Sonntag, 15. April 2012

Margret Schwekendiek : Vom König der Sterne (Lex Galactica IV)



Margret Schwekendiek : Vom König der Sterne
Lex Galactica, Band 4
Romantruhe 2010
Hardcover, 242 Seiten, € 13,95


Im Jahr 2317 hat der aldebaranische Botschafter Drep Doye seinen Traum von einem Vielvölkerplaneten verwirklicht. Seine Freunde Damien Cavelorn und Amber Donegal haben sich inzwischen von der Kopfgeldjagd zurückgezogen und regieren als Bürgermeister von Glastonbury Tor. Damiens Sohn Guy Duncan ist inzwischen in die Fußstapfen seines Vaters getreten und fliegt bei der Jagd einer steckbrieflich Gesuchten in ein bisher unbekanntes Sonnensystem ein. Die dortigen Bewohner, Nachfahren irdischer Kolonisten, dienen König Oswald, der sich ein kleines Sternenreich im inneren Bereich des Spiralarms der Galaxis errichtet hat. Um dieses Reich vor Entdeckung zu schützen, jagt seine Flotte Guy Duncan zurück bis Glastonbury Tor, wo die Schlacht um den Friedensplaneten entbrennt.

Soweit der Klappentext. Nach den ersten drei Romanen um Damien Cavelorn nimmt jetzt sein Sohn Guy Duncan den Handlungsfaden auf. Und statt Martin Kay schreibt jetzt Margret Schwekendiek. Obwohl nicht schlecht geschrieben hat mir dieser Roman nicht mehr so viel Spaß gemacht wie die ersten drei. Dies liegt definitiv am Autoren-Wechsel, nach Martin Kay sagt mir der Stil von Margret Schwekendiek nicht so zu. Kay schrieb hart und kompromißlos, seine Helden waren teilweise ziemlich daneben. Insbesondere Damien Cavelorn wurde deutlich als ambivalenter Charakter dargestellt. Im Gegensatz dazu schreibt Schwekendiek mehr schwarz/weiß und nach meinem persönlichem Empfinden sehr viel weicher. Einen solchen Übergang habe ich vor Jahrzehnten schon einmal erlebt, bei den Conan-Romanen, deren Original von Robert Ervin Howard ziemlich hart ist und der seine Helden nach realen Vorbildern um die Jahrhundertwende herum modelliert hatte. Weder Lin Carter noch L.S. de Camp gelang es, den für Howard typischen Ton zu treffen. Die gleiche Situation habe ich hier, bei Lex Galactica, gefunden. Mich hat bei dieser Serie insbesondere der harte Kay-Stil fasziniert, so daß ich jetzt keine Lust mehr habe, die Serie unter Margret Schwekendieks Ägide weiterzulesen. Allerdings werde ich mir ihren neuen Roman "Time Travellers" einmal besorgen, so schlecht sind die Lex Galactica-Romane nämlich nicht und es interessiert mich schon, was die Autorin außerhalb von Reihen- und Schmachtfetzen-Romanen leisten kann.

Biographie (aus der sehr gelungenen Reihe von Uwe Weiher)
Interview
Time Travellers bei p.machinery

Samstag, 14. April 2012

Die Hard 4.0



Die Hard 4.0 (Live Free or Die Hard)
Darsteller : Bruce Willis, Justin Long, Timothy Olyphant u.a.
Regie : Len Wiseman
2007


Er sollte nur Amtshilfe leisten ...

... und diese kleine Bitte des FBI kulminiert in einen der besten Action-Filme, die ich in den letzten Jahren gesehen habe. Mit derartig aberwitzigen Ideen, daß dieser vierte Aufguß der "Die Hard"-Reihe fast noch mehr Spaß macht als das Original.

Aber der Reihe nach. Der erste der "Die Hard"-Filme stammt von 1988 und basiert auf dem Buch "Nothings Lasts Forever" von 1979, geschrieben von Roderick Thorp. Bruce Willis gibt hier den Einzelkämpfer a la John Wayne, der Film traf zu seiner Zeit den Nerv des Publikums.

In diesem ersten Film stellt er sich einer Gruppe Terroristen, die ein Hochhaus in ihre Gewalt bringen. Der nächste Film, "Die Harder", erzählt praktisch genau den gleichen Plot, nur geht es diesmal um einen Flughafen. Dieser zweite Teil, obwohl spannend erzählt, ist der schlechteste in der Reihe. Allerdings, und das fällt bereits bei diesem Tiefpunkt auf, ist er auch beim zweiten Mal noch spannend, intelligent erzählt, der Plot ist nicht-trivial und auch dieser Film sprüht vor innovativen Ideen.

Der dritte Film hat wieder John McTiernan als Regisseur, der auch direkt an den ersten Film anknüpft. Sehr gelungene Action mit einem phantastischem Plot, der mich an die Bond-Reihe erinnert hat. Im Gegensatz zu den ersten beiden Teilen, die noch sehr stark an den Mainstream angelegt sind, wird in diesem dritten Teil auf "Realismus" gepfiffen und ein phantastisches Seemannsgarn gesponnen. Genau wie bei den Bond-Filmen bildet diese Phantastik zusammen mit der Action die Grundpfeiler des Films.

Und das wird im vierten Teil in einer Art und Weise fortgeführt, daß man seine Unterlippe auf den Zehen wiederfindet. Die Regie in diesem Film führte Len Wiseman, der vorher in Filmen wie "Stargate", "Independence Day", "Men in Black", "Underworld" oder "Godzilla" mitgearbeitet hat. Und er hat den Gigantomanismus dieser Filme ebenso wie die Lust an der Pyrotechnik und die für vollkommen, absolut, 5000 %ige abstruse Szenen in diesen Film mit übernommen. Dabei fängt er recht konventionell an, in typischer Die-Hard-Manier eben. Blofeld heisst hier Thomas Gabriel, der zusammen mit seiner Gang und ein paar unabhängigen Computerfreaks das FBI hackt und an die kompletten Geheimdienst- und Wallstreet-Daten, die im Falle der Gefährdung der USA zentral gesichert werden, heran will. Das FBI versucht, die unabhängigen Hacker zu finden, sie werden aber bis auf einen von Gabriels Killern umgebracht. Und dieser eine wird von John McClane beschützt. Im Verlaufe des Films setzt sich John McClane aka Bruce Willis gegen die bösen Killer durch, dabei schiesst er schon mal einen Hubschrauber mit einem Taxi ab (wortwörtlich !) und erledigt einen Jet mit Hilfe eines Trucks. Man glaubt es nicht, wenn man es nicht selbst gesehen hat.

Mein Fazit zu dieser Reihe : Ein sehr gelungenes Weihnachtsgeschenk mit sehr amüsanten Action-Filmen. Fast schon SF, wenn man die letzten beiden Teile betrachtet. Sehr sehenswert, hat sich echt gelohnt. Als Konsequenz dieses letzten Films bin ich auf das Remake von "Total Recall" gespannt, das unter der Regie von Wiseman dieses Jahr herauskommen soll.

Wikipedia
IMDB

Mittwoch, 11. April 2012

Urheberrecht (III)

Dieses Urheberrechtsgedöns geht mir auf den Zeiger.
Daher habe ich jetzt explizit alle Inhalte dieses Blogs freigegeben : Copy-Right

Martin Kay : Das galaktische Dreieck (Lex Galactica III)



Martin Kay : Das galaktische Dreieck
Lex Galactica, Band 3
Romantruhe 2009
Hardcover, 245 Seiten, € 13,95


Damien und Amber wollen zusammen mit ihren außerirdischen Freunden einen multikulturellen Friedensplaneten gründen. Die Pläne des technologisch überlegenen aldebaranischen Antriebs, mit dem sie den Planeten verstecken wird gestohlen und Damien macht sich zusammen mit Sarah van Hovenstead auf, diese Pläne wiederzubeschaffen.

Die ersten beiden Bände von Martin Kay waren ziemlich einfach und geradeaus gestrickt : Situation - Held - Lösung. Im Gegensatz dazu wird hier gezeigt, daß das Leben eben nicht ganz so eindimensional ist und andere Interessen noch so gute (Ruhestands-) Vorsätze vom Tisch wischen können. Mein Eindruck beim Lesen war auch, daß die Handlung etwas zerfasert ist, so als wüsste der Autor nicht genau, wohin er die Lex Galactica-Serie hin entwickeln soll. Trotz dieses Eindrucks sind die Vorzüge, die ich bei den ersten beiden Bänden bereits beschrieben habe, auch hier vorhanden, Freunde der Action-SF sei dieser Roman warm ans Herz gelegt.

An dieser Stelle möchte ich einmal etwas über die Ausstattung sagen. "Lex Galactica" kommt ebenso wie "Vampir Gothic" als taschenbuchgroßes Hardcover heraus, ab diesem Teil auch mit Lesebändchen. Insgesamt mehr als 250 Seiten inkl. Anhänge, lesbare, aber nicht allzu große Schrift. Das Ganze kostet 13,95 €. Da habe ich für einige Heyne-Paperbacks mit einem Schriftbild für Sehbehinderte bereits mehr ausgegeben. Von daher bin ich mit dem Preis/Leistungs-Verhältnis durchaus zufrieden.

Wer es günstiger möchte, dem seien die eBooks empfohlen, die bei beam herausgekommen sind. Diese erscheinen später als die Hardcover, sind aber auch mit 8,90 € erheblich günstiger, man spart mehr als ein Drittel des Hardcover-Preises. Wie bei beam üblich sind dort auch Leseproben vorhanden, so daß man nicht die Katze im Sack kaufen muß. Viel Spaß beim Antesten. :-)

Romantruhe-Hardcover
Blog von Martin Kay
eBook "Tot oder lebendig"
eBook "Der Flug der Santa Maria"

Dienstag, 10. April 2012

Urheberrecht (II)

Wo Recht zu Unrecht wird, wird Widerstand zur Pflicht. Und es scheint, daß dieser Zeitpunkt gekommen ist.

Sie ist da: Die erste Facebook-Abmahnung wegen eines fremden Fotos an der Pinnwand


Hier hat also ein Dritter auf Facebook ein Photo, das angeblich nicht urheberrechtsfrei ist, auf die Facebook-Seite des Beklagten hochgeladen. Und die Abmahnindustrie versucht jetzt, diesen absolut Unschuldigen zu verklagen. Und, natürlich, Geld mit ihren fragwürdigen Aktionen zu machen. Mir fallen dazu vier Sachen ein :
  1. Götz von Berlichingen (aber der fällt mir immer ein)
  2. Shakespeare, Henry VI., 2. Teil, 4. Akt, 2. Szene
  3. I have a dream ! Ich sehe, wie eine Horde anonymer Internet-Freaks gefälschte Facebook-Personas anlegt. Und ich sehe, wie diese Unpersonen Anwälte und Politiker auf Facebook mit fremden Bildern zumüllen. Und diese Anwälte und Politiker dann abmahnen lassen. Was für ein Alptraum.
  4. I have a second dream ! Ich sehe, wie die Abmahnindustrie selbst gefälschte Personas anlegt, um mit dem Verlinken urheberrechtlich geschützter Bilder und Videos Geld zu machen. Was für ein absoluter Alptraum. Aber da ich die Realität kenne, wird es binnem Kurzem wahrscheinlich genau so kommen.
Ich bin einmal gespannt, welche Absurditäten sich Anwälte noch einfallen lassen, bis die Piraten mit ihnen aufräumen.

Martin Kay : Der Flug der Santa Maria (Lex Galactica II)



Martin Kay : Der Flug der Santa Maria
Lex Galactica, Band 2
Romantruhe 2008
Hardcover, 235 Seiten, € 13,95


Drei Jahre nach den Geschehnissen von Band 1 : Die Vereinigten Kolonien der Menschen befinden sich im interstellaren Krieg gegen Rigel. Besonnene Politiker auf beiden Seiten wollen diesem Wahnsinn ein Ende machen und handeln einen Waffenstillstand aus. Von New York Planet aus startet eine diplomatische Mission ins Rigel-System, um dort Friedensverhandlungen zu beginnen. Doch die Falken auf beiden Seiten versuchen, dieses Ziel zu sabotieren ...

Im Gegensatz zu "Tot oder lebendig" steht hier weniger die Action als mehr das Whodunit im Vordergrund. Jedenfalls im ersten Teil des Romans, als Damien Cavelorn und Amber Donegal auf dem Raumschiff den bzw. die Mörder suchen. Martin Kay gelingt es sehr schön, das klassische Krimi-Genre mit dem SF-Ambiente zu verbinden. Im zweiten Teil, nach dem Absturz auf Ehnekon, kommt die Action jedoch wieder zu ihrem Recht.

Mich hat gerade dieser zweite Teil stark an die Geschichten um die Ewoks erinnert, auch wenn Martin Kay die Eingeboren deutlich weniger komisch schildert. Das kann aber eine ganz persönliche Befindlichkeit sein. Auffallend ist auch, daß beide Seiten, Jäger und Gejagte, sehr plastisch geschildert werden und der Autor sehr präzise darstellt, warum das Gute meistens gewinnt : Während die Gruppe um Damien und Amber einander vertraut, werden die Jäger durch Mißtrauen und Zeitdruck ineffizient.

Eine gelungene Fortsetzung des ersten Bandes, die durch einen gänzlich anders gearteten Plot auch in keinster Weise einen Aufguß darstellt, sondern auch als Einzelband besteht.

Montag, 9. April 2012

Martin Kay : Tot oder lebendig (Lex Galactica I)



Martin Kay : Tot oder lebendig
Ley Galactica, Band 1
Romantruhe 2008
Hardcover, 240 Seiten, € 13,95


Wir schreiben das Jahr 2310. Unter dem wachsenden Druck von Kriminalität und Terrorismus sieht sich die Zentralregierung des Kolonialsystems der Menschheit gezwungen, die Kopfgeldjagd zu legalisieren. Ausgestattet mit Rechten und Pflichten von Polizisten verbreitet sich eine neue Spezies über den besiedelten Teil der Galaxis: Die Jäger!
Damien Cavelorn ist einer von ihnen. Manche halten ihn für den Besten. Er selbst sieht in seinem Beruf nur eine Möglichkeit zu überleben. Ein Überleben, das jeden Tag schwieriger wird. Die Konkurrenz in seinem Geschäft ist groß und kämpft selten mit fairen Mitteln.
zitiert nach Martin Kays Blog

Soweit das Setting der Serie "Lex Galactica". Im ersten Band sucht Damien Cavelorn auf dem Planeten Thorson nach einem interplanetaren Terroristen. In einer Geisterstadt entdeckt er unter einem Tafelberg den Zugang zu einer geheimen Basis einer Gruppe von Umstürzlern, die einen Anschlag auf die zivilisierten Welten vorbereiten.

Äähh ... Geisterstadt ? Tafelberg ? Ich dachte, ich lese nicht richtig, als Martin Kay seinen ersten Roman vorlegte. Ungelogen habe ich mehrfach nachgeguckt, ob auf dem Cover wirklich "Martin Kay" und nicht etwa "G. F. Unger" draufsteht. Denn gelesen habe ich einen Western, dessen Helden mit Strahlenpistolen statt 45ern durch die Gegend ballern. Clint Eastwood in der Rolle des Damien Cavelorn habe ich dabei deutlich vor mir gesehen, so bildhaft westernartig hat Martin Kay die Geschehnisse beschrieben. Und da er dieses Szenario, diese Analogie zum Wilden Westen auch präzise motiviert, hat mir als Western-Fan dieser Roman auch ausnehmend gut gefallen. Spannend erzählt, empfehlenswert insbesondere für Fans der Geschichten von Robert Ervin Howard. Denn Martin Kay hat seine drei Lex Galactica-Romane ähnlich hart und kompromißlos und mit nicht-netten Protagonisten geschrieben wie REH. Dies wird besonders deutlich beim Übergang zu Margarete Schwekendiek, aber davon später.

Fazit : Ein lesenswerter SF-Action-Roman in herausragender Hardcover-Ausstattung.

Samstag, 7. April 2012

FSK-Ratings

Den Altereinstufungen der FSK habe ich nie getraut.

Früher habe ich mich wenig darum gekümmert, meine Kinogeher-Zeit begann nach meinem 18. Geburtstag, so daß mir die Alterbeschränkungen damals nicht wichtig waren. Ich habe sie ignoriert, sie waren mir egal.

Sensibler auf solche Zensurmaßnahmen geworden bin ich erst wieder vor ein paar Jahren, als ich auf Indizierungen der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien BPjM stieß. Es ging dabei um Indizierungen einiger Romane der "Gor"-Reihe von John Norman in der Heyne-Ausgabe. Nun ist gerade diese Ausgabe stark gekürzt, die (imho sehr wohl fragwürdigen) philosophischen Exkurse sind hier gar nicht enthalten. Ganz davon abgesehen sind diese Bände vor 20 Jahren erschienen. Ziemlich verblüfft habe ich die Bundesprüfstelle angeschrieben und eine sehr nette und erschöpfende Antwort bekommen. (Sind doch keine alten Drachen, die da sitzen. :-) Ein Klischee weniger.) Danach ist diese Einstufung als jugendgefährdend vor mehr als einem Jahrzehnt geschehen. Und der Rechteinhaber hätte bisher auch keine Nachprüfung angefordert. Die Damen und Herren der BPjM sind sich nämlich sehr wohl darüber im Klaren, daß ihre Einstufungen mit einer Veränderung der Gesellschaft eventuell überprüfenswert sind und haben die Möglichkeit geschaffen, nach Ablauf einer gewissen Frist eine Neuüberprüfung anzufordern. Allerdings nur durch den Rechteinhaber, nicht durch interessierte Dritte. Heyne gehört jetzt zu Random House, die Gor-Romane werden in einer Neübersetzung von Basilisk rausgegeben, kein Wunder, daß sich da niemand drum gekümmert hat.

Und ja, mir ist auch klar, daß die Aktionen der BPjM keine Zensur im eigentlichen Sinne ist. Ich empfinde sie aber bis zu einem gewissem Grad so, ganz unangenehm ist mir das bei der "Starship Trooper"-Reihe aufgefallen, die ich gerne einmal gesehen (und warscheinlich in Grund und Boden kritisiert) hätte. Aber bei aller Kritik habe ich für die BPjM bis zu einem gewissem Grad Verständnis. Im Gegensatz zu den Einstufungen der FSK.

Die FSK, die Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft, entstand 1948/49 nach dem Vorbild des amerikanischem Hays Code. Diese Einrichtung sollte eine staatliche Reglementierung der Filmindustrie vermeiden. Meiner Meinung nach ist das Ergebnis jedoch schlimmer, als jede staatliche Regel hätte sein können.

Früher trug die FSK der Prüderie der Nachkriegsgesellschaft Rechnung, siehe etwa die Ereignisse um "Die Sünderin" von Willi Forst (Wikipedia-Link). Dies ist aber nicht die einzige Fehlentscheidung der FSK aus früheren Jahren. Und teilweise wirken diese Fehlentscheidungen bis heute nach. So ist etwa zu meiner Belustigung der Film "Blondinen bevorzugt" mit Marilyn Monroe und Jane Russel immer noch mit einer FSK 16 Freigabe versehen. Ebenso wie "Kampf der Welten" von 1952. Dagegen ist "Flash Gordon" von 1980 frei ab 12.

Nun ja, mögen einige denken, die FSK ist eben etwas sehr vorsichtig und hat nur das Wohl der Kinder im Sinn, so daß alle FSK-Ratings lieber zu hart sind, als das man die zarte Kinderseele beschädigt. Das wäre schön, wenn es so wäre. Doch stattdessen sind die neuesten FSK-Ratings nicht nur fragwürdig, sondern nicht mehr akzeptabel.

"Rom" ist eine Historienserie, in der das ziemlich dekadente Leben zur Zeit Cäsars drastisch gezeigt wird. Sie ist zu Recht mit einem FSK 18-Rating versehen. Das gleiche gilt für "Band of Brothers", der die Geschehnisse der Easy-Kompanie im Zweiten Weltkrieg ohne Beschönigung und falschem Heroismus schildert. Irritierend allerdings, daß die nicht weniger harmlose Schwesterserie "The Pacific", der den Kampf im Korallenmeer zeigt, bereits ab 16 freigegeben ist. Ebenso frei ab 16 ist die zwar brilliante, aber ebenfalls ziemlich brutale Westernserie "Deadwood".

Aber das ist nur irritierend, noch nicht wirklich schlimm. Jedenfalls nicht für uns, mein Sohn ist noch lange nicht in dem Alter, in dem er diese Kategorie Filme sehen darf. FSK 12 sollte aber harmlos sein, Filme und Serien mit diesem Rating gucken wir uns bedenkenlos mit ihm an. Bisher. Denn vor kurzem haben wir die geniale Serie "How I Met Your Mother" zusammen mit ihm gesehen. Das ist eine Sitcom über New York mit einem FSK 12-Rating für die Seasons 1-5. Obwohl die Serie brilliant und urkomisch ist, wimmelt sie doch vor Sexismen, sexuellen Anspielungen und der überdeutlichen Darstellung des Bäumchen-wechsel-dich-Spielchens von Leuten in den Dreißigern. Definitiv nicht für Kinder ab 12 geeignet. Den Vogel abgeschossen hat die FSK aber bei dem neu herausgekommenen "Game of Thrones". Hier rollen die Köpfe, es spritzt das Blut, weibliche als auch männliche primäre und sekundäre Sexualorgane werden ausführlich ebenso gezeigt wie ein lesbischer Sexualakt. Und das Ganze ist ab 16 Jahren freigegeben. Sorry, das ist nicht mehr akzeptabel. Gut, daß wir uns die Serie ohne Junior angesehen haben, egal wie sie gefeiert wird.

Meine Konsequenz daraus wird sein, daß ich ab sofort meinem Sohn keine Serie, egal welcher Altersfreigabe, mehr zeige, ohne daß ich sie vorher selber gesehen habe. Dem FSK-Unsinn kann man nicht trauen, dort werden die Ratings offenbar nach der Menge über den Tisch geschobenen Geldes vergeben. Es wird Zeit, daß sich jemand dieses Gremiums einmal annimmt.

Was wirklich gesagt werden muss

Anmerkung : Ich habe diesen Post etwas entschärft. Obwohl ich noch genauso wie vorher über diesen Typen denke, habe ich mich langsam abgeregt.

Grass, Du bist ein Nazi !

Bedauerlicherweise ein prominenter Nazi, dessen demente Tiraden in der Öffentlichkeit noch Aufmerksamkeit bekommen. Mir als Deutscher passt es überhaupt nicht, daß ein solcher Nazi-Dreck heutzutage noch veröffentlicht wird. Und ich fordere die Redakteure der SZ ebenso wie den Verleger dieses vergreisten Schriftstellers auf, ihrer Verantwortung ihm gegenüber nachzukommen und ihn davor zu bewahren, sich selbst zu schaden.

Meinen Respekt in dieser Sache geht (ironischerweise) an Dr. Mathias Döpfner, Vorstandsvorsitzender der Axel Springer AG, der es schaffte, in der BILD-Zeitung seine Empörung deutlich weniger vulgär als ich auszudrücken :
„Gealtert und mit letzter Tinte“ (Grass über Grass) verbreitet er im raunenden Ton des Moralisten nur eines: politisch korrekten Antisemitismus. Er versucht, die Schuld der Deutschen zu relativieren, indem er die Juden zu Tätern macht. Beim „Häuten der Zwiebel“, wie Günter Grass seine Autobiografie genannt hat, ist er jetzt ganz innen angekommen. Und der Kern der Zwiebel ist braun und riecht übel.
Deutlich weniger emotional (ich wünschte, ich könnte auch so reagieren) und rein wissenschaftlich-analytisch nimmt sich Frank Schirrmacher in der FAZ des Themas an. Hier wird das "Gedicht" von Grass auf seine einzelnen Bestandteile untersucht und der übelriechende braune Zwiebelkern präzise herausgearbeitet. Sein Fazit :
Es ist ein Machwerk des Ressentiments, es ist, wie Nietzsche über das Ressentiment sagte, ein Dokument der „imaginären Rache“ einer sich moralisch lebenslang gekränkt fühlenden Generation. Gern hätte er, dass jetzt die Debatte entsteht, ob man als Deutscher Israel denn kritisieren dürfe. Die Debatte aber müsste darum geführt werden, ob es gerechtfertigt ist, die ganze Welt zum Opfer Israels zu machen, nur damit ein fünfundachtzigjähriger Mann seinen Frieden mit der eigenen Biographie machen kann.
Ich fühle mich durch diese braune Brühe des ehemaligen SS-Mannes Grass beleidigt. Und es macht mich betroffen, daß ein solcher Nazi-Mist in einer großen deutschen, eigentlich seriösen Zeitung veröffentlicht wurde. Ich als Deutscher entschuldige mich bei allen Betroffenen dafür.

Grass-Gedicht im Original
BILD-Kommentar
FAZ-Analyse

Donnerstag, 5. April 2012

Urheberrecht (I)

Böse Piraten !

So sagen es jedenfalls die armen, scheinbar unterbezahlten Tatort-Autoren in ihrem offenen Brief.

Schade nur, daß dieses Pamphlet noch weniger Realität und Relevanz besitzt als eine Politikerrede.

Zunächst einmal sind die Herren Autoren durch die Zwangsabgabe für den Öffentlichen Rundfunk bereits von allen Deutschen (i.e. in Deutschland lebenden Menschen, egal, ob sie eine deutsche Staatsbürgerschaft haben oder nicht) bezahlt worden. Warum sollten sich also Deutsche diese Krimis nicht beliebig oft ansehen, bezahlt dafür haben sie ja. Das ist die eine Seite.

Die andere Seite ist der illegale Download. Von Tatort-Krimis. Sicher wird mir jeder zustimmen, daß eine Website, die im Sinne der Tatort-Autoren Downloads ihrer bereits bezahlten Krimis anbietet, kriminell ist. Dann ist aber die ARD-Mediathek bereits kriminell, denn hier gibt's die Tatorts zum Streamen und (wenn man weiss wie) zum Downloaden. Was für eine Enteignung des geistigen Eigentums der Herren Autoren. (Und die Mediathek ist auch von meinen Steuergeldern bezahlt, endlich einmal eine sinnvolle Anlage.)

Wenn die Herren Autoren mehr Geld wollen, sollen sie sich an diejenigen wenden, die sie bezahlen : Im weiteren Sinne die Content-Industrie, im engeren die ARD. Dies hat in einer Replik der CCC deutlich klargemacht. Tja, liebe Autoren, dumm gelaufen, nicht wahr ? Da hat euch doch tatsächlich einmal jemand die Realität außerhalb eures von meinen Steuergeldern finanzierten Biotops deutlich gemacht. Ich empfehle euch, lieber ganz leise zu treten, sonst kommen böse Leute glatt auf die Idee, sich das Autorenschutzgebiet des Öffentlichen Rundfunks genauer anzusehen. Und das wäre doch gar nicht gut für euch, gelle ?

Vollkommen absurd wird das Gebahren dieser Tatort-Autoren wenn man bedenkt, daß das Urheberrecht erst vor kurzem, 1995, wesentlich erweitert wurde. Mir ist nicht ganz klar, was eigentlich für die davor, unter ganz anderen rechtlichen Rahmenbedingungen gedrehten Tatort-Folgen (etwa die Schimanskis) gilt. Aber im Hinblick auf den Offenen Brief der Tatort-Autoren wäre dies doch schon einmal eine Analyse wert.

Und, last but not least, habe ich (der ich übrigens gar keinen Tatort gucke) das Recht, diesen auf einen CD- oder DVD-Rohling, eine Video-Cassette oder einen Festplattenrecorder zu überspielen, bereits erworben : Nämlich mit dem Kauf des jeweiligen Mediums, Stichwort "Urheberrechtsabgabe".

Aber offenbar reicht den Tatort-Autoren das Geld nicht, das bei ihnen ankommt. Hupps, da kommt nix bei ihnen an ? Ja könnte da eventuell weniger der "illegale Downloader", der sich in der Mediathek den Tatort ansieht, als mehr der Verwerter (ARD, DVD-Firma etc.) dran schuld sein ? 

Montag, 26. März 2012

Gini Koch : Alien Tango



Gini Koch : Alien Tango
Aus dem Amerikanischen von Diana Bürgel
Piper 2012, 512 Seiten, € 9,99
ISBN : 9783492268561
Leseprobe


Kitty Katt rettet die Welt vor einer Anti-Alien-Terrorgruppe, zersprengt den Alien-Schild um die Erde und boxt sich bei Jeffs Familie durch.

Gini Koch wiederholt sich nicht. Das war das erste, das mir beim Lesen dieses Romans auffiel. Denn das Grundthema ist, seien wir ehrlich, trivial. Und gerade bei solchen trivialen Themen passiert es leicht, daß man zwar mit dem ersten Roman ein Novum schafft, dieses Novum aber in den Folgebänden nur graduell abgewandelt wieder und wieder erzählt. Das geschieht hier nicht, Katherine und Jeff entwickeln sich und ihre Beziehung weiter.

Sehr gefallen hat mir auch, daß Gini Koch nicht nur die Beziehung der beiden Hauptpersonen weiterentwickelt, sondern auch die Nebenhandlungsstränge und -personen im Blick hat. Der Leser bekommt weitere Einblicke in die politische und gesellschaftliche Struktur der Aliens auf der Erde, die genutzt werden, um ziemlich deutliche Kritik an einigen Auswüchsen der amerikanischen Gesellschaft zu üben. Diese Kritik ist in eine spannende und dynamische Handlung verpackt und wird absolut unoberlehrerhaft zum Leser transportiert.

Dieser Roman entspricht auch exakt den Dibooschen Kriterien : Es gibt Raumschiffe (zwar nur ein Space Shuttle, aber immerhin), Aliens (sowieso) und teilweise echt herbe Sexszenen. Im Gegensatz zur männlichen SF geht die Autorin recht offen mit ihrer Sexualität um und füllt die drei Punkte zwischen "Und sie schloß die Augen, als seine Lippen die ihren berührten" und "Am nächsten Morgen wachte sie glücklich in seinen Armen auf" graphisch aus. Dabei stellt sie sich als echte Amerikanerin dar, einige der angesprochenen Denk- und Verhaltensweisen sind für Kontinentaleuropäer schon gewöhnungsbedürftig.

Insgesamt ein gelungener zweiter Band eines sich in Richtung "Kult" entwickelnden Zyklus.

Gini Koch : Aliens in Armani

Sonntag, 25. März 2012

Karsten Kruschel : Galdäa


Karsten Kruschel : Galdäa - Der Ungeschlagene Krieg
Wurdack-Verlag 2011, 446 Seiten
ISBN 978-3-938065-72-3
Leseprobe


"Wir wollen diesen Krieg beenden. Das kann nur auf zwei Weisen geschehen. Entweder durch die völlige Harmonie der Beteiligten oder die totale Vernichtung einer der Parteien."
Tara SKhanayilhkdha Vuvlel TArastoydt, galdäische Konsulin auf Penta V.

Dabei behauptet die offizielle Geschichtsschreibung, die Sicherheit sei schon vor Jahrzehnten wieder hergestellt worden. Allerdings geraten die Dinge in Bewegung, als ein Datenchaos die offiziellen Stellen lahmlegt und Michael Sanderstorm einer unglaublichen Verschwörung auf die Spur kommt.
Soweit der Klappentext von Karsten Kruschels neuem Roman "Galdäa". Er spielt im gleichen Universum wie seine "Vilm"-Geschichten, die im letzten Jahr den Deutschen Science Fiction-Preis gewannen. Und auch dieser Roman ist von derselben Güteklasse. Im Gegensatz zu "Vilm" spielt er aber nicht am Rande des zivilisierten Universums, sondern im Zentrum. Antibon Legba und die Goldenen etwa, die in Vilm nur Nebenfiguren und Randthemen sind, werden hier schlaglichtartig beleuchtet. Eine der beiden Protagonisten, Ja’ana K'jonasoidt Hakon T’Arastoydt, eine Bewohnerin von Galdäa, ist der Katalysator, der alle Ereignisse in Bewegung setzt. Karsten Kruschel beschreibt sie als faszinierende, in drei, später vier Persönlichkeiten aufgespaltene Alien, und kann so sehr schön zwischen den einzelnen Erzählperspektiven wechseln.

Der Roman ist aus mehreren Kurzgeschichten entstanden, die Karsten Kruschel im Laufe der letzten Jahre geschrieben hat. Ich finde, im Gegensatz zu einigen anderen Rezensenten, daß das entstandene Konglomerat sich nahtlos aneinanderreiht und keine Story zuviel enthalten ist. Insbesondere die Geschichten um Tasso Sanderson und der mit ihnen einhergehende Stilbruch haben mir gefallen - ganz davon abgesehen, daß diese Nebenhandlung mich stark an die Ancients von "Babylon 5" erinnern.

Mein Fazit : Eine typisch deutsche Space Opera, nicht-triviale klassische SF. Unbedingt lesenswert.

Samstag, 24. März 2012

John Ringo : Planetenkrieg – Feindliche Übernahme



John Ringo : Planetenkrieg – Feindliche Übernahme
Live Free Or Die (Troy Rising 1)
Heyne, Deutsche Erstausgabe 2012, 672 Seiten
Aus dem Amerikanischem von Heinz Zwack
Original : Baen 2010
ISBN: 978-3-453-52921-2


Aliens entdecken die Erde. Sie installieren im erdnahen Raum ein Hyperraum-Sprungtor zu anderen Planeten und verschwinden wieder, nicht ohne darauf hinzuweisen, daß sie, die Glatun, keine Gewähr gegen eventuelle feindliche Übergriffe anderer Rassen geben. Und prompt wird die Erde von den Horvath besetzt, die die komplette Metallförderung der Erde als "Schutz" beanspruchen.

John Ringo wollte ich schon immer mal lesen. Aber den ersten Band des Posleen-Zyklus habe ich irgendwie nie bekommen. Als ich dann "Planetenkrieg" sah und feststellte, daß dies der erste Band eines neuen Zyklus ist, habe ich neugierig zugegriffen und gleich mit dem Lesen angefangen.

Dieser Band hat mich schockiert. Ich dachte immer, Heinlein ist tot, muß aber feststellen, daß er heutzutage unter dem Pseudonym "John Ringo" weiterschreibt. :-)

Im Ernst, "Planetenkrieg" ist derartig brilliant geschrieben, daß ohne weiteres Heinlein exakt dieselbe Geschichte in exakt dem gleichem Stil hätte schreiben können. Es beginnt damit, daß die Aliens "geerdet" sind, weniger Exoten im Brandhorstschen Sinne, sondern Leute wie Du und ich. Mit kommunistischen und kapitalistischen Gesellschaftsformen, Freihändler-Vereinigungen, politischen Querelen, Expansionsgelüsten, Degenerationserscheinungen undsoweiter undsofort.

Dann ist da Tyler Vernon, der "Held" des Romans. Arbeitslos geworden hält er sich mit Hilfsjobs über Wasser und macht auf einem SF-Con (das Genre ist nach der Torinstallation praktisch tot) die Bekanntschaft eines Glatun-Händlers. Verzweifelt auf der Suche nach irgendeiner Handelsware kauft er den nächsten 1$-Laden leer - und stellt fest, daß Ahornsirup wie seeeehr guter Schnaps auf die Glatun wirkt. Wie er damit die Horvath besiegt und die Menschen zu den Sternen führt werde ich hier nicht verraten, viel Spaß beim Lesen.

Die Ähnlichkeit, ja fast schon Identität mit Robert A. Heinlein zeigt sich bereits im ersten Auftreten des Tyler Vernon. Er kommt gerade so mit verschiedenen Hilfsjobs über die Runden, nachdem sein Job in der IT und seine Karriere als SF-Schriftsteller durch das Auftreten der Aliens den Bach runterging. Dabei gibt er nicht auf, ist ungehemmt optimistisch, sozusagen die moderne Version des Lazarus Long und träumt, genau wie dieser, den amerikanischen Traum. Seine Geschäfte mit dem Glatun-Händler, der sich im Nachhinein als Kapitän eines Tramp-Frachters entpuppt, ebenso wie die nachfolgenden Ahornsiruptransaktionen lesen sich so, als würden sie von Delos D. Harriman, "The Man Who Sold the Moon", persönlich durchgeführt worden. Und dies sind nur die offensichtlichsten Parallelen, der geniegte Heinlein-Fan findet noch diverse andere Analogien.

Aber John Ringo kennt nicht nur seinen Heinlein, auch ansonsten kennt er sich in der klassischen und modernen SF aus. Am schönsten wird der Bezug zu anderen Werken bei dem Aufbau von Troja. Tyler Vernon gewinnt Metalle aus Asteroiden. Einen davon aber bläst er stattdessen mittels eines Eisasteroiden auf, so daß eine meterdicke Kugel entsteht. Schießscharten rein und fertig ist der Todesstern. Natürlich werden diese Torpedorohre nicht geradlinig angelegt :
Schußkanäle zu schaffen, die gerade ins Innere führten, war ein sicheres Rezept für eine Katastrophe. Irgendein Schwachkopf in einem X-Wing würde vorbeifliegen und einen Energietorpedo in die Hauptenergieversorgung fallen lassen. Und jeder weiß, wozu das führt. 
Der Roman liest sich einfach nur schön, ein echter Genuß. Jetzt werde ich mir auch den Rest von John Ringo besorgen. Auf den ebenso wie den nächsten Roman des Zyklus bin ich mal gespannt ...

Leseprobe
Wikipedia-Eintrag zu John Ringo

Freitag, 23. März 2012

Ich liebe Kristine Kathryn Rusch

Ich liebe Kristine Kathryn Rusch.

Nicht nur schreibt sie gute Bücher, sondern auch geistreiche Kommentare in ihrem Blog.  Am liebsten lese ich da die "Business Rusch", in der KKR Details über das Vermarkten ihrer Bücher beschreibt. Als Nicht-Kreativer, reiner Rezipient und begeisterter Leser ist dieser Einblick in die Welt einer Autorin schon faszinierend.

Und von daher lache ich mich kringelig, wenn ich solchen Blödsinn wie den von Sven Regener lesen muß. Der gute Mann hat nicht geschnallt, daß wir 2012 schreiben und nicht mehr 1962. Ich empfehle ihm (und allen anderen, die seiner Meinung sind), das Studieren der Artikelserie "Changing Times" von KKR.

Und aus exakt dem gleichem Grund stehe ich auf Kevin J. Anderson. Ok, er hat diese unschönen Dune-Prequels geschrieben. Nichtsdestotrotz ist auch sein Blog lesenswert. Etwa dieser Artikel über den Preis von eBooks. Und wie man sie als Künstler am besten verkauft, nämlich selber. Um auch selber die beste Rendite aus seiner Kunst zu ziehen.

Diese Lektionen scheinen einige Leute hier in Deutschland dringend studieren zu müssen. Um in der heutigen Zeit anzukommen. Und nicht weiterhin im letzten Jahrtausend steckenzubleiben. Vielleicht werden sie dann auch so erfolgreich wie Kristine Kathryn Rusch und Kevin J. Anderson.

Samstag, 17. März 2012

Die Mars-Chroniken


Die Mars-Chroniken (1980)
Darsteller : Rock Hudson, Gayle Hunnicutt, Maria Schell, Wolfgang Reichmann,
Bernie Casey, Roddy McDowall, Michael Anderson Jr. und andere
Regisseur : Michael Anderson
Musik : Stanley Myers
FSK ab 12 Jahren, 281 Minuten


Die "Mars-Chroniken" beschreiben die Besiedlung des Mars durch die Erde, beginnend bei den ersten Erkundungsmissionen. Nachdem die Erde durch einen Atomkrieg unbewohnbar wird, leben die letzten Menschen auf dem Mars und beginnen sich als Marsianer zu verstehen.

Diese dreiteilige Mini-Serie basiert auf dem Buch von Ray Bradbury und fängt weitestgehend seine Visionen ein. Dabei weicht Richard Matheson in seiner Filmversion an einigen Stellen deutlich von Bradburys geschriebener Version ab, was der Serie aber nur gut tut. So versucht Matheson, eine mehr "runde" Version der Besiedlung des Mars zu erzählen. Dazu werden die Handlungsträger einiger Bradbury-Stories umdefiniert, so daß beispielsweise die Begegnung zweier Zeiten der Kommandant der ersten erfolgreichen Erkundungsmission und spätere Gouverneur des Mars durchlebt. Auch andere Handlungsträger werden immer wieder aufgegriffen, so daß man den Eindruck einer kontinuierlichen historischen Entwicklung mit den gleichen Protagonisten bekommt.

Sehr positiv an dieser Serie ist, daß das Bradburysche Feeling eingefangen wird. Die echten Marsianer sind "anders", unheimlich fast. Obwohl humanoid stellt die Serie sehr schön diese Andersartigkeit dar. Ebenso wie bei Bradbury sind auch bei Matheson die Marsianer nicht vollständig konsistent, die erste Episode, in der ein eifersüchtiger Marsianer die erste Expedition tötet, zeigt ganz andere Marsianer als bei der zweiten Expedition, die auf eine nachgebaute Stadt aus Illinois treffen. Was der Film mit seinen Mitteln allerdings vielleicht sogar besser als das Buch transportiert ist die Architektur, das Exotische des alten Mars. Hier wurde stilbildend gearbeitet, daß sich das Ansehen der Serie auch heute noch lohnt. Im klassischen Stil der 70er Jahre wird eine exotische Gegend derartig faszinierend dargestellt, daß mein Sohn mich nach der Serie ganz begeistert nach ähnlichen Filmen fragte. Außer "Zardoz", für den er noch zu jung ist, fiel mir da allerdings nichts passendes ein.

Die gesamte Serie kommt in excellenter Bildqualität von meinem Lieblingslabel, Koch Media. Im Gegensatz zur Fernsehausstrahlung sind hier die Folgen auch ungekürzt, was ein paar Stellen mit Original-Dialogen zur Folge hat. Nicht störend, besser jedenfalls als eine komplette Neusynchronisation. Für SF-Serien-Fans ein unbedingtes Muß.

Freitag, 16. März 2012

Franco Nero : Django / Keoma


Django (1966)
Regie : Sergio Corbucci
Darsteller : Franco Nero, Loredana Nusciak, Eduardo Fajardo, José Bódalo u.a.
Musik : Luis Enríquez Bacalov, Franco Migliacci (Lyrics)


Ein Fremder kommt in ein heruntergekommenes Kaff und schleppt einen Sarg hinter sich her. In dem befindet sich eine Gattling Gun, ein frühes Maschinengewehr. Damit metzelt er die einen Bösen nieder, die anderen werden von der mexikanischen Armee umgebracht und den Oberbösen erschiesst Django trotz zwei gebrochener Hände am Ende noch auf dem Friedhof.

Dann ist der Film aus und man fragt sich, warum dieser Film so einen großen Ruf hat. Er ist nämlich schlicht und einfach nicht gut. Gerade im Vergleich zu den Clint-Eastwood-Filmen "Für eine Handvoll Dollar" bzw. "Für ein paar Dollar mehr" fällt Django extrem ab. Dies liegt weniger an der Geschichte selber, die gar nicht so uninspiriert erzählt wird, sondern an zwei ganz banalen handwerklichen Mängeln. Zum ersten wird das Geheimnis des Sargs und seines Inhalts viel zu schnell gelüftet und der Gag verpufft. Zum anderen redet Django einfach zuviel. Franco Nero hat hier in 10 Minuten mehr Dialog als Clint Eastwood im gesamten Film. Das widerspricht einerseits der Figur des Django und macht ihn andererseits auch deutlich weniger gefährlich als "Joe" in den Dollar-Filmen.

Nichtsdestotrotz war Django zu seiner Zeit stilbildend und zog eine erhebliche Reihe an Nachahmern nach sich. Dies wird nur verständlich, wenn man sich die Situation des Westerns zu dieser Zeit vergegenwärtigte. Der klassische John-Wayne-Western der 50er und 60er war zu dieser Zeit tot, man sprach von "going to Europe for recreation" als Euphemismus für die Teilnahme an einem Italo-Western. Und hier waren die Dollar-Filme ebenso wie "Django" etwas Neues, etwas deutlich Brutaleres und weniger familienfreundlich als die US-Western. Der Impact, den diese Filme auch auf den amerikanischen Markt hatten, wird dann beispielsweise durch den späten Peckinpah dargestellt.


Keoma (1976)
Regie : Enzo G. Castellari
Darsteller : Franco Nero, Woody Strode, William Berger u.a.
Musik : Guido & Maurizio De Angelis


Keoma kehrt aus dem Bürgerkrieg in seine Heimatstadt zurück. Seine drei Stiefbrüder haben sich mit dem Gangster Caldwell verbündet, der die Stadt terrorisiert. Mit der Hilfe seines Vaters, einem alterndem Revolverhelden, und einem ehemaligem Sklaven bricht er das Terror-Regime. Sein Vater stirbt dabei und in den letzten Sequenzen des Films muß Keoma sich gegen seine Stiefbrüder verteidigen.

Im Gegensatz zu "Django" ist "Keoma" eher unbekannt. Zu Unrecht, denn dies ist ein großer Film, ein Western in der Tradition von Ingmar Bergmann und Monte Hellman. Und er ist europäisch bis ins Mark, in den Staaten hätte dieser Film nie gedreht werden können. Das beginnt damit, daß bereits in den ersten Minuten der Tod in der Gestalt einer alten Frau auftaucht und regelmäßig an den passenden Stellen des Films wiedererscheint. Diese Surrealität und Symbolik wird gegen Ende des Films noch einmal getoppt, wenn Keoma an einem Rad gekreuzigt wird.


Auch ist dieser Italo-Western, relativ zu "Django", deutlich weniger belanglos. In der Rolle des Niggers George zeigt Woody Strode, daß mit dem Bürgerkrieg die Emanzipation der Schwarzen noch in keinster Weise beendet war. Die Ausrottung der Indianer wird nebenbei ebenso kritisiert wie die oftmals eindimensionale Sicht der Amerikaner. Castellari zeigt hier in seinen Rückblenden, daß Situationen nicht so einfach entstehen, sondern eine Vorgeschichte haben. Bemerkenswert empfand ich den Kain/Abel-Aspekt, der durch die Geschichte von Keoma und seinen Halbbrüdern dargestellt wird.

Was mich persönlich an diesem Film fasziniert, ist sein Anderssein, seine non-Mainstream-Attitüde. Und seine impliziten Filmzitate. Wenn Keoma am Anfang auftaucht, reitet er in eine apokalyptische Ruinenstadt, vergleichbar dem "Siebenten Siegel". Ähnlich wie Peckinpah in "Getaway" setzt Castellari hier die Zeitlupe als Stilmittel ein, wenn ein Opfer von einer Kugel getroffen wird. Das sind die beiden Filme, die mir als erstes aufgefallen sind, der Film-Fan wird noch mehrere weitere Zitate finden können (und ich will ja nicht allen Spaß beim Sehen vorwegnehmen).

Die Musik der "Oliver Onions" hat mir nicht so gefallen, da fand ich den Score aus "Django" besser. Was nicht wirklich wundert, schließlich ist der Komponist Bacalov ein enger Freund Morricones, dessen Fan ich wiederum bin. Ist also wahrscheinlich Geschmackssache. Sehr gefallen hat mir aber, daß die DVD den volltändigen Film enthielt und nicht die gekürzte deutsche Version. Deshalb gab es zwar ein paar Szenen italienisch mit deutschen Untertiteln, die waren aber unproblematisch sehbar und haben das Film-Feeling in keinster Weise unterbrochen.

Beide Filme, "Django" als auch "Keoma" sind unbedingt sehenswert, ersterer aus cineastisch-historischen Gründen, letzterer aufgrund der inhaltlichen und stilistischen Qualität. Gerade bei "Keoma" sieht man deutlich, wie sehr sich ein eigentlich profaner Western vom durchschnittlichem Film abheben kann und was man alles mit einem Genre machen kann, wenn man die Konventionen ignoriert.

Montag, 5. März 2012

ASUS-Notebooks gegen Space Invasion versichert ?

Vor kurzem gab es die Meldung im Netz, daß ASUS in seiner Garantie explizit Invasionen ausschliesst. Damals lautete der Garantie-Text :
Furthermore, the warranty will not apply to or be valid under conditions including but not limited to the following:
  • [...]
  • There is damage caused by natural disaster, intentional or unintentional misuse, acts of war, space invasions, abuse, neglect, improper maintenance, or use under abnormal conditions
 Heute dagegen lautet er :
Furthermore, the warranty will not apply to or be valid under conditions including but not limited to the following:
  • [...]
  • There is damage caused by natural disaster, intentional or unintentional misuse, acts of war, abuse, neglect, improper maintenance, or use under abnormal conditions
Wie muß ich das jetzt verstehen ?
Ist ein ASUS-Notebook jetzt gegen Invasionen der Außerirdischen versichert ?
Hat ASUS Kontakte, die dem Management mitgeteilt haben, daß die Invasion verschoben wird und sie sich keine Sorgen mehr machen müssen ?
Ist die Invasion schon vorbei, die Erde von Außerirdischen unterwandert, so daß eine Garantie keinen Sinn mehr macht ?
Fragen über Fragen ...

Gefunden bei Gizmodo


Übrigens ist ASUS auch ansonsten für SF-Fans gar nicht so uninteressant :

ASUS Notebooks Experience Zero Defects throughout a 600-day Space Mission.

Two ASUS notebooks were selected by R&K—a major supplier of computers and electronics for aeronautic missions to outer space—to provide astronauts with dependable computing during a mission on the MIR Space Station. Both notebooks experienced zero defects throughout the 600-day period. 「The ASUS notebooks never overheated like some of the ones made by other companies,」 said Sergei Avdeev, the Russian astronaut on the space mission. 「Thermal flow in space and on Earth is completely different. Only notebooks with the best heat dissipation solutions can survive continuous operation. We turned the notebooks on in the morning and left them on all day without a problem.
 Quelle : ASUS-Website

Und der Shop kommt mir auch recht günstig vor.

Sonntag, 4. März 2012

Brent Weeks : Black Prism


Brent Weeks : Black Prism
Orbit 2010, 735 Seiten


Gavin Guile ist der hoch geehrte Lord Prisma. Allein seine magischen Fähigkeiten, seine Intelligenz und seine Überzeugungskraft bewahren den unsicheren Frieden im Reich. Doch Gavin bleiben nur noch fünf Jahre zu leben. Fünf Jahre, um fünf unmögliche Ziele zu erreichen. Da erfährt er, dass er einen Sohn hat, und von der Gefahr für dessen Leben. Doch um den unschuldigen Jungen zu retten, muss Gavin sein dunkelstes Geheimnis offenbaren – und damit das Reich zerreißen. Denn sein Leben fußt auf einer Lüge, und seine Macht ist lediglich geraubt. Kann er diesen Preis bezahlen, um sein einziges Kind zu retten? (Klappentext der deutschen Ausgabe)

Nachdem mir das Lesen des "Night Angel"-Zyklus von Brent Weeks doch insgesamt Spaß gemacht hat, habe ich sofort zugegriffen, als bei Thalia ein neues Buch von ihm auslag. Und es hat sich gelohnt, der Roman ist flüssig und spannend erzählt. Um hier nicht zu spoilern kann ich einen der wesentlichen Angelpunkte des Romans nicht im Detail ausbreiten, es ist nur auffallend, daß dieser Roman deutlich strukturierter und durchgeplanter ist als seine Erstlings-Trilogie. Ebenso wie beim "Night Angel" wird hier bei den "Lightbringern", wie die Saga im Original heisst, ein starker Fokus auf die Gesellschaft gelegt und sehr schön dargestellt, welchen Einfluß die Magie auf das Leben hat. Brent Weeks vermeidet hier alle Mängel, die mir beim "Night Angel" aufgefallen sind, das Magie-System ist durchgeplant und logisch innerhalb seiner Grenzen, die Geschichte selbst enthält keine Fülsel, sondern kommt schnell auf den Punkt, so daß ein Abgleiten in den Wheel-of-Time-Stil nicht zu befürchten ist.

Beim Magie-System ist mir aufgefallen, daß die originelle und strukturierte Entwicklung sehr stark an die verschiedenen Magie-Systeme Brandon Sandersons erinnern. Die beiden kennen sich entweder oder Brent Weeks hat sich diese Basis von Sanderson zum Vorbild genommen. Das heisst beileibe nicht, daß Weeks irgendwo abgeschrieben hat, im Gegenteil : Die Magie aus "Black Prism" ist originär und phantastisch, vorher meines Wissens noch nie dagewesen. Aber diese logische und strukturierte Entwicklung kenne ich von den Sanderson-Romanen, etwa "Elantris" oder die "Nebelgeborenen". Wenn Weeks diese Basisarbeit auch in seinen nächsten Romanen betreibt, können wir Leser uns auf einen faszinierenden Konkurrenzkampf zwischen Weeks und Sanderson einstellen.

Ich habe "Black Prism" im amerikanischem Original gelesen, auf Deutsch ist es bei Random House erschienen. Dort gibt es auch deutsche Leseproben, wer sich für das Original interessiert, sei auf Brent Weeks' Homepage verwiesen.

Deutsche Ausgabe bei Blanvalet :


Brent Weeks : Schwarzes Prisma
Aus dem Englischen von Hans Link
Deutsche Erstausgabe, 800 Seiten, 15,- €
ISBN: 978-3-442-26816-0

Samstag, 3. März 2012

Han-Solo-in-Carbonite-Eis


Die Szene, in der Han Solo in Carbonit eingefroren wird, kennt jeder. (Ok, vielleicht nicht diesen Directors Cut, aber wir wissen doch alle, worum's geht.) Aber wer hat schon einmal von Eis am Stiel gehört, in dessen Innerem ein Han Solo drin ist, den man durch Schlecken befreit ? (Ist das eigentlich noch jugendfrei ?) Oder von einem Todesstern-Basketball ? Oder von einem Pepsi-Spender in Form der Cantina von Mos Eisley ? Alles Werbeideen, die abgelehnt wurden. Mehr davon auf Actionfigureinsider.com.

Gefunden bei Geeksaresexy

Und wo wir gerade dabei sind : http://imgur.com/SAdYb

"It’s really that simple."

Einige Sachen sind einfach. Ganz einfach.

Wenn Du jemanden nicht magst, geh' mit ihm kein Bier trinken.
Wenn Dir das Essen in einem Lokal nicht schmeckt, geh' da nicht hin.
Wenn Dir ein Film nicht gefällt, sieh' ihn Dir nicht an.

Einfache Entscheidungen.

Und wenn ich irgendwo schlecht bedient werde oder mir die Politik eines Konzerns mißfällt, kaufe ich dort nicht mehr. Beziehungsweise mache keine Geschäfte mehr mit diesem Konzern. Ganz einfach.

Scheint aber für einige Leute doch nicht ganz so einfach zu sein, persönliche Konsequenzen zu ziehen. Das entnehme ich jedenfalls diesem Blogeintrag von Kristine Kathryn Rusch. Und auch wenn ich einige der Kommentare durchaus nachvollziehen kann, kann, will und werde ich sie nicht akzeptieren. Wenn mir ein Unternehmen wie PayPal, eBay oder Amazon nicht gefällt, aus welchen Gründen auch immer, mache ich keine Geschäfte mit denen. Das hat auch etwas mit Zivilcourage zu tun, mit dem Mut, für seine eigenen Ideale einzustehen. Ist aber vielleicht nicht jedem gegeben. Sollte jedoch idealerweise so sein.

By the way, @Bastei : Wann kommt denn der neue Retrieval Artist-Roman raus ?