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Donnerstag, 8. September 2016

TERRA EXTRA 121 - K. H. Scheer : Welt ohne Ende

Karl Herbert Scheer : Welt ohne Ende
Terra Extra 121, 16.12.1966
Neuauflage
Originalausgabe ILTIS 1959
Titelbild : Johnny Bruck


Sie nannten ihn einen 'Ideal-Verbrecher' und Schädling an der Großen-Gemeinschaft, weil er es gewagt hatte, die Produkte seiner Überlegungen in die Tat umzusetzen. Jako Koschina, Fragmentphysiker und berechtigter Bewohner der Welt, wird von den Wächtern des Psychologischen Rettungsdienstes in der verbotenen Etage gefaßt und nach den Qualen des Rückenmark-Testes zum Tode verurteilt. Er erwacht im zermürbenden Gammabad der fünften Etage, und da beginnt er zu ahnen, daß die 'Welt' nicht endlos sein kann.

A. Turbojew schildert in diesem soziologisch und psychologisch hervorragend fundierten Roman eine Welt der Not und der Angst. Niemand außer Jako Koschnina ist so vermessen, zu bezweifeln, daß die Lehre von der unendlichen Wasserkugel außerhalb der bewohnbaren Welt die absolute Wahrheit sein könnte.

Der Leser erlebt in atemloser Spannung das zaghafte Tasten eines Menschen, der infolge seiner Erziehung in erster Linie die notwendige Atemluft als die primärste Gegebenheit hält. Erst danach kommt die Nahrung und dann die Große-Gemeinschaft.

Jako Koschnina ist es, dessen Schädel in einer qualvollen Wucherung an Umfang gewinnt, indessen der geübte Töter und Arenameister, Andrew Trowskonja, zu einem Ungeheuer wird.

In einer Schilderung von verblüffender Logis und echter Einfühlungskraft, entdeckt Koschnina die wahre Welt.

Ein Naturgesetz geht in Erfüllung. Die natürliche Auslese unter den Menschen des Kolonialplaneten Denebola II erfährt ihre Vollendung, als Koschnina gereift aus einem Unterwasser-Panzer steigt und seinen Dienst an der Gemeinschaft leistet.

'"Welt ohne Ende" ist ein Roman, dessen bestechende Sprache keine Unklarheiten erlaubt. Er ist eine visionäre Schau auf das Schicksal einiger Menschen, die der direkten Gefahr entflohen, um damit die totale Verblödung auf sich zu nehmen.
Klappentext des ILTIS-Leihbuchs

Einer der ILTIS-Romane, den Scheer unter dem Pseudonym "Alexej Turbojew" herausbrachte. Der schlechteste der drei, platt, vorhersehbar und am Ende sogar rassistisch. Das Pseudo-Russische, das KHS insbesondere durch Sprachklischees zum Wirken bringt, fand ich in allen seiner Turbojew-Romane anstrengend, hier nervt es sogar extrem. Plotholes sind ja nicht unbedingt ein Problem für mich, ich lese da gern großzügig drüber hinweg. Aber hier ist das schon nervig, wenn nach der Großen Katastrophe zwei Gesellschaften in durchaus naher Nachbarschaft existieren sollen, ohne voneinander zu wissen. Und wenn am Ende der Homo Superior den Homo Sapiens durch das Verbot der Fortpflanzung aussterben lassen will, ist das schon ein hochgradig fragwürdige rassistische Lösung. Es widerspricht auch konträr den meisten anderen Scheer-Romanen, was ich außerdem äußerst irritierend finde. Naja, es gab eben gute Gründe, warum die UTOPIA Bestseller kein Teil meiner Sammlung sind.

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