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Donnerstag, 26. Dezember 2013

TERRA SF 253/254 - James Blish : Der Psi-Mann



James Blish : Der Psi-Mann (Jack of the Eagles)
Terra SF 253/254, 26.10.1962
Nachdruck des Leihbuchs "Terras letzte Chance" von 1962
Originalausgabe 1952
Aus dem Amerikanischem von Heinz Bingenheimer
Titelbild : Karl Stephan


Danny Caiden verfügt über seltsame, fremde Kräfte. Er sieht und hört Ereignisse, bevor sie stattfinden. Seine hellseherische Begabung hilft seinen Bekannten bei der Suche nach verlorenen Dingen. Er dachte niemals weiter über diese Fähigkeiten nach, bis sie eines Tages dazu beitrugen, daß er seine Existenz verlor. Erst da begann er seine Kräfte zu erforschen und zu trainieren.

Nach kurzer Zeit hatte er sich zu einem perfekten Telepathen entwickelt, der mühelos die zusätzlichen Fähigkeiten der Telekinese und der Teleportation besaß. Caiden verfügte über alle Talente, die ihn in der Praxis fast unüberwindlich werden ließen, aber dann traten Ereignisse ein, die ihn zum "Outlaw" machten und sowohl das FBI als auch ein Geheimsyndikat und eine Gruppe Psi-Leute, deren Fähigkeiten fast an die seinen heranreichten, auf ihn Jagd machten. Er wurde in eine fremde Welt versetzt und kämpfte dort nicht nur um sein eigenes Leben, sondern auch um die Zukunft der Erde. In einem gnadenlosen Kampf zwischen Tod und Erfolg entschied sich Dannys Schicksal und das der Erde.

Dieser Roman gehört zu dem Besten, was Science-Fiction ihren Liebhabern bieten kann. Blish hat hier einen Roman geschrieben, der in seiner Spannung, seinem Thema und seiner ausgezeichneten Sprache fast einmalig dasteht. Ein weiterer Höhepunkt des utopischen Programms in unserem Verlag.
Klappentext des WIDUKIND-Leihbuchs

Laut dem Vorwort hatten sich viele Leser über den deutschen Leihbuch-Titel des Romans beschwert, deshalb wurde er in der TERRA-Ausgabe umbenannt. Inhaltlich ist "Jack of the Eagles" ganz nett, aber nicht weiter bedeutend. Interessanter hingegen sind einige Details des Romans, die zum damaligen Zeitpunkt vielleicht nicht so aufgefallen sind, jedoch ein bezeichnendes Licht auf das damalige Amerika werfen.

Die Urfassung des Romans erschien im Dezember 1949 als "Let the Finder Beware" in THRILLING WONDER STORIES. Überarbeitet und erweitert kam dann 1952 in den Staaten "Jack of the Eagles" und 1958 "ESPer" - gleiche Geschichte, anderer Titel - heraus. Es ist also schon eine Nachkriegsstory, die hier erzählt wird. Sie liest sich allerdings so, als wären die US of A in eine fast schon faschistisch zu nennende Gesellschaftsform abgerutscht, ich hatte das Gefühl, sie wäre 15-20 Jahre älter. Das FBI kann mal eben so einen US-Bürger gegen seinen Willen und ohne richterliche Anordnung zum Hausarrest verdonnern, Bürgerrechte existieren in dieser Story nicht. Der Tod von Menschen wird ebenso wie die Manipulation seines Nachbarn zum Erreichen eines hehren Zieles billigend in Kauf genommen, Kollateralschäden sozusagen. Frauen dürfen Männer anhimmeln, mehr nicht. Kurz gesagt : Selten so einen Mist gelesen. Auch Raymond Chandler und Dashiell Hammett, die in ihren Krimis die Zeit der 30er und 40er schilderten, haben derartige Einschränkungen der Bürgerrechte, wie James Blish sie hier als völlig normal und akzeptiert ansieht, nicht dargestellt.

Als Fazit kann man sagen, daß diese Geschichte heutzutage nicht mehr lesbar ist. Im Gegensatz zu anderen, qualitativ deutlich hochwertigeren Geschichten, erfuhr dieser Quark allerdings bis in die 80er hinein immer wieder Neuauflagen. Schon interessant - und ärgerlich.

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