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Donnerstag, 10. Oktober 2013

TERRA SF 116 - Clark Darlton : Experiment gelungen


Clark Darlton : Experiment gelungen
TERRA SF 116, 06.05.1960
Nachdruck des gleichnamigen Leihbuchs von 1959
Titelbild : Karl Stephan


Henry Dupont und Dave Porter fliegen mit einem vorsintflutlichen Flugzeug zum Südpol. Es ist ein gewagtes Unternehmen, aber um einen sensationellen Bericht für eine bekannte Pariser Zeitschrift zu bringen, setzen die jungen Reporter alles aufs Spiel. Ihr Flugzeug verlieren sie bald. Zu Fuß müssen sie ihren Weg durch das ewige Eis fortsetzen.

Drei Tage lang halten sie durch und dann stehen sie plötzlich mitten in der Eiswüste in einem grünen, blühenden Tal. Es ist die geheime Experimentier-Station der Weltregierung, unter der Leitung von Professor Henderson. Aber was wird in dieser Station getrieben? Ist es wirklich nur Geheimhaltung, die den Entschluß Professor Hendersons begründet, die beiden Reporter auf eine Insel zu verbannen? Gehen die ehrgeizigen Pläne Professor Hendersons weit über seinen Auftrag hinaus?

Henry Dupont und Dave Porter müssen noch einmal ihr Leben einsetzen. Aber dieses Mal stehen Dinge auf dem Spiel, die tausendmal wichtiger sind als ein Sensationsbericht für eine Zeitung in Paris.
Klappentext des DÖRNER-Leihbuchs

Gerade im Vergleich zu dem vorhergehenden Roman fällt dieser Darlton mir extrem positiv auf. Wie man schreibt, das wusste der Ernsting schon. Über den Inhalt und die Aussage des Romans allerdings kann man nur den Kopf schütteln. Selten habe ich einen so naiven Roman gelesen und nur ganz, ganz, ganz selten ist mir eine politische Unbedarftheit, wie Darlton sie hier äußert, entgegengeschlagen. Da waren ja einige der Lore- und Bergdoktor-Hefte, die ich vor 40 Jahren las, inhaltlich realitätsnäher. Und wenn auch diese Naivität prinzipiell nix Schlimmes ist, frage ich mich doch, ob dieser politische Nicht-Durchblick 15 Jahre nach dem Ende des Nazi-Regimes akzeptabel ist.

Aber, eyh, das sind Gedanken von heute, mehr als ein halbes Jahrhundert später, aus einer politisierten und informierten Gesellschaft heraus. Denn der Roman an sich hat schon seine antifaschistischen Qualitäten. Darlton wendet sich ausdrücklich gegen die Machtgelüste einzelner Cliquen, ist allerdings dem Gedanken einer wohlwollenden Tyrannei von Außen nicht abgeneigt. Dabei erzählt er flott, spannend und breitet vor dem Leser eine farbenprächtige phantastische Geschichte aus. Ich kann nur jedem empfehlen, sich sein eigenes Bild zu machen.

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