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Sonntag, 18. Dezember 2011

Wolfgang Hohlbein : Raven


Wolfgang Hohlbein : Raven
Bastei-Lübbe 20510/20511
Neuausgabe 2011, Originalausgaben 1981-1984
525 und 560 Seiten


Privatdetektiv Raven wird vom Millionär Pendrose beauftragt, ihn für drei Tage zu beschützen. Der Mann ist halb wahnsinnig vor Angst. Er erzählt Raven von einem Pakt, den er und sein Freund Candley vor zwei Jahren mit einem dämonischen Reiter geschlossen haben - einen Pakt um Geld und Macht. Der Preis ist das Leben zweier Menschen. Doch Pendrose und Candley wollen die Morde nicht begehen, die der Schattenreiter von ihnen fordert, und nun steht ihr eigenes Leben auf dem Spiel. Raven ist skeptisch, er glaubt nicht an das Übernatürliche. Trotzdem nimmt er den Auftrag an. Doch noch bevor Raven den Job antreten kann, wird Pendrose in seinem Appartement ermordet aufgefunden ... (Klappentext "Schattenreiter")
ES wartet schon seit langer, langer Zeit. Jahrhunderte, vielleicht Jahrtausende. Man hat ES eingesperrt, aber irgendwann will ES wieder frei sein. Die Priester, die ES vor einer Ewigkeit hierher verbannt haben, sind längst zu Staub zerfallen. Selbst die Erinnerung an den Kult, dem sie angehörten, ist vom Fluss der Geschichte ausgelöscht worden. Wie gesagt: ES wartet schon seit langer, langer Zeit. Und nun nimmt Privatdetektiv Raven einen seltsamen Auftrag an. Einen Auftrag, den er völlig unterschätzt hat ... (Klappentext "Schattenchronik")

"Oh, was Neues von Hohlbein" dachte ich, als ich die beiden Bastei-Lübbe-Paperbacks bei Thalia rumliegen sah. Mit 9 € auch eher im unteren Preisbereich nahm ich sie mit und begann sie zuhause genüßlich zu lesen. Aber irgendetwas störte mich, war anders als die anderen Romane, die ich von ihm kannte. Ich sah ins Impressum, da stand irgendetwas von "Romanheftreihe". Also Laptop angeschmissen und gegoogelt. Auf Gruselromane.de wurde ich dann fündig. Unter dem Stichwort "Raven" findet man da Folgendes :

Zwischen 1981 und 1984 erschienen in der Serie Gespenster-Krimi aus dem Bastei-Verlag insgesamt 11 Hefte von Wolfgang Hohlbein. Sein Held war der Geisterdetektiv RAVEN, dessen Abenteuer BASTEI in dieser zwölfbändigen Serie im Jahre 2003 wieder aufleben lies. Als Besonderheit ist dabei der zwölfte Roman zu nennen, der kein Nachdruck ist, sondern von Frank Rehfeld neu für diese Kleinserie geschrieben wurde.
Im Detail wird auf dieser Seite jeder einzelne Heftroman besprochen, nicht nur die Bastei-Neuausgabe, sondern auch die alte Gespenster-Krimi-Ausgabe. Zu jeder Ausgabe gibt es dort, auf Gruselromane.de, eine ausführliche Inhaltsangabe und Besprechung sowie Anmerkungen zu den Covern, weshalb ich hier auf weitere Details verzichten kann. Eine liebevoll und kenntnisreich erstellte Seite, hier Screenshots von zwei der drei Raven-Auswahlboxen :



Quelle : Gruselromane.de/Raven

Man merkt beim Lesen, daß diese Romane keine neuen Hohlbein-Werke sind. Die Eleganz heutiger Werke ist nur in Ansätzen vorhanden, ähnlich wie bei "Charity" ist "Raven" aber eine interessante Zeitreise in die Anfänge eines Autors. Aber der typische Hohlbein-SoW ist bereits vorhanden, ich fand es nett, diese Romane zu lesen. Jedenfalls den ersten Band. Denn dieser Stil ändert sich beim zweiten Band, der "Schattenchronik", deutlich, wird wesentlich brutaler und wesentlich weniger phantastisch. Ich also wieder an den Laptop, Gruselromane.de aufgesucht und erleuchtet worden : Die zweite Hälfte der Romane ist gar nicht mehr von Wolfgang Hohlbein. Sie wurden von Karl-Ullrich Burgdorf und Frank Rehfeld geschrieben. Die Titelliste sieht folgendermaßen aus :

Wolfgang Hohlbein : Schattenreiter
Wolfgang Hohlbein : Das Schwert des Bösen
Wolfgang Hohlbein : Die Rache der Schattenreiter
Wolfgang Hohlbein : Horrortrip ins Schattenland
Wolfgang Hohlbein : Merlins böses Ich
Wolfgang Hohlbein : Das Phantom der U-Bahn
Karl-Ulrich Burgdorf : Der Kristallschädel
Karl-Ulrich Burgdorf : Der Magier von Maronar
Karl-Ulrich Burgdorf : Im Turm der lebenden Toten
Karl-Ulrich Burgdorf : Das Stonehenge-Monster
Karl-Ulrich Burgdorf : Die Spinnen-Seuche
Frank Rehfeld : Die Schatten-Chronik

Bei den Romanen von Karl-Ulrich Burgdorf vermisse ich so ein bißchen die Phantastik und Leichtigkeit, die Hohlbein in seinen Heftromanen zum Leser transportiert. Auch sind sie brutaler und viel eher dem Horror- als dem Fantasy-Bereich zuzurechnen. Der letzte Roman von Frank Rehfeld gefiel mir gar nicht, ich halte ihn für ein typisches Heftroman-Erzeugnis der Zeit, Wegwerfliteratur eben. Trotzdem hat es Spaß gemacht, diese alten Heftromane in der gelungenen Paperback-Ausgabe von Bastei zu lesen. Allerdings hätte ich gerne bei der nächsten Neuausgabe alter Romane in dieser Form einen kleinen Sekundärartikel, so daß ich mir nicht selber die einzelnen Informationen aus dem Netz zusammensuchen muß. Und, by the way, lieber Verlag : Ich hasse nichts so sehr, als daß alte Lücken von Taschenbuch-Reihen mit Paperbacks aufgefüllt werden. *grummel*

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