Mittwoch, 6. November 2013

TERRA SF 152 - John W. Campbell : Kosmische Kreuzfahrt


John W. Campbell : Kosmische Kreuzfahrt (Islands of Space)
Terra SF 152, 30.12.1960
gekürzter Nachdruck des gleichnamigen Leihbuchs von 1959
Originalausgabe Amazing Stories 1931
Aus dem Amerikanischem von Fritz Moeglich
Titelbild : Johnny Bruck


J. W. Campbell Jr. ist mit seinem Roman "Der unglaubliche Planet" in Deutschland durchaus bekannt und eingeführt. Wenn unser Verlag nun den Roman "Islands in Space" einem kritischen Leserpublikum vorlegt, dann setzt er damit die Linie fort, die in den bisherigen Bänden der Reihe "Bestseller des Komos" zum Ausdruck kam. Dieses Werk des amerikanischen Spitzenautors ist das, was die Kenner eine "Brillante Space Opera" nennen - eine spannende Handlung, in der die Technik einer fernen Zukunft triumphiert.

Dr. Arcot und sein Team reisen mit einem phantastischen Schiff durch Raum und Zeit. Sie erleben Kampf und Not, Sieg und Untergang - und die unfaßliche Weite des Kosmos ist ihr Feld. Millionen Lichtjahre trennen die Besatzung des "Pionier" von der Erde, und vier Männer bezwingen die Schrecken der Unendlichkeit.

Reisen Sie mit dem "Pionier" in eines der großartigsten Abenteuer, das uns bisher die Science Fiction vermittelte.
Klappentext des BALOWA-Leihbuchs

Erstmals erschienen 1931 und das merkt man auch. Bereits bei der Erstausgabe in Deutschland veraltet werden bei dieser Heftausgabe durch die Kürzungen die schlimmeren Kitschanfälle herausgeschnitten, was diesem Roman nur gut getan hat.

Campbell sollte eigentlich jedem SF-Fan ein Begriff sein, falls nicht, verweise ich auf die SF-Enzyklopädie. Sehr schön wird dort dargestellt, daß Campbells literarisches Leben in drei Phasen zerfällt. In der ersten Phase schrieb er relativ anspruchslose Space Operas :
In the early 1930s Campbell quickly built a reputation as E E "Doc" Smith's chief rival in writing galactic epics of superscience. The most popular of these was the Arcot, Morey and Wade series, in which the heroes faced a succession of battles of ever-increasing size fought with a succession of wonderful Weapons of ever-decreasing likelihood.
Die zweite Phase begann mit "Twilight". Seine unter dem Pseudonym Don A. Stuart veröffentlichten SF-Geschichten hatten einen sehr melancholischen Touch und waren literarisch anspruchsvoller als Campbells vorherige Werke. Diese Schaffensperiode endete mit dem berühmten "Who Goes There ?", als "Das Ding aus einer anderen Welt" besser bekannt und mehrfach überragend verfilmt. 1937 übernahm Campbell die Redaktion von ASTOUNDING (später : ANALOG) und widmete sich in dieser dritten Schaffensphase allein dem Herausgeben von SF. Nach 34 Jahren als Herausgeber "seiner" SF-Richtung starb Campbell 1971 im Alter von 61 Jahren in New Jersey. Wenige hatten einen derart fundamentalen Einfluss auf die SF wie er.

John W. Campbell in der SFE

Dienstag, 5. November 2013

TERRA SF 151 - K.H. Scheer : Der unendliche Raum


Karl Herbert Scheer : Der unendliche Raum
Terra SF 151, 23.12.1960
gekürzter Nachdruck des gleichnamigen Leihbuchs von 1957
Titelbild : Johnny Bruck


"Sie irren", sagte der Mann, "es gibt keinen unendlichen Raum."

Ist "unendlich" nur ein leichtfertig ausgesprochener Begriff, oder verkörpert er in sich die absolute Endlichkeit? Das modernste Raumschiff der Menschheit, ein Uebergigant mit großartig geschilderten Antriebsaggregaten und vollkommensten nautischen Geräten, wird in den Händen von fähigen Raumoffizieren und Wissenschaftlern zu einem Werkzeug, mit dem bewiesen werden soll, daß es sowohl eine "Endlichkeit", als auch eine "Unendlichkeit" gibt. Nichts, aber auch gar nichts, könnte diese Männer hindern, ein Universum zu verlassen, in das sie nicht hineingehören. Durch ihre Schaltungen entfesseln sie wahrhaft gigantische Gewalten, und doch ist da etwas, was diesen Kräften widersteht.

Sie erleben die meisterhafte Schilderung von Erlebnissen, technisch-revolutionären Großtaten und menschlichen Problemen, daß es uns nahezu unmöglich ist, eine normale Inhaltsübersicht im gewohnten Sinn zu geben. Auch dieser Roman von K. H. Scheer verknüpft den amerikanischen Science-Fiction-Stil mit der deutsch-europäischen Art der utopischen Schilderung so elegant und meisterhaft, daß wir davon überzeugt sind, mit unserem Verlagsprogramm eine neuartige Gattung der utopischen Literatur aufzunehmen.

Ein Raumschiff befand sich in der 4. Dimension, durchstieß das wahrscheinliche Nichts der 5. Dimension und kam damit in einen Raum, in dem beide Dimensionen einander so nahe sind, wie die Genialität dem absoluten Wahnsinn. Die für menschliche Begriffe katastrophalen physikalischen Verhältnisse innerhalb des anderen Universums scheinen auch in biologischer Hinsicht auf die Lebewesen der Raums zuzutreffen, in dem "Endlichkeit" unendlich bedeutet, weil es nicht gelingen will, die eigenartige Krümmung und Struktur dieses Universums zu durchbrechen. Was bedeutet hypergalaktische Flucht-Geschwindigkeit? Sind unwahrscheinlich anmutende Intelligenzen vom Standpunkt eines Roboters aus gesehen unglaublich, wie sie es für die Begriffe eines Menschen sind?

Der Roman "Der unendliche Raum" eröffnet Aspekte, die wahrhaft verblüffend sind. Es dürfte ein hervorragendes Werk von K. H. Scheer sein. Unser Prädikat: Besonders wertvoll, gänzlich neuartig, erregend!
Klappentext des BALOWA-Leihbuchs

Die Fortsetzung von TERRA SF 031 "Die Fremden". Vom heutigem Standpunkt aus mit einer ziemlich pathetischen und nicht wirklich strukturierten wissenschaftlich-technischen Idee, damals aber ein faszinierendes Gedankenexperiment, das die Leser auf die Einsteinschen Raumzeit-Beziehungen einstimmte. Nicht umsonst werden die Romane von KHS von den heutigen Altlesern als Nonplusultra der spekulativen technischen SF betrachtet. Dazu kommt bei diesem Roman noch, daß es einer der SF-Romane ist, in dem es nicht um kriegerische Konflikte, sondern einzig und allein um Entdeckungen geht. Auch heutzutage noch eine Seltenheit.

Montag, 4. November 2013

TERRA SF 149 - R.R. Merliss : Kampfroboter


R. R. Merliss : Kampfroboter (The Stutterer)
Terra SF 149, 09.12.1960
Deutsche Erstausgabe
Originalausgabe Astounding 1955
Titelbild : Karl Stephan


Wir Menschen bauen heute schon Maschinen, die schneller und logischer denken können als unsere Gehirne. Andere Geräte des wachsenden Arsenals unserer Technik vermögen besser zu sehen als menschliche Augen, vermögen besser zu hören als menschliche Ohren, vermögen sich schneller fortzubewegen als menschliche Beine, sind dauerhafter als menschliche Körper und so fort. Bisher haben wir allerdings noch keine Maschine erschaffen, die sich als Persönlichkeit fühlt und die eigene Gedanken besitzt.

R. R. Merliss, ein in Los Angeles wohnhafter Arzt und SF-Fan, der den vorliegenden Roman geschrieben hat, schildert uns jedoch das Schicksal von 20 selbständig denkenden und handelnden Robotern, die nicht gewillt sind, sich ausschalten zu lassen, nachdem ihre Aufgabe beendet ist.
Klappentext

Ein sehr pathetischer Roman auf den Spuren Isaac Asimovs. Der einzige Roman, den Merliss jemals veröffentlicht hat, eine Story/Novelle, von daher meiner Meinung nach auch nicht gekürzt. Stilistisch eigentlich früher anzusiedeln, ein Nachzügler aus den 40ern sozusagen. Inhaltlich ziemlich belanglos, obwohl der pazifistisch-humanistische Touch den Roman schon über den Durchschnitt hebt.

An diesem Roman (sowie an mehreren folgenden) wird sehr schön die Bedeutung der TERRA-Reihen deutlich. Dies ist die einzige Veröffentlichung von "The Stutterer" im deutschen Sprachraum, die Heftromanreihen aus dem Moewig-Verlag haben mit diesem und anderen Romanen einen gewaltigen Fundus an übersetzter internationaler SF geschaffen. Und auch wenn die Platzbeschränkung zu teilweise sehr unschönen Kürzungen führte, waren diese Hefte doch die Vorläufer der großen Zeit der Heyne-Taschenbücher und, bis zu einem gewissem Grad, auch der heutigen Kleinverlage.

"Kampfroboter" auf Gutenberg

Sonntag, 3. November 2013

Judith & Christian Vogt : Die zerbrochene Puppe



Judith & Christian Vogt : Die zerbrochene Puppe
Feder&Schwert 2012
400 Seiten, Taschenbuch, 12,99 €
ISBN 978-3-86762-156-4


Die Physikerin Æmelie von Erlenhofen stellt auf einer Konferenz in Venedig den Prototypen einer Brennstoffzelle vor. Kurz darauf dringen wandelnde Tote in ihre Unterkunft ein und töten die Wissenschaftlerin, der es gerade noch gelingt, ihrem Mann Naðan die Flucht zu ermöglichen. Das Letzte, was sie ihm mit auf den Weg gibt, ist ihre alte Porzellanpuppe, die von nun an Naðans beste Freundin wird, da sie mit der Stimme seiner verstorbenen Frau spricht. Die sterblichen Überreste Æmelies indes verschleppen die wandelnden Kadaver.

Die Polizei kann der Spur bis nach Æsta, einer schwimmenden Stadt auf einem Eisberg, folgen, wo sie sich verliert. Naðan beschließt, weiter nach Æmelies Leiche zu suchen. Mittellos fahndet er zwischen Gewerkschaftlern, Huren und Opiumsüchtigen nach dem Täter.

Eine Odyssee beginnt, in deren Verlauf Naðan zahlreiche Irrungen und Wirrungen durchleben muss, ehe er einem schrecklichen Geheimnis auf die Schliche kommt.
Klappentext

Auf Empfehlung habe ich diesen Roman bereits vor einiger Zeit gelesen und war nicht allzu überrascht, daß er den DPP 2013 gewonnen hat. Die Alternativwelt wird kurz und präzise definiert, ohne sich in Details zu verlieren. Dann geht es schon los mit dem Abenteuer. Und, wie man dem obigem Klappentext entnehmen kann, werden da schon alle Register eines klassischen Abenteuerromans gezogen. Ohne den Science Fiction-Aspekt aus den Augen zu verlieren, was mir persönlich ausnehmend gut gefallen hat.

Trotzdem ist es kein SF-Roman im engeren Sinne, "Die zerbrochene Puppe" hat ihre Wurzeln in der klassischen deutschen Phantastik der Romantik. Mit deutlichen Anleihen an den Naturalismus, an ein, zwei Stellen fühlte ich mich schon etwas an uralte Kenntnisse aus dem Deutschunterricht meiner Oberstufe erinnert. Dieses Spagat der Stilformen wird das ganze Buch über durchgehalten, was seinen ganz eigenen Charme entwickelt und sehr viel zum Stimmungsbild beiträgt. So ist etwa das romantische Sehen nach seiner toten Æmelie von Naðan im Bordell auf Æsta faszinierend beschrieben. Dabei wird die altertümliche Form nicht übertrieben, insgesamt ist das Buch modern und wirkt auch beim Lesen so.

Æmelie, Naðan, Æsta : Die von den Vogts beschriebene Alternativwelt hat aus ihrer historischen Entwicklung heraus auch andere als die gewohnten lateinischen Buchstaben. Im ersten Moment irritierend stört es aber den Lesefluß in keinster Weise, weil man sich schon nach kurzer Zeit daran gewöhnt hat und die Namen als ganze Einheit liest. Ein schönes Beispiel dafür, wie man Exotik auch in der Sprache darstellen kann, ohne das eigentliche Ziel, das Erzählen einer Geschichte, aus den Augen zu verlieren. Ebenso ist die Sozialkritik deutlich formuliert, aber dezent dargestellt.

Insgesamt ein sehr lesenswertes Buch mit einen sehr gut zum Inhalt passendem Cover.

Samstag, 2. November 2013

Tanya Huff : Der Hexenladen



Tanya Huff : Der Hexenladen (The Enchantment Emporium)
Feder&Schwert 2012
Originalausgabe 2009
Übersetzung : k.A.
512 Seiten, Taschenbuch, 13,99 €
ISBN 978-3-86762-105-2


Die Gales aus Süd-Ontario verändern die Welt mit der Macht ihrer Zaubersprüche und bevorzugen es, wenn ihre Fähigkeiten in der Familie bleiben. Die Gale-Tanten haben den Clan fest im Griff oder glauben es zumindest. Alysha fühlt sich, ähnlich wie der Großteil ihrer Vettern und Basen, von ihren Tantchen gegängelt. Also ergreift sie, als ein Brief mit dem letzten Willen ihrer vermissten Großmutter eintrifft, die Gelegenheit, deren Trödelladen in Calgary weiterzuführen, um „der Gemeinschaft“ zu dienen. Ihre Tanten jedoch haben andere Pläne und verlangen von Alysha, den tatsächlichen Verbleib ihrer Großmutter aufzuklären und nach getaner Arbeit wieder zurückzukehren, wo man bereits Pläne für ihre Zukunft hat.

Doch als Alysha in Calgary eintrifft, stellt sie fest, dass sie im „Hexenladen“ ihrer Oma der Feengesellschaft dienen soll – und dass oftmals des einen Trödel, des anderen magischer Schatz ist. Herauszufinden, was mit ihrer Großmutter geschehen ist, dürfte also keine leichte Aufgabe sein, insbesondere nicht, da Alysha erfährt, wie viel außerweltlicher Ärger ihrer in Calgary harrt und sogar familiärer Beistand oft nicht ausreicht, um den Tag zu retten …
Klappentext

Was macht ein Drachenlord, wenn er auf der Jagd nach einem Hexenmeister ist, diesen aber nicht findet ? Nun, er googelt in den Gelben Seiten von Calgary nach "Wizard" und fackelt alles ab, was dieses Wort im Namen hat. Also "Wizards of Dry Cleaning", "Coffee Wizards", "Wizards and Apple Pies" ...

Wie man sieht, ist dieser Roman nicht in den gängigen Harry-Potter-Kladderadatsch einzuordnen, ebensowenig in den Twilight/Dusk-Schmalz. Tatsächlich ist er auch nicht amerikanisch, sondern kanadisch, und das ist schon ein kultureller Unterschied, den man in diesem Roman deutlich bemerkt. Insbesondere fällt dies bei der freizügigen Darstellung auf. Diese bleibt zwar immer erotisch und überschreitet nie auch nur ansatzweise die Grenze zur Pornographie, ist aber deutlich anders als die aus den US of A gewohnte und auch in den meisten deutschen Romanen gelebte Prüderie.

Und noch etwas ist gänzlich anders als der Fantasy-Standard : Dies ist ein offensiv feministisches Buch. Nix von wegen absoluter Gleichberechtigung oder so, die Frauen in "Der Hexenladen" dominieren deutlich über Männer. Das Buch stellt auch den weiblichen Standpunkt dar, der männliche ist Tanya Huff ziemlich egal. Und die Frauen werden mit all ihren Macken dargestellt, Männer sind zwar gleichberechtigt, aber - vom Standpunkt der Frauen aus - zunächst einmal Sexobjekte. Nicht nur und nicht vor allem, aber das ist der Gedanke, der den weiblichen Protagonisten zunächst im Kopf herumgeht, wenn sie einen Mann sehen. Also genau andersherum, als man es vom Standardroman gewohnt ist, in genau der gleichen Intensität, nicht bemängelt von politisch korrekter Prüderie, nur eben genau andersrum. Also nix für Machos und unemanzipierte Frauen. [Was sich übrigens deutlich in einigen Amazon-Kommentaren zum Buch niederschlägt.]

Ebenso ist es nicht Tanya Huffs Anliegen, mangelnde Bildung aufzuarbeiten. Ich war verblüfft über die Detaillierung keltisch-irischer Mythologien, die ohne jeden weiteren Kommentar zu Beginn des Romans auf den Leser niederprasseln und auch in der Folge nur selten, kurz und rudimentär erläutert werden. Man sollte schon zumindestens ein gewisses Grundwissen über diese klassische Folklore haben, ansonsten entgeht dem unbedarftem Leser doch Einiges. Zumindestens googeln sollte man. [Sich dabei wie ein Drachenlord zu fühlen, wäre allerdings vollkommen unangebracht.]

Insgesamt ein sehr lesenswerter Roman, Feder&Schwert hat sich hier (zumindestens in meinen Augen) einmal mehr als Verlag mit einem extrem interessantem Programm profiliert.

Freitag, 1. November 2013

TERRA SF 146 - Kurt Mahr : Todeskommando Solar


Kurt Mahr : Todeskommando Solar
Terra SF 146, 18.11.1960
Originalausgabe
Titelbild : Karl Stephan


Im 21. Jahrhundert ist der innere Raum des Solsystems weitgehend durchforscht. Da jedoch die Erforschung der äußeren Planeten eine unverhältnismäßig hohe Zahl von Opfern fordert, geht man dazu über, in diese Gegenden Expeditionen aus Menschen zu schicken, die mit dem Gesetz in Konflikt gekommen sind.

Solche Expeditionen sind unter dem Namen „Salzfleischkommandos"" bekannt geworden, weil übel aussehendes synthetisches Salzfleisch mindestens die Hälfte des Proviantvorrates der Schiffe ausmacht. Und in Gefängniskreisen wird behauptet, daß manch einer eine lebenslange Zuchthausstrafe einem solchen Kommando vorzog, obwohl er durch diesen Einsatz seine volle Freiheit zurückerlangte — wenn er zurückkehrte.

Warren D. Keefauver, ein junger Hauptmann, der sich durch seine Eigenwilligkeit bei seinen Vorgesetzten unbeliebt machte, erhält das Kommando über die schrottreife SOLAR und soll mit seiner bunt zusammengewürfelten Mannschaft von Gesetzesbrechern den Neptun anfliegen, von dem bisher noch keine Expedition zurückkehrte. Zweifellos ein Todeskommando! Doch Keefauver ist kein Mann, der leicht resigniert.
Klappentext

Mahr auf den Spuren Scheers, sozusagen. D.h. Plot und Szenario sind ein typischer Scheer, die Ausführung ganz klar Mahr. Interessant zu lesen, auch heute noch. Insbesondere die kleinen Unterschiede der Behandlung dieses Szenarios sind interessant. Bei Mahr wird deutlich mehr Wert auf stringente Technologie, basierend auf dem damaligem Stand der Forschung, gelegt. Auch sind seine Protagonisten keine Übermenschen, sondern eher "der Raumfahrer nebenan". Im Gegensatz zu Scheer legt Mahr auch deutlich mehr Wert auf eine psychologisch nachvollziehbare Motivation, die gesellschaftlichen Interaktionen nehmen bei ihm deutlich mehr Raum ein als bei Scheer. Wie gesagt, dies sind Unterschiede, keine Wertungen.

TERRA SF 143 - Charles Spencer : Die blauen Tyrannen


Charles Spencer : Die blauen Tyrannen
Terra SF 143, 28.10.1960
gekürzter Nachdruck des gleichnamigen Leihbuchs von 1959
Titelbild : Johnny Bruck


Seit vielen Generationen wird die Erde von blauhäutigen Invasoren aus dem Weltenraum beherrscht. Nach Bildung und Zuverlässigkeit in drei scharf voneinander getrennte Klassen eingeteilt, gelten alle Erdenmenschen als "Farbige" und dienen als Sklaven jener arroganten Rasse, die sich vor 400 Jahren mittels überlegener Waffen die Erde unterwarf.

An dem Tage, da zum ersten Mal fremde Raumschiffe über der Erde beobachtet werden, werfen drei mutige junge Männer die Ketten der Sklaverei von sich und schicken sich an, die ganze unterdrückte Menschheit zum Kampf um die Freiheit aufzurufen. Ihr erster Weg führt sie zu dem geheimnisvollen Gott im Berg, von dem sie hoffen, daß er ihnen Schutz und Hilfe in ihrem Kampfe gewähren werde. Aber sie sind nicht gefaßt auf die Überraschungen, die ihrer harren, sie ahnen nichts von den technischen Wundern, die sie sehen werden, und einer Reise in die Vergangenheit, die nötig sein wird, um die Menschheit vor der Vernichtung zu retten.
Klappentext des BEWIN-Leihbuchs

Es gibt Romane, die sind zu Recht vergessen. Dies ist einer davon. "Schmalztriefend mit hochgradig fragwürdigen rassistischen Inhalten" ist noch das Netteste, was man über diesen Quark sagen kann. "In der Tradition nationalsozialistischer Geisteshaltung" ist auch nicht verkehrt. Vom Frauenbild einmal ganz zu schweigen, die Lektüre dieses Romans würde sogar Sissi zur radikalen Feministin bekehren. Nicht wirklich lesenswert.

Donnerstag, 31. Oktober 2013

TERRA SF 142 - Lan Wright : Menschheit im Aufbruch



Lan Wright : Menschheit im Aufbruch (Who Speaks of Conquest?)
Terra SF 141/142, 21.10.1960
Originalausgabe New Worlds 1956
gekürzter Nachdruck des gleichnamigen Leihbuchs von 1958
Aus dem Englischem von Anne Steul
Titelbild : Johnny Bruck


Kapitän Brady und sein Adjutant Murphy leiten die erste Expedition der Menschheit, die aus unserem Sonnensystem nach Alpha Centaurus reist. Wohl ahnten die Menschen schon immer, daß sie nicht allein im Weltraum waren, daß es irgendwo noch andere Rassen geben mochte. Was sie aber bei ihrer ersten Reise erfahren, bedeutet eine entscheidende Schicksalswende für die ganze Erde. Es geht um Freiheit oder Tod für die ganze menschliche Rasse. Wie der Kampf geführt wird, welche Taten und Abenteuer Brady und Murphy erleben, wird in spannender Weise berichtet. Auch die Wissenschaftler haben ihren Anteil an der großen Aufgabe. Daß aber der letzte Sieg sie in Wirklichkeit nicht zu Herrschern, sondern zu Dienern im Weltall macht, das erfährt nur Brady allein. Er erkennt die wahre Bestimmung, die der menschlichen Rasse aufgezeigt ist, eine Bestimmung, die nicht in der Eroberung der Welt, sondern des menschlichen Geiste, selbst liegt. Es ist eine bittere Erkenntnis, daß gerade jene Rasse, die von der ganzen Milchstraße, verachtet wird, die ganze Wahrheit besitzt.

Wie Brady in dieser Stunde des Sieges erkennt, daß die menschliche Rasse noch nicht die Kinderschuhe abgestreift hat, ist es auch für den Leser eine Mahnung, nicht zu vergessen, daß der Mensch zwar seine Umwelt erobert haben mag, jedoch noch nicht den Geist, der ihn zur Eroberung geführt.
Klappentext des BALOWA-Leihbuchs

Der Fluch des zweiten Hefts hat mich auch hier erwischt. Daß ich trotzdem auch Heft 141 abgebildet habe liegt daran, daß das Motiv für "Perry Rhodan"-Leser nicht uninteressant sein dürfte, Bruck hat es in abgewandelter Form auch für PR 1000 benutzt.

Der Roman ist kitschig, die SFE bezeichnet ihn als "uncomplicated novel". Lan Wright ist das Pseudonym von Lionel Percy Wright (1923-2010), der in den Jahren 1952 - 1968 einige interessante Romane veröffentlicht hat. Dieser gehört nicht dazu, er ist eine ziemliche Schmonzette, nichts, an das man sich erinnern muß.


TERRA SF 140 - Karl Herbert Scheer : Vollmachten unbegrenzt


Karl Herbert Scheer : Vollmachten unbegrenzt
ZBV 10
Terra SF 140, 14.10.1960
Nachdruck des gleichnamigen Leihbuchs von 1959
Titelbild : Karl Stephan


Sie hatten das erste Superfernschiff der Erde "Titan" genannt. Die Erde auf einer weiten Außenbahn umkreisend, wollte Thor Konnat, Chef des GWA-Raumkorps, soeben den Startbefehl geben, als die Nachricht aus dem Hauptquartier von den Empfängern aufgenommen wurde. Sie klang harmlos. Der Kommandant wird abgelöst und die "Titan" geht ohne den GWA-Agenten auf Zielkurs. Konnat kehrt in einem Kurierboot zur Erde zurück und dort findet er das Grauen schon vor, was er auf dem fernen Mars suchen wollte.

Die Geschehnisse beginnen sich in spontaner Wucht zu überstürzen. Firmen erhalten geheimnisvolle Fabrikationsaufträge und ein Schwachsinniger begeht die erste klare Handlung seines Lebens, als er schreiend zur Waffe des Wärters greift.

Eine häßliche, jedoch hochinteressante Frau bezaubert eiskalt denkende Großindustrielle. Thor Konnat findet es bemerkenswert, daß eine plump erscheinende Maschine lebenden Nachwuchs gebären kann.

Die mit vollendeter Meisterschaft erzählte Handlung erlaubt dem Leser kaum eine Atempause, da die Geschehnisse so rasch und mit überwältigenden Ideen angefüllt aufeinander folgen, daß ein 'Aufhörenkönnen' völlig ausgeschlossen ist.

Major Thor Konnat, Spezialagent der allmächtigen GWA, zweifelt erstmals an den Machtmitteln der weltumspannenden Riesenorganisation. Erschöpft nickend, versucht er zu begreifen, warum auch ein positronisches Robotergehirn verlegen werden kann.

Sie erleben mit "Vollmachten unbegrenzt" einen ZBV-Roman, dessen kosmische Rahmenhandlung mit den Bewohnern der Erde so eng und so geschickt verknüpft ist, daß daraus ein Werk von dynamischer Wucht entstanden ist.

Scheer erzählt nicht - er erlebt mit, was Sie in jeder Zeile feststellen werden. Ein einmaliger Roman aus dem Balowa Verlag.
Klappentext des BALOWA-Leihbuchs

ZBV, der zehnte Band der Serie. Zunächst als Leihbuch erschienen, jetzt heftigst gekürzt als Heftroman. Um ein Beispiel für die Kürzungen zu geben : Entfallen sind unter anderem die ersten 20 Seiten, die schildern, wie Konnat als Kommandant der "Titan" abgelöst wird. Das hat keinen Einfluß auf die Handlung, nimmt dem Roman aber ziemlich viel Lokalkolorit. Trotzdem liest er sich immer noch faszinierend, "ZBV" ist auch in der reduzierten Form eine faszinierende Serie. Nach den einfachen Agentenabenteuern am Anfang geht es jetzt gegen die denebischen Invasoren, ZONTA ist noch nicht erwacht. Mir persönlich macht es Spaß, diese ZBV-Hefte zu lesen, insbesondere als ich die gesamte überarbeitete ZBV-Serie in der Blach-Ausgabe im Regal stehen habe und es mich interessiert, wie und wo gekürzt wurde und welchen Einfluß das auf das Flair der Serie hat. Es wäre sicher auch interessant, einen Vergleich der überarbeiteten Fassungen mit der Leihbuch-Erstausgabe zu ziehen. Aber diese Bände sammle ich (noch?) nicht ...

Mittwoch, 30. Oktober 2013

TERRA SF 139 - Kurt Mahr : Feldzug der Gläubigen


Kurt Mahr : Feldzug der Gläubigen
Terra SF 139, 07.10.1960
Originalausgabe
Titelbild : Karl Stephan


Man schreibt die ferne Zukunft, und die Menschheit lebt bereits auf vielen Planeten der Milchstraße. KOTZEBUE ist ein solcher Planet, und der junge Alkor Sigal, der dort das Licht der Welt erblickt hat, ist ein Homo novus, eine mit gewaltigen parapsychologischen Fähigkeiten ausgerüstete neue Entwicklungsstufe des Menschen. Doch gerade diese ungewöhnlichen Fähigkeiten sind es, die Alkor mit dem bestehenden Gesellschaftssystem in Konflikt kommen lassen und ihn zur Flucht auf die Erde zwingen, wo sich andere Menschen seiner Art zu einer „Sekte"" zusammengeschlossen haben, die die Beherrschung der Galaxis anstrebt...
Klappentext

Ein sehr freiheitlich-demokratischer Roman. Im Gegensatz zu anderen Autoren seiner Zeit lehnt Mahr in "Feldzug der Gläubigen" jegliche Bevormundung des Bürgers ab, der Idee einer "Wohlwollenden Tyrannei", die damals gerade en vogue war, steht er ultrakritisch gegenüber. Auch dieser Roman hat mehr als ein halbes Jahrhundert auf dem Buckel, ist allerdings auch heutzutage noch lesbar. Sofern über das Frauenbild, das in diesem Roman gezeigt wird hinweglesen kann, es entspricht so vollkommen der damaligen Zeit. Man merkt auch deutlichst, daß in den 60ern der Western stilbildend war, am Ende reiten Heros und Heroine sozusagen gemeinsam in den Sonnenuntergang. Als Western-Fan habe ich da überhaupt keine Probleme mit, zartere Gemüter mit ausgeprägtem Geschmacksempfinden seien aber hiermit gewarnt.

TERRA SF 137 - Clark Darlton : Wanderer zwischen drei Ewigkeiten


Clark Darlton : Wanderer zwischen drei Ewigkeiten
Terra SF 137, 23.09.1960
Nachdruck des gleichnamigen Leihbuchs von 1959
Titelbild : Johnny Bruck


In hundert Jahren etwa wird das Raumschiff FORTUNA, von einem Raumflug zurückkehrend, durch einen Fehler bei der Transition in die Vergangenheit geworfen und befindet sich plötzlich in unserer Gegenwart. Um wieder in die Zukunft zu gelangen, ist das umgekehrte Experiment notwendig. Doch bis das gelingt, geschehen phantastische und unheimliche Dinge. Ein Mann lebt 18 Jahre, während seine Kameraden nur Sekunden altern.

Dann gelingt die Reise in die Zukunft, die Rückkehr in die eigene Zeit. Doch das erregende Abenteuer gibt den Anlaß zu einem weiteren Versuch, zu einer Expedition in die ferne und fernste Zukunft der Menschheit. Es sind die gleichen Menschen der FORTUNA, die diesen Versuch wagen.

Und diesmal gibt ihnen das Schicksal keine neue Chance. In Raum und Zeit gestrandet erleben die Wagemutigen das phantastische Abenteuer ihres Daseins, hören aus fremdem Mund die Sage ihres längst vergessenen Lebens und der schon lange versunkenen Gegenwart.
Klappentext des DÖRNER-Leihbuchs

So, nach diversen Ausflügen in die modernere SF&F geht es jetzt mit den TERRAs weiter. Die kann man nämlich nicht ausschließlich lesen, dazu ist zuviel zeitgenössischer Content vorhanden, der sich heutzutage doch ziemlich verstaubt ausnimmt. Auch der obige Roman gehört dazu, wenn auch "Wanderer zwischen drei Ewigkeiten" einer der besseren Darltons dieser Zeit ist. Ein typischer Zeitreise-Roman, von Darlton damals modern umgesetzt, für den heutigen Leser nur noch kalter Kaffee. Insbesondere die Protagonisten agieren doch sehr holzschnittartig, der Fokus liegt deutlich auf dem Gedankenexperiment, weniger auf dem literarischen Aspekt. Allerdings ist diese Zeitreiseidee in sich konsistent beschrieben, auch nach mehr als 50 Jahren macht es Spaß, diese Konstruktion nachzuvollziehen.

Dienstag, 29. Oktober 2013

David Weber / Steve White : Starfire



David Weber / Steve White : Starfire
Rebellion (Insurrection)
Kreuzzug (Crusade)
Deutsche Erstausgaben Heyne 2013
Originalausgaben Baen 1990/1992
Aus dem Amerikanischem von Heinz Zwack
Nachwort und Glossar von Heinz Zwack und Werner Bauer


Noch herrscht Frieden im Sonnensystem. Die weit verstreuten Welten der Menschen werden von der Föderation regiert. Doch auf den abgelegenen Grenzplaneten regt sich Widerstand, und als die Botschafterin der Grenzwelten ermordet wird, bricht das Chaos aus. Nur ihr ehemaliger Bodyguard und ein engagierter Politiker sehen die Gefahr – denn jenseits der Föderation wartet ein Imperium darauf, die Menschheit zu unterwerfen. Ein Krieg in der Galaxis scheint unvermeidlich …
Klappentext "Rebellion"

Es sind keine neuen Romane, die Heyne hier veröffentlicht. Auch keine bedeutenden. Als spannende MilSF kann man sie auch nicht bezeichnen. Aber für Leute wie meinen Sohn oder mich genau das Richtige. Denn wir beide mögen Strategiespiele, ich eher die einfachen Tower Defenses, Junior die auch graphisch auf der Höhe der Zeit sich befindenden Multiplayer Online Games. Und die Starfire-Romane sind literarische Formen des Anfang der 80er herausgegebenen Strategiespiels STARFIRE. Zu diesem Zeitpunkt natürlich noch ein Boardgame, heutzutage sicherlich in der einen oder anderen Form online verfügbar. Ich hab' das jetzt nicht gegoogelt, denn für die Romane ist die aktuell verfügbare Technik des dahinterliegenden Spiels egal. Nicht egal ist aber der Background, der sorgfältig als Nachwort in diesen Ausgaben vorhanden ist. Natürlich wird die Historie nur angerissen, daß STARFIRE von David Weber mitentwickelt wurde muß man sich schon aus der englischen Wikipedia herausholen. Aber für den nicht ganz so MilSF-affinen Leser werden die teilweise herben Fachausdrücke im Glossar schön erklärt. Ebenso wie die historische Entwicklung innerhalb des Spiels bzw. der Romane kurz, knapp, präzise und absolut ausreichend geschildert wird. Dieses Nachwort ist eine echte Aufwertung der Romane. Wie mir bereits bei früheren, von Heinz Zwack übersetzten Büchern auffiel, die ebenfalls ein Nachwort enthielten. Kommt da ein neuer Heyne-Standard zum Vorschein ?

Beide Romane sind voneinander unabhängig, tatsächlich spielt der zweite zeitlich sogar vor dem zuerst erschienenen. Ich empfehle, sie auch in der Erscheinungs- und nicht in der zeitlichen Reihenfolge zu lesen, der Wiedererkennungswert ("Aha, das ist der Uropa von der Heldin! Ach, das ist die Uroma von dem Fiesling. Naja, it's genetics.") ist nicht zu unterschätzen. Wie schon oben gesagt, sind die Romane herrliche Darstellungen über strategische Aktionen,keine tiefgründigen SF-Romane. Ich würde sogar so weit gehen, sie als Vorstufe von "Nimue Alban" zu bezeichnen. Hier wie dort geht es um die Weiterentwicklung von Waffentechnologien und der daraus erzeugte Einfluss auf strategische Entscheidungen und Gefechte ist ein wesentliches Element der Geschichten. Allerdings ist STARFIRE weniger individuell ausgerichtet als "Nimue Alban". Hier sind die Sympathieträger nicht einige wenige Individuen, von deren Standpunkt aus erzählt wird, sondern das große Ganze einer politisch-militärischen Richtung zählt. Die Autoren sind da auch vollkommen skrupellos, soviel verschiedene Protagonisten habe ich seit GRRMs Fantasy-Telefonbuch nicht mehr verdauen müssen. Aber da es hier um strategische Entscheidungen und Ziele geht, macht das überhaupt nichts aus.

Wie auch die Gefechtsvorbreitungen und die eigentlichen Gefechte das große Plus der Romane sind. Wer also so etwas nicht mag, sollte um Himmels Willen die Finger von den Büchern lassen. Wer so etwas nicht grundsätzlich ablehnt und Strategiespiele spielt, wird ausgezeichnet unterhalten. Und ich war (aus welchen Gründen auch immer) so richtig genervt und brauchte etwas mit grooooßen Kanonen. Da kamen mir die beiden Romane genau richtig und ich habe sie einfach nur genossen.

Ich empfehle dazu ein kaltes Bier vom Faß und ein Rib-Eye-Steak, englisch natürlich. Alternativ tun es aber auch Chips'n Flips mit Cola. :-)

STARFIRE in der Wikipedia

Montag, 28. Oktober 2013

Jim Butcher : Codex Alera



Jim Butcher : Codex Alera
Die Elementare von Calderon (Furies of Calderon)
Im Schatten des Fürsten (Academ's Fury)
Die Verschwörer von Kalare (Cursor's Fury)
Der Protektor von Calderon (Captain's Fury)
Die Befreier von Canea (Princeps Fury)
Der erste Fürst (First Lord's Fury)

Deutsche Erstausgaben 2009-2012
Originalausgaben Ace 2004-2009
Aus dem Amerikanischen von Andreas Helweg & Maike Claußnitzer
Blanvalet Paperbacks ca. 600 Seiten, ca. 15 €
auch als eBooks erhältlich
Leseprobe Band 1


Alle Einwohner Aleras können Magie wirken und die mächtigen Geister der sechs Elemente zu Hilfe rufen – nur der junge Tavi nicht. Doch als Intrigen und Bügerkrieg das Reich zerreißen und die bösartigen, nichtmenschlichen Marat die Grenzen von Alera überschreiten, ruhen alle Hoffnungen auf Tavis Schultern. Denn nur wenn der junge Mann nicht seinen Mut und seine Entschlossenheit verliert, haben seine Familie und alle, die Tavi liebt, eine Chance zu überleben …

Das Königreich Alera ist in Gefahr – von außen durch barbarische Invasoren, die seine Grenzen bedrängen, und von innen durch einen hochrangigen Verräter in den eigenen Reihen. Wie gut, dass sich seine Bewohner auf die Macht der Elementare verlassen können, die über die Elemente Wasser, Erde, Luft, Feuer, Holz und Metall herrschen. Doch wie fest ist die Verbindung zwischen Menschen und Elementaren wirklich ...?
Klappentext Band 1

Alles begann mit einer Wette. Nämlich der, daß Jim Butcher keinen guten Fantasy-Roman schreiben kann, in dem die Pokemons und das Klischee der verlorengegangenen römischen Legion vorkommt. Diese Wette hat Jim Butcher gewonnen.

Obwohl dies nach dem Klappentext der ersten Bandes eigentlich gar nicht danach aussieht. Denn, seien wir ehrlich : Das riecht nicht nur dezent nach dem Plot von "Harry Potter", das ist ein typischer Coming-of-Age-Roman. Beziehungsweise Zyklus. Und es hat nicht nur den Anschein klassischer tolkienscher Fantasy, der "Codex Alera"-Zyklus ist – im Gegensatz zu den "Harry Dresden"-Romanen – eher den genreüblichen Romanen zuzuordnen.

"Genreüblich" heisst jedoch nicht langweilig, im Gegenteil. Zunächst fällt auf, daß Jim Butcher, genau wie Brandon Sanderson, sein eigenes Magiesystem entwickelt hat, anhand dem er mögliche Handlungen definiert. Das war das erste, das mir ausnehmend gut gefallen hat. Das zweite, das mir gerade bei der retrospektiven Sicht auf die "Codex Alera"-Romane besonders gut gefallen hat, ist die allmähliche Steigerung von Low Fantasy zur epischen High Fantasy. Es beginnt alles damit, daß Tavi es nicht geschafft hat, seine Schafe von der Weide zu holen – der Rest, bis hin zu Tavis Arbeit als Erbe des Princeps, ist Geschichte. :-)

In den Geschichten sind auch viele Anspielungen vorhanden, die – soweit ich das beurteilen kann – hauptsächlich meine Altersgruppe der eher älteren Leser ansprechen sollen. So ist das Verhältnis von Kitai und Tavi recht freizügig, ohne pornographisch zu werden. Also so gar nichts für die Sex-erst-nach-der-Ehe-Jugend, eher eine Reminiszenz an die Wilden Siebziger. Die Vord, der ultimative Gegner, wird so beschrieben, daß ich vor meinem geistigem Auge ganz deutlich eine Alien-Königin vor mir sehe. Nur schneller und agiler. Also auch nicht unbedingt dem aktuellem Zeitgeist entsprechend. Auch die politischen Querelen, die einen breiten Teil des Zyklus einnehmen, weichen vom Dusk/Twilight-Niveau ab und sind an ein erwachseneres Publikum gerichtet.

Die Entwicklungen innerhalb des Zyklus selber sind spannend geschildert. In der Rückschau zwar durchaus folgerichtig und in sich logisch, beim ersten Lesen aber oftmals ziemlich überraschend. Ich empfand die Romane als Pageturner und habe sie begeistert verschlungen. Ich kann jedoch nur empfehlen, die Bände nicht abends, kurz vor dem Einschlafen zu lesen – letzteres könnte sich dann etwas hinziehen.

Einziger Wemutstropfen des "Codex Alera" ist das unbefriedigende Ende. Nicht wirklich ein "Und sie lebten glücklich bis an ihr Lebensende". Das hat aber meiner Meinung nach den Grund, daß Jim Butcher sich die Option, den Zyklus eventuell weiterzuschreiben, offenhalten wollte. Mal sehen, ob das passiert.

Aktuell werden die Romane um Tavi, Kitai und die Vord-Königin neu als Taschenbuch zu einem deutlich günstigerem Preis (10,- €) neu aufgelegt. Ich hatte das Glück, bei Thalia/HH-Mönckebergstrasse den gesamten Zyklus auf einmal als Paperback kaufen zu können, wahrscheinlich deren letzte Exemplare. Hat sich gelohnt, so konnte ich die sechs Romane hintereinanderweg, nur unterbrochen von meiner täglichen Arbeit, in einem Rutsch genießen. Hat Spaß gemacht, jedem Fan tolkienesker Fantasy kann man den "Codex Alera" nur empfehlen.

Sonntag, 27. Oktober 2013

Alastair Reynolds : Ewigkeit



Alastair Reynolds : Ewigkeit (Century Rain)
Heyne 2008
Originalausgabe Gollancz 2004
Aus dem Englischen von Bernhard Kempen
Taschenbuch, 800 Seiten, 9,95 €


Vierhundert Jahre in der Zukunft: Verity Auger ist eine junge Archäologin, spezialisiert auf die Überreste der menschlichen Zivilisation auf der Erde. Doch nach einer Expedition auf den Planeten nimmt ihr Leben eine ungeahnte Wendung: Wissenschaftler entdecken eine Alternativ-Erde, auf der die Geschichte ganz anders verlaufen ist. Und Verity ist die Einzige, die für einen Besuch dieser seltsamen Welt infrage kommt ...
Klappentext

Ein unabhängiger Roman, der nichts mit dem Revelation Space zu tun hat. Etwas sperrig am Anfang, doch schnell stellt man sich auf das Szenario ein. Wie viele andere Autoren vor ihm teilt Reynolds die Menschheit in zwei Gruppen ein, die Konservativen und die Modernisten. Doch anders als die meisten seiner Kollegen denkt er diese Teilung bis zum bitteren Ende weiter und generiert allein aus diesem ideologischem Unterschied bereits den Konflikt zwischen den Parteien. Dabei ist dieser Roman einerseits deutlich zynischer, andererseits deutlich idealistischer als die Romane, die ich bisher von Alastair Reynolds gelesen habe. Deutlich zynischer insofern, als er die gedankenlose Zerstörung der Erde durch den Menschen als vollzogen darstellt, mit all den dazugehörigen Konsequenzen. Deutlich idealistischer in der Reaktion der Konservativen darauf, die bis zur Selbstaufgabe sich aus diesem Grund von den Modernisten absetzen.

Die Idee einer von Aliens geschaffenen Parallelwelt des Paris der 60er, in dem der Zweite Weltkrieg nie stattgefunden hat, ist faszinierend. Gerade aus dem Abgleich der zerstörten Echt-Erde mit dem romantisiertem Paris gewinnt der Roman einiges an Drive. Der Stil des Film Noir inklusive Privatdetektiv tut ein übriges, um "Century Rain" zu einem Pageturner werden zu lassen.

Alastair Reynolds : Aurora



Alastair Reynolds : Aurora (The Prefect)
Heyne 2011
Originalausgabe Gollancz 2007
Aus dem Englischen von Irene Holicki
Taschenbuch, 736 Seiten, 9,99 €
ISBN: 978-3-453-53378-3


Tausende von kleinen Habitaten kreisen um den Planeten Yellowstone und bieten Millionen von Menschen ein Zuhause in den Weiten des Weltraumes. Als eines von ihnen zerstört wird, sieht es für Polizeipräfekt Tom Dreyfuss zunächst nach einer gewöhnlichen Routineuntersuchung aus. Doch schon bald werden weitere Habitate angegriffen, und Dreyfuss muss erkennen, dass er es mit einer mysteriösen künstlichen Intelligenz zu tun hat, die nur ein Ziel kennt: die Vernichtung der Menschheit!
Klappentext

In "Aurora" macht Reynolds einen Zeitsprung nach hinten und zeigt Chasm City und Yellowstone zur Zeit seiner Blüte, mit einem noch vollkommenen intaktem Glitzerband. Die gezeigten Habitate sind faszinierend, jedes für sich ein eigenes Utopia mit einer anders strukturierten utopischen Gesellschaft. Doch in seiner Gesamtheit ist Yellowstone keinesfalls ein Utopia, es sind immer noch die Machtgeilheit Einiger und die autokratischen Impulse Anderer, die das Leben bestimmen. In einer solchen Gesellschaft breitet Alastair Reynolds einen Kriminalfall vor dem Leser aus, der zunächst ein lokales Problem zu sein scheint. Doch schnell wird klar, daß es keinesfalls nur ein kleines, örtlich begrenztes Problem ist, sondern daß eine systemweite Bedrohung von einem Überlebenden der 80 besteht.

Ich fand es höchst interessant, wie Reynolds hier die Ereignisse der Zukunft antizipieren lässt, ohne in typische Prequel-Klischees zu verfallen. Das Buch ist eigenständig, man hat allerdings mehr Spaß an der Lektüre, wenn man seine zeitlich früher geschriebenen Romane kennt. Insbesondere die vielen kleinen Hinweise auf zukünftige Ereignisse, die der Autor neben der Haupthandlung eingestreut hat, haben schon ein gewisses Flair. Auch der politische Aspekt, der hier eine deutlich relevantere Rolle als in den zeitlich später spielenden Romanen einnimmt, hat mir von der Darstellung her gefallen. Wobei ich ganz persönlich gerne mehr von den politischen Strömungen der Zeit des Glitzerbandes gelesen hätte, aber das ist vielleicht nicht jedermanns Sache. Insgesamt wieder ein sehr schönes Buch, der (für mich) "neue" Autor hat mich wieder begeistert.

Samstag, 26. Oktober 2013

Perry Rhodan 2712-2721 : Das atopische Tribunal (II)



"Was den MdI ihr Horror, sind den Atopen die USO-Aktionen."
So ungefähr wäre mein Fazit der zweiten 10 Hefte des Atopen-Zyklus. Denn die USO-Aktion auf ITHAFOR-5 empfand ich als echten inhaltlichen Tiefpunkt. Allerdings, und das finde ich für mich bemerkenswert, ist das einer der beiden Kritikpunkte, die ich an einer ansonsten nicht uninteressanten Serie habe. Denn motiviert weiterzulesen bin ich schon.

Das liegt sicher auch an meinem Kiosk in Hannover, der regelmäßig für mich das neueste Heft beiseitelegt. Ich bin unter der Woche beruflich in Deutschland unterwegs, mein Hauptkunde sitzt in Hannover und dort, an der Kreuzung Podbi/Pelikanstraße kaufe ich jeden Dienstag das neue Heft. Und wenn ich mal ein oder zwei Wochen nicht da bin, wird das auch ordentlich für mich zurückgelegt. Ein Service, auf den ich mich verlasse und den ich gerne in Anspruch nehme. Diese bequeme Verfügbarkeit ist sicherlich mit ein Grund, warum ich wieder eingestiegen bin.

Aber das wäre nicht genug, wenn nicht auch der Zyklus selber interessant wäre. Sicher, wir bewegen uns mit "Perry Rhodan" auf dem Niveau des Trivialromans. Aber auch dort kann man, wie Willi Voltz es mit "Aphilie" gezeigt hat, Gesellschaftskritik auf nicht-trivialem Niveau anbringen. Und das, so mein Eindruck, versuchen auch die aktuellen PR-Autoren mit dem augenblicklichem Zyklus. Immer deutlicher stellt sich die gesellschaftsbeglückende Tyrannei der Atopen dar, die, unbeeindruckt von Kollateralschäden, ihre Ideologie durchzusetzen versuchen. Die Parallelen zum RL sind mehr als deutlich - ebenso wie es vor Jahrzehnten bei "Aphilie" war. Ich bin auf jeden Fall interessiert und neugierig genug, die aktuelle Erstauflage weiterzulesen. Um so mehr, als dies auch ein interessanter Kontrapunkt zu den uralten TERRA-Heften bildet, die ich gleichzeitig lese. Schon interessant, wie sich das schriftstellerische Handwerk (von den Inhalten einmal ganz abgesehen) seit Kriegsende weiterentwickelt hat.

Etwas irritierend sind allerdings die vielen kleinen Kontinuitätsfehler, die sich in die Hefte eingeschlichen haben. Tekeners Reminiszenzen an die Transitionstechnologie, die er selber nie erlebt hat, sind das letzte größere Beispiel, das mir aufgefallen ist. Natürlich ist es schwierig, mit einem 50 Jahre gewachsenem Serienkanon zurechtzukommen, aber gibt es da in Zeiten des Web 2.0 nicht möglichkeiten, so etwas auszuschließen ?

Aber egal, es macht noch Spaß und ich bin immer noch neugierig, wie es weitergeht.

Freitag, 25. Oktober 2013

Perry Rhodan 2721 - Leo Lukas : Der Paradieb


Leo Lukas : Der Paradieb
Perry Rhodan 2721
Titelbild : Swen Papenbrock
Pabel-Moewig 2013


Das tefrodische Mutantenteam sickert in Terrania ein, um Rhodan zu töten. Gleichzeitig erwacht Gucky aus dem Koma, in das er nach seinem Teleportversuch durch den Repulsorwall um Luna gefallen ist. Doch die Parafähigkeiten des Mausbibers haben sich verschoben, er absorbiert bei Berührung Fähigkeiten und Vitalenergie anderer Mutanten.
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Was mir als erstes auffiel, ist die nicht-dumme Art und Weise, in der die tefrodischen Mutanten sich getarnt auf ihr(e) Ziel(e) zubewegen. Im Gegensatz zum allgemeinen Standard wird hier geschickt, skrupellos und effektiv vorgegangen. Das ganze teilweise als Bericht, teilweise aus der Sicht von Toio Zindher als Ich-Erzählung. Hat mir ausnehmend gut gefallen.

Das Aufwachen von Gucky wird ebenfalls für meinen Geschmack ausnehmend gut zunächst aus der Sicht von Dritten dargestellt, bevor der Fokus dann voll auf Gucky umschwenkt. Und wie ich schon vor 200 Heften, bei meinem Kommentar zu Band 2516, empfunden habe, kann Leo Lukas hervorragend mit dem tausende von Jahre alten Gucky umgehen. Fand ich sehr gelungen, auch wenn mir noch nicht so ganz klar ist, wohin das Expose mit dem Paradieb Gucky hinsteuert. Mal abwarten.

Perry Rhodan 2720 - Uwe Anton : Im Stern von Apsuma


Uwe Anton : Im Stern von Apsuma
Perry Rhodan 2720
Titelbild : Swen Papenbrock
Pabel-Moewig 2013


Tefor : Die Tefroder bereiten sich auf das Erscheinen des Atopischen Tribunals vor. Als es doch nicht kommt, feiern die Tefroder und Vetris-Molaud schließt mit den Onryonen einen antiterranischen Beistandspakt. Aber der Widerstand gegen das diktatorische tefrodische System ist ebenfalls aktiv und versucht, den wahnsinnigen Amokläufer Schechter auf den Hohen Tamrat anzusetzen.
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Und Schnitt : Weg von Arkon, hin zu den Tefrodern. Wieder ein harter Schnitt, ein neuer Handlungsstrang wird angefangen und in den Zyklus sauber eingeführt, mit der bestehenden Handlung verknüpft. Gut gefallen hat mir die Darstellung der tefrodischen Diktatur, die ihre Wurzeln in der Realität der Jetztzeit hat. (Und wer glaubt, daß die Beschreibung bei PR inkonsistent ist, der möge sich über Quatar informieren.) Auch sehr gefallen hat mir die Darstellung des Gefängnisplaneten und die Einführung Schechters. Insgesamt ein sehr schöner Roman, der den Boden für weitere Erzählungen im Tefor-System vorbereitet. Es bleibt spannend.

Sehr angenehm fand ich persönlich die nach und nach auftauchenden Details der tefrodischen Diktatur, geschildert einerseits aus der Sicht eines Tuchhändlers, andererseits aus der Sicht eines Mannes, der Frau und Kind durch die Aktionen von Vetris-Molaud verloren hat. Dazu passt die Schilderung des unmenschlichen Gefängnisplaneten und Schechters Erlebnisse dort. Gut durchdacht, sauber zusammengeführt, gerne wieder, wie man auf eBay so treffend sagt.

Donnerstag, 24. Oktober 2013

Perry Rhodan 2719 - Verena Themsen : Enterkommando GOS'TUSSAN


Verena Themsen : Enterkommando GOS'TUSSAN
Perry Rhodan 2719
Titelbild : Alfred Kelsner
Pabel-Moewig 2013


Auch Bostich und Tekener können mit dem arkonidischem Flaggschiff keine Wende herbeiführen und müssen aus dem Arkon-System fliehen. In der Zwischenzeit macht der atopische Richter, daß das Arkon-System an die Naats zurückgegeben und die Arkoniden vertrieben werden sollen.
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Die Geschehnisse um Tekener und Bostich sind nur Beiwerk, um die atopische Kultur deutlicher als bisher darzustellen. Mit einer Süffisanz sondergleichen gelingt es der Autorin, das absurd-inkonsistente Gutmenschentum der Onryonen und atopischen Richter in all seiner Idiotie dem Leser vor Augen zu führen. Die Arkoniden leben schon Jahrtausende im Arkon-System ? Egal, die Naats waren früher da, ihnen gehört das System und die Arkoniden (aber nicht die Atopen) müssen da raus. Vollkommen wurscht, ob sie da Wurzeln geschlagen haben, man muß ja der "Gerechtigkeit" Genüge tun. Irgendwelche intelligenten Insekten waren vor den Naats da, wurden von ihnen vertrieben ? Egal, die Naats sind das (von den Atopen) auserwählte Volk, irgendwelche Realitätsbezüge stören da nur.

Jetzt wird die Zyklus-Geschichte plötzlich inhaltlich vollständig mit Leben gefüllt, ebenso wie zu Zeiten von Scheer und Voltz wird in diesem Zyklus klar und deutlich Position zu aktuellen Themen bezogen. Das ist (für mich) überraschend, entspricht aber der hohen inhaltlichen Qualität der aktuellen Romane. Und gehört zur besten Rhodanschen Tradition. Diese Darstellung dürfte nicht jedem Leser gefallen, insbesondere aus der Ecke der Menschheitsbeglücker dürfte es harsche Kritik hageln. Ich persönlich finde diese Besinnung auf klassische inhaltliche Wurzeln der Serie überaus gelungen - aber ich stehe ja auch Heinleins Freiheitsbegriff recht nahe. :-)

Perry Rhodan 2718 - Hubert Haensel : Passage nach Arkon


Hubert Haensel : Passage nach Arkon
Perry Rhodan 2718
Titelbild : Arndt Drechsler
Pabel-Moewig 2013


Die Onryonen erobern das Arkon-System.
Details

Obwohl gut geschrieben, langweilt die Eroberung des Arkon-Systems durch die Onryonen doch ein bißchen. Nichtsdestotrotz sind hier dezent einige wichtige Fakten eingestreut. Denn was machen die Atopen hier, die wollten doch eigentlich zu den Tefrodern ? Sie wollen hier ihre neue Basis aufschlagen. Und die Naats als Stellvertreter einsetzen. Interessante Wendung, wird im nächsten Roman noch deutlicher ausgeführt.