Donnerstag, 19. Dezember 2013

TERRA SF 239 - Kurt Mahr : Die Welt der Silikos


Kurt Mahr : Die Welt der Silikos
Krieg der Milchstraßen 6
Terra SF 239, 27.07.1962
Originalausgabe
Titelbild : Johnny Bruck


Die Erde hatte zum großen Schlag ausgeholt. Oberst Althus, Offizier im Sonderstab der Interstellaren Raumabwehr, war mit dem Superraumschiff PYTHON auf dem Wege zur Heimatwelt der Silikos, fremdartiger Wesen, die die irdische Galaxis überfallen und die von Menschen kolonisierten Planeten besetzt hatten.

Die ERDE selbst war nur etwa ein halbes Jahr lang besetzt gewesen. Einer Widerstandsgruppe unter General Jones, dem Leiter der Raumüberwachung, war es gelungen, neue, wirkungsvolle Waffen gegen die Silikos zu entwickeln und sie von der ERDE zu vertreiben.

Die Menschheit glaubt sicher zu wissen, daß die Existenz der Siliko-Kultur auf Gedeih und Verderb mit jenem vorläufig noch unbekannten Mechanismus verbunden ist, den Siliko-Gefangene DAS GROSSE GEHIRN genannt haben. Althus hat den Auftrag, auf der Heimatwelt der Silikos zu landen und das Große Gehirn unschädlich zu machen. Wohl und Wehe der Menschheit hängen davon ab, ob es ihm gelingt, diesen Auftrag auszuführen ...
Klappentext

So unspektakulär, wie der Zyklus begann, hört er auch auf. Unsere Helden befreien die Silikos von der GEHIRN-Diktatur, treffen noch Tengri Lethos (na ja, zumindestens einen Vorläufer von ihm) und alles ist in Butter. Liest sich nett, der Roman, aber von einem Mitfiebern wie bei den Kindern der Lens habe ich nichts verspüren können.

Mittwoch, 18. Dezember 2013

TERRA SF inside - Autorenportrait Alfred Elton van Vogt

Passend zum heutigem Kommentar zu "Das Absolutum" hier das Autorenportrait von A.E. van Vogt aus Heft 249 vom 28.09.1962 :


Irgendwie finde ich diese Autorenportraits faszinierend. Ich werde mal eine Seite aufmachen und sie auflisten - sobald ich Zeit dazu finde.

TERRA SF 238 - Jon J. Deegan : Lockung der Khama


Jon J. Deegan : Lockung der Khama (Underworld of Zello)
Old Growler 2
Terra SF 238, 20.07.1962
gekürzter Nachdruck des gleichnamige Leihbuchs von 1960
Originalausgabe 1952
Aus dem Englischem von Rainer Eisfeld
Titelbild : Karl Stephan


Immer weiter treiben die Schiffe des Interplanetaren Forschungsbüros die äußerste Grenze erforschten Raumes in die Milchstraße vor. Lediglich ein Instrument der Wissenschaft, schreibt Inter-X, wie das Büro kurz genannt wird, seinen Männern ihr Verhalten bis ins einzelne und ohne Rücksicht auf das Individuum vor. Jegliche intelligente Lebensform, die gefunden wird, ist heilig. Gammawaffen dürfen nur dann gegen ein fremdes Wesen eingesetzt werden, wenn mindestens zwei Mitglieder einer Inter-X-Expedition zuvor umgekommen sind. Das Hauptquartier hält unverrückbar an der Ansicht fest, dass es durch Unwissenheit oder Zufall Tote geben kann. Und das Leben einzelner zählt wenig, wenn dadurch ein stellarer Krieg verhindert werden kann.

Old Growler, Inter-X-Raumschiff 2213, erhält den Auftrag, den rätselhaften Untergang eines Erkundungsbootes auf Zello, dem fünften Planeten des Systems Eta Herculis, zu untersuchen. Hartnell, Dr. Lambert, Guss und Pop, die Mitglieder der Mannschaft, die Zello betritt, stoßen zum ersten Male in der Geschichte von Inter-X auf eine Welt der Unterwasserintelligenzen. Doch unter der Oberfläche der Meere Zellos spielen sich nicht weniger furchtbare Geschehnisse ab als auf dem Land irgendeines anderen Planeten. Die Fischwesen Nuklars, der Korallenstadt in unermesslichen Tiefen, nehmen die Menschen als Gäste auf. Aber die Botschaft Solos, des Abgesandten der Sanften, warnt sie vor der Lockung der Khama, Gottheit und Regentin der Fischwesen zugleich. Wer aber ist Khama, in der "alle Menschen ihrer Herzen Verlangen finden", wirklich? Eine furchtbare Drohung erhebt sich gegen den galaktischen Frieden. Die Sanften eilen zu Hilfe, aber die Menschen sind es, die in letzter Minute nicht nur ihr eigenes, sondern auch das Geschick unzähliger Sonnensysteme entscheiden.

Jon J. Deegan, der bekannte englische Autor, hat einen Roman geschaffen, der durch die überzeugende Wahrscheinlichkeit, die er ausstrahlt, besticht.
Klappentext des BALOWA-Leihbuchs

Ääähhh ... nö. Jedenfalls was den letzten Absatz angeht. "Überzeugende Wahrscheinlichkeiten" hab' ich da nu wirklich nicht entdecken können. Der Roman ist herrlicher SF-Trash, je unwahrscheinlicher, desto besser. Ich kann mich praktisch selbst zitieren, das, was ich über den Trash-Faktor beim ersten Band der "Old Growler"-Geschichten Durch die Energieschranke (TERRA 055) gesagt habe, trifft uneingeschränkt auch hier zu.

Um noch etwas Zeitkolorit reinzubringen : Im Vorwort dieses TERRA-Heftes spekuliert GMS über die Identität des Autors und schreibt :
Übrigens soll sich nach bisher noch nicht hundertprozentig sicheren Informationen niemand anderer als der berühmte E.C. Tubb hinter dem Pseudonym verstecken.
:-)

TERRA SF 237 - A.E. van Vogt : Das Absolutum


Alfred Elton van Vogt : Das Absolutum (Vault of the Beast)
Terra SF 237, 13.07.1962
Nachdruck des gleichnamigen Leihbuchs von 1961
Originalausgaben 1940-1951
Aus dem Amerikanischen von Jesco von Puttkamer
Titelbild : Karl Stephan


Dieser Autor ist eine der bekanntesten Persönlichkeiten auf dem Gebiete der Science-Fiction-Literatur. Auch dem deutschen Leser sind seine Werke zum größten Teil bereits angeboten worden. Schon seit Jahren erfreuen sich die Romane von van Vogt einer wachsenden Beliebtheit.

Leider fehlt der absolute Maßstab, um festzustellen, ob A. E. van Vogt bei den Science-Fiction-Autoren an der Spitze steht. man kann jedoch mit Sicherheit sagen, daß er unter den guten Autoren eine Sonderstellung einnimmt. Nicht zuletzt wird dieses dadurch klar, daß seine Novellen und Romane, seit Beginn seiner Autorentätigkeit in Science-Fiction-Kreisen beider Kontinente, Anlaß zu heftigen Disputen gaben.

Dieses Buch nun wird ein Meilenstein in der Entwicklungsgeschichte der utopischen Literatur sein.

A. E. van Vogt wurde 1912 in Winnipeg, Kanada, geboren und begann seine Laufbahn als Science-Fiction-Autor im Jahre 1939, als seine erste Erzählung, 'Black Destroyer', in ASTOUNDING erschien. Heute lebt er in Los Angeles, Kalifornien.
Klappentext des BALOWA-Leihbuch

Nachdem in den TERRA-Sonderbänden Kurzgeschichten bei den Lesern gut ankamen, wurden auch im Rahmen der TERRA-Hefte Story-Bände veröffentlicht. Den Anfang machte van Vogt mit "Das Absolutum". Enthalten sind die Geschichten :

- Das Gewölbe des Ungeheuers (Vault of the Beast, ASTOUNDING 1940)
- Asyl (Asylum, ASTOUNDING 1942)
- Erfüllung (Fulfillment, NEW TALES OF SPACE AND TIME 1951)

Die erste Geschichte ist klassische Science Fantasy aus den 40ern, immer noch lebhaft, nicht wirklich gealtert. So oft wie ich die bisher gelesen habe, wird sie mir doch kein Stück über. Die anderen beiden Geschichten, obwohl stilistisch besser, verblassen dagegen irgendwie. Was mein ganz persönliches Ding ist, denn die Stories sind kein Stück schlechter. In "Asylum" beispielsweise bringt van Vogt Vampire in eine SF-Umgebung - mehr als ein halbes Jahrhundert vor David Weber. Aber, um hier gleich Genörgel der SF-Puristen vorzubeugen, in einer Art und Weise, daß kein Gedanke an Fantasy aufkommt. Seit der Erstausgabe ist diese Story-Sammlung mehrfach neu aufgelegt worden, ich kann sie nur jedem warm ans Herz legen.

Jesco von Puttkamer, der Übersetzer, hat auf der LKS die Geschichten aus seiner (damaligen) Sicht kommentiert :

Dienstag, 17. Dezember 2013

TERRA SF 236 - Kurt Mahr : Unternehmen Winterschlaf


Kurt Mahr : Unternehmen Winterschlaf
Krieg der Milchstraßen 5
Terra SF 236, 06.07.1962
Originalausgabe
Titelbild : Johnny Bruck


Bisher stand die Menschheit und ihr galaktisches Reich den Siliko-Wesen, die aus einer fremden Galaxis in die Milchstraße eindrangen, ziemlich wehrlos gegenüber, und es sah auch nicht so aus, als wolle sich das in naher Zukunft ändern.

Zwar hatte Oberst Rodger Althus — als er anfing, war er Major gewesen — mit seiner Einsatzgruppe aus dem Sonderstab der Interstellaren Raumüberwachung den Silikos ein paarmal den Rang abgelaufen, einige ihrer Geheimnisse entdeckt und in einer benachbarten Galaxis, die man für den Heimatbereich der Silikos hielt, eine fremde Rasse gefunden, die känguruhähnlichen Flip-Flops, die den Silikos ebenso wenig freundlich gesinnt war wie die irdische Menschheit — aber die Silikos hatten zum Gegenschlag ausgeholt, waren tief in die irdische Milchstraße eingedrungen und hatten alles zerstört, was ihnen im Weg lag.

Zuletzt hatten sie POINT MALER erobert, den mächtigsten Stützpunkt, den die Erde jemals besessen hatte. Damit war der Weg frei zum geistigen Zentrum des galaktischen Reiches: zur ERDE selbst. Gegen den ersten Schlag würde sich die ERDE erfolgreich wehren können, denn Althus kannte den taktischen Plan der Silikos und hinterbrachte ihn dem verantwortlichen Flottenkommando. Aber dann?

Die Silikos würden aus der Galaxis nicht abziehen, nur weil es ihnen im ersten Anlauf nicht gelungen war, die Erde zu besetzen oder zu vernichten. Sie würden eine Weile verschnaufen und dann wiederkommen. Keiner bezweifelte im Ernst, daß die Silikos bekommen würden, was sie haben wollten. Die ERDE war auf einen solchen Krieg nicht vorbereitet. Sie brauchte Zeit. Diese Zeit sollte das UNTERNEHMEN WINTERSCHLAF verschaffen ...
Vorwort der TERRA ASTRA-Ausgabe

Hatte ich beim letzten Band noch die galaktischen Schlachten vermisst ? Nun, hier sind sie, nicht so gewaltig und galaktisch wie bei Smith, sondern eher wohlgeordnet, wie eine Schlacht eben abzulaufen hat. Ziemlich deutsch eben. Die Leserschaft damals war wohl geteilter Meinung, laut dem Vorwort von Günter M. Schelwokat gab es offenbar eine Fraktion, die Mahr den Vorzug vor Smith gab ebenso wie eine andere, die den Lensmen-Zyklus für deutlich besser als den "Krieg der Milchstraßen" fand. Ich persönlich halte die Lensmen-Romane für besser, sie haben eher den Sense of Wonder, den ich hier doch etwas vermisse. Das ist aber absolut Geschmackssache.

TERRA SF 235 - Alan E. Nourse : Die Chirurgen der Galaxis



(Star Surgeon)
Terra SF 235, 29.06.1962
Deutsche Erstausgabe
Originalausgabe 1959
Aus dem Amerikanischem von C. Katschinski
Titelbild : Johnny Bruck


Statt einer Inhaltsangabe die entsprechende LKS von Heft 235 und einen Auszug der Original-Story :


Dal turned and started across the main concourse of the great airport. He felt a stir of motion at his side, and looked down at the small pink fuzz-ball sitting in the crook of his arm. "Looks like we're out of luck, pal," he said gloomily. "If we don't get on the next plane, we'll miss the hearing altogether. Not that it's going to do us much good to be there anyway."

The little pink fuzz-ball on his arm opened a pair of black shoe-button eyes and blinked up at him, and Dal absently stroked the tiny creature with a finger. The fuzz-ball quivered happily and clung closer to Dal's side as he started up the long ramp to the observation platform. Automatic doors swung open as he reached the top, and Dal shivered in the damp night air. He could feel the gray fur that coated his back and neck rising to protect him from the coldness and dampness that his body was never intended by nature to endure.

Below him the bright lights of the landing fields and terminal buildings of the port of Philadelphia spread out in panorama, and he thought with a sudden pang of the great space-port in his native city, so very different from this one and so unthinkably far away. The field below was teeming with activity, alive with men and vehicles. Moments before, one of Earth's great hospital ships had landed, returning from a cruise deep into the heart of the galaxy, bringing in the gravely ill from a dozen star systems for care in one of Earth's hospitals. Dal watched as the long line of stretchers poured from the ship's hold with white-clad orderlies in nervous attendance. Some of the stretchers were encased in special atmosphere tanks; a siren wailed across the field as an emergency truck raced up with fresh gas bottles for a chlorine-breather from the Betelgeuse system, and a derrick crew spent fifteen minutes lifting down the special liquid ammonia tank housing a native of Aldebaran's massive sixteenth planet.

All about the field were physicians supervising the process of disembarcation, resplendent in the colors that signified their medical specialties. At the foot of the landing crane a Three-star Internist in the green cape of the Medical Service—obviously the commander of the ship—was talking with the welcoming dignitaries of Hospital Earth. Half a dozen doctors in the Blue Service of Diagnosis were checking new lab supplies ready to be loaded aboard. Three young Star Surgeons swung by just below Dal with their bright scarlet capes fluttering in the breeze, headed for customs and their first Earthside liberty in months. Dal watched them go by, and felt the sick, bitter feeling in the pit of his stomach that he had felt so often in recent months.

He had dreamed, once, of wearing the scarlet cape of the Red Service of Surgery too, with the silver star of the Star Surgeon on his collar. That had been a long time ago, over eight Earth years ago; the dream had faded slowly, but now the last vestige of hope was almost gone. He thought of the long years of intensive training he had just completed in the medical school of Hospital Philadelphia, the long nights of studying for exams, the long days spent in the laboratories and clinics in order to become a physician of Hospital Earth, and a wave of bitterness swept through his mind.

A dream, he thought hopelessly, a foolish idea and nothing more. They knew before I started that they would never let me finish. They had no intention of doing so, it just amused them to watch me beat my head on a stone wall for these eight years. But then he shook his head and felt a little ashamed of the thought. It wasn't quite true, and he knew it. He had known that it was a gamble from the very first. Black Doctor Arnquist had warned him the day he received his notice of admission to the medical school. "I can promise you nothing," the old man had said, "except a slender chance. There are those who will fight to the very end to prevent you from succeeding, and when it's all over, you may not win. But if you are willing to take that risk, at least you have a chance."

Dal had accepted the risk with his eyes wide open. He had done the best he could do, and now he had lost. True, he had not received the final, irrevocable word that he had been expelled from the medical service of Hospital Earth, but he was certain now that it was waiting for him when he arrived at Hospital Seattle the following morning.
Auszug aus dem ersten Kapitel

Ein sehr schöner Roman, der sich gegen den damals noch weitgehend gesellschaftlich akzeptierten Rassismus der Vereinigten Staaten wendet. Inhaltlich vielleicht etwas überholt, ist "Star Surgeon" stilistisch auch heute noch Oberklasse. Wer will, kann sich selber ein Bild machen. Dieses TERRA-Heft ist zwar die einzige deutsche Ausgabe der Geschichte, auf "Projekt Gutenberg" ist der Roman aber im Original frei erhältlich : Link.

Montag, 16. Dezember 2013

TERRA SF inside - HEYNE-Werbung (6)

Auch bei Heyne ging es schrittweise mit SF weiter. Auf der Rückseite von Heft 235 vom 29.06.1962 wird für den Band 177, Asimovs Die nackte Sonne, geworben. Aber die SF ist bei HEYNE noch in die normalen Taschenbuch-Reihen einsortiert, von einer eigenständigen SF-Reihe ist noch keine Rede.

TERRA SF 234 - Hans Kneifel : Das Logbuch der Silberkugel


Hans Kneifel : Das Logbuch der Silberkugel
Terra SF 234, 22.06.1962
Originalausgabe
Titelbild : Karl Stephan


Dieser Roman wurde nach einer Idee von Günter M. Schelwokat geschrieben.
Widmung am Romanende

Ein echter Kneifel, ohne Frage. Ein Raumschiff wird zunächst zum Angriff auf die Menschheit, dann als Kolonistenschiff, als Handelsraumer und zuletzt für eine Evakuierung benutzt, bevor es auf einem Planeten verrottet. Ein Eingeborener findet das Raumschiff, gelangt hinein und erfährt über die historischen Bänder die Geschichte seiner Rasse. Ein leicht melancholischer einsamer Held, Rückblenden in die Vergangenheit, der Einzelne, dessen Handlungen massive Änderungen der planetaren Gesellschaft hervorrufen - Vieles von den späteren Kneifels ist hier bereits enthalten. Es machte Spaß, diesen frühen typischen Kneifel zu lesen.

Sehr angenehm überrascht war ich, als ich nach weiteren Auflagen dieses Romans suchte. Er erschien 1969 bei TERRA NOVA, dann Jahrzehnte nicht mehr. Jetzt hat sich aber story2go Kneifels Werk angenommen und unter anderem diesen Roman als eBook angekündigt. Diverse andere Altwerke von Kneifel (Serum des Gehorsams, Nemesis von den Sternen, diverse Non-PR-Zyklen etc. etc.) sowie seine moderneren Historienromane stehen als eBook-Download DRM-frei bereit. Teilweise sind die Romane sogar noch von Kneifel selbst für die eBook-Version überarbeitet worden. Kostenpunkt sind 3-4 €, also auch vom Preis her moderat. Wer sich also für Hans Kneifel interessiert, ist bei story2go gut aufgehoben.

TERRA SF 233 - Kurt Mahr : Geheimstützpunkt Point Maler


Kurt Mahr : Geheimstützpunkt Point Maler
Krieg der Milchstraßen 4
Terra SF 233, 15.06.1962
Originalausgabe
Titelbild : Karl Stephan


Die Menschen versuchen, einen Stützpunkt gegen die Silikos aufzubauen, werden aber von deren Raumflotte besiegt. Ein wenig bemerkenswertes Zwischenstück in Mahrs Zyklus "Krieg der Milchstraßen".

Sonntag, 15. Dezember 2013

TERRA SF inside - Autorenportrait Clark Darlton

Passend zum heutigen Darlton-Roman hier das auf der Rückseite von Heft 233 abgedruckte Autorenportrait von Walter Ernsting. Der war damals vielleicht jung ... :-)

TERRA SF 232 - Robert Silverberg : Schiedsgericht der Sterne


Robert Silverberg : Schiedsgericht der Sterne (Collision Course)
Terra SF 232, 08.06.1962
Deutsche Erstausgabe
Originalausgabe AMAZING STORIES 1959
Aus dem Amerikanischem von Heinz Zwack
Titelbild : Johnny Bruck


SCHIEDSGERICHT DER STERNE erzählt von der Begegnung der Menschen mit anderen kosmischen Intelligenzen. Es ist eine zweifache Begegnung — eine schicksalhafte Begegnung, die recht deutlich zeigt, wie klein der Mensch gegenüber den im Kosmos waltenden Kräften ist. Aber nicht nur der Mensch — und das ist das Tröstliche daran ...
Trailer von GMS in Heft 231

Einer der kürzesten Silverberg-Romane, geschrieben als Fortsetzungsroman für ASTOUNDING, dort von Campbell abgelehnt und in deutlichst kürzerer Form dann bei AMAZING STORIES erschienen. Obwohl er noch weit von seinen großen Werken entfernt ist, legt Silverberg mit "Collision Course" einen sehr humanistischen Roman vor, in dem es trotz heftiger Konfrontation mit einer außerirdischen Lebensform, die das terranische Imperium als Bedrohung ihrer eigenen Art ansieht, nicht zu galaktischen Raumschlachten kommt, das Problem wird - zugegebenermaßen in gewisser Weise mittels eines Deus ex machina - anders gelöst.

Dieses TERRA-Heft ist auch die einzige deutsche Veröffentlichung dieses Romans von Silverberg. Schon interessant, wieviel in den 60ern veröffentlicht und danach vergessen wurde.

TERRA SF 231 - Clark Darlton : Die letzte Zeitmaschine


Clark Darlton : Die letzte Zeitmaschine
Terra SF 231, 01.06.1962
gekürzter Nachdruck des gleichnamigen Leihbuchs von 1961
Titelbild : Johnny Bruck


Vor acht Jahren war die erste Zeitmaschine erfolgreich erprobt worden - wenigstens nahm man das an. Der freiwillige Delinquent, war einfach verschwunden. Er kehrte auch nicht mehr zurück, was weiter nicht verwunderlich schien, denn die Gesellschaft hatte angekündigt, Zeitreisen seien nur in die Zukunft möglich.

Wer aber reist schon in die Zukunft, wenn er nicht mehr zurückkehren kann? Abenteurer, flüchtige Gauner und Verzweifelte. Vielleicht auch nur neugierige Wissenschaftler. Aber auf keinen Fall ein normaler Mensch.

Diese Story berichtet über die furchtbaren Folgen, die eine Zeitreise für die Menschheit haben könnte.
Klappentext des WIDUKIND-Leihbuchs

Wohl seit der Jahrhundertwende, als H. G. Wells, der britische Vater der Science Fiction, seine "Zeitmaschine" veröffentlichte, hat das Thema Zeitreise Autoren und Leser der utopische Literatur immer wieder in seinen Bann geschlagen.

Warum wohl? - Vielleicht, weil sich Gedankensprünge und Gedankenexperimente am besten mit der Zeit machen lassen ...

Jedenfalls gibt es kaum einen bekannten SF-Autor, der nicht wenigstens in Form einer Story mit der Zeit manipuliert hätte.

Robert Heinlein, der berühmte Amerikaner, hat mit seiner Story All You Zombies unserer Meinung nach wohl den Gipfel des dabei Möglichen und logisch Erfaßbaren überschritten. Was würden Sie zum Beispiel als ernsthafte SF-Fans dazu sagen, wenn wir jene Heinlein-Story veröffentlichten, in der der Held gleichzeitig als Vater, Mutter und Kind fungiert?

Nun, das war auch nur eine rhetorische Frage! Wenden wir uns lieber Clark Darlton zu, der ja eine besondere Vorliebe für Zeitthemen zu besitzen scheint und sich dadurch auch schon zum Spezialisten für solche Themen entwickelt hat.

Clark Darlton hat seinen hier vorliegenden Roman Die letzte Zeitmaschine genannt und berichtet darin über die furchtbaren Folgen, die eine Zeitreise für die Menschheit haben könnte.
Vorwort von GMS

Ziemlich reißerische Klappentexte für diesen Darlton-Roman. Vollkommen unverdient, wie ich meine. Denn "Die letzte Zeitmaschine" von Clark Darlton ist nichts anderes als eine Langfassung der Story "Absolutely inflexible" von Robert Silverberg, veröffentlicht 1956, in Deutschland als "Absolut unbeugsam" in der HEYNE-Story-Sammlung "Die Mörder Mohammeds" enthalten. Das irritiert einen schon beim Lesen, insbesondere wenn man nirgendwo irgendeinen Hinweis darauf findet. Dabei ist der Roman gar nicht so schlecht, Darlton hat aus diversen Versatzstücken einen schönen Zeitreiseroman zusammengebaut. Aber mir fehlt da so ein bißchen die Originalität des Ganzen, obwohl ich persönlich "Die letzte Zeitmaschine" als einen der besten Darltons empfinde.

Samstag, 14. Dezember 2013

TERRA SF inside - Unterwössen 1962

Einige Cons sind wirklich schon uralt. Hier eine Werbung für den Con in Unterwössen, den heutigen Oldie-Con, aus Heft 238 vom 20.07.1962. Eine etwas kurzfristige Einladung, aber offenbar war man damals spontaner ...

TERRA SF 230 - Kurt Mahr : In einer fremden Galaxis


Kurt Mahr : In einer fremden Galaxis
Krieg der Milchstraßen 3
Terra SF 230, 25.05.1962
Originalausgabe
Titelbild : Karl Stephan


IN EINER FREMDEN GALAXIS — so heißt der nun vorliegende dritte Roman unseres neuen großen TERRA-Zyklus KRIEG ZWISCHEN DEN MILCHSTRASSEN. Der Roman hätte auch "Die fremden Brüder" heißen können, wie der Autor es ursprünglich vorschlug, denn Rodger Althus und sein Team, das inzwischen noch um eine Person angewachsen ist, verlassen mit ihrer PYTHON die heimatliche Milchstraße und stoßen auf die Flipflops — humanoid aussehende Wesen mit einer durchaus menschlichen Denkweise — kurzum "die fremden Brüder" der Menschen!

Warum Rodger Althus diese Wesen wohl Flipflops nennt ...? Ihre seltsamen Bewegungen haben ihnen diesen Namen eingebracht. Mehr wollen wir über diesen Roman nicht verraten.
Vorwort von GMS

Und weiter geht's mit den deutschen Lensmen, hier dreht Mahr auch ein bißchen auf und lässt unsere Helden in eine Nachbargalaxis fliegen. Aber es bleibt bodenständig, hat das neuentdeckte Sonnensytem auch x Planeten, der Sense of Wonder geht so ein bißchen in der Frage unter, wann Mahr denn nun auch mal einen Buchprüfer auftreten lässt. Ok, das ist jetzt etwas unfair, beschreibt aber relativ präzise meinen Eindruck der Bodenständigkeit, den Mahr in diesem Zyklus kultiviert. Die Romane sind nicht schlecht und lesen sich auch 50 Jahre nach ihrem Erscheinen noch gut, spannend und flüssig, aber der Große Wurf ist es einfach nicht. Das gelang Kurt Mahr dann besser im Teamwork mit anderen Autoren seines Kalibers in "Perry Rhodan".

TERRA SF 229 - Hans Kneifel : Uns riefen die Sterne


Hans Kneifel : Uns riefen die Sterne
Terra SF 229, 18.05.1962
gekürzter Nachdruck des gleichnamigen Leihbuchs von 1956
Titelbild : Karl Stephan


Eine geschlossene Kameradschaft kühner Weltraumpiloten im 22. Jahrhundert entreißt sich durch den Beschleunigungsantrieb von Kernspaltungsmotoren den Fesseln der Erdschwerkraft und stößt mit unvorstellbarer, doch genau berechneter Geschwindigkeit zu einem Planeten vor, der von der Anziehungskraft unseres Sonnensystems eingefangen wurde; darüber hinaus dringen diese verwegenen Männer mit gleißenden Raumschiffungeheuern in die Lichtjahre weiten Bereiche unseres Milchstraßensystems mit seinen Millionen von Fixsternen ein - in den von kosmischen Ultrastrahlen durchfluteten Raum, dessen Wunder sich diesen Pionieren einer kommenden Zeit entschleiern - im rasenden Flug zu Fixsternplaneten, deren Existenz von unserer heutigen astronomischen Forschung bereits nicht mehr bezweifelt wird.

Phantastische Ideen bewegen die Handlung des Romans - Gedanken über die Wunder des Makrokosmos- über Lebensmöglichkeiten auf lichtjahrfernen Weltkörpern und über Lebewesen, die den Menschen der heimatlichen Erde ähnlich oder überlegen sind.

Aber sind diese Gedanken phantastischer, als wenn etwa einer unserer Urgroßeltern noch vor achtzig Jahren vorausgeahnt hätte, daß der Mensch auf dem Fernsehschirm Ereignisse sehen könnte, die auf der anderen Seite des Erdballs - geschehen - daß er aus ein paar Kilogramm Materie die ungeheuren Energien der Atomkräfte entfesseln und mit Düsenkreuzern durch die Stratosphäre rasen könnte - schneller als der Schall?

Dem Menschen erschließt die kometenhafte Entwicklung von Naturwissenschaft und Technik am Anfang unseres Jahrhunderts märchenhafte Ausblicke in ungeahnte Bereiche zukünftiger Erkenntnis - und ein Autor dringt mit einer frischen, ursprünglichen Phantasie in eine neue Welt vor - eine Welt des utopischen Abenteuers, die nicht phantastischer ist, als einem Ritter des Mittelalters unsere heutige Welt erschienen wäre.
Klappentext des AWA-Leihbuchs

Der erste Roman, den Hans Kneifel geschrieben hat und der veröffentlicht wurde. Ein wirklich früher Kneifel, der im Vergleich zu seinen großen Romanen noch sehr dilettantisch wirkt, aber an vielen Stellen den Stil, den Kneifel später zu seinem Markenzeichen machte, bereits anklingen lässt. Dabei ist dieser Roman ein Sprachrohr der Jugend der 50er und 60er, weniger konflikt- und gewaltorientiert als vielmehr ein Expeditionsroman, der die Faszination des Weltalls der Nachkriegszeit bestens ausdrückt. Bemerkenswert auch der Optimismus, der unbedingte Glaube an die Zukunft, den Kneifel hier zu Papier gebracht hat. Und die Melancholie, der Unfalltod von Cliff und Elca im letzten Kapitel, ihr Grab im Weltraum, nimmt spätere Szenen vorweg. Vielleicht etwas überaltert, der Roman, für Fans klassischer SF wie mich jedoch ein echtes Lesevergnügen.

Freitag, 13. Dezember 2013

TERRA SF inside - Umfrage der ISFS / Wien - Reaktionen

Die TERRA-Leser sahen das aber ganz anders als die ISFS. Auf der LKS von Heft 243 werden deren Wertungen denen der ISFS gegenübergestellt :


Mir scheint das die gleiche Diskrepanz zwischen Lesern und aktivem Fandom zu sein, wie sie heute noch besteht.

TERRA SF 227 - Kurt Mahr : Die Hypno-Sklaven


Kurt Mahr : Die Hypno-Sklaven
Krieg der Milchstraßen 2
Terra SF 227, 04.05.1962
Originalausgabe
Titelbild : Johnny Bruck


Kurt Mahr, der Autor unseres neuen TERRA-Zyklus KRIEG ZWISCHEN DEN MILCHSTRASSEN, schilderte im ersten Roman dieses insgesamt 6 Bände umfassenden Werkes den ersten aus dem Hinterhalt geführten Angriff gegen die Menschheit, der die Vernichtung eines ganzen Planeten zum Ziel hatte.

Die Attentäter wurden durch Rodger Althus und sein Spezialistenteam des Interstellaren Überwachungsdienstes entdeckt, und ihre Zentrale auf der Erde wurde ausgehoben.

Gefangene gab es bei dieser Aktion nicht, denn die Fremden — äußerlich nicht von Menschen zu unterscheiden — zerfielen, sobald sie mit Thermostrahlern angegriffen wurden, zu Asche.

Diese Aschesubstanz wurde untersucht — und man gab den Fremden. die eine völlig nichtmenschliche Zellstruktur aufwiesen, soweit man dies aus den Überresten überhaupt feststellen konnte, den Namen SILIKOS.

Woher diese Silikos eigentlich stammen, weiß man auch jetzt noch nicht. — Man nimmt nur an, daß hinter den ganz unmotivierten Geschehnissen um WOOMERA, einem erst vor relativ kurzer Zeit besiedelten Sonnensystem, auch wieder die Silikos stehen.

Major Althus, der mit seiner alten Mannschaft wieder ausgeschickt wird. um nach dem Rechten zu sehen, stößt dabei auf DIE HYPNOSKLAVEN
Vorwort von GMS

Der "deutsche Lensmen-Zyklus" geht weiter. Im Gegensatz zu E.E. Smith gelingt es Kurt Mahr aber nicht, das äonenhafte Feeling des Kampfes der Arisier gegen die Eddorier rüberzubringen, er bleibt da deutlichst bodenständiger. Und näher an den bekannten Naturwissenschaften, man merkt dem Zyklus an, daß er technisch voll auf dem Boden der (damaligen) Realität steht. Was - zumindestens bei mir als Leser - dazu führt, daß man den Sense of Wonder deutlich weniger spürt als bei den Lensmen. Ist eben alles sehr geordnet, sehr deutsch eben.

TERRA SF 226 - Poul Anderson : Geheimagent auf Altai


Poul Anderson : Geheimagent auf Altai (Mayday Orbit)
Dominic-Flandry-Zyklus
Terra SF 226, 27.04.1962
Deutsche Erstausgabe
Originalausgabe 1961
Aus dem Amerikanischen von Horst Mayer
Titelbild : Karl Stephan


Die Hauptfigur des vorliegenden TERRA-Bandes GEHEIMAGENT AUF ALTAI (im Original: MAYDAY ORBIT) ist niemand anderes als der uns bereits durch den Roman SCHACH DEM UNBEKANNTEN (TERRA-Sonderband 41) bekannte Captain Sir Dominic Flandry vom interstellaren Geheimdienst des Terranischen Imperiums.

Sir Dominics Schicksal scheint es zu sein, immer mit Aufgaben betraut zu werden, die wohl ansonsten höchstens zum Tode Verurteilte freiwillig übernehmen würden.

Sir Dominic wird jedenfalls nach Altai entsandt, einer neutralen Welt, die eine strategisch wichtige Position zwischen den feindlichen Sternenreichen von Terra und Merseia einnimmt.

Kaum ist Flandry gelandet, als er auch schon um sein Leben laufen muß — flüchten in die gefrorenen Polarwüsten der Welt einer sterbenden Sonne...
Vorwort von GMS

Eine Novelle aus dem Dominic-Flandry-Zyklus, später mit anderen Kurzgeschichten zu Omnibus-Ausgaben zusammen gefasst. Zu den Flandry-Romanen habe ich bereits früher in meinem Blog etwas gesagt (Link), es war angenehm, im Rahmen meines TERRA-Lesens auf die deutsche Erstausgabe einer der Geschichten zu stoßen. Und ich stelle immer wieder fest : Poul Anderson altert nicht, nicht richtig jedenfalls. Die Story liest sich für mich noch genauso gut wie vor dreißig Jahren, als ich sie mir das erste Mal zu Gemüte führte. Ich bin mal gespannt, was ansonsten noch an Überraschungen bei den folgenden TERRA-Romanen auf mich zu kommt.

Donnerstag, 12. Dezember 2013

TERRA SF inside - Umfrage der ISFS / Wien - Ergebnisse

Tja, und dann wurden auf der LKS von Heft 233 und 234 die Ergebnisse der ISFS-Umfrage veröffentlicht. Und Schelwokat fragte die Leser, ob sie dies ebenso sehen...

TERRA SF 225 - Alan E. Nourse : Die Zeitkapsel


Alan E. Nourse : Die Zeitkapsel (Gold in the Sky)
Terra SF 225, 20.04.1962
Deutsche Erstausgabe
Originalausgabe 1958
Aus dem Amerikanischen von Heinz Zwack
Titelbild : Karl Stephan


Auch einer der nur bei TERRA und danach in Deutschland nie wieder erschienenen Romane. Was bedauerlich ist, denn "Gold in the Sky" passt (wieder) gut in die aktuelle politische Diskussion. Im Kern geht es darum, daß ein Konzern mit allen Mitteln den Asteroidengürtel politisch und wirtschaftlich zu dominieren versucht. Das Ganze ist verpackt in eine typische Expeditionsgeschichte, in der die Söhne eines vom Konzern eliminierten Prospektors auf die Suche nach ihrem Erbe gehen. Der Sense of Wonder kommt damals wie heute rüber, Alan E. Nourse kann man auch unbedenklich empfehlen.

Alan Edward Nourse (1928-1992) war Schriftsteller und Mediziner, seine nonfiktionalen Medizin-Texte waren ein großer Erfolg in den USA. Seine SF-Texte gehören ebenso in den libertären Bereich wie die Heinleins, seine Geschichten waren zwar immer etwas direkt und einfach, aber den Sense of Wonder haben sie nie vermissen lassen.