Seiten

Sonntag, 9. November 2014

TERRA SF 027 - Jack Williamson : Jenseits von Raum und Zeit


Jack Williamson : Jenseits von Raum und Zeit (After World's End)
TERRA SF 027, 15.08.1958
Deutsche Erstausgabe
Originalausgabe 1939
Aus dem Amerikanischen von Walter Ernsting
Titelbild : Johnny Bruck


Man schreibt das Jahr 1938. Einem amerikanischen Wissenschaftler ist es gelungen, eine Rakete zu konstruieren, mit der man in den Weltraum vorstoßen kann. Der Forscher Barry Horn, der nach dem Tod seiner Frau nichts mehr zu verlieren hat, erklärt sich bereit, den ersten Raumflug zur Venus anzutreten.

Doch dieser Flug verläuft anders, als ihn sich selbst kühle Rechner vorgestellt haben. Die Rakete gelangt in eine ewige Kreisbahn um die Sonne. Ist die Konstruktion der Rakete ein Versager, oder spielen hier Dinge mit, die sich einfach nicht berechnen lassen?

Barry Horn kann sich diese Fragen nicht stellen, denn während er unter dem Einfluß einer radioaktiven Droge steht, die ihn vor den starken kosmischen Strahlungen im Weltraum schützen soll, verfällt er in einen Schlaf, der mehr als eine Million Jahre dauert.

Als Barry Horn wieder erwacht, lernt er eine sternenweite Menschenzivilisation kennen, die kurz vor ihrem Untergang steht...
Klappentext

Nicht der beste Roman von Jack Williamson. Er beginnt als Briefroman in einem Stil, den man einfach als "veraltet" beschreiben kann. Nach diesem aber noch halbwegs normalem Beginn wird es dann ganz esoterisch, wenn der eingefrorene Barry Horn über die Jahrhunderttausende Ereignisse aus der Geschichte der Erde erfährt. Dort wurde ein fieser Roboterherrscher gebaut, der im Jahr 1200048 die Herrschaft über das Universum an sich reisst. (Man beachte das genaue Datum, auch nach mehr als 1 Mio Jahren wird immer noch nach der christlichen Zeitrechnung gerechnet.) Diesen bösen Metall-Obermotz stellt sich unser Held entgegen, wird am Ende in seine Zeit zurückgeschleudert, wo er heroisch stirbt.

Sehr kitschig und sehr altbacken, kein Vergleich mit "Buck Rodgers", der selbst in der uralten s/w-Serie anarchischer rüberkommt. Mich erinnerte dieser Roman stärker an Jules Verne als an moderne SF. "After World's End" ist eben vor dem Golden Age Amerikanischer SF erschienen und hat nur wenig von der Aufbruchstimmung, die dort vermittelt wird.

Zu Jack Williamson selber muß man nichts sagen – das ist alles schon gesagt worden. So hat Robert Silverberg im Nachruf auf Jack Williamson (1908-2006) geschrieben :
Sixty years of first-class science fiction?

Consider that awhile. Calvin Coolidge was President of the United States when Williamson’s first story was published. Isaac Asimov was not quite nine years old. Robert Sheckley and Philip K. Dick had just been born. Roger Zelazny, Harlan Ellison, Algis Budrys, and Robert Silverberg were all some years in the future. Radio was new; television was science fiction; movies were silent. And Jack Williamson—born in Arizona, not yet a state of the Union in 1908—had just sold his first story.

Man darf sich in gar keinem Fall von den späteren Stories und Romanen Jack Williamsons von diesem Schmöker abhalten lassen. Ich kannte diesen Roman von ihm bisher nicht und kann sagen, daß alle anderen Werke von Jack Williamson deutlich besser sind als "After World's End".

SFE
Wikipedia

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen