Freitag, 6. Januar 2012

It glows in the dark ...

... der Pac Man Bra. Falls also noch ein nettes Geschenk für Frau oder Freundin gesucht wird, ist dieser BH sicher originell.


Disclaimer : SF-Dinosaurier übernimmt keine Haftung für Beulen und/oder zerbrochene Beziehungen, wenn dieses Mitbringsel nicht konveniert.
:-)

D. W. Schmidt : Perlamith - Der Graue Berg


D.W. Schmitt : PERLAMITH - Der Graue Berg
Wurdack-Verlag 2011
ISBN 978-3-938065-76-1
208 Seiten, 12,95 Euro


Die Raumflotte von Menz hat den Nachbarplaneten Rogamar angegriffen und besetzt. Jev Maltin, Pilot der Verteidigungsstreitkräfte von Rogamar wird auf eine Geheimmission entsandt, um die Besatzer zu bekämpfen. Schnell wird deutlich, daß Menz und Rogamar nur Stellvertreterfunktionen in der Auseinandersetzung galaktischer Mächte haben und zwischen ihnen und den Interessen der Fernen Erde aufgerieben werden können ...

Der erste Band eines Mehrteilers, in sich abgeschlossen, flott und spannend erzählt. Im Gegensatz zur epischen Breite aktueller Space Operas eher kurz gehalten, empfand ich diesen Roman als angenehmes Leseerlebnis für Zwischendurch. Dies um so mehr, als hier zwar keine tiefgründigen Probleme angesprochen werden, der Autor aber sehr wohl eine profunde Kenntnis klassischer SF aus Buch und Film ("Farscape") in diesen Roman einfliessen liess. Ich bin einmal gespannt auf den nächsten Teil.

Rettungskreuzer Ikarus 16-18




Irene Salzmann : Ansarek
Sylke Brandt : Das Anande-Komplott
Martin Kay : Präludium

Im Nexoversum stoßen Jason und Shilla auf die Widerstandsgruppe "Ansarek" und übernehmen dort die Führung.
Doktor Anande werden seine illegalen Gen-Experimente, die aus seinem Gedächtnis gelöscht sind und an die er sich nicht mehr erinnern kann, vorgeworfen. Die Leute um Prinz Joran versuchen, mit einem inszeniertem Gerichtsprozeß die Ikarus-Crew zu diskreditieren.
Joran und seine Outsider-Freunde versuchen ein neues Sternentor zu errichten, um die Invasionsflotte schneller aus dem Nexoversum in die Menschheitsgalaxis transportieren zu können. Die Sentenza und DiMersi, die zusammen mit dem Rest der Ikarus-Crew dem Geheimdienst unterstellt wurden, versuchen dies zu verhindern. It failed.

Die verschiedenen Handlungsebenen, die einerseits im Nexoversum und andererseits in der Heimatgalaxis spielen, sind ein schriftstellerischer Kniff, der sich insbesondere bei den Perry Rhodan-Bänden 650-1000 als sehr fruchtbar herausgestellt hat. Dort wurden die Ereignisse auf Terra und auf der SOL, später der BASIS, abwechselnd beschrieben und brachten eine ganz eigene Dynamik in die Serie. Auch hier, bei Rettungskreuzer Ikarus, bieten diese beiden Handlungsebenen den Autoren die Möglichkeit, sehr unterschiedliche Stile innerhalb einer Serie zu pflegen. Die Geschichten, die im Nexoversum spielen, sind ganz anders als die mit der Menschheitsgalaxis als Setting. Man (bzw. frau) kann hier wesentlich stärker fabulieren, alte ausgestorbene Völker mit ihrer Technologie einbringen, ohne in Widerspruch zu bestehenden Strukturen zu kommen.

Während "Ansarek" klassische SF im besten Sinne ist, wird uns mit "Das Anande-Komplott" von Sylke Brandt ein reiner Gerichtsthriller vorgesetzt. Die vorhandenen SF-Elemente sind hervorragend in eine allseits bekannte Detektivgeschichte integriert, die die Autorin spannend und intelligent erzählt. Bemerkenswert fand ich die tiefergehende Beschreibung der einzelnen Mitglieder der Ikarus-Crew, für die sich Sylke Brandt ausreichend Zeit nimmt. Hat mich so ein bißchen an ähnliche Geschichten von Asimov erinnert, habe ich sehr genossen.

Die beiden Rettungskreuzer werden dem Geheimdienst unterstellt - mir gefiel diese Wendung nicht. Davon abgesehen liegt hier wieder einmal ein wahnsinnig spannender Action-Roman vor, etwas, das Martin Kay aus dem ff beherrscht. Den deus ex machina, mit dem am Ende die letzten 20 Seiten resettet werden, hat er ausnehmend gut ge- und beschrieben. So gut, daß ich, der ich solche Resets so überhaupt nicht mag, keine Probleme damit hatte. Der Roman leitet mit einem Paukenschlag in die zweite Phase der Auseinandersetzungen mit Joran und seinen nichtmenschlichen Verbündeten ein und man kann von den Folgeromanen noch einiges erwarten.

Donnerstag, 5. Januar 2012

Rettungskreuzer Ikarus 13-15





Sylke Brandt : Das Leid der Schluttnicks
Martin Kay : Phönix
Dirk van den Boom : Die abwartende Dominanz


Ein Chemieunfall in einer ihrer Fabriken ruft die Crew zum Planeten der Schluttnicks, Schluttnick Prime. Die Schluttnick-Gesellschaft ist eine rein kapitalistisch orientierte, von Sylke Brandt bis ins Absurde übersteigert dargestellt. Je erfolgreicher ein Händler ist, desto dicker darf er werden. Nur die "Hungerhaken" des Schluttnick-Militärs sind schlank. Da die Ikarus-Crew bereits einen gewissen Ruf hat, versprechen sich die Schluttnick-Händler viel davon, sie auf ihre Seite zu ziehen. Dazu wird die Crew hypnotisiert und auf Schluttnicksche Werte programmiert. Mit amüsanten Folgen …
"Phönix" heisst das Schwesterschiff der Ikarus. Wie ein Phönix wird auch An'ta in den Klonlabors der Grey neugeboren, ein ganz normaler Vorgang bei diesem Volk. Sie wird allerdings noch während der Aufwachphase von Kopfgeldjägern entführt, die sie Kronprinz Joran, der sein Mütchen an ihr kühlen will, ausliefern wollen. Die Übergabe schlägt jedoch fehl und zusammen mit der Crew des Ikarus-Schwesterschiffs, die auf einen Notruf von An'ta aktiv wurden, können sie einen Vorposten der Invasionsflotte der Outsider zerstören.
Am Kaiser vorbei versucht Kronprinz Joran, die Pronth-Hegemonie dem Multiimperium einzuverleiben. Die Ikarus-Crew, herbeigerufen um dem bei einem Attentat verwundeten Hegemon zu helfen, wird in die Kämpfe verwickelt.

Sylke Brandt hat hier mit "Das Leid der Schluttnicks" einen amüsanten und humorvollen SF-Roman abgeliefert, eine Seltenheit in diesem Genre. Ich fand diesen Band auch deshalb ausnehmend gut, weil ihr die Gratwanderung zwischen Klamauk und Humor gelang und die Schluttnick-Gesellschaft nur witzig und eben nicht lächerlich ist. Dies setzt sich fort in den Folgen der Hypnose bei der Ikarus-Crew, als sie nicht nur einen unbändigen Fressdrang bekommen, sondern auch nicht wenig zunehmen. Gerade das Gefühlsleben von Sonja DiMersi wird amüsant, präzise und sehr einfühlsam beschrieben. Von dieser Klasse wünsche ich mir mehr Romane. Und da der nächste Schluttnick-Roman qualitativ genauso hochstehend ist, bin ich bereits sehr auf die Romane außerhalb des Ikarus- und sonstiger Serien-Universen von Sylke Brandt gespannt.

An diesen drei Romanen sieht man sehr schön eine der Stärken der Ikarus-Serie : Die konsistent beschriebenen, sich wesentlich voneinander unterscheidenden politischen Systeme. Die Schluttnick-Gesellschaft ist eine extreme Ausprägung eines kapitalistischen, rein leistungsorientierten Systems. Das Multiimperium ist eine hierarchisch strukturierte Diktatur mit dem Kaiser und seinen Beratern im Zentrum. Das Raumkorps wird von einer anarchischen Gemeinschaft unterschiedlich aufgebauter Staaten gebildet, die durch eine Händlervereinigung zusammengehalten werden. Die Pronth-Hegemonie dagegen ist, ebenso wie etwas später die Tomakk-Gesellschaft, eine eher sozialistisch eingestellte Gesellschaft, die durch Assimilation expandiert. Die Idee der "abwartenden Dominanz", die Dirk van den Boom hier darstellt und zu einem positivem Ende kommen lässt, kannte ich in dieser Form noch nicht in der SF.

Genau wie beim letzten Blogeintrag möchte ich mich auch hier zu den Titelbildern äußern. Die eBook-Titelbilder sind meinem Eindruck nach qualitativ hochstehender als die der Print-Ausgaben. Sie sind auch imho stärker am Inhalt des Romans dran. Trotzdem finde ich die Titelbilder der Print-Ausgaben, Einzelromane als auch Sammelband, charmanter. Geschmackssache ?

Mittwoch, 4. Januar 2012

Rettungskreuzer Ikarus 7-12





Sylke Brandt : Netzvirus
Irene Salzmann : Das Janus-Elixier
Dirk van den Boom : Seer'Tak City-Blues
Dirk van den Boom : Aufstand der Toten
Martin Kay : Die Erleuchteten
Irene Salzmann : Verschollen im Nexoversum


Die Gegenspieler von Sally McLennane aus den Reihen des Raumkorps versuchen, sie jetzt mit Brachialgewalt zu eliminieren. Dazu schleusen sie einen Virus in das Computernetz von Vortex Outpost ein und heuern gleichzeitig eine Söldnerarmee an, die den Außenposten und Sitz Sally Sally McLennanes zusammen mit ihr zerstören sollen. Die Crew des Rettungskreuzers interveniert.
Auf Cerios III ist eine Epidemie ausgebrochen, ein Forschungsprojekt zur Unsterblichkeit hat erhebliche Nebenwirkungen. Auch Jason und Shilla befinden sich auf dem Planeten, als die Ikarus ankommt kämpfen sie zusammen mit der Crew gegen die Seuche. Am Ende ist die Krankheit besiegt, drei Unsterbliche, die eben wegen dieser Unsterblichkeit Überträger dieser Krankheit sind, werden auf einen Geheimplaneten des Raumkorps verfrachtet. Ein vierter Unsterblicher ist verschollen.
Nach den Ereignissen um das Netzvirus ist Sally McLennane zur Corpsdirektorin aufgerückt und Captain Sentenza wird Chef der Rettungsabteilung. Als solcher gefällt es ihm gar nicht, daß er gezwungen ist, zusammen mit Sonja DiMersi auf eine Mission für den Geheimdienst aufzubrechen. Ihr Ziel ist die Freistadt Seer'Tak City, dort treffen sie wieder auf Jason und Shilla. Es stellt sich heraus, daß Kronprinz Joran zusammen mit dem vierten Unsterblichen und hiesigen Kriminellen eine Invasion vorbereitet. Die Outsider, vor denen die Ikarus-Crew bereits gewarnt wurde, gedenken in das von der Menschheit besiedelte Gebiet einzufallen. Sie verhindern das, im Verlauf der Kämpfe wird das erst in "Netzvirus" neu eingeführte Besatzungsmitglied der Ikarus, die Grey An'ta, getötet. Bei der Raumschlacht gegen ein Schiff der Outsider werden Jason und Shilla in den Seer'Tak-Sonnentransmitter (!) gezogen und in ein fremdes Universum verschlagen.
Bei einem Rettungseinsatz trifft die Ikarus-Crew auf die "Erleuchteten", eine fanatische Sekte klassischen Zuschnitts.
In der Zwischenzeit erkunden Jason und Shilla die Gegend des Weltraums, in die sie der Seer'Tak-Sonnentransmitter verschlagen hat. Die dortigen Völker werden von einer Macht namens "Nexus" unterdrückt und in ihrer technologischen Entwicklung gehemmt.

Das erste Drittel des Zyklus ist vorbei, die Figuren sind weitestgehend eingeführt. Wie man auch den Inhaltsangaben entnehmen kann, sind die Parallelen zu Perry Rhodan deutlich. Was nicht wirklich verwunderlich ist, schließlich ist PR ja nach 50 Jahren praktisch schon ein Fundament der deutschen SF. Wie bereits früher beim Vergleich Gucky / Thorpa gesagt, gereicht es der Ikarus-Serie aber nicht zum Nachteil, auch bei den Sonnentransmittern gelingt es Dirk van den Boom, sich von PR abzusetzen. Insgesamt empfinde ich die bisherigen 12 Romane als gelungene Action-SF, literarisch deutlich besser als PR. Das ist aber auch kein Wunder : 12 Romane erscheinen bei PR binnen 3 Monaten, die 12 Ikarus-Bände benötigten dafür 3 Jahre. Da kann man auch länger an den Texten feilen.

Aber gerade der Doppelroman von Dirk van den Boom zeigt auch die Grenzen von "Rettungskreuzer Ikarus" auf. Die Serie erfindet die SF nicht neu und bleibt als SF-Action-Serie innerhalb der Grenzen, die beispielsweise "Star Trek" abgesteckt hat. So ist Kronprinz Joran in seinem Irrsinn und seinen Folterphantasien zwar gut und relativ tiefgehend dargestellt, die möglicherweise komplexere Motivation einer solchen Persönlichkeit wird jedoch nicht ausgelotet. Auch die Folterszenen an Sonja DiMersi und An'ta sind gut, aber relativ oberflächlich, lange nicht so eindringlich und berührend wie einige Szenen von Gunter Arentzen. Hier bleibt die Serie deutlich unter ihren Möglichkeiten was die Darstellung von Personen angeht. Dagegen fällt bereits in den ersten 12 Bänden auf (und das wird in der Folge noch verstärkt), daß die Darstellung und Beschreibung von Machtstrukturen, seien es Staatengebilde oder Gemeinschaften, deutlich differenzierter und komplexer als man es gemeinhin gewohnt ist in die Serie einfliessen. Darauf werde ich in der Zukunft noch detaillierter eingehen.

Die Titelbilder der Ikarus-Serie sind ein eigenes Thema. Ich habe hier die Sammelbände in der ersten Zeile, darunter die eBooks und darunter die Originalausgaben aus dem Atlantis-Verlag dargestellt. Ich finde, daß die Cover der eBooks ganz besonders gut gelungen sind und Romaninhalt ebenso wie das Feeling der Geschichte brilliant rüberbringen. Ich halte sie für deutlich besser als die Ikarus-Paperbackcover, allerdings geht ein bißchen das spezielle Ikarus-Flair, das die Paperbacks vermitteln, unter. Wobei das bei einigen wirklich grauenvollen Titelbildern wie etwa dem zu Band 12 auch ganz gut ist.

Dienstag, 3. Januar 2012

Rettungskreuzer Ikarus 4-6



Irene Salzmann : Die Spielhölle
Dirk van den Boom : Requiem
Martin Kay : Konvoi

Ein Unfall in einer als Spielcasino umgebauten Raumstation führt nicht nur zum Ausfall aller Systeme, das Casino treibt auch antriebslos auf die Sonne zu. Dies ruft das Ikarus-Team auf den Plan und sie treffen dort unter anderem auf Jason, einen eher windigen Händler und seine Partnerin Shilla, eine vizianische Telepathin. Im Verlauf der Rettungsaktion wird Captain Sentenza von zwei Außerirdischen Koordinaten eines unbekannten Planeten übergeben.
Nach einem Rettungseinsatz steuert das Ikarus-Team die Koordinaten an, die sie in "Die Spielhölle" zugespielt bekommen haben. Sie entdecken einen Planeten, auf dem durch einen außerirdischen halborganischen Computer alles nach seinem Bild umgebaut wurde. Die Ikarus wird als Eindringling identifiziert, ebenso die die Crew. Während die Ikarus zerstört wird, kann sich die Crew behaupten und ihrerseits den Computer zerstören. Sentenza behält eine Probe der organischen Komponente.
Captain Sentenza hat seine unehrenhafte Entlassung aus der multiimperialen Raumflotte nicht selbst verursacht, sondern war nur das Bauernopfer, das benötigt wurde, um die Unfähigkeit von Joran, dem kaiserlichen Prinzen zu vertuschen. Der von Joran verursachte Unfall hat den Prinzen fürchterlich entstellt, Transplantate verträgt er nicht, so daß sein Aussehen sehr an Frankenstein erinnert. Prinz Joran gibt Sentenza die Schuld an seinem Unfall und verfolgt ihn als auch alle, die mit ihm zu tun haben. So versucht er, die Errichtung eines neuen Sternentors zu sabotieren, indem er einen der dafür benötigten Raumtender der DINOSAURIER-Klasse entführen will. Die Ikarus-Crew macht ihm einen Strich durch die Rechnung.

Also dieser Jason Knight ist ja so was von Han Solo, daß ich den jüngeren Harrison Ford beim Lesen praktisch direkt vor meinen Augen sah. Geklaut, aber gut geklaut, denn außer dem Typus erinnert nichts an Star Wars. Sehr gelungen auch die Darstellung eines ET-Geräts, das dem Leser als vollständig aus Fraktalen bestehend geschildert wird. Auch der von Martin Kay beschriebene Raumkampf hat mir persönlich gut gefallen, die Bösen sind hier echt böse und nicht dumm-böse. Die Ikarus-Leute gewinnen nicht weil sie "intelligenter, ethischer und damit besser" sind, sondern weil ihnen auch der Zufall hilft. Der wiederum wird von dem sparsam eingesetzten Überwesen Lear beeinflusst, so daß das Ganze durchaus eine innere Logik hat. Lear ist nicht ES, sondern eine Art Android, ein Wächter eines früher existierenden Volkes, ist also alles andere als eine omnipotente Superintelligenz. Gelungene Action-SF, Leseproben gibt's bei beam.

Nach dem Boom-Auftakt von Sylke Brandt und ihrem Bruder, Dirk van den Boom, geben mit diesen Romanen auch Irene Salzmann und Martin Kay ihr Ikarus-Debut. Später werden noch Thomas Folgmann, Achim Hiltrop, Nicole Rensmann und Erik Schreiber dazustoßen. Soweit ich die Romane bisher gelesen habe, ordnen sich alle harmonisch in das Ikarus-Universum ein, man (ich zumindest) erkennt keine Stil- oder Logik-Brüche. Und wenn ich auch nicht jeden Roman gleich gut finde, ist das soweit ich das bisher absehen kann wohl eher ein Problem der Serie und nicht der Autoren (aber dazu komme ich im Detail und mit meinem berüchtigtem Charme, wenn die Romane dran sind). Ich jedenfalls wurde nach dem Lesen der Serie auch auf weitere Bücher dieser Autoren neugierig, für diejenigen, denen es ebenso geht, hier die Homepages / Blogs :
Dirk van den Boom : http://www.sf-boom.de/
Sylke Brandt : http://www.shei.de/html/auswahl.html
Irene Salzmann : keine bekannt, Autorinnen-Infos gibt es bei Literra
Martin Kay : http://kaylog.wordpress.com/
Thomas Folgmann : http://novilunium.foltom.de/
Achim Hiltrop : http://www.scifinet.org/scifinetboard/blog...agher/index.php?
Nicole Rensmann : http://www.blog.nicole-rensmann.de/
Erik Schreiber : Viel(kurz)rezensent, Homepage weiss ich nicht, aber seit Neuestem hat er einen Verlag Saphir im Stahl

Montag, 2. Januar 2012

Anne McCaffrey : Killashandra-Zyklus

Anne McCaffrey ist tot ! Sie starb im Alter von 85 Jahren am 21. November in ihrem Haus in Irland. Jahrzehntelang hat sie, genauer ihre Romane, mich begleitet. Zeit, einige dieser Romane wieder einmal in die Hand zu nehmen.

Mein allererstes Buch von ihr waren wohl die Drachenreiter von Pern, als Übersetzung bei Heyne erschienen. Die Fortsetzungen davon erschienen auch regelmäßig in Übersetzungen bei Heyne, ansonsten sah es schlecht aus. Und so begann ich vor Jahrzehnten, Anne McCaffrey im Original zu lesen. Weniger die Drachenreiter-Romane, deren Inhalt ich als repetitiv empfand, als ihre anderen Zyklen und Einzelromane. Unter anderem auch die Geschichtem um Killashandra Ree, die Kristallsängerin.


Anne McCaffrey : Crystal Singer
Del Rey 1982
300 Seiten

Nach zehn Jahren Gesangsausbildung auf dem Planeten Fuerte müssen ihre Lehrer zugeben, daß sie nie ein großer Solo-Star werden wird. Frustriert flüchtet Killashandra aus der Schule und trifft einen Kristallsänger, der durch seine Arbeit offenbar genug Geld verdient, um extrem luxuriös Urlaub machen zu können. Statt eine zweitklassige Gesangssolistin zu werden, beschließ Killashandra Ree, sich auf Ballybran zur Kristallsängerin ausbilden zu lassen und dort Karriere zu machen. Doch das ist nicht ganz ohne Tücken : Die nur auf Ballybran existierenden Kristalle können nur mit einem Schallwerfer, der die menschliche Stimme verstärkt, abgebaut werden. Die Kristalle von Ballybran sind als Teil vieler technischer Geräte wichtig für die menschliche Gesellschaft, insbesondere der Schwarze Kristall erlaubt interstellare Kommunikation. Und während ein auf Ballybran heimischer Symbiont zwar das Leben um Jahrhunderte verlängert, führt er auch zu erheblichen regelmäßigen Gedächtnisverlusten und Paranoia. Killashandra wird zur Kristallsängerin, findet Schwarzen Kristall und installiert ihr erstes interstellares Kommunikationsnetz. (Weitere Details findet man in der englischen Wikipedia.)

"Crystal Singer" ist eine erweiterte Fassung der in den Jahren 1974/1975 in Roger Elwoods "Continuum" erschienenen Kristallsänger-Stories. Im Gegensatz zu diesen Geschichten endet der Roman nicht mit Killashandras Tod, es erschienen auch noch zwei Fortsetzungen. Mich hat an diesem Roman zweierlei fasziniert : Erstens die flüssige Erzählung, Storytelling at its best ! Und zweitens die Verbindung von SF und Musik, vor dreißig Jahren noch ein Novum (zumindestens für mich). Ersteres ist ein Markenzeichen von Anne McCaffrey und hat mich motiviert, auch ihre anderen Romane zu lesen. Im Nachhinein muß ich sagen, daß dies eine sehr gute Entscheidung war, denn die Drachenreiter-Romane wurden immer weniger interessant und wer nur diese kennt, hat ein leicht schiefes Bild der Autorin.

Interessant fand ich an diesem Roman die ausführliche Darstellung des Begriffs der Privatsphäre, den Anne McCaffrey hier zelebriert. Wenn ich auch nicht vollständig mit der Autorin konform gehe, ist die Ausformung dieses Begriffs in einer zukünftigen Gesellschaft in diesem Roman doch ein hochinteressantes Gedankenspiel. Mir ist nicht klar, inwieweit dieses autobiographisch ist. In jedem Fall ist der Beginn des Romans, der Schock nach der Erkenntnis, nie eine große Sängerin zu werden, in großen Teilen von Anne McCaffrey so oder ähnlich erlebt worden. Sie hat selbst neun Jahre lang Musik studiert und musste 1962/1963 feststellen, daß sie in ihrem Hobby nie wirklich große Erfolge feiern würde. Details dazu findet man in der Biographie ihres Sohnes Todd "Dragonholder: The Life and Dreams (So Far) of Anne McCaffrey".


Anne McCaffrey : Killashandra
Del Rey 1986
370 Seiten

Killashandra Ree geht nach Optheria, um dort ein Musikinstrument, das mit Kristallen arbeitet zu reparieren. Nicht nur deckt sie auf, daß die dortige Regierung mit Gedankenmanipulationen ihrer Bevölkerung terrorisiert, sondern entdeckt auch ihre große Liebe, Lars Dahl.

Ein schmalziger zweiter Teil, eine Mischung aus Liebesroman und Space Opera. Inhaltlich nicht weiter bemerkenswert, jedoch werden hier die Grundlagen für den Abschluß der Trilogie gelegt. Es macht Spaß (mir zumindest), diesen Kitschroman "zwischendurch" zu lesen, Anne McCaffrey zeigt einmal mehr ihre Klasse im Geschichtenerzählen.


Anne McCaffrey : Crystal Line
Del Rey 1993
300 Seiten

Im dritten Teil der Geschichten um die Kristallsänger ist Killashandra Ree mit Lars Dahl zusammen, trennt sich von ihm und findet wieder zu ihm hin. Dabei gehen auch an ihr die Wirkungen des Ballybran-Symbionten nicht spurlos vorüber, nach mehreren Jahrhunderten ist ihr Gedächtnis ein Sieb und ihre Paranoia deutlichst vorhanden. Wie sie davon geheilt wird und wie das (unausweichliche) Happy End aussieht, erzählt dieser Roman.

Wie an der Inhaltsangabe zu merken, halte ich diese Geschichte, ebenso wie den zweiten Teil, für ziemlich schmalzig. Eigentlich wären diese Romane nicht weiter bemerkenswert, wäre Anne McCaffrey nicht so eine große Erzählerin, die auch in eine solche Liebesschmonzette noch nachdenkenswerte nicht-triviale Punkte einpflegt. Einerseits ist da das ausdrückliche Statement, daß man auch seine Beziehung zum Partner pflegen soll, statt sich einfach scheiden zu lassen, wenn's einem nicht mehr passt. Dies stellt die Autorin sehr klar in der Ehe zwischen Killashandra und Lars dar, die wegen des Gedächtnisverlustes Killashandras in die Brüche geht und nach ihrer Heilung wieder intakt wird. Diese Demenz von Killashandra Ree hat auch noch eine andere Dimension : Meiner Meinung nach ist sie eine deutliche Aussage der Autorin für eine generalisierte Weltsicht und wider das Spezialistentum mit Scheuklappen. Anne McCaffrey zeigt am Beispiel der vollkommen auf das Auffinden von Kristallen fixierten Killashandra, wie eng eine solche Sichtweise werden kann und wieviel einem dabei doch entgeht. Vielleicht überinterpretiert, aber das ist das, was ich aus diesen Romanen herausziehe.

Ein Wort noch zu den amerikanischen Covern, die einen ganz eigenen Stil pflegen. Die Cover der ersten beiden Romane sind von Michael Whelan, in der SF-Szene kein Unbekannter. Eine Übersicht über seine SF-Cover findet man hier, auf seiner Homepage sind weitere faszinierende Bilder zu finden. Und für diejenigen mit etwas zu großer Brieftasche auch einige Originale im Shop. Das Bild des dritten Bands ist von Rowena Morrill, deren Asimov-auf-dem-Thron-Bild ebenfalls allseits bekannt ist. Auch in ihre Homepage lohnt es sich reinzugucken, ein Buchcover kann die Bildkomposition nicht wirklich einfangen. Als Beispiel dazu das Originalbild des dritten Bandes.

Rettungskreuzer Ikarus 1-3



Dirk van den Boom : Die Feuertaufe
Dirk van den Boom : Das weiße Raumschiff
Sylke Brandt : Der Gott der Danari


Irgendwann in der Zukunft : Die Menschheit hat sich im Weltraum ausgebreitet und viele intelligente Rassen getroffen. Es gab es eine Natur(?)katastrophe, die die überlichtschnelle Raumfahrt für mehrere hundert Jahre unmöglich machte. Seit 400 Jahren sind Menschen und Außerirdische aber wieder im Weltraum unterwegs und klauben die Bruchstücke des früheren Imperiums wieder auf.
Neben zwei großen Machtblöcken, dem diktatotrisch geführtem Multiimperium und der kapitalistisch orientierten Händler-Allianz gibt es eine Vielzahl kleinerer und kleinster Staatengebilde, so unterschiedlich wie die menschliche Entwicklung auf den einzelnen Planeten. Die Geschichte beginnt mit der Organisation einer Rettungseinheit für das Raumkorps durch Sally Mclennane, eine an die Grenze der menschlichen Besiedlung abgeschobene Direktorin der Händler-Allianz. Da ihr von ihren Mitdirektoren nur ein Minimalbudget zur Verfügung gestellt wird, ist die Besatzung dementsprechend :
- Captain Roderick Sentenza : Unehrenhaft aus der imperialen Raumflotte entlassen
- Chief Sonja diMersi : Wegen schlampiger Arbeit hatte sie den Unfall eines Raumschiffs mit diversen Toten verursacht
- Doktor Jovian Anande : Nach illegalen Genexperimenten von seiner Firma lobotomisiert und ausgesetzt
- Arthur Troid : Ein Androide als Navigator
- Darius Wenderveen : Pleite gegangen hat er sich und seinen Androiden an das Raumkorps verkaufen müssen
- Thorpa : Ein Student der Xenopsychologie im 2. Semester (seines Heimatplaneten) aus der Rasse der baumähnlichen Pentakka
Den ersten Einsatz, die Rettung eines havarierten Frachters mit Kampf"stieren", meistert die Besatzung und kommt sich näher. Beim zweiten Einsatz stoßen sie auf ein weißes Raumschiff unbekannten Typs, in dem sie vor einer in der Zukunft liegenden Gefahr gewarnt werden. Beim dritten Einsatz auf Danari müssen sie sich gegen PSI-begabte Menschen wehren, um den Sohn des Inhabers eines großen Raumschiffkonzerns zu befreien.

Die Romane sind gut geschrieben, deutlich weniger trivial als das durchschnittliche Rhodan-Heft, aber nichtsdestotrotz wird auch hier die Richtung einer unterhaltsamen Space Opera bereits mehr als deutlich. Auch beim zweiten und dritten Lesen kommt keine Langeweile auf. Für Leute, die SF-Action mögen, sehr zu empfehlen.

Dirk van den Boom hat hier ein interessantes Setting entwickelt, das der Serie und den AutorInnen exotische Figuren und Szenarien ermöglicht. Als Expokrat hat er hier sich bereits mit den ersten Romanen von der Scheerschen Idee des grundlegenden Aufbaus entfernt und springt Jahrtausende in die Zukunft. Hier hat er jederzeit die Möglichkeit, die im Dunkeln liegende frühere Menschheitsgeschichte zu beleuchten. Dies ist einer der gravierendsten Unterschiede zur PR-Serie, bei der die Historie seit der ersten Mondlandung fortgeschrieben wurde. Dadurch hat zum Beispiel "Gucky" einen ganz anderen, historisch deutlich tieferen Background als Thorpa. Alleine die Assoziationen, die der PR-Leser mit dem Namen des Mausbibers hat : Tramp, Iltu, die Mausbiber-Marskolonie, Gecko, der Überallzugleich-Töter ... Diese Tiefe hat "Rettungskreuzer Ikarus" noch lange nicht erreicht. Geschickt nutzt Dirk van den Boom aber diesen Nachteil zum Vorteil der Serie aus und fabuliert fröhlich vor sich hin, die Fehler, die man vor 40 Jahren bei der Darstellung von Gucky gemacht hat, weitestgehend vermeidend. Bereits in den ersten Romanen wird Thorpa, der lebende Baum, deutlich besser charakterisiert als damals Gucky, obwohl der Charme beider Figuren sich doch schon sehr ähnelt.

Ein Wort noch zu den aktuellen Ausgaben : Die ersten 15 Bände gibt es bereits nicht mehr einzeln in Papierform bei Atlantis, sondern stattdessen in revidierter und korrigierter Fassung als Sammelbände, wobei sich der Preis um ein Drittel reduziert. Als eBooks sind dagegen alle Bände einzeln bei beam erhältlich, dort kostet ein Band 3,- €. In den Formaten Mobipocket, ePub und PDF, selbstverständlich DRM-frei. Für die Fans des eBooks hier noch der direkte Ikarus-Link.

Sonntag, 1. Januar 2012

Rettungskreuzer Ikarus - Vorbemerkungen

40 Jahre nach der Landung der "Stardust" auf dem Mond und der darauffolgenden Begegnung von Major Perry Rhodan mit der Arkonidin Thora versucht ein neues Team deutscher Autoren eine neue Science Fiction - Serie aus der Taufe zu heben. Wir schreiben das Jahr 2000, "Perry Rhodan" ist unangefochten die Nummer 1 der Science Fiction - Romanserien in Deutschland, gerade ist der Band 2000 "ES" erschienen. "Maddrax" war angekündigt, "Sternenfaust" lag noch vier Jahre in der Zukunft. Das Internet, wie wir es heute kennen, war noch eine Zukunftsvision.

Unter diesen Bedingungen begann der Atlantis-Verlag mit Dirk van der Boom als Expokrat eine neue SF-Serie aus der Taufe zu heben. Ambitioniert, keine Frage. Allerdings muß man schon den Vergleich mit PR führen, insbesondere als die Einzelbände auf den ersten Blick teurer sind als ein einzelnes PR-Heft. Und das Invasions-Szenario, das in den ersten 40 Ikarus-Romanen erzählt wird, wurde bei PR mehrfach in der Klassik als auch der Moderne abgehandelt, so daß ein Vergleich der beiden Serien fast unabdingbar ist.

Wie ich im Folgenden zeigen werde, gewinnen beide Serien bei diesem Vergleich. Auch wenn oberflächlich gesehen die Organisationsstruktur beider Serien gleich zu sein scheint, ist doch die interne Struktur so konträr wie Kapitalismus und Kommunismus. Und ebenso konträr sind auch die Sachzwänge und die Marktmechanismen beider Serien. "Perry Rhodan" erscheint wöchentlich zu einem festem Termin. Jeder Roman hat eine unumstößliche Deadline, bis zu der er fertiggestellt werden muß. Die Autoren sind hauptberufliche Schriftsteller, die von ihren Produkten leben müssen. PR ist in festen, 100 Romane umfassenden Zyklen aufgeteilt, eine Struktur, die seit dem großen Erfolg des MdI-Zyklus (200-299) unumstößlich ist. "Rettungskreuzer Ikarus" erscheint etwa alle drei Monate, wobei Verschiebungen um Wochen oder Monate unproblematisch sind :
Zitat Guido Latz 11.04.2010 : Im Sommer erscheint der vierte Sonderband
Zitat DiBoo 11.01.2011 : Naja, was man so "Sommer" nennt in Stolberg: Der in Beitrag # 39 genannte Storyband ist nunmehr erschienen
Solche Terminverschiebungen sind auch dadurch bedingt, daß die Ikarus-Autoren oft noch einen Brotjob haben und nicht von den Ikarus-Romanen leben können. Mit Band 38 beginnt der zweite Zyklus von "Rettungskreuzer Ikarus", der erste Zyklus ist also nur ein Drittel so lang wie einer bei PR. Diese Unterschiede sollte man im Kopf haben, wenn man die Ikarus-Bände so wie ich in Massen (i.e. soviel bereits herausgekommen ist) hintereinander weg konsumiert.

Samstag, 31. Dezember 2011

When the legend becomes fact, print the legend !

Er lebte das Leben eines Filmstars in Rente: Zuletzt malte Schimpanse Cheetah abstrakte Gemälde und spielte Football. Nun verstarb der Primat - angeblich im ungewöhnlich hohen Alter von 80 Jahren.

Quelle

Donnerstag, 29. Dezember 2011

Gelesen im August, September, Oktober und November 2011 (III)

Ich lese viel moderne SF und Fantasy. Einerseits in meiner Rolle als DSFP-Juror, andererseits bin ich auch neugierig, was sich international aktuell so tut. Doch zwischendurch packt es mich immer wieder und ich brauche klassische SF. Und so habe ich im letzten Halbjahr zum Beispiel wieder einmal zu Roger Zelazny gegriffen :

Eingefügtes Bild
Roger Zelazny : Mein Name ist Legion (My Name is Legion)
Deutsche Erstausgabe 1980, Originalausgabe 1976
Übersetzung von Jens Röser
Bastei-Lübbe 21133


In Naher Zukunft wird die Welt total vernetzt, die Daten aller Bürger in einem Zentralcomputer gespeichert. Doch einer der Programmierer bekommt in letzter Minute Zweifel und löscht seine Daten aus dem System. Nicht mehr existent laut Computer arbeitet er als einer der letzten Privatdetektive, hauptsächlich in den Fällen, in denen das System, repräsentiert durch eine (die ?) Strafverfolgungsbehörde, nicht mehr weiterkommt.

Dies ist kein Roman, sondern eine Sammlung dreier Kurzgeschichten :
  • Rumokos Sohn (The Eve of Rumoko, 1969)
  • 'Kjawalll'kje'k'koothai'lll'kje'k (1973)
  • Daheim ist der Henker (Home is the Hangman, 1975)
In typischem Zelazny-Stil zeigen diese Stories eine leicht depressive Welt, die durch die Hoffnung, repräsentiert durch den Protagonisten, sich noch zum Besseren wenden kann. Ansonsten kann man diese Geschichten mit Fug und Recht als einfache SF-Kriminalstories kategorisieren. Allerdings derartig gut geschrieben, daß die letzte ("Home is the Hangman") sogar einen Nebula Award erhielt. Ich mag diesen realistisch-optimistischen Ansatz, es macht immer wieder Spaß, diese Stories zu lesen.

Und als ich so vor meinen Regalen stand und nach Klassikern suchte, kam ich auf Harry Harrison. Zu ihm muß man wenig sagen, "Deathworld", die Stahlratte, Soylent Green : Alles aus seiner Feder. Und alles lesenswert. Aber diesmal blieb ich bei Goldmann hängen :

Eingefügtes Bild
Harry Harrison : Brüder im All (Two Tales and Eight Tomorrows)
Deutsche Erstausgabe 1968, Originalausgabe 1965
Übersetzung von Hans-Ulrich Nichau
Goldmann SF 097


Auch dies ist kein Roman, sondern eine Sammlung von Kurzgeschichten aus den Jahren 1958-1965 :
  • Brüder im All (Final encounter ,1964)
  • Der dritte Jon (Captain Bedlam ,1957)
  • Kannibalen (The pliable animal ,1962)
  • Kapitaen Honario Harpplayer (Captain Honario Harpplayer, R.N. ,1963)
  • Der Missionar (The streets of Ashkelon ,1962)
  • Rettungsaktion (Rescue operation ,1964)
  • Das Selbstportrait (Portrait of the artist ,1964)
  • Tod durch Unfall (Unto my manifold dooms ,1964)
  • Was Teddy sagt, wird gemacht (I always do what Teddy says ,1965)
  • Wegen besonderer Faehigkeiten (According to his abilities ,1964)
Es fehlt allerdings die Einführung von Brian Aldiss, die in der Originalausgabe die Geschichten einleitet. Zu den Geschichten selber : Was soll man dazu sagen ? Klassische amerikanische SF der Goldenen Jahre, allerdings mit einem deutlich weiterem Horizont geschrieben, als man aus den USA erwarten kann. Denn die Harrisons haben ihren Urlaub oft in Europa verbracht, die nationalistische Scheuklappensichtweise, die bei aller Liebe doch die US-amerikanische SF dominiert (hat ?), fehlt bei Harrison.
Wie gesagt, man kann über jede einzelne der Geschichten einen längeren Blog-Eintrag schreiben. Ich möchte hier nur eine hervorheben, "Der Missionar". Die Wesker kennen keine Gewalt und keine Religion, der Händler John Garth bringt ihnen stattdessen die wissenschaftliche Methodik bei. Als ein Missionar auftaucht und den Weskers von Gott erzählt, wenden sie diese wissenschaftliche Technik auf ihn an und kreuzigen ihn. Theoretisch hätte er nach drei Tagen auferstehen sollen, aber wie zu erwarten misslingt das Experiment. Stattdessen stellen die Weskers fest, daß sie jetzt Mörder sind. Deprimierend und ohne Happy-End kritisiert Harrison in dieser Story beide Extreme, die rein wissenschaftliche ebenso wie die rein religiöse Sichtweise. Wenn man die christlichen Fundamentalisten in den Staaten heutzutage betrachtet, haben diese und ähnliche frühzeitige Warnungen wenig gefruchtet.

Und gelesen habe ich auch wieder einen meiner Lieblingsromane :


Alan Dean Foster : The Man Who Used the Universe
Warner Books, New York 1983
315 Seiten

Erzählt wird die Geschichte von Kees van Loo-Macklin, aufgewachsen in einem Kinderheim. Seine ersten Schritte als Kleinkrimineller, der Aufbau seines kriminellen Imperiums, sein Wandel zur legalen Seite der menschlichen Gesellschaft bis hin zur Position des Herrschers des menschlichen Imperiums (für die, die das Buch schon gelesen haben : ;-) ) ist immer wieder ein Genuß. Faszinierend auch, das Foster die ganze Geschichte an einer rein psychologischen Motivation des Protagonisten aufhängt. Die Motivation des "Helden" ist das Kindheitstrauma des Verlassenwerdens durch die Mutter und der daraus resultierende Kontrollzwang. Ich les' den seit Jahren im amerikanischen Original, das Buch ist schon ziemlich derangiert. Ist aber auch auf Deutsch erschienen unter dem Titel "Dunkle Mission", Knaur SF 5789.

Montag, 26. Dezember 2011

Frank W. Haubold : Die Schatten des Mars


Frank W. Haubold : Die Schatten des Mars
edfc Hardcover 2008
360 Seiten
ISBN 978-3939914006


"Dies ist die Geschichte von Martin Lundgren, dem Raumfahrer, und seiner Suche nach der gläsernen Stadt, einem mystischen Ort tief unter der Oberfläche des Mars, an dem die Grenzen zwischen Vergangenheit und Zukunft verschwimmen. Es ist aber auch die Geschichte von Lena, der Primaballerina, die bei einem Attentat beide Beine verliert und dennoch zur ersten Tänzerin zwischen den Welten wird. Es ist die Geschichte von Julius Fromberg, dem genialen Konstrukteur, der davon träumt, seine tote Freundin Julia wiederauferstehen zu lassen, und die der Agentin Miriam, die in den einsamen Weiten des Mars die Bruchstücke zerstörter Leben zusammenfügt. Und es ist die Chronik der Besiedlung des roten Planeten, die hoffnungsvoll beginnt und in einer Katastrophe endet. Als der Krieg auf der Erde eskaliert und Unruhen ausbrechen, bleibt am Ende nur eine Handvoll Einsiedler zurück und findet die Spur zu einer Millionen Jahre alten Zivilisation, die lebendiger ist, als es den Anschein hat ..."

Soweit der Inhalt, zitiert nach Frank Haubolds Homepage. Wem hier Ray Bradburys "Mars-Chroniken" ins Gedächtnis kommen, liegt keineswegs falsch, der Episodenroman von Frank Haubold ist eine Hommage an den Altmeister. Eine Hommage, die sich hinter dem Original nicht verstecken muß. 60 Jahre nach Bradbury hat hier ein großer Autor dessen Ideen aufgenommen und sie zu etwas Neuem, ja sogar etwas Besserem entwickelt. Denn auch wenn Bradbury Pate der "Mars-Schatten" ist, liegt hier ein eigenständiges Werk vor, das dem literarischem Stand des beginnenden Jahrtausends mehr als angemessen ist.

Der "Sense of Wonder", den ich vor Jahrzehnten als Junge bei der Lektüre meiner ersten SF-Romane empfand, schlug mir hier bereits auf den ersten Seiten entgegen. Und bis zum Ende des Romans gelingt es Haubold, dem Leser dieses Gefühl zu vermitteln. Kraftvoll erzählt er die Besiedelung des Mars, beginnend bei den kindlichen Erlebnissen des späteren "First Man on the Mars" bis hin zu dessen Ende, das durch die Hilfe der Marsianer auch das Ende der Besiedlung des Mars, das Ende der menschlichen Gesellschaft, wie wir sie kennen, ist. Die Marsianer : Wer kennt sie nicht aus den Mars-Geschichten von Ray Bradbury oder Leigh Brackett. Hier schafft es der Autor, diese Wesen als echte Nicht-Menschen darzustellen und trotzdem die Melancholie einer uralten Welt, einer uralten Rasse, dem Leser zu vermitteln. Diese neuen Akzente, die Haubold hier altbekannten Themen entlockt, zusammen mit einem meisterhaften Stil machen das Buch nicht nur zu einem gelungenem Leseerlebnis, sondern auch zu ganz großer Science Fiction.

Dieser Roman hat nicht umsonst den Deutschen Science Fiction - Preis gewonnen :
Ein ungewöhnlicher Roman, der sich abseits der üblichen Klischees der Science Fiction bewegt. Dem bekannten Thema Mars wird eine ganz neue und doch altbekannte Facette abgewonnen, die konsequent durcherzählt wird. Die Einzelgeschichten verweben sich zu einer Welt mit einer ganz eigenen Stimmung. Das Buch ist nicht leicht zugänglich, aber wer sich darauf einläßt, wird mit einem einzigartigen Lesegenuß auf einem Niveau belohnt, das dem literarischem Stand des beginnenden Jahrtausends mehr als angemessen ist.
Die vollständige Laudatio der Preisverleihung 2008 findet man auf den Seiten des DSFP. In diesem Kontext : Frank Haubold gelang es in diesem Jahr, den DSFP für obigen Roman als auch den Preis in der Rubrik "Kurzgeschichten" für seine Story "Heimkehr" zu gewinnen.

Andreas Eschbach : Herr aller Dinge


Andreas Eschbach : Herr aller Dinge
Lübbe Hardcover 2011
690 Seiten, 22 €
ISBN 978-3785724293

Als Kinder begegnen sie sich zum ersten Mal: Charlotte, die Tochter des französischen Botschafters, und Hiroshi, der Sohn einer Hausangestellten. Von Anfang an steht der soziale Unterschied spürbar zwischen ihnen. Doch Hiroshi hat eine Idee. Eine Idee, wie er den Unterschied zwischen Arm und Reich aus der Welt schaffen könnte. Als er und Charlotte sich Jahre später wieder begegnen, sieht er dies als Zeichen des Himmels, dass sie beide schicksalhaft miteinander verbunden sind. Er beschließt, seine Idee umzusetzen und die Welt in einem Maße zu verändern, wie dies noch nie zuvor jemand versucht hat – denn nur so, sagt er sich, wird er Charlottes Liebe gewinnen. Er ahnt nicht, worauf er sich einlässt. Was mit einer bahnbrechenden Erfindung beginnt, führt ihn auf die Spur eines uralten Geheimnisses: Es hat schon einmal eine hoch entwickelte Zivilisation gegeben – und sie hat das schrecklichste Verbrechen des Universums begangen… (Klappentext)

Als Kind hat Hiroshi die Eingebung, wie man alle sozialen Probleme auf einen Schlag beseitigen kann : Geld ist nur eine Wertschätzung von Arbeit und Arbeit kann man durch die Entwicklung eines sich selbst produzierenden Roboters überflüssig machen. Dann können die Menschen wieder ihren Neigungen nachgehen. Zusammen mit seiner Freundin Charlotte, Tochter des französischen Botschafters in Japan und Medium, verfolgt er sein Leben lang diesen Traum. Da werden auf einer Insel im sibirischen Eismeer außerirdische Naniten gefunden ...

Ein typischer Eschbach, übersprudelnd vor Ideen, die in alle Richtungen führen. Davon enden jedoch sehr viele im Nichts, so daß man als Leser am Ende des Romans sich etwas unbefriedigt fühlt. Dies tut dem Lesevergnügen jedoch keinen Abbruch, der Roman liest sich flüssig und Eschbach zeigt ein weiteres Mal, was für ein großer Erzähler er ist.

Doch trotzdem bleibt der Roman etwas unentschlossen zwischen Jugendbuch und Erwachsenenliteratur stehen, so als wäre sich der Autor nicht sicher gewesen, für welche Zielgruppe er schreibt. Einerseits sind Figurenzeichnungen und der gesamte Plot einfach gestrickt, ideal für Kinder und Jugendliche. Andererseits zeigt Andreas Eschbach Ideen und Verhaltensweisen auf, deren Konsequenzen relativ komplex sind und die deutlich auf ein erwachseneres Publikom zielen. Oftmals werden diese Ideen jedoch nur angerissen, nicht ausgeführt, so daß ich nicht weiss, was ich davon halten soll. Mein ganz persönlicher, subjektiver Eindruck ist, daß die gleichzeitig von Eschbach geschriebene brilliante Jugendbuchserie, die mit Black*Out begann, sozusagen in diesen Roman herübergeschwappt ist.

Ein Wort noch zu dem Druckfehler "PatriCIA", der durchgängig im Roman vorhanden ist. Wie Andreas Eschbach im Lesezirkel auf SF-Fan sagte, ist dies ein Alleingang eines Setzers gewesen, der nach der finalen Abnahme noch Verbesserungen meinte einfügen zu müssen.

Andreas Eschbach: Ausgebrannt


Andreas Eschbach: Ausgebrannt
Lübbe 2007
Hardcover, 750 Seiten
ISBN 3-7857-2274-5


Die Ölquellen versiegen und die Menschheit muß damit klarkommen.

Andreas Eschbach erzählt das Versiegen der Ölquellen aus mehreren Blickwinkeln, Hauptperson ist jedoch der Antiheld Markus. Nicht nur gelingt ihm im ersten Teil des Buchs eine detaillierte Charakterisierung, es wird auch weder langweilig noch platt. Die verschiedenen Zeitsprünge tuen ein übriges, um den Leser zu fesseln. Allerdings zieht sich dieser Teil zu lange hin, man wartet förmlich auf das Versiegen des Öls. Aber als es dann kommt, ist man enttäuscht : Markus erlebt dies in einem abgelegenem Bergdorf, nachdem er von dort wieder in die Zivilisation zurückkehrt, hat sich da fast nichts verändert, der Einfluß des Öls wird nicht wirklich deutlich. Es ist schade, daß der Autor hier den Absprung nicht geschafft hat, trotz seiner überzogenen Länge hatte der erste Teil des Romans doch einen gewissen Charme.

Fazit : Zwar kein herausragender Roman, trotzdem lesenswert.

Sonntag, 25. Dezember 2011

Frank Borsch : Alien Earth


Frank Borsch : Alien Earth
Phase 1
Heyne 52230, München 2006
500 Seiten
Phase 2
Heyne 52251, München 2007
470 Seiten
Phase 3
Heyne 52252, München 2008
560 Seiten


Phase 1
Ein Alien-Raumschiff taucht über der Erde auf, wartet 20 Jahre, dann übernehmen die Aliens per Seelentausch mehrere Millionen Menschen.
Die Geschichte wird aus den Blickwinkeln dreier verschiedener Personen erzählt, eine Form, die der Autor auch in gelungener Art und Weise bis zum Ende durchhält. Trotzdem beginnt die Story zäh, die ersten 100 Seiten animieren nicht zum Weiterlesen. Danach kommt der Roman zwar langsam in Fahrt, eine echte Dynamik entsteht jedoch erst gegen Ende. Ein echtes Manko des Romans ist jedoch das Setting : Obwohl innovativ (USA & Arabien sind zu einer Großmacht ähnlich dem frühenglischem Empire zusammengewachsen), wird dem Leser kein Blick hinter die Kulissen dieser Welt gegönnt. Dadurch bleibt alles seltsam unwirklich, irgendwie blutleer.
Fazit : Obwohl ein klassischer Plot schafft der Autor es nicht wirklich, den Leser zu fesseln und bleibt weit hinter den Möglichkeiten des Settings zurück.


Phase 2
Die Aliens, die in Phase 1 per Seelentausch Menschen übernommen haben, entpuppen sich als Fieslinge.
Ähnlich wie in Phase 1 versucht der Autor auch hier, die Geschichte aus den Blickwinkeln mehrerer Personen zu erzählen. Im Gegensatz zum ersten Teil der Triologie ist ihm dies hier jedoch nicht wirklich gelungen, man hat das Gefühl, einen verwackelten Film zu sehen. Leider besteht die Langatmigkeit, die bereits im ersten Teil zu bemängeln war, in Phase 2 ebenso, selbst ein geneigter Leser ist versucht, das Buch nach zwei Dritteln zur Seite zu packen. In Phase 2 wird zwar das Zusammengehen der USA und Arabien etwas genauer beleuchtet, die Geschichte der Welt bleibt trotzdem irgendwie verschwommen. Und das, was man erfährt, ist eine recht naive politische Sichtweise auf Perry-Rhodan-Niveau. Dieses Manko, das bereits dem ersten Teil schwer zu schaffen machte, ist im Endeffekt auch hier beim zweiten Teil anzutreffen und verleidet das Weiterlesen.
Fazit : Ein schlecht konstruierter Roman, der nur durch den angenehmen Schreibstil des Autors lesbar wird.

Phase 3
Die Aliens kämpfen gegen die Menschen als auch untereinander. Am Ende gelingt ihnen die Invasion : Die Erde gehört nicht mehr den Menschen.
Nach zwei schlechten Teilen erwartet man bestenfalls einen mittelmäßigen Abschluß der Alien Earth ‑ Triologie. Stattdessen legt Frank Borsch hier einen nahezu ausgereiften, kraftvollen Roman vor, derartig spannend und dynamisch geschrieben, daß man ihn gar nicht mehr aus der Hand legen mag.
Aber beginnen wir beim Anfang : Voreingenommen durch die ersten beiden Bände fiel mir sofort auf, daß auf Seite 35 das Datum etwa ein Jahrhundert zu früh angegeben ist – ansonsten war die Idee, die Protagonisten und ihre aktuelle Situation als Risiko-Parteien darzustellen, mehr als gelungen. Auffallend an den ersten hundert Seiten ist die unglaubliche Dynamik, die Frank Borsch hier zum Leser transportiert. Man fiebert förmlich mit den (vielen verschiedenen) Protagonisten mit, will unbedingt wissen, wie die Entwicklung weitergeht. Allerdings zeigt sich hier auch eines der Mankos der ersten beiden Teile : Zu viele Protagonisten, zu viele Handlungsstränge, zu viele (gleichzeitige) Entwicklungen. Diese Vielfalt bleibt auch den gesamten Roman über bestehen, konterkariert bis zu einem gewissem Grad die Dynamik der Geschichte. Auch entsteht der Eindruck, daß die Zusammenführungen der Handlungsstränge in der zweiten Hälfte des Romans zu sehr gewollt sind, zu stark ist das Feeling eines "Deus ex machina".
Gelungen ist die Erzählung der Entwicklung von Seelenspringern und Seelenbewahrern. Wenn auch das nicht-menschliche der Aliens nicht wirklich rüberkommt, gelingt dem Autor doch die faszinierende Darstellung einer exotischen Gesellschaft / Evolution. Der "Sense of Wonder", den man in den ersten beiden Teilen so schmerzhaft vermisst, wird hier mit einer Macht dargestellt, daß man sich fragt, ob hier wirklich der gleiche Autor schreibt.
Auch am dritten Teil ist nicht jeder Abschnitt gelungen, so zieht sich der Tod von Diane zäh über mehrere Kapitel hin. Der tiefere Sinn dieses Romanteils ist mir entgangen, ich habe ihn als langweilig und irrelevant empfunden. Dies ist aber der einzige Abschnitt aus "Phase 3", der mir überhaupt nicht gefallen hat. Mir kommt es vor, als hätte Frank Borsch hier ein sauberes und kritisches Lektorat gefehlt, ein Manko, das mir auch bereits den Lesepaß von "Phase 1" und "Phase 2" vergällt hat. Im Hinblick auf die Klasse dieses dritten Teils wünsche ich mir eine komplette Überarbeitung der Triologie, das Ergebnis könnte durchaus mehr als bemerkenswert sein.
Fazit : Insgesamt ein Top-Roman mit kleinen Längen, ein mehr als gelungener Abschluß. Frank Borsch überrascht hier mit einer großartigen Geschichte, einer gelungenen Konzeption und beweist einmal mehr seine Fähigkeiten als "Story-Teller". Die Spannung ist derartig mitreißend, die Qualtät des Romans so hoch, daß dieser dritte Teil die Mängel der ersten beiden "Alien Earth" – Romane vergessen lässt. Mich zumindest hat Frank Borsch damit überzeugt : Ich werde mir zukünftig auch jede andere Neuerscheinung dieses Autors besorgen.

Anmerkung : Ich kann jedoch nur empfehlen, sich nicht von dieser Kritik vom Lesen abhalten zu lassen. Das furiose Finale in Phase 3 entschädigt selbst den kritischsten Leser von den Längen der ersten beiden Teile. Und mich hat diese Trilogie immerhin zum Weiterlesen von Borsch-Romanen motiviert ...