Dienstag, 4. August 2015

Hagenbeck 2015




Wie ich schon einmal sagte, ist Hagenbeck immer einen Besuch wert. Nach einer verregneten ersten Urlaubswoche war es dann am Sonntag schön und sonnig hier in Hamburg. Also nix wie hin nach Hagenbeck ! Und so wie wir dachten auch viele andere Hamburger, es war recht voll. Aber das verläuft sich ja auf dem großen Areal.

Als erstes musste natürlich der kleine Elefant angesehen werden, dieses Jahr geboren, meine Schwiegermutter war da schon ganz hibbelig drauf. Und er (bzw. sie) war auch echt süß und photogen :





Der kleine Elefant, den wir 2012 noch fasziniert bewundert hatten, hat jetzt ganz schön was auf die Rippen bekommen und wird sich auch in Bälde von den Besuchern mit Obst verwöhnen lassen.

Aber irgendwann ist auch genug und entspannt gingen wir weiter durch den Tierpark :


Überall sahen wir Junge, die Tiere scheinen sich bei Hagenbeck ausnehmend wohl zu fühlen :


Auch im Eismeer gibt's Nachwuchs und wenn ich die Hagenbecksche Homepage richtig verstanden habe, soll es da auch demnächst diesbezüglich zügig weitergehen.


Für Spielkinder wie mich hat Hagenbeck im Eismeer auch ein Schneemobil hingestellt :


Es war ein schöner Tag in Hagenbeck, nicht zu heiß, aber schön sonnig. Den Tierpark-Rundgang beschließen wir traditionell mit dem Orang-Utan-Haus. Da wurde uns dann auch klar, warum einige Pakete und Büchersendungen (noch?) nicht angekommen sind ...


Dieses Mal haben wir es andersrum als normalerweise gemacht und sind am Ende in das Troparium reingegangen. Die Kattas hatten auch wieder ein Junges, zwei sehr energische WärterInnen achteten darauf, daß es von keinem Besucher mitgenommen wird. Auch dieses neue Tropenhaus ist einen Besuch wert - allerdings hätten wir um beispielsweise die Fledermäuse zu photographieren ein Stativ mithaben müssen. Und wir waren ja nicht wirklich auf Fotosafari unterwegs. War auf jeden Fall wieder schön, insbesondere die frei fliegenden Vögel geben dem Tropenhaus ein ganz eigenes Ambiente :


War wieder mal ein schöner Tag bei Hagenbeck :


Alle Photos sind von meiner Frau mit ihrer Olympus E520 gemacht worden, ich finde die sehr gut gelungen. Da wir uns auch alle Jahreskarten besorgt haben, wird das auch sicher nicht der letzte Besuch diesen Sommer sein...

TERRA Sonderband 24 - Isaac Asimov : Der galaktische General

Isaac Asimov : Der galaktische General (Foundation II / Foundation and Empire)
Foundation-Stories 02
Terra Sonderband 24, 22.01.1960
Deutsche Erstausgabe
Originalausgaben ASTOUNDING 1942 - 1949
Aus dem Amerikanischen von Lothar Heinecke
Titelbild : Karl Stephan

enthält die Stories
The Merchant Princes (Originaltitel "The Big and The Little", Juni 1944)
The General (Originaltitel "Dead Hand", Oktober 1944)


Die Foundation auf Terminus, dem Planeten am Rande der Galaxis, hat sich zu einem mächtigen Sternenreich entwickelt.

So war es von Hari Seldon geplant, dem Psychohistoriker, der den Fall des ersten galaktischen Imperiums der Menschheit vorausberechnete.

Des Kaisers treuester General versucht, das Schicksal des ersten Imperiums zu wenden - aber er kämpft gegen die Gesetze der Zeit.
Klappentext

Der zweite Band der Foundation-Geschichten. Man beachte die Originalveröffentlichungen : "The Merchant Princes" ist vor dem serienchronologisch früheren "The Traders" veröffentlicht worden.


Die Unterschiede von der Buch- zur Magazin-Fassung lassen sich in diesen beiden ersten Taschenheften genau verorten. In der Magazin-Fassung ist der Protagonist von "The Traders" Lathan Devers, der in "The General" nochmals auftauchte, in der Buchfassung heisst der Protagonist dann Limmar Ponyets. Der Geburtsort von Hari Seldon wird in der Magazin-Fassung mit Siwenna angegeben, im Buch ist es dann Helicon im Arcturus-Sektor. Auch sind die Auszüge aus der Encyclopaedia Galactica erst für die Buchausgabe geschrieben worden. Ganz offensichtlich sind die TERRA Sonderband-Ausgaben zwar an die Magazin-Fassungen angelehnt, Basis der Übersetzung war aber die (in meinen Augen deutlich bessere) Buchfassung. Warum man das so und nicht in der Buchform veröffentlicht hat, ist mir nicht ganz klar. Ebenso, warum die "nullte" Story fehlt. Ich glaube aber, daran sind schlicht und einfach Platzbeschränkungen schuld. Aber dazu sage ich noch was beim vierten Taschenheft.

Montag, 3. August 2015

TERRA Sonderband 23 - Clark Darlton : Planet YB 23


Clark Darlton : Planet YB 23
Starlight 01
Terra Sonderband 23, 25.12.1959
Originalausgabe
Titelbild : Karl Stephan


Nach langer Suche in Sternentiefen entdeckt das irdische Forschungsschiff STARLIGHT einen Planeten, der die technologische Hinterlassenschaft einer uralten Zivilisation birgt. Obwohl diese Welt seit langem kein intelligentes Leben mehr trägt, ereignen sich bald nach der Landung der STARLIGHT geheimnisvolle, gespenstisch anmutende Dinge, die nur einen phantastischen Schluß zulassen: Die verschwundenen Bewohner des Planeten beherrschen die Dimension der Zeit.
Klappentext

Im letzten erschienenen Band wird es nicht besser als in den vorhergehenden. Haarsträubende Physik, holzschnittartige Protagonisten und eine insgesamt langweilige Geschichte wetteifern darum, der beste Grund für diesen schlechten Roman zu sein.

Ich habe den Eindruck, Ernsting hatte diese Machwerke noch in der Schublade, geschrieben irgendwann Ende der 40er, Anfang der 50er. Und veröffentlichte sie nur, weil er Geld brauchte und gerade mit etwas anderem als den aktuellen TERRA Sonderbänden beschäftigt war. Ansonsten kann ich mir den starken Leistungsabfall gegenüber anderen Romanen von Clark Darlton in dieser Zeit nicht erklären.

Aber egal. Gelesen, als schlecht befunden, werde ich sicherlich nie wiederlesen. Wie ich schon mehrmals während dieses Zyklus sagte : Schwamm drüber.

Starlight-Zyklus
01 - Planet YB 23
02 - Vater der Menschheit
03 - Der Sprung ins Ungewisse
04 - Geheime Order für Andromeda

Sonntag, 2. August 2015

TERRA Sonderband 22 - Isaac Asimov : Terminus, der letzte Planet



Isaac Asimov : Terminus, der letzte Planet (Foundation I)
Foundation-Stories 01
Terra Sonderband 22, 27.11.1959
Deutsche Erstausgabe
Originalausgabe(n) ASTOUNDING 1942
Aus dem Amerikanischen von Lothar Heinecke
Titelbild : Karl Stephan

enthält die Stories
The Encyclopedists (Originaltitel "Foundation", Mai 1942)
The Mayors (Originaltitel "Bridle and Saddle", Juni 1942)
The Traders (Originaltitel "The Wedge", Oktober 1944)


Das galaktische Imperium der Menschheit ist nach Jahrtausenden seines Bestehens dem Untergang nahe. Hari Seldon, der Psychohistoriker, ist der einzige Mensch unter den Planetenbewohnern, der die bittere Wahrheit erkennt.

Um die Zeit des Niedergangs so schnell wie möglich zu beenden - und um den Nukleus für ein neues Sternenreich zu schaffen, entwickelt er den Tausendjahresplan ...
Klappentext der HEYNE-Buchausgabe

Ich war schon dabei, zu einem nörgeligem Rant über Kürzungen auszuholen - da stiess ich bei Recherchen auf einen Fakt, der mir zumindestens bis dato nicht bekannt war. Die allseits bekannte Buchausgabe (Originalausgaben 1951 - 1953) sind Fix-Ups von Einzelgeschichten, die Issac Asimov in den Jahren 1942 bis 1949 im Magazin ASTOUNDING veröffentlicht hat. Ich kannte bisher nur diese Buchausgabe, die sich an mehreren Stellen teilweise massiv von den Kurzgeschichten unterscheidet. Die mir hier wirklich fehlende Szene vor der Errichtung der Foundation auf Terminus, in der Hari Seldon auf Trantor verurteilt wird, wurde tatsächlich erst 1951 für die Buchausgabe geschrieben. Die ursprünglichen Geschichten enthalten diese erste Story gar nicht, tatsächlich beginnt "The Encyclopedists" im Original folgendermaßen :
Hari Seldon was old and tired. His voice, roared out though it was, by the amplifying system, was old and tired as well.

There were few in that small assemblage that did not realize that Hari Seldon would be dead before the next spring. And they listened in respectful silence to the last official words of the Galaxy's greatest mind.

“This is the last meeting,” that tired voice said, “of the group I had called together over twenty years ago.” Seldon's eyes swept the seated scientists. He was alone on the platform, alone in the wheel chair to which a stroke had confined him two years before, and on his lap was the last volume—the fifty-second—of the minutes of previous meetings. It was opened to the last page.

He continued : “The group I called together represented the best the Galactic Empire could offer of its philosophers, its psychologists, its historians, and its physical scientists. And in the twenty years since, we have considered the greatest problem ever to confront any group of fifty men—perhaps the greatest ever to confront any number of men.

“We have not always agreed on methods or on procedure. We have spent months and, doubtless, years on futile debates over relatively minor issues. On more than one occasion, sizable sections of our group threatened to break away altogether.

“And yet”—his old face lit in a gentle smile— “we solved the problem. Many of the original members died and were replaced by others. Schemes were abandoned ; plans voted down ; procedures proven faulty.

“Yet we solved the problem ; and not one member, while yet alive, left our group. I am glad of that.”

He paused, and allowed the subdued applause to die.

“We have done ; and our work is over. The Galactic Empire is falling, but its culture shall not die, and provision has been made for a new and greater culture to develop therefrom. The two Scientific Refuges we planned have been established : one at each end of the Galaxy, at Terminus and at Star's End. They are in operation and already moving along the inevitable lines we have drawn for them.

“For us is left only one last item, and that fifty years in the future. That item, already worked out in detail, will be the instigation of revolts in the key sectors of Anacreon and Loris. It will set that final machinery in motion to work itself out in the millennium that follows.”

Hari Seldon's tired head dropped. “Gentlemen, the last meeting of our group is hereby adjourned. We began in secret; we have worked throughout in secret; and now end in secret—to wait for our reward a thousand years hence with the establishment of the Second Galactic Empire.”

The last volume of the minutes closed, and Hari Seldon's thin hand fell away from it.

“I am finished!” he whispered.
Quelle

Diese Szene wurde in der Buchausgabe zugunsten der "nullten" Story, "The Psychohistorians", gestrichen. Bedauerlicherweise findet sie sich aber auch nicht in der vorliegenden TERRA-Ausgabe, stattdessen werden auf den ersten beiden Seiten dem Leser in einfachen Worten das Setting erklärt. Immerhin war das 1959, da musste man den Leser noch langsam und vorsichtig an die Phantastik ranführen. Mein Eindruck ist, daß sich diese Ausgabe stärker an den ASTOUNDING-Geschichten als an der späteren Buchausgabe orientiert. Obwohl die Buchausgabe - dazu komme ich später noch - als Vorlage für die Übersetzung gedient hat. Mir gefällt auf jeden Fall die Buchausgabe von 1951 besser - ganz im Gegensatz zu diversen Fix-Ups von A. E. van Vogt.

Samstag, 1. August 2015

TERRA Sonderband 21 - J. T. McIntosh : Die Überlebenden



J. T. McIntosh : Die Überlebenden (The Fittest)
Terra Sonderband 21, 30.10.1959
Deutsche Erstausgabe
Originalausgabe 1955
Aus dem Englischen von Walter Ernsting
Neuausgabe HEYNE 3162, 1969
Neuübersetzung Wulf H. Bergner
Titelbild : Karl Stephan


Der Angriff war völlig überraschend für Gloria. Das Ding schlug plötzlich seine Krallen in ihre nackten Beine, in ihre Schenkel. Gloria versuchte vergebens, den Angreifer abzuwehren. Sie wurde an das offene Fenster getrieben.Dann sprang das Ding ihr an die Kehle. In blinder Angst wich Gloria immer weiter zurück ...

Das war der Anfang der Schreckensherrschaft der Paggets, die ein Wissenschaftler in seinem Labor produzierte und auf die Menschheit losließ. Und als die Horden der intelligenten Bestien sich über die ganze Welt ausbreiteten, begann das Ende der menschlichen Zivilisation.
Klappentext der HEYNE-Ausgabe

When I came back Gloria was dead.

Later I built up a complete picture of what must have happened while I was out foraging that morning. I don’t know exactly why I worked it out in such detail. It certainly didn’t give me any pleasure.

Probably I built up the story because knowing, or even thinking I knew, was better than not knowing at all, and since Gloria couldn’t tell me what had happened my guesses were all I had, all I could ever have. Did I say I loved Gloria? That was why I guessed what had happened, down to the last tiny, insignificant detail, because Gloria was my wife and there had been a time when she had mattered a lot to me.

Well, she always mattered a lot to me, right to the end. What I mean is, there had been a time when everything she did or said, everything she thought, how she looked, what she wore, how her blond hair was arranged, had meant more to me than anything else in the world.
That had been before the paggets.

My picture may be wrong here and there, but in essence it’s correct. I’m not going to be coldly scientific and stick to what I know to be true. In my memory I’ve substituted this for the few colorless traces I actually found, and this is what I remember when I think of that morning.

This is my last grim, unromantic memory of Gloria.
Prolog

"The Fittest" ist eine apokalyptische SF-Geschichte im Stil der wesentlich bekannteren "Triffids". Ein Privatwissenschaftler schafft es, das Erinnerungsvermögen von Hunden, Katzen und Ratten zu verbessern, was bereits ausreicht, um die menschliche Zivilisation zum Erliegen zu bringen.

Der Protagonist ist einer der Söhne dieses Wissenschaftlers, der nichts von den Experimenten wusste, aber von der amerikanischen Bevölkerung dafür verantwortlich gemacht wird. Die Anfeindungen und Verfolgungen in den Staaten sind mit einer gehörigen Bitterkeit erzählt, J. T. McIntosh hatte da keine Illusionen. Die Szene, in der der Mob seinen Bruder und seine Schwägerin tötet, ist von seltener Eindringlichkeit. Ich persönlich fühlte mich visuell an den Omega-Mann erinnert, als die Familie Neville herausruft. Schon bemerkenswert, wie stark J.T. McIntosh hier diese Szene schildert.

Von Amerika geht unser Held über Frankreich (wo sich der Tod seiner Frau Gloria ereignet) zu seiner Schwester nach England. Hier baut er eine kleine dörfliche Gemeinschaft auf, die die Zivilisation bewahren soll. Im Vergleich zu "Einer von 300" ist interessant, daß J. T. McIntosh auch hier wieder das Szenario der Gutwilligen, die eine Gemeinschaft aufbauen wollen und zu ihr beitragen, im Konflikt mit denen, die nichts tun und von der Arbeit Anderer leben wollen, darstellt. Diese Katastrophen-Profiteure scheinen McIntosh ziemlich auf den Geist gegangen zu sein und die Erinnerung an den Zweiten Weltkrieg und die Nachkriegszeit 1955, als er den Roman schrieb, noch sehr präsent.

Das ist auch der große Unterschied zu anderen Autoren seiner Zeit, insbesondere etwa zu Wyndham, Asimov oder Heinlein. McIntosh ist deutlich realistischer und zynischer, viel weniger idealistisch. Das macht - zumindestens für mich - einen großen Teil des Charmes seiner Romane aus. Auch seine Sicht auf die Geschlechter ist differenzierter, als es zu dieser Zeit üblich war. Bei ihm sind die Frauen gleichberechtigt. Allerdings differenziert er deutlich zwischen selbstständigen und emanzipierten Frauen und unemanzipierten Modepüppchen. Eine ähnliche Differenzierung gibt es bei den Männern, wobei die Zivilisationserhaltenden auf der einen und die "Drohnen" auf der anderen Seite stehen.

Meinem ganz persönlichem Geschmack nach ist dieser Roman besser als die "Triffids". Ich kann nur jedem empfehlen, sich selbst ein Bild zu machen, aktuell ist der Roman als eBook von PROLOGUE SF auf Amazon erhältlich. Viel Spaß beim Lesen.

TERRA SF 283 - J. T. McIntosh : Die Saboteure von Nwylla
TERRA Sonderband 16 - J. T. McIntosh : Einer von Dreihundert

Freitag, 31. Juli 2015

TERRA Sonderband 20 - Charles Louis Fontenay : Legion der Zeitlosen



Charles Louis Fontenay : Legion der Zeitlosen (Twice upon a time)
Terra Sonderband 20
Deutsche Erstausgabe
Neuausgabe als Leihbuch 1962
Aus dem Amerikanischen von Walter K. Baumann
Titelbild 1. Auflage: Karl Stephan


Die Scouts der Raumflotte mit ihrem Sternenantrieb bilden die Legion der Zeitlosen, denn die Naturgesetze stellen sie außerhalb der Gesellschaft des Universums. Sie sind relativ unsterblich, und wenn sie heiraten, sehen sie ihre Frauen stets als Greisinnen wieder, obwohl sie jung und frisch aus dem Weltraum zurückkehren.

Eine Revolution bringt Chaan, den Scout, zu einem fernen Planeten. Er sieht sich vor eine Aufgabe gestellt, die unlösbar scheint. Er muß einen Mann jagen, der klüger, stärker und mächtiger als er zu sein scheint, und der sein Sternenschiff gestohlen hat, um das Geheimnis des Antriebs für die Rebellen zu rauben. Fast zu spät erst erkennt Chaan, daß der Mann, den er jagt, er selbst ist.
Klappentext

Von außen schien das Haus dunkel. Schnell ging Chaan durch den Vorgarten und drückte auf den Knopf an der Tür. Aber es rührte sich nichts. Vorsichtig drückte er die Klinke herunter. Die Tür war nicht verschlossen. Chaan stieß sie auf und trat vorsichtig ein.

Die Vorhalle lag dunkel vor ihm, und nirgends war ein Laut zu hören. Er tastete die Wand ab und fand den Schalter. Das Licht flammte auf und gleichzeitig war ein kaum wahrnehmbares Summen zu hören. Das Licht pulsierte schwach. Sofort schöpfte er Verdacht. Dieses konnte nur eine Hypnofalle sein. Blitzschnell überlegte Chaan und dann ließ er die Strahlen voll auf sich einwirken. Langsam nahm der Summton eine normale Lautstärke an, während das Licht immer unruhiger flackerte. Bevor er ganz in den Bann der fremden Macht geriet, rief er sich noch einmal den geheimen Plan ins Gedächtnis zurück.

Dieser Roman bietet jedem echten Science-Fiction-Leser eine fantastische Welt voller Abenteuer und Gefahren. Es ist wirklich ein SF-Roman, wie ihn nur Charles Fontenay schreiben kann.
Klappentext des BALOWA-Leihbuchs

Keine Sternstunde der SF. Die Geschichte ist (vom heutigem Standpunkt aus zumindestens) stark vorhersehbar, die Protagonisten-Typen nur allzu bekannt. Trotzdem habe ich mich nicht gelangweilt, die Geschichte ist flüssig erzählt. Alles in allem keine bemerkenswerte SF, mir ist unklar, warum dieser Roman von der damaligen Redaktion für die TERRA Sonderbände ausgewählt wurde.

Fontenay war keiner der großen Autoren, wie viele andere hat in den 60ern sein Brotjob eine weitere Karriere als Schriftsteller verhindert. Mehr über ihn erfährt man im Bücherbrief von Erik Schreiber, der 2007 zum Tod von Charles L. Fontenay eine Sonderausgabe produzierte :

Charles Louis Fonteray war ein amerikanischer Science Fiction-Autor, der 1917 in Sao Paulo, Brasilien geboren wurde, aber in Tennesee, Vereinigte Staaten von Amerika, aufwuchs. Schon vor seinem ersten Geburtstag siedelten seine Eltern nach Nordamerika um, wo sie sich in Union City nieder liessen. Sie bauten sich dort eine Farm auf, wo der junge Charles aufwuchs. 1936 entschloss er sich den Beruf des Journalisten. 1940 wurde er Redakteur der Associated Press in Nashville. Zwei Jahre später diente er in der US-Armee, die er 1946 im Rang eines Captains verliess. In seinem folgenden Zivilleben nahm er die Tätigkeit des Journalisten wieder auf. Er arbeitete dabei für die Zeitung THE NASHVILLE TENNESSEAN bis zu seiner Pensionierung im Jahr 1987. 1954 begann seine nicht sehr erfolgreiche Karriere als Schriftsteller. Zur Science Fiction kam Charles L. Fontenay wie viele Autoren seiner Zeit über die einschlägig bekannten Magazine. Seine Erzählungen veröffentlichte er vor allem im Magazin WORLDS OF IF. Hier konnte er sich, ohne dem Druck des Erfolges und des Geldverdienens ganz seiner Leidenschaft hingeben. Dabei geht es um einen Planeten der Jahrhunderte lang von allen vergessen wurde. Der deutsche Titel in der Ullstein Kurzgeschichtensammlung FLEISCH, weist den Weg zu einer kannibalistischen Gesellschaft. Herr Fontenays erste Erzählung die 1954 erschien trug den Titel DISQUALIFIED. Nur einen Monat später erschien ESCAPE VELOCITY. In dieser Erzählung, die ebenfalls auf deutsch beim Ullstein Verlag zu finden war, geht es um ein notgelandetes Raumschiff. Einer der Besatzungsmitglieder glaubt, dass es zu wenig Sauerstoff zum Überleben gibt und will seine Kollegen beseitigen. Charles Fonteray schrieb gerade einmal eine Handvoll Romane und um die dreissig Erzählungen. Von diesen fanden die wenigsten den Weg nach Deutschland. Der wohl interessanteste Roman dürfte THE DAY THE OCEANS OVERFLOWDED sein. Der Roman erschien 1964 und hatte zum Inhalt eine durch explodierende Kernkraftwerke ausgelöste Flutkatastrophe. Seit seiner Pensionierung schrieb er ziemlich unbemerkt von den europäischen Lesern wieder Science Fiction Romane und Erzählungen. Seine fast zwanzigbändige Jugendserie um einen besiedelten Mars fällt besonders auf.

Herr Fontenay war ein typischer Autor seiner Zeit, der schrieb um Spass zu haben und es liebte, seine Leser mit überraschenden Wendungen zu verblüffen. Seine aktive Schriftstellerkarriere ging bis zu den sechziger Jahren. Neben seinen vielen Erzählungen, die aber nie aus der Masse der Veröffentlichungen hervorragten, schrieb er auch einige Romane. Nebenbei studierte er und veröffentlichte mit seinem Buch EPISTLE TO THE BABYLONIANS ein vielbeachtetes Werk über die Philosophie der Wissenschaft. Das Buch behandelt vor allem die am überlieferten beharrenden Mehrheit und die phantasievolle Minderheit beim Aufstieg und Fall von Kulturen und Religionen. Das Buch brachte ihm einen Eintrag in das Register amerikanischer Philosophen ein. Sein zweites grosses Hobby war die Malerei. Aufsehen erregte er mit einem Preis für ein Bild, dass dadurch entstand, als er beim Reinigen seiner Pinsel diese auf einer Leinwand abtupfte.Charles Louis Fontenay starb am 27.01.2007 in einem Krankenhaus in Memphis.
Nachruf von Erik Schreiber, Bücherbrief 429, 2007

Links
TERRA SF 326 - Charles Louis Fontenay : Die Marsrebellen
Charles Louis Fontenay auf gutenberg.org

Donnerstag, 30. Juli 2015

TERRA Sonderband 19 - George O. Smith : Weltraumpest


George O. Smith : Weltraumpest (Highways in Hiding)
Terra Sonderband 19, 04.09.1959
Deutsche Erstausgabe
Neuauflage als TERRA Extra 076
Originalausgabe IMAGINATION 1955
Aus dem Amerikanischen von Guenter Martell
Titelbild : Karl Stephan


Wir fuhren ziemlich schnell. Ein seltsames,schmiedeeisernes Straßenzeichen erregte meine Aufmerksamkeit, ich wandte den Kopf - da passierte es.

Ich erwachte in einem Krankenhaus. Catherine war verschwunden. Sie wollten mir weismachen, ich wäre allein in dem Auto gewesen, wir Esper hätten eine zu große Einbildungskraft. Aber ich fand Beweise.

Ich glaube, Dr. Thorndyke wollte mir helfen, obwohl er ein Telepath war - aber dann verschwand auch er. Und dann fand ich die Spur zu den Mekstroms, den von der tödlichen Weltraumpest befallenen Menschen. Ich klemmte mich auf die Fährte, und was ich herausfand, war so überraschend, daß ...

Jedenfalls, was ich immer wußte, fand ich heraus: Catherine lebte. Aber sie war eine andere geworden.
Klappentext


Macklin said, "Please put that weapon down, Mr. Cornell. Let's not add attempted murder to your other crimes."

"Don't force me to it, then," I told him.

But I knew I couldn't do it. I hated them all. I wanted the whole Highways in Hiding rolled up like an old discarded carpet, with every Mekstrom on Earth rolled up in it. But I couldn't pull the trigger. The survivors would have enough savvy to clean up the mess before our bodies got cold, and the Highways crowd would be doing business at the same old stand. Without, I might add, the minor nuisance that people call Steve Cornell.

What I really wanted was to find Catherine.

And then it came to me that what I really wanted second of all was to possess a body of Mekstrom Flesh, to be a physical superman....
Klappentext der LANCER-Buchausgabe

Einer meiner Lieblingsromane. Ähnlich wie einige Heinleins, Andersons oder Silverbergs kann ich "Highways in Hiding" immer wieder lesen, ohne daß mich der Roman langweilt. Zugegeben, er ist ein reiner Action-Roman, vergleichbar beispielsweise mit den frühen ZBV, trotzdem ist er nicht allzu simpel vom Plot her und die Protagonisten sind kurz, aber extrem präzise charakterisiert. Auch heute, 60 Jahre nach seinem Debut, habe ich keine Alterserscheinungen an der Geschichte feststellen können. Das alleine ist schon bemerkenswert. Aber ich schlage vor, daß sich jeder sein eigenes Bild von diesem Roman macht, er ist auf gutenberg.org als eBook enthalten.

George Oliver Smith (1911 – 1981) war ein amerikanischer Autor des Golden Age. Seine erste Story "QRM – Interplanetary" erschien im Oktober 1942. Bis Ende der 50er veröffentlichte er diverse Romane und Kurzgeschichten, danach ging sein Output stark zurück, da sein Brotjob als Ingenieur ihn stärker in Anspruch nahm. Interessanterweise hatte die Tatsache, daß er John W. Campbell 1949 die Frau ausgespannt und selber geheiratet hat, keinen Einfluss auf seine Veröffentlichungszahlen.

George O. Smith, a science-fiction writer and electronics engineer, died May 27 at his home in Rumford, N. J. He was 70 years old. At the 1980 world science-fiction convention, Mr. Smith was given the first ''Fandom Award'' for his contribution to the genre. Mr. Smith's first published story appeared in Astounding Science Fiction in 1942.

Called 'QRM Interplanetary,' it dealt with the problems of communications in space. Arthur C. Clarke, the sciencefiction authority, called Mr. Smith the first technically qualified writer to detail the uses of satellites for space communication.

Among his books were 'Highways in Hiding,' 'Nomad,' 'Hellflower,' 'The Fourth 'R,' ' 'Fire in the Heavens' and 'Venus Equilateral.' He also wrote a children's book, 'Mathematics: The Language of Science.'

Mr. Smith was born in Chicago and attended the University of Chicago. During World War II, he served in the Office of Scientific Research, working on radar and guided missiles. He received the National Defense Council Certificate of Merit in 1945. From 1959 until his retirement in 1974, he worked for International Telephone and Telegraph Corporation..

Mr. Smith is survived by two sons, George and Douglas, and three daughters, Diana Conroy, Philinda Hammond and Leslyn Randazzo.
Nachruf in der New York Times, 1981

Links
SFE
gutenberg.org
Hörbücher auf Librivox

Mittwoch, 29. Juli 2015

TERRA Sonderband 18 - Harold Mead : Der strahlende Phönix


Harold Mead : Der strahlende Phönix (The Bright Phoenix)
Terra Sonderband 18, 07.08.1959
Deutsche Erstausgabe
Originalausgabe 1955
Aus dem Englischen von Guenter M. Schelwokat
Titelbild : Karl Stephan


Der Atomkrieg glich einem Weltuntergangng und ließ von der Menschheit nichts übrig, als die traurigen Reste einer grandiosen Zivilisation – und einen einzigen, totalitären Staat, in dem der Mensch Maschine, willenloses Spielzeug und Ausbeutungsobjekt der herrschenden Politikerkaste ist.

John Waterville gehört zu den wenigen, die ihren Willen behalten dürfen. Er soll Verbindung zu den Ureinwohnern der zerstörten Welt aufnehmen, weil auch sie dem Einfluß absoluter Diktatur zugänglich gemacht werden sollen.

Doch Waterville ist „krank"", er ist verseucht mit freiheitlichen Gedanken, die er vor seinen Vorgesetzten verbergen muß.

Der Entscheidungskampf zwischen Freiheit und Diktatur wird zum Hauptereignis dieses Romans, in dem das Schicksal eines Mannes geschildert wird, dessen einziges Verbrechen das Gerechtigkeitsempfinden ist.
Vorankündigung auf der Rückseite von Band 17

Bei Harold Mead denke ich sofort an "Marys Land", einer der frühen HEYNE-Ausgaben, den ich immer noch nicht gelesen habe. Sollte ich aber vielleicht einmal machen, denn auch der vorliegende Roman liest sich gut.

Nach einer Katastrophe ist die amerikanische Zivilisation in Orwellsche Verhältnisse zurückgefallen, Harold Mead schildert die US-amerikanische Variante hier sehr detailliert und präzise. Die Rekonditionierung, effektiv eine Reduzierung der Denkleistung auf den IQ eines Affen, wird hier in deutlichen Szenen als abartige Perversion eines Staates, der nur politisch korrekte Gedanken zulässt, dargestellt. Und wem kommen da nicht Assoziationen zur Gegenwart in den Sinn ?

Bedauerlicherweise bleibt der Roman trotz guter Ideen und einem ausgefeiltem Setting doch nur auf dem Niveau eines Melodrams. Natürlich wird Jenny, die Freundin des Protagonisten, rekonditioniert, doch trotzdem versucht John Waterville seine Beziehung zu ihr weiterzuführen. In England, wo sie den amerikanischen "perfekten Staat" weiterführen wollen, treffen die Amerikaner auf primitive Stämme, in einzelnen Dörfern organisiert und vollständig einer pseudo-christlichen Religion angehörend. Natürlich siegen diese am Ende und ebenso natürlich bleibt Waterville bei ihnen. Wie gesagt, ein Melodram, nicht vergleichbar mit den großen Dystopien dieser Zeit.

Über Harold Mead habe ich im Netz wenig herausbekommen. In Indien (genauer Ootacamund, Travancore, British India lt. ISFDB) 1910 geboren lebte er bis 1997 in Großbritannien. Außer "The Bright Phoenix" und "Mary's Country" hat er zumindestens keine SF geschrieben. Über seine Lebensumstände scheint nichts bekannt zu sein. Für weiterführende Informationen bin ich also dankbar. :-)

Dienstag, 28. Juli 2015

TERRA Sonderband 17 - Clark Darlton : Geheime Order für Andromeda


Clark Darlton : Geheime Order für Andromeda
Starlight 04
Terra Sonderband 17, 10.07.1959
Originalausgabe
Titelbild : Karl Stephan


Eine überraschende Botschaft aus Andromeda bewirkt, daß der neue Teleporterantrieb, den die STARLIGHT als einziges Schiff der irdischen Raumflotte besitzt, seiner großen Bewährungsprobe unterzogen wird. Captain Rex Randell erhält den heikelsten Auftrag seiner bisherigen Karriere. Er soll die Nachbargalaxis aufsuchen und über Krieg oder Frieden zwischen Menschen und Fremden entscheiden.
Klappentext der Darlton-Werkausgabe

Das Ding ist genauso schlecht wie seine Vorgänger. Gerade im Vergleich mit dem Zyklus "Krieg der Galaxien" (TERRA Sonderband 01, 03 und 05) ist mir völlig unklar, wie Darlton so unterschiedliche Romane schreiben konnte. Hier stimmt nichts, weder Plot noch Figuren. Das Frauenbild ist unterirdisch, die Dialoge fragwürdig. Keine Sternstunde für Walter Ernsting.

Starlight-Zyklus
01 - Planet YB 23
02 - Vater der Menschheit
03 - Der Sprung ins Ungewisse
04 - Geheime Order für Andromeda

Montag, 27. Juli 2015

TERRA Sonderband 16 - J. T. McIntosh : Einer von Dreihundert


J. T. McIntosh : Einer von Dreihundert (One in three hundred)
Terra Sonderband 16, 12.06.1959
Deutsche Erstausgabe
Aus dem Englischen von Walter Ernsting
Neuausgabe HEYNE 3201, 1970
Neuübersetzung von Wulf H. Bergner
Originalausgabe 1956
Titelbild : Karl Stephan


Die Welt ist dem Untergang geweiht. Verstärkte Sonnenaktivität wird die Erdoberfläche binnen kurzem in ein Feuermeer verwandeln, und die meisten Menschen haben nur den Wunsch, die Erde zu verlassen, bevor die Katastrophe hereinbricht.

WAS WÜRDEN SIE TUN?

Bitten und betteln? Vernunftgründe vorbringen? Intelligenz, Begabung oder Schönheit in die Waagschale werfen?

Aber das könnten Sie nicht - Sie wissen nicht, welche Qualifikationen die wenigen Auserwählten besitzen müssen. Sie wissen nur, daß für je dreihundert Erdbewohner nur ein Platz auf einem der Lebensschiffe, die den Mars anfliegen sollen, zur Verfügung steht.
Klappentext der HEYNE-Ausgabe



James Murdoch MacGregor (1925-2008) alias J. T. McIntosh ist einer der frühen SF-Schriftsteller, deren Oeuvre ich immer wieder gerne und mit Genuß lese. Nicht, daß seine Romane an die der Großen herankommen, aber jede einzelne Geschichte von ihm, die ich bisher gelesen habe, war gut erzählte solide SF. Wobei sich Murdoch stärker als seine amerikanischen Schriftstellerkollegen auf soziale Interaktionen konzentrierte. Auch im vorliegenden Roman ist die Handlung der Zukunft nur Mittel zum Zweck, das Verhalten von Menschen in Extremsituationen auszuloten. Hauptaugenmerk bei "Einer von Dreihundert" ist dann auch das Ausleseverfahren, später die Bildung einer zivilisierten Welt auf dem Mars, die sich durchaus als Garten Eden mit diversen Schlangen darstellt. Murdoch bezieht hier auch deutlich Stellung gegenüber Kriegsgewinnlern und ähnlichen Profiteuren, schildert auch die Mechanismen, die von ihnen benutzt werden, deutlich und im Detail. Da dürften persönliche Erinnerungen und Ressentiments eingeflossen sein.

Die SFE sagt zu J. T. McIntosh :
McIntosh never lost the vivid narrative skills that made him an interesting figure of 1950s sf, but his failure to challenge himself or his readers in his later career led to results that verged on mediocrity. His early work warrants revival. After 1980 he fell silent.
Link

Dem kann ich mich nur anschließen. Gerade wenn man die großen Autoren (Asimov, Anderson, Heinlein etc.etc.) liest, merkt man deren Weiterentwicklung, inhaltlich als auch literarisch. Dies ist bei J. T. McIntosh nicht so, seine Romane bleiben auf einem gleichmäßig mittelmäßig-hohen Niveau. Nichtsdestotrotz kann man insbesondere seine frühen Romane nur weiterempfehlen, sie sind auch heute noch inhaltlich aktuell.


TERRA SF 283 - J. T. McIntosh : Die Saboteure von Nwylla

Dienstag, 14. Juli 2015

TERRA Sonderband 15 - Wilson Tucker : Der Unheimliche

Wilson Tucker : Der Unheimliche (Wild Talent)
Terra Sonderband 15, 15.05.1959
Deutsche Erstausgabe
Neuausgabe Ullstein 1974
Originalausgabe 1954
Aus dem Amerikanischen von Guenter Hehemann
Titelbild : Karl Stephan


Paul Breen war der unerwünschteste Mensch, den man in seiner Nähe haben wollte. Dabei verfügte er über eine Begabung, die unabsehbare Möglichkeiten eröffnete ...
Klappentext
Wild Talent is a book about the McCarthy era, and I think that it shows clearly why McCarthyism happened, and why it could happen again. Certainly, Wild Talent is a book that shows vividly what happened to the USA between the end of World War II and 1954, when the book was published. The blurb on my paperback edition says that Wild Talent is a novel about ESP, a ‘first-rate thriller’ with ‘suspense, sur- prise, and fast readability’. Perhaps the heavy dis- guise of science fiction’s formulas saved Tucker himself from the kind of public denigration that oblit- erated the careers of such figures as Dalton Trumbo, Pete Seeger and the Weavers for many years. Wild Talent , like many genre novels of the period, escaped the accusing finger of the House Unamerican Activi- ties Committee, and today it remains a tense, claustrophobic view from inside the centre of a shut- in, blind era.
Bruce Gillespie, SF COMMENTARY 79

Das zweite Buch von Wilson Tucker das ich lese, ebenso brilliant wie "The Long Loud Silence" (TERRA Sonderband 04). Hinter einer relativ einfachen SF-Action-Story verbirgt sich (siehe oben) eine heftige Kritik an den damals herrschenden politischen Verhältnissen. 1950 begann der Korea-Krieg, im Januar desselben Jahres wurde Alger Hiss verhaftet. Der 1953 in das Amt des Präsidenten gewählte Dwight D. Eisenhower unterstützte McCarthy und die Jagd auf Kommunisten begann. Unter diesem Eindruck ist der Roman geschrieben worden und mir ist selten so ein gelungenes Stück politische SF unter die Finger gekommen. Wilson Tucker spielt durchaus in einer Liga mit Phil Dick und John Brunner, schade, daß er in Deutschland praktisch vergessen ist.

Wer sich für Wilson Tucker interessiert, dem sei das oben verlinkte SC Commentary 67, "The Tucker Issue", empfohlen. Dort ist eine ausführliche und sehr qualifizierte Besprechung von Wild Talents enthalten, neben diversen anderen Rezensionen seiner Romane.

John Clute : Wilson Tucker - Writer of bleak science fiction

Montag, 13. Juli 2015

TERRA Sonderband 14 - Raymond F. Jones : Das Erbe der Hölle


Raymond F. Jones : Das Erbe der Hölle (The Alien)
Terra Sonderband 14, 17.04.1959
Deutsche Erstausgabe
Originalausgabe 1951
Aus dem Amerikanischen von Rainer Eisfeld
Titelbild : Karl Stephan


Ein Forscherteam lüftet das Geheimnis des verschwundenen Planeten zwischen Mars und Jupiter. Dabei rufen sie einen Mann aus der Vergangenheit ins Leben zurück und entfesseln damit das grauenhafte Erbe der Vergangenheit, den kosmischen Krieg, der die Vernichtung der ganzen Menschheit bewirken kann.
Klappentext

Though not generally an innovator in the field, Jones, during his first period of activity, produced solid, well-crafted Hard-SF adventures featuring protagonists with sharp, clear, calm minds. His plots were sometimes noisy; but he wrote quietly, in a reassuringly transparent style.
SFE

Dem Kommentar der SFE kann ich mich nur anschliessen : Der Roman ist solide geschrieben, relativ spannend und nicht uninnovativ. Allerdings ist er nicht gut gealtert, der Plot ist heute, mehr als sechzig Jahre nach seinem Erscheinen, doch eher Standard geworden. Interessant fand ich allerdings die technischen Beschreibungen der Wiedererweckung des Alien, die auch heute noch modern anmuten. Trotzdem ist das nix, was man unbedingt lesen muß, es ist auch in Deutschland bei dieser einen Ausgabe geblieben.

Raymond Fisher Jones ist in Deutschland eher mit einem anderen Roman bekannt : "This Island Earth" aka "Metaluna IV antwortet nicht" basiert auf einer Geschichte von ihm. Jones schrieb in den 40ern und 50ern für die Pulps, hatte in dieser Zeit auch seinen größten Output. Ab den 60ern wurde es ruhig um ihn, in den 70ern eerschienen noch ein paar routiniert geschriebene, aber nicht weiter bemerkenswerte Romane.

Raymond F. Jones (Wikipedia-Eintrag)
TERRA SF 246 - Raymond F. Jones : Sohn der Sterne
TERRA SF 534 - Raymond F. Jones : Außenseiter dieser Welt
The Farthest Horizon - A Guide to the Short Fiction of Raymond F. Jones

Freitag, 10. Juli 2015

TERRA Sonderband 13 - A. E. van Vogt : Slan


Alfred Elton van Vogt : Slan
Terra Sonderband 13, 20.03.1959
Deutsche Erstausgabe
Originalausgabe ASTOUNDING 09-12/1940
Fix-Up 1946, revised edition 1951
Neuausgabe HEYNE 3094, 1967
Aus dem Amerikanischen von Jesco von Puttkamer
Titelbild : Manfred Schneider


Jommy Cross ist ein Slan!

Die Menschen jagen ihn, um ihn zu töten - so wie sie seine Mutter getötet haben und viele andere aus dem Volk der Slans. Die Menschen hassen und fürchten sie, denn die Slans sind Mutanten mit besonderen Fähigkeiten.

SLAN ist die Geschichte der Menschen, die sich verzweifelt gegen ihre natürlichen Nachfolger, die Mutanten, wehren. Der Roman behandelt das atemberaubende Schicksal einer Rasse, die zwangsläufig aus der unseren entstehen muß - und deren erste Angehörige bereits unerkannt unter uns weilen.
Klappentext der HEYNE-Ausgabe

Einer der besseren Romane von van Vogt, allerdings nur unter dem Abenteuerroman-Aspekt betrachtet. Denn "Slan" ist ein typischer SF-Actionthriller der 40er, in dem es mehr um Handlung und weniger um Beweggründe oder Ähnliches geht. Unter diesem Aspekt habe ich die Geschichte mehrfach und gerne gelesen, nie habe ich mich dabei gelangweilt.

Man darf allerdings nicht unter die Oberfläche schauen, da lauern Monster. Den Gender-Aspekt ignoriere ich mal, für einen Roman, der vor dem II. Weltkrieg geschrieben wurde, ist das halbwegs akzeptabel. Fragwürdig jedoch ist der evolutionäre Ansatz, nach dem die Mutanten zwangsläufig Normalmenschen verdrängen müssen. Ein sehr naiver und auch damals schon überholter Standpunkt, den Henry Kuttner und C.L. Moore in "Mutant" schon kritisiert und den spätere Autoren (siehe dazu etwa die "Wild Cards"-Reihe) ad absurdum geführt haben. Aber van Vogt war unter anderem auch Anhänger dessen, was man heutzutage "Intelligent Design" nennt, nicht umsonst sind allerlei abstruse Sekten aus den Reihen der SF-Autoren der damaligen Zeit hervorgegangen.

Fragwürdiger jedoch als seine Evolutionstheorien sind die antidemokratischen Tendenzen, die van Vogt in diesem Roman als positiv darstellt. Die Slans herrschen im Hintergrund, unterdrücken die Menschen zu ihrem eigenen Besten. Schließlich sind (laut Roman) nur sie diejenigen, die den Überblick haben. Und das wird von allen Protagonisten als richtig hingenommen, an keiner Stelle auch nur rudimentär hinterfragt. Ich finde das ...suboptimal. Man vergleiche dazu Heinleins "Methuselah's Children" von 1941.

Man sollte den Roman als Klassiker schon gelesen haben. Florian Breitsameter hat das auf SF-Fan sehr schön auf den Punkt gebracht :
»Slan« von A.E. van Vogt war in den 40er und 50er Jahren ein großer Erfolg bei den SF-Fans, die sich auch wie verkannte Genies fühlten und so entstand im amerikanischen Fandom der Spruch »Fans are Slans«. Aus heutiger Sicht ist »Slan« ein zwar immer noch flüssig geschriebener Roman, der jedoch so viele Schwächen aufweist, daß man als Leser leicht enttäuscht sein kann. Als heute noch empfehlenswerter »Klassiker« ist er unbrauchbar, ein wichtiger Bestandteil der Geschichte des Genres SF ist er jedoch auf alle Fälle.

Donnerstag, 9. Juli 2015

TERRA Sonderband 12 - Hal Clement : Unternehmen Schwerkraft

Hal Clement : Unternehmen Schwerkraft (Mission of Gravity)
Terra Sonderband 12, 20.02.1959
Deutsche Erstausgabe
Originalausgabe 1953
Aus dem Amerikanischen von
Titelbild : Karl Stephan


Der gigantische Planet Mesklin wirkte auf Menschen wie ein tödlicher Alptraum. Seine Meere bestanden aus flüssigem Methan, der Schnee auf dem Festland war gefrorenes Ammoniak, und die Schwerkraft erreichte einen bis zu siebenhundertmal höheren Wert als auf der Erde. Kein Mensch wäre imstande gewesen, sich auf dem Riesenplaneten zu bewegen.Aber auf Mesklin war eine Forschungsrakete mit unendlich wichtigen Meßgeräten niedergegangen. Irgendjemand mußte zu ihr vordringen. Dieser Jemand war der Mesklinit Barlennan - Händler und Forscher zugleich, vierzig Zentimeter lang, mit sechsunddreißig Beinen und Hunderte von Pfund schwer. Und der gerissenste Geschäftemacher, dem Menschen jemals begegnet waren.
Klappentext
Stellen Sie sich eine Welt vor, auf der die Schwerkraft nahezu siebenhundertmal so stark ist wie auf der Erde. Eine Welt, auf der dennoch intelligentes Leben existiert, doch winzige Höhen unterschiede bereits gähnenden Abgründen gleichen. Der Planet Mesklin ist so eine Welt – und einer der Bewohner, der Forscher Barlennan, macht sich auf den Weg zum Äquator, um dort ein unerhörtes Ereignis zu untersuchen: Ein Raumschiff der Erde ist auf Mesklin gelandet…
Klappentext der letzten Heyne-Ausgabe

Ein vollkommen überschätzter Roman. Auch wenn die Kürzungen hier ein bißchen vom Flair, das Hal Clement darzustellen versuchte, wegnehmen, so ist doch die Geschichte an sich hanebüchen und krude. Nicht der Planet an sich, der ist schon ganz nett beschrieben. Obwohl er meiner Meinung nach von den Gravitationskräften zerrissen werden würde. Nein, die "Außerirdischen" sind es, die den Roman unleserlich machen.

In absurdester Art und Weise wird auf Tausendfüssler, die auf einer Schweren Welt leben, ein humanozentrisches Weltbild gestülpt. Die Fremdheit dieser Wesen, die ich mir zugegebenermaßen gar nicht vorstellen kann (weshalb ich ja auch kein Schriftsteller bin), wird an keiner Stelle im Roman wirklich dargestellt, es bleibt bei vordergründigem Aaahhh und Ooohh, wenn wieder einmal mit dem Zaunpfahl inklusive daranhängendem Gartenzaun auf die Gravitation hingewiesen wird. Am Ende hatte ich das Gefühl, einen 08/15-Piratenroman gelesen zu haben. Auch wird jegliche Entwicklung der Meskliniden auf die physikalischen Begebenheiten zurückgeführt. Gesellschaftliche Entwicklungen - etwa die Religion - werden weder betrachtet noch in den Reaktionen der verschiedenen Meskliniden-Gruppen dargestellt.

Mir vollkommen unklar, warum dieser im Endeffekt recht schlichte Roman so bejubelt wurde. Heutzutage würde ein solches Machwerk von allen Seiten verrissen werden und auch damals, in den 40ern und 50ern, war der Konsens, wie ein echtes Alien zu schildern war, doch schon deutlich weiter fortgeschritten.

Wer den Roman lesen möchte, der sei auf die Ausgabe "Schwerkraft" der Heyne-Reihe "Meisterwerke der Science Fiction" verwiesen. Hier sind die Geschichten Botschafter von den Sternen (Close to Critical, 1964), Stuetzpunkt auf Dhrawn (Star Light, 1971) und Unternehmen Schwerkraft (Mission of Gravity, 1953) zusammen mit einem Nachwort von Uwe Neuhold (Seltsame Planeten, raetselhafte Kraefte, 2014) in den klassischen Übersetzungen von Wulf H. Bergner und Horst Pukallus herausgegeben worden.

Leseprobe


Mittwoch, 8. Juli 2015

Mary Janice Davidson : Untot lebt sich’s auch ganz gut!



Mary Janice Davidson : Untot lebt sich’s auch ganz gut! (Undead and Unreturnable)
Betsy Taylor 04
LYX 2008
Deutsche Erstausgabe
Originalausgabe 2005
Taschenbuch, ca. 250 Seiten, 8,95 €
auch als eBook erhältlich, 7,99 €
Aus dem Amerikanischen von Stefanie Zeller
ISBN 978-3-8025-8141-0


Selbst die Untoten feiern Weihnachten, und Betsy kann endlich wieder ihrer Lieblingsbeschäftigung frönen: Einkaufen! Da erhält sie eine Warnung von Detektiv Nick Berry, dass ein Serienmörder in der Gegend sein Unwesen treibt. Betsy entspricht genau seinem Typ. Doch was kann ein Serienmörder einer Untoten schon anhaben?
Klappentext

As if she needed yet another reason to shop, Queen of the Vampires Betsy Taylor is in the middle of planning the perfect wedding to drop-dead gorgeous vamp Eric Sinclair. And she’s not about to let little things like death and blood-drinking get in her way.

But all is not bouquets and bridal showers—Betsy is plagued by ghosts who demand her help in rectifying their past mistakes, and a serial killer is on the loose. With his victims all being tall, blond women, Betsy fits the profile exactly…
Klappentext der Originalausgabe

Plätschert so vor sich hin. Ein netter Roman, trivial, für mich ist der Witz weg. Das heisst aber nicht, daß dieser vierte Band schlecht ist, im Gegenteil, er liest sich einfach nur so runter. Aber die Geschichte ist doch recht einfach gestrickt, einzelne Versatzstücke kennt man bereits zur Genüge aus den vorigen Romanen. Von daher habe ich hier für mich den Zyklus beendet. Wer aber leichte Romane, bei denen man nicht viel denken muß, lesen möchte, ist mit Betsy Taylor bestens bedient.

Dienstag, 7. Juli 2015

Mary Janice Davidson : Happy Hour in der Unterwelt



Mary Janice Davidson : Happy Hour in der Unterwelt (Undead and Unappreciated)
Betsy Taylor 03
LYX 2008
Deutsche Erstausgabe
Originalausgabe 2005
Taschenbuch, ca. 220 Seiten, 8,95 €
auch als eBook erhältlich, 7,99 €
Aus dem Amerikanischen von Stefanie Zeller
ISBN 978-3-8025-8125-0


Betsy muss feststellen, dass das Dasein als Königin der Vampire jede Menge Nachteile mit sich bringt. Einmal abgesehen davon, dass sie beim Mitternachts-Schnäppchen-Shopping stets in der ersten Reihe steht. Die Angestellten ihres Nachtclubs machen ihr das Leben zur Hölle, seit sie den ehemaligen Chef getötet hat…
Klappentext

The plot begins in earnest when Betsy receives a non-invitation to her stepmother's baby shower; the shower is scheduled for daylight hours, making it impossible for vampires to attend. To reinforce the snub, Betsy's weak-willed father visits Betsy at home to ask her to stay away, where he lets slip that the new baby is Antonia's second child. Betsy and her friends confirm this revelation from Antonia herself, who describes unwillingly how she woke up with no memories of the preceding ten months, and dropped the baby girl, Laura, off at the hospital.

Much of the novel revolves around the search for Laura and getting to know her. Laura turns out to be a beautiful but bashful girl just beginning college, and eager to do the right thing for everyone. She's very sweet-natured and wholesome, always seeking peaceful solutions, and making friends with everyone, even people with difficult tempers. Getting to know Laura, Betsy likes her (although she envies her beauty) and can't bring herself to tell her about her sordid vampiric life or that Laura herself is the "spawn of Satan" and destined to conquer the world.

Before finding Laura, Betsy is frustrated by not knowing enough and resolves to read the Book of the Dead, a holy relic for vampires analogous to the Bible. The Book was written by an insane vampire who could see the future; unfortunately, it also drives anyone reading it insane. Throwing caution to the wind, Betsy reads the Book for several hours. The Book describes Betsy's ascension to Queen of the Vampires and her marriage to Eric, and also predicts that her half-sister Laura is fated to take over the world. Unfortunately, the book drives Betsy insane or, rather, changes her into a traditionally thinking vampire, as shown by the novel's first-person perspective. In that state, she attacks her human friends Jessica and Marc, indulges unbridled passions with her consort Eric, and tries to kill his vampire assistant Tina, who defeats her handily. She wakes up with a bruised head, a recovered sanity and much remorse – and also a new power, to awaken before sunset, which she uses to take Laura to Antonia's baby shower, so that Laura can meet her birth mother. Throughout the remainder of the novel, she tries to recover her friends' trust, particularly Jessica's, and also make amends with Eric.

The novel's climax occurs in a nightclub, Scratch. Betsy inherited the club, but the vampire staff are unhappy with her non-traditional changes, including not allowing them to drink blood from humans or kill them. The staff form a union and strike to demand better "working conditions". As their bargaining chip, the staff kidnap Betsy's half-sister Laura, mistaking her for an ordinary human girl. Unfortunately for them, they handle her too roughly and, despite her dislike of violence, Laura begins killing them with weapons formed from hellfire. Eric joins them and the three together win the fight with the vampires. Laura reveals that she'd known all along about Betsy and about herself, but she was waiting for Betsy to trust her enough. Laura is convinced that she can overcome her demonic heritage and be a good person, although she also displays a touch of temper. Later, Betsy meets the Devil herself—resembling a wonderfully dressed Lena Olin—who reveals that Laura will indeed take over the world.
Plot Summary

Es nutzt sich ab. Die Komik, die Davidson hier zelebriert, wird beim dritten Band schon etwas langweilig, man kennt die Gags schon. Obwohl auch dieser Roman einige sehr gelungene Ideen enthält - etwa die eigenwillige Darstellung von Laura oder die wirklich gelungene Einführung von Satan - merkt man (ich zumindestens) doch, daß es eben ein Trivialroman ist. Nicht, daß ich mich gelangweilt habe, aber der Pep der ersten beiden Romane fehlte mir hier.

Montag, 6. Juli 2015

Mary Janice Davidson : Süß wie Blut und teuflisch gut



Mary Janice Davidson : Süß wie Blut und teuflisch gut (Undead and Unemployed)
Betsy Taylor 02
LYX 2007
Deutsche Erstausgabe
Originalausgabe 2004
Taschenbuch, ca. 250 Seiten, 8,95 €
auch als eBook erhältlich, 7,99 €
Aus dem Amerikanischen von Stefanie Zeller
ISBN 978-3-8025-8124-3


Betsy findet ihr neues Dasein als frisch gekrönte Königin der Vampire zunächst etwas gewöhnungsbedürftig. Um weiterhin ihrer Leidenschaft für teure Designerschuhe frönen zu können, braucht sie außerdem einen Job. Doch wer stellt schon eine Untote ein?
Klappentext

Nothing can make Betsy Taylor give up her shoe fetish- even dying and rising as the new Queen of Vampires. Only being royally undead doesn't mean that there aren't credit card bills to be paid. Luckily, Betsy lands her dream job selling designer shoes at Macy's Department Store. But then there's a string of vampire murders in town and Betsy has to enlist the help of the one vamp who makes her blood boil: the oh-so-sexy Eric Sinclair. Only the last time she ran into Sinclair she accidentally fulfilled an ancient vampiric prophesy- and ended up married to him...
Plot Summary

Genauso amüsant wie der erste Band aufhörte geht der zweite weiter. Der Witz kommt einerseits aus den Versuchen, eine Vampir-Existenz so zu leben, wie man das eben aus dem vorigem Leben gewohnt ist. Für die Buffy-Fans geht der Witz aber weiter : Denn sie tauchen alle auf. Als relativ inkompetente Vampirjäger-Gruppe, die Betsy und ihre Freunde eliminieren wollen. Und sie sind alle dabei : Buffy, Giles, Willow ... Gut, sie heißen anders und die Analogie fällt wirklich nur Fans auf. Aber ich habe mich wieder köstlich amüsiert.

Dienstag, 30. Juni 2015

Mary Janice Davidson : Weiblich, ledig, untot



Mary Janice Davidson : Weiblich, ledig, untot (Undead and Unwed)
Betsy Taylor 01
LYX 2007
Deutsche Erstausgabe
Originalausgabe 2004
Taschenbuch, ca. 300 Seiten, 8,95 €
auch als eBook erhältlich, 7,99 €
Aus dem Amerikanischen von Stefanie Zeller
ISBN 978-3-8025-8123-6


Betsy Taylor hat eine fürchterliche Woche hinter sich — erst verliert sie ihren Job, dann kommt sie bei einem Autounfall ums Leben – und stellt schließlich fest, dass sie gar nicht wirklich tot ist! Außerdem wird sie ständig von einem unheimlichen Heißhunger auf Blut geplagt. Ihre neuen Freunde halten sie für die lange prophezeite Königin der Vampire. Betsy ist da anderer Meinung, doch die Vampire ködern sie mit einer Geheimwaffe, der sie nicht widerstehen kann: Designerschuhe. Mindestens ebenso verlockend ist der Vampir Sinclair…
Klappentext

Betsy Taylor—former model, newly unemployed secretary, 30, and still single—wakes up after being flattened by a Pontiac Aztek in a tacky coffin wearing cheap knock-off shoes. Her mother is glad she is back, albeit as a vampire, but her stepmother is enraged that Betsy has reclaimed her designer-shoe collection. With a wealthy best friend and a newly acquired doctor pal who is not susceptible to her formidable allure, she sets out to right wrongs but is abducted by Nostro, a tacky 500-year-old vampire who rules the undead roost. It seems that Betsy is an anomaly: a vampire who doesn't burn in sunlight, can fight the urge to feed, and is not repulsed by religious articles, all of which may make her the prophesied Queen of the Vampires. Teaming up with gorgeous vampire Eric Sinclair, who is in her opinion a major pervert, she takes on Nostro and his minions.
Plot Summary

Vampirschlampen in Reinkultur !
Aber echt, selten so amüsiert. Die Heldin, Betsy Taylor, ist keine von den dahinschmachtenden Rührmichtnichtanoderdochs aus "Bis(s) zum letzten Vampirklischee" oder aus den "Vampire Diaries, never fully read, cause sleep sickness took you after Episode 1.3". Sondern sie steht schon voll im Leben - und auf Designerschuhen.

Aber im Ernst, "Undead and Unwed" ist schon ein Gegenentwurf zu die Romanzen einer Stepahnie Meyer und ihrer Epigonen. Das beginnt mit der Reaktion der Heldin, als sie merkt, daß sie ein Vampir ist. Sie versucht sich nämlich umzubringen, da ihr Zustand ja anormal und - wie man ja auch aus Filmen weiss - gefährlich für ehemalige Freunde ist. Dass sie es nicht schafft und trotzdem normal bleibt (ok, so normal, wie sie vor ihrem Ableben eben war, das heisst "nicht allzu") macht einen großen Charme des Buches aus.

Den anderen Teil des Charmes der Geschichte, den weder die 5-Sterne- noch die 1-Stern-Rezensenten auf Amazon begriffen haben, ist die Verhohnepiepelung bisheriger und zukünftiger Vampir-Serien, im Fernsehen als auch in der Literatur. Betsy Taylor hat nix von der hehren Bestimmung einer Buffy (1997-2003) oder der reflektierten Persönlichkeit eines Angel (1999-2004). Sie ist zwar auch nicht simpel, aber doch eher eine Durchschnittsamerikanerin mit allen Macken, die man einer solchen Durchschnittsfrau eben andichtet. Der Tick mit den Designerschuhen ist dabei noch der harmloseste. :-)

Und Sex hat sie auch. Richtigen Sex, der hier schon hart an der Pornographie dran beschrieben wird. Kein Blümchensex, wie in den Bis(s)-Romanen und anderem Kinderkram, hier geht es heftigst zur Sache. Was die meisten Fans von Bella et.al. doch ziemlich verschrecken dürfte. Aber diese Gruppe dürfte schon dadurch verschreckt sein, daß Betsy Taylor nicht nur modern, sondern auch selbstbestimmt und emanzipiert ist. Ganz davon abgesehen, daß ihre Freunde eben nicht nur weiße Standardfiguren sind, sondern genau das, was von SJW immer gefordert wird : Divers. Das wird allerdings im zweiten Band noch deutlicher.

Insgesamt habe ich mich königlich amüsiert, auch wenn das Niveau trotz allem trashig und trivial bleibt. Was ich allerdings hier auch für ein Stilmittel halte. Anyway, jedenfalls nix für zarte Gemüter und wer Bella und Edward hinterherhechelt, sei vor diesem Roman gewarnt. Wer allerdings Buffy, Angel und insbesondere Spike mag, dem sei diese Serie ausdrücklich empfohlen.

Montag, 29. Juni 2015

Ann-Kathrin Karschnick & Torsten Exter (Hrsg.) : Krieger



Ann-Kathrin Karschnick & Torsten Exter (Hrsg.) : Krieger
Verlag Torsten Low 2013
Paperback, ca. 393 Seiten, 14,90 €
Titelbild : Timo Kümmel


"Krieger" – bei diesem Titel denke ich an Conan und Kane. An Andersons David Falkayn, Heinleins Rico, Moorcocks Corum. Diesen klassischen Vorbildern auch nur annähernd zu entsprechen, ist schwierig...

...aber nicht unmöglich. Mir kommen da deutsche Autoren wie Haubold, Krain, Burban, van den Boom und Falke ins Gedächtnis, die es durchaus schaffen, in der Moderne gute und große Romane und Kurzgeschichten (Küper nicht zu vergessen!) dieser Coleur zu schreiben.

Ich habe mir diese Anthologie auf dem NordCon 2015 aus mehreren Gründen gekauft. Zuerst und vor allem war ich neugierig darauf. Dann gab's ein Autogramm von Ann-Kathrin Karschnick, und seit wann kann ich einer gutaussehenden Blonden widerstehen ? Das wichtigste für mich war aber eine Übersicht über moderne deutsche AutorInnen aus der Fantasy (für die SF habe ich ja den DSFP), die ich aus dieser und anderen "NordCon-Anthologien" zu gewinnen hoffe.

Um das Ergebnis vorwegzunehmen : Die Anthologie ist ingesamt nicht schlecht, aber qualitativ sehr unterschiedlich. Man merkt deutlich, wer sich im Genre auskennt und wer noch nie etwas von den Klassikern gelesen hat. Aber gehen wir ins Detail, denn es ist schon zielführend, jede Geschichte einzeln zu betrachten. Vorweg : ACHTUNG, SPOILER !

Helen B. Kraft : Das Dorf
Eine Kriegertruppe wird zu einem Dorf gelockt und dort von den Dörflern überfallen. Nachdem die Krieger sich verteidigt und alle umgebracht haben, wird ihnen klar, daß sie selber schon vor einiger Zeit gestorben sind und hier nur den Willen der Götter vollzogen haben.
Ganz nett, allerdings sehr pathetisch. Die Geschichte plätschert so ein bißchen vor sich hin, die Pointe ist aber gut angelegt und vorbereitet. Zuviel High Fantasy, aber das ist absolute Geschmackssache.

Heike Knauber : Windzeit, Wolfszeit
Ein britannischer Krieger gerät in die Fänge des Fenriswolfs, eine Walküre (?) versucht ihn zu retten.
Atmosphärisch erzählt. Allerdings wird Sinn und Zweck der Story nicht klar, sie bricht so unvermittelt ab wie sie anfing. Konzeptlos, von daher trotz nettem Stil eher dem unteren Niveau-Bereich zuzurechnen.

Detlev Klewer : Nebelkrieger
Die Nebelkrieger, die sich in Nebelschwaden verwandeln und so den Feind infiltrieren können, haben dem alten König die Treue geschworen. Doch sein Sohn nutzt sie für seine eigenen Zwecke...
Ganz nett, stringent erzählt, aber relativ trivial. Hat mir allerdings stilistisch gefallen, so daß ich die Story insgesamt eher positiv beurteile.

Christian Vogt : Zähne
Die Werwesen-Clans der Germanen stellen sich gegen die Römer. Doch die Werwölfe brechen aus der Phalanx aus und verraten ihre Leute. Nur die ehemalige Rudelführerin beschützt ihren Clan...
Rundum gelungen. Keine große Geschichte, aber eine gute, die auch in den Details stimmig ist. Mehr dazu später, beim zweiten Teil.

Jonas Wolf : Das Mädchen im Geierturm
Drei Krieger gegen eine Hexe...
Sehr schön. Gelungen auch der immer komplexer werdende Plot der eigentlich primitiven Geschichte. Dass auch Szenerie und Atmosphäre gut rüberkommen, runden die Story insgesamt gelungen ab. Hat mir außerordentlich gut gefallen.

Mike Krzywik-Groß : Von Deserteuren und Märtyrern
Ein Deserteur wird von der generischen Armee gefangen, bringt ihren Anführer um und wird dafür von seinem eigenen Vorgesetzten umgebracht – damit man eine Heldenlegende produzieren kann.
Ist zwar gut geschrieben, inhaltlich jedoch eher suboptimal. Gerade diesen Plot habe ich schon mehrfach besser und subtiler umgesetzt gelesen, hier ist es doch etwas sehr plakativ und einfach.

Stephanie Mühlsteph & Moritz Gießel : Lauernde Stille
Eine Wette zwischen Loki und einer Walküre beeinflusst die Menschen eines Dorfes...

Die Geschichte ist gut und flüssig erzählt, meiner Meinung nach insgesamt allerdings suboptimal. Das liegt allerdings daran, daß hier – wie an vielen anderen Stellen dieser Anthologie ebenfalls – die germanische Mythenwelt beschworen wird, ohne diese allerdings wirklich zu kennen. Die AutorInnen bleiben auf dem einfachen Niveau der Avenger-Filme und Comics und Fantasy-Serien, ohne sich tiefer in Edda und andere Werke eingelesen zu haben. Das macht die Geschichten etwas sehr platt und trägt stark zu einem nicht-positiven Gesamtergebnis bei. Ich empfehle daher, sich entweder tiefer ins Quellenstudium zu begeben oder den High Fantasy-Götter-Ansatz zu lassen.

Musste ich einfach mal loswerden und es war eine gute Gelegenheit dazu. Das heisst allerdings nu nich', daß "Lauernde Stille" abgrundtief schlecht ist, das heisst nur, daß die narrative Ebene der plottechnischen nicht entspricht. Und für jemanden wie mich, der tatsächlich die Edda irgendwo im Regal stehen hat, früher begeisterter Leser der Götter- und Heldensagen von Griechen, Germanen und Deutschen war, ist die Geschichte, obwohl sie flüssig und nicht schlecht erzählt ist, einfach nix. Hier fehlt so ein bißchen Moral, Pointe und echter Abschluß. Ganz davon abgesehen frage ich mich, was das mit Kriegern zu tun hat.

Stefanie Bender : Roter Schnee
Eine Gruppe von Kriegern wollte ein Elbendorf überfallen, wird zurückgeschlagen und auf dem Rückweg umgebracht.
Nur Stimmung, keine Handlung. Nicht mein Geschmack, aber mit 5 Seiten ein gelungenes Interludium.

Sean O'Connell : Schädelspalter und Riesentöter
Zwei Zwerge wollen Riesen töten, werden von den Dorfoberen betrogen. Und alle werden von der Trollfrau und den Riesen über den Tisch gezogen.
Nett, witzig, trivial, liest sich einfach so weg. Erinnerte mich stark an deutsche Märchen. Gutes Mittelfeld, sozusagen, sehr solide.

Susanne Gerdom : Das letzte Schlachtfeld
Über den Krieg der Gefallenen Engel gegen den Himmel...
Nein. So nicht. Egal, wie gelungen erzählt die Geschichte ist (und da kann man sich wirklich nicht beschweren), für diesen Plot braucht es mehr als nur eine gut erzählte Geschichte. Wer hier gegen die Christopher Walken-Filme und "The Warhound and the World's Pain" anschreiben will, muß schon etwas mehr bringen als nur eine gut erzählte Geschichte. Hier fehlt der erweiterte Plot, das interessante Narrativ und die ganz große Story. Wer das alles nicht hat, sollte von diesem Stoff die Finger weg lassen.

Tom Daut : Das Schwert der Ehre
Wie es für einen Kämpfer Mandoys Brauch ist, hat unser Held das Schwert seines Großvaters erhalten, der ein Kriegsheld war. Doch war er das wirklich ... ?
Eine rundum gelungene Geschichte im Stil des "Ewigen Helden" von Moorcock. Tom Daut erlaubt es seinem Protagonisten allerdings auszubrechen, als dieser erkennt, wie wenig ehrenhaft das Heldentum des Kriegers im Grunde tatsächlich ist. Für meinen ganz persönlichen Geschmack eines der Highlights der Anthologie.

Nina Sträter : Die Armee der Frau Strack
Frau Strack bastelt in ihrer Freizeit Puppen – die nachts im See sich in Krieger verwandeln und von den Feen übernommen werden. Als die Feen eines Tages sich nicht mehr melden, findet Frau Strack eigene Einsatzmöglichkeiten...
Sorry, ganz nett, aber ziemlich platt und vorhersehbar. Das war nix.

Tina Alba : Jahrestag
Der Jahrestag des Sieges über die Wandler ist für Morann jedesmal wieder eine traurige Angelegenheit, da er den Toten seiner Einheit gedenkt.
Boah, eyh, ist das kitschig. So richtig schmalzig, daß es unten aus dem Buch raustropft. Wer diesen Stil allerdings mag, ist mit dieser Geschichte gut bedient, sie liest sich flüssig und kreativ.

Markus Heitkamp : Soldat & Krieger
Cornelius und Luther, Mensch und Zwerg, kämpfen im Ersten Weltkrieg eines Steampunk-Universums gegen den übermächtigen Zeppelin der Hunnen.
Heroismus und Humor in genau der richtigen Mixtur, zusammen mit einer Prise Chaos und einer dynamischen Schreibe ergibt ein weiteres Highlight der Anthologie. Den Autor muß man sich merken.

Bernd Rümmelein : Legenden
Bernd Rümmelein diskutiert in dieser Geschichte aus, was einen Krieger ausmacht und stellt die durchaus berechtigte Frage, ob es wirklich so erstrebenswert ist, einer zu sein. Selten so eine durchweg in allen Bereichen gelungene Geschichte gelesen oder gesehen. Mich hat dies stark an "The Last Shootist" mit John Wayne erinnert. Warum diese Story nicht bepreist wurde, ist mir ein Rätsel, meiner Meinung nach ist dies ein zukünftiger Klassiker.

Carsten Thomas : Umbras
Eine Geschichte über einen unbesiegbaren Gladiator - der sich am Ende selbst umbringt.
Ich verstehe schon die Intention des Autors, aber die Ausführung halte ich für schlecht. Im Gegensatz zum Vorgänger wird hier alles sehr plakativ dargestellt, die Botschaft ist wichtiger als die Geschichte an sich. Es fehlt das Story-Telling.

Andreas Zwengel : Die Ehre der Deserteure
Eine Gruppe von Deserteuren, kriegsmüde durch brutale Schlächtereien, hilft einer Gruppe Flüchtlinge.
Also die Namen der Protagonisten sind echt ... überarbeitungswürdig. "BadKar Ma" - also ehrlich. Ansonsten aber sehr schön ausgeführt, das Ende ist ganz besonders gelungen. Zwengel zeigt hier engagiert die Unterschiede zwischen Kämpfern und Nonkombattanten auf, ein bißchen schematisch vielleicht, aber gelungen, wie ich finde.

Heike Schrapper : Gotteskrieger
Ein bissiger Kommentar zu religiösen Fanatikern, platt, aber präzise auf den Punkt geschrieben und insgesamt gelungen. Auch dies eine Geschichte, die man öfter abdrucken sollte.

Thomas Plischke : Speersommer
Krieger kämpfen gegen einen Mädchenbelästiger - allerdings sind alle Protagonisten jünger als 10 Jahre.
Eine Geschichte, über die man nachdenken muß. Ich bin mir immer noch nicht sicher, was ich davon halten soll - aber ist das nicht das Merkmal einer besonders gelungenen Story ?

Judith C. Vogt : Klauen
Die Fortsetzung von "Zähne", in der die letzten Werwölfe der damaligen Verrätergruppe in der Moderne von der alten Leitwölfin gejagt werden.
Sehr stimmungsvoll und schön erzählt. Allerdings entgeht mir so ein bißchen der tiefere Sinn der beiden Stories, das "Was will mir der Autor damit sagen?" steht mir sozusagen im Gesicht geschrieben. Ein bißchen hatte ich auch den Eindruck, daß die Geschichte noch nicht zuende erzählt wurde, sozusagen noch unfertig ist.

Torsten Scheib : Der Gejagte
Mit Rambo im Fantasy-Ambiente schliesst die Anthologie. Ein gelungener Abschluß, wie ich finde. Nichts Besonderes, aber geradeaus und schnörkellos erzählt.

Mir hat die Anthologie insgesamt gefallen, relativ wenige echte Ausfälle zusammen mit einem breitem Spektrum an Autoren und vielen herausragenden Geschichten. Und auch wenn ich die einzelnen Geschichten nicht alle mochte, so ist doch jede Geschichte schriftstellerisch auf einem hohen Niveau. An keiner Stelle habe ich mich gelangweilt, praktisch jede Story war flüssig und gut erzählt, Wertungen sind hier ganz stark Geschmackssache und eine Frage der Vorkenntnisse.

Für mich persönlich habe ich einige "neue" Autoren gefunden und das Bild anderer wurde stark korrigiert. Für das eigentliche Thema, "Krieger", waren aber meiner Meinung nach nicht genug an präzise auf den Punkt hin geschriebene Stories vorhanden, was allerdings durch mehrere gute Seitenbetrachtungen ausgeglichen wurde. Gefehlt hat mir der SF-Bereich, auch aus dem Steampunk war nur eine Geschichte da. Es scheint, daß hier eine Assoziation "Krieger=Fantasy" vorherrscht, was - wie Thomas Plischke mit seiner eher der allgemeinen Phantastik zuzurechnenden Geschichte "Speersommer" zeigt - durchaus nicht so sein muß.

"Krieger" ist die erste von mir gelesene Anthologie aus dem Bücherstapel, den ich auf dem NordCon zusammengekauft habe. Ein schöner Anfang, eine Kurzgeschichtenzusammenstellung, die ich ohne weiteres weiterempfehlen kann. Einmal etwas ganz anderes als die üblichen Fantasy-Ziegelsteine.

Freitag, 26. Juni 2015

TERRA Sonderband 11 - Clark Darlton : Vater der Menschheit

Clark Darlton : Vater der Menschheit
Starlight 02
Terra Sonderband 11, 23.01.1959
Originalausgabe
Titelbild : Johnny Bruck


Captain Rex Randell und seine Crew sind nach dreijährigem Aufenthalt in fernen, unerforschten Bereichen der Galaxis auf dem Rückflug zur Erde. Noch rund Lichtjahre trennen die STARLIGHT, das terranische Forschungsschiff, von der Heimatbasis, als es zu einer schicksalhaften Begegnung zwischen der STARLIGHT-Crew und einem Volk von Robotern kommt. Der Ausgang dieses Treffens zwischen den Sternen soll nicht nur über die Zukunft der Menschheit entscheiden, sondern auch das größte Rätsel der Menschheitsgeschichte lösen.
Klappentext der Darlton-Taschenbuchausgabe

Absurd.
Da habe ich erst letztens einen Romanzyklus von Clark Darlton gelesen, der wirklich gut war, und dann kommt der hier. Suboptimal ist noch das Netteste, das man dazu sagen kann. Stark im Mief der 50er verhaftet ist "Vater der Menschheit" kein Ruhmesblatt für Walter Ernsting. Wie auch der Nachfolger, der als TERRA 084 erschien. Ich sag' mal so : Schwamm drüber und vergessen.

Starlight-Zyklus
01 - Planet YB 23
02 - Vater der Menschheit
03 - Der Sprung ins Ungewisse
04 - Geheime Order für Andromeda