Samstag, 29. September 2012

Warhammer 40.000 - Leseeindrücke (II)

Citadel-Miniaturen : Blood Angels Death Company

Die Bilder stimmen nicht.

Am Anfang war das Tabletop-Spiel. Mit Citadel-Figuren, die sich ein nicht unkreativer Bildhauer (nennt man das hier so ?) einfallen ließ. Menschen, Orks, Elfen und Zwerge im Weltraum, die in einem nicht-trivialem Strategie-Spiel in Armee-Einheiten gegenseitig bekämpfen. Von den einfachen Sets des Anfangs ging man über zu immer komplexeren Simulationen und irgendwann kam Games Workshop auf die Idee, auch Romane zum Spiel herauszugeben.

Natürlich war der Profit im Vordergrund, da Games Workshop aber einen Namen hatte und keine drittklassigen Autoren beschäftigen wollte, sondern gleich bei der ersten Garde anfragte, ist das Ergebnis ein künstlerischer Höhenflug, der seinesgleichen sucht. Genaueres findet man in der Einleitung von "Inquisitor" von Ian Watson oder im Magazin "Pandora", Ausgabe 3. Hier beschreibt Stephen Baxter die Entstehung der Warhammer- und Warhammer 40.000-Romane, ein unbedingt lesenswerter Artikel.

Das Ergebnis ist eine Romanserie, die man nur als Adult SF bezeichnen kann, die Geschichten aus dem Warhammer 40.000-Universum sind definitiv nichts für Jugendliche. Das fiel mir bereits bei den ersten Romanen auf, die ich mir, motiviert durch die Lektüre von Stephen Baxters Artikel, gekauft hatte : Ian Watsons "Inquisitor"-Geschichten. Der dort beschriebene Wahnsinn der Menschen des 30. und 40. Jahrtausends wird nicht weniger lesenswert in den Geschichten um die Horus-Häresie und den Großen Bruderkrieg beschrieben. Und dies passt irgendwie überhaupt nicht mehr zu den vergleichsweise harmlosen Citadel-Figuren, die ich kenne. Und auch nicht so richtig zu den Titelbildern der Romane. Irgendwie spiegelt das alles nicht die Bilder wieder, die beim Lesen vor meinem geistigem Auge entstehen. Interessanterweise übrigens unabhängig vom Autor, der den jeweiligen Roman geschrieben hat. Hier fehlt ein Künstler vom Stil eines Hieronymus Bosch, der den Wahnsinn dieser Romane zusammen mit dem Endzeitfeeling dem Betrachter rüberbringt.



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