schlecht sind, denn ansonsten fand ich Andre Nortons Romane eigentlich immer recht gut. Bis auf diese Zeitreise-/Parallelwelten-Dinger eben.

Eine sehr schöne Besprechung von diversen Romanen von Andre Norton findet sich übrigens im Blog Tales of Fantasy, der auch ansonsten ein echter Geheimtip ist.

Donnerstag, 2. April 2015

TERRA SF inside - Tombstone

Zwischendurch einmal etwas für unsere Western-Fans, abgescant von der Rückseite von Heft 511 vom 24.03.1967. Ich kenne die Serie nicht, war damals mehr auf dem Unger-Trip. Aber vielleicht kann Earl Warren / Walter Appel dazu etwas sagen ?

TERRA 511 RS Western-Werbung

TERRA SF 525 - Hans Kneifel : Die Milliarden von Aikmon


Hans Kneifel : Die Milliarden von Aikmon
Die interstellaren Freihändler 02
Terra SF 525, 23.06.1967
Originalausgabe
Titelbild : Karl Stephan


Im zweiten Roman um die interstellaren Freihändler finden diese ein geheimes Regierungsprojekt auf dem Planeten Aikmon : Eine Zeitmaschine. Sie machen sich diese zunutze, um Milliarden zu scheffeln. Durch eine Revolution verlieren sie aber am Ende all ihr Geld.

Kneifels Version vom betrogenen Betrüger. Denn im Endeffekt haben die Freihändler versucht, die Bürger von Aikmon um die Ergebnisse ihrer Arbeit zu prellen. Man hat auch am Ende wenig Mitleid mit den Händlern, auch wenn scheinbar niemand zu Schaden gekommen ist.

Interessant ist der emanzipatorische Effekt, den Kneifel hier im Roman versteckt. Die Händler haben nach ihrem ersten Abenteuer auf Bucaneer Sekretärinnen eingestellt. Durch die Bank weg werden sie als selbstbestimmte Frauen gezeichnet, die sich von ihren männlichen Chefs nicht wirklich unterkriegen lassen. Diese Emma-Peel-Brigade zeigt in den verschiedensten Facetten sehr schön, daß Frauen eben den Männern ebenbürtig sind und die gleichen Rechte haben sollten.

Ich persönlich fand den Roman nicht schlecht, aber lange nicht so gut wie den ersten Band. Und jetzt bin ich mal auf die weiteren Geschichten aus diesem Zyklus gespannt.



Die interstellaren Freihändler
01 - Freihändler der Galaxis
02 - Die Milliarden von Aikmon

Mittwoch, 1. April 2015

TERRA SF inside - Rezensionen SFT und "Andromeda"

In Heft 505 vom 17.02.1967 findet man Rezensionen aus der "Science Fiction Times" und "Andromeda", dem SFCD-Fanzine :

TERRA 505 LKS Rezensionen TG&A (1)
TERRA 505 LKS Rezensionen TG&A (2)

Ich finde es immer wieder interessant, zeitgenössische Lesermeinungen zu den damaligen SF-Publikationen zu lesen. Und es wird auch schön deutlich, welchen Impact Stanislaw Lem damals auf uns hatte, der eine ganz andere Science Fiction als die allgemein bekannte angloamerikanische präsentierte.

TERRA SF 524 - Edmund Cooper : Aufstand der Roboter


Edmund Cooper : Aufstand der Roboter (The uncertain Midnight)
Terra SF 524, 16.06.1967
Neuausgabe
Originalausgabe 1958
Deutsche Erstausgabe 1961
Aus dem Englischen von Werner Gronwald
Titelbild : Karl Stephan


Aus dem längsten und tiefsten Schlaf, in den ein Mensch je verfallen war, erwachte er in eine ihm fremde, gespenstische Welt hinein. Zuerst glaubte er, einen phantastischen Traum zu erleben, aber dann mußte er erkennen, daß es der wache Alptraum einer neuen, seltsam absurden Wirklichkeit war. Eine lebensfeindliche Macht will auf der Erde ihre Diktatur errichten. Er ist in Gefahr – und mit ihm die gesamte Menschheit, denn wo die Roboter siegen, muß jedes natürliche Leben sterben. Haben die satten und genußsüchtigen Menschen noch die Kraft, ihre Lethargie zu überwinden, um die tödliche Revolte der konstruierten Geschöpfe ihrer Erfindung niederzuschlagen?
Klappentext der HEYNE-Ausgabe

Noch gar nicht so lange her, daß ich den Roman gelesen habe. Am Anfang der TERRA-Hefte, als die Geschichten noch seeehr altbacken waren, habe ich die ersten HEYNE-Ausgaben gelesen, um mich von den TERRA-Heften zu erholen. Was hatte ich damals geschrieben ? Stilistisch gut, inhaltlich ziemlich gealtert, aber der erste seiner Art, der sich für Androiden-Emanzipation aussprach. Kann ich nur wieder bestätigen.

Interessant ist, wie oft dieser Roman in Deutschland nachgedruckt wurde. Die deutsche Erstausgabe 1961 als HEYNE SF 103, weitere Nachdrucke bei HEYNE unter den Nummern 3005 und 3213 (1970), bei Goldmann als 23328 und eben hier bei TERRA. Der Roman scheint damals auf großes Interesse gestoßen zu sein. Die Kürzungen der Heftausgabe relativ zur Buchausgabe sind vorhanden, auf den ersten 5 eng bedruckten Seiten bin ich aber nur auf die Auslassung eines einzelnen Satzes gestoßen. Auch sonst ist mir so direkt nichts aufgefallen, ich hatte aber das Gefühl, daß im weiteren Verlauf einige Stimmungsbilder fehlten oder unvollständig waren. Allerdings nur Kleinigkeiten, wie etwa der oben genannte fehlende Satz.

Dienstag, 31. März 2015

TERRA SF inside - Eine neue Fernsehserie : "Star Trek"

Auf der LKS von Heft 504 vom 10.02.1967 schreibt Thomas Schlück etwas über die geplanten SF-Worldcons 1967 und 1968. Der Hauptteil seines Berichts dreht sich aber um eine neue Fernsehserie, die seit Herbst 1966 in den USA zu sehen ist : Star Trek.

TERRA 504 LKS Schlück SF (1)
TERRA 504 LKS Schlück SF (2)