Sonntag, 20. Januar 2013

John Ringo / David Weber : Prinz Roger MacClintock



John Ringo / David Weber : Prinz Roger MacClintock (Empire of Man)
March Upcountry (Baen 2001)
March to the Sea (Baen 2002)
March to the Stars (Baen 2004)
We Few (Baen 2006)
550 - 650 Seiten


Abgebildet sind die aktuellen eBook-Cover. Die eBooks sind direkt by Baen erhältlich und können hier einfach heruntergeladen werden. Die Hardcover, die ich zufällig über Hood bekommen habe, sind allerdings ebenso bequem über eBay.com erhältlich.


Die Menschheit hat den Weltraum erobert, ein Zentrum der Zivilisation ist das Imperium, regiert von der Imperatorin Alexandra MacClintock. Sie hat zwei Kinder aus erster Ehe, Roger ist das uneheliche Kind von Alexandra und dem Herzog von Madrid. Letzterer versuchte, den Thron an sich zu reißen und wurde vom Hof verbannt. So wuchs sein Sohn Roger am imperialen Hof in einer Atmosphäre des Mißtrauens ziemlich einsam auf. Man hält ihn für einen arroganten Schnösel, ein "Clotheshorse", was er bis zu einem gewissem Grad sogar ist.

Zu Beginn unserer Geschichte wird Roger zusammen mit seiner Leibwache, einem Trupp Marines unter der Führung von Armand Pahner, in repräsentativer Funktion zu einer Festivität auf einem anderen Planeten geschickt. Auf dem Weg dorthin wird sein Raumschiff sabotiert und schafft es gerade noch, den Planeten Marduk zu erreichen. Obwohl eigentlich unter imperialer Kontrolle werden sie von einem Schiff der Saints, ideologische Gegner des Imperiums, abgeschossen und können sich nur mühsam mit Rettungskapseln vor der Vernichtung retten. Sie müssen auf der dem Raumhafen abgewandten Seite des Planeten notlanden und beginnen den mühsamen Treck zum Raumhafen, um dort ein Schiff zu kapern und nach Hause zu gelangen. Marduk ist ein urwüchsiger Planet, bewohnt von grünen vierarmigen Ureinwohnern auf Zivilisationsstufen, die von der Steinzeit bis zum frühen Mittelalter reichen. Wie die Marines sich zum Raumhafen durchkämpfen, wie sich Roger zu einem echten Thronerben entwickelt und wie die Überlebenden von Marduk die Usurpation des imperialen Thrones durch das Militär und den Herzog von Madrid, Rogers Vater, vereiteln, das erzählen diese vier Romane.

Zunächst und vor allem sind diese Romane eine wundervolle Hommage an Edgar Rice Burroughs' Barsoom-Romane. Während allerdings dort John Carter durch mystische Einflüsse auf den Mars transportiert wurde und den Eingeborenen als weißer Amerikaner per se überlegen war, bleiben Ringo und Weber streng naturwissenschaftlich. Sie begründen die Abenteuer auf Marduk strikt logisch und sehen auch die Menschen den Mardukkern als vollkommen gleichberechtigt an. Ebenso haben sich die beiden Autoren Gedanken über Ökologie und daraus resultierende mögliche Technologie gemacht, so daß die Begegnungen mit mardukkanischen Gesellschaften konsistent einer zivilisatorischen Progression unterliegen, beginnend mit einem Steinzeit-Stamm und endend im Analogon des späten Mittelsalters.

Wie oben schon bemerkt, wird an keiner Stelle des Romans die "Men first"-Pose eingenommen. Aber auch die Gleichberechtigung von Männern und Frauen wird von beiden Autoren als üblich und selbstverständlich dargestellt. Hier in diesem Roman geht das so weit, daß ich mir regelmäßig vergegenwärtigen musste, daß der Anführer der Marines, Armand Pahner, eben keine Frau ist. Diese Selbstverständlichkeit, mit der die Gleichberechtigung der Geschlechter und die Gleichstellung verschiedener Rassen dargestellt wird, macht einen großen Teil des Charmes dieser Romane aus.

In diesem Romanzyklus sagen beide Autoren mehr oder minder deutlich, daß nur diejenigen die "Guten" sind, die die Gesellschaft schützen und den Mitmenschen so leben lassen, wie er will, solange dieser seinen eigenen Nachbarn nicht unterdrückt. Insbesondere Nepotismus und herrschende Klassen, die ihre Bevölkerung hungern lassen und selber im Überfluß leben, können Weber als auch Ringo in keinster Weise ab. Ebensowenig wie Fanatiker, egal von welcher Seite. So ziehen die Autoren bei den Saints, einer pessimistischen Zukunftsprojektion der grün-ökologischen Bewegung, brutal, deutlich und mit dem Holzhammer vom Leder. Andererseits lassen sie auch kein gutes Haar an den "Falken" der Militärs und mit ihnen verbunden Politikern, repräsentiert durch die Putschisten und den Herzog von Madrid. Ich habe dies als ausgewogenen Rant gegen Fanatiker von Links ebenso wie von Rechts empfunden und mit Genuß die entsprechenden Passagen gelesen.

Insgesamt ein empfehlenswerter Zyklus, den man sich nicht entgehen lassen sollte. Dabei ist er auch im Original flüssig lesbar, ich empfehle daher den Kauf der Baen-Originale.

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