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Donnerstag, 29. August 2013

HEYNE SF&F 260 - Die Esper greifen an



Die Esper greifen an
Eine Auswahl der besten Stories aus THE MAGAZINE OF FANTASY AND SCIENCE FICTION #5
Herausgegeben von Charlotte Winheller
HEYNE SF&F 260
Originalausgabe 1963
Übersetzungen : Charlotte Winheller
Titelbild : k.A


Ray Bradbury : Es war einmal ... (To the Chicago Abyss, 1963)
Der Raubbau an der Natur hat zu einer Verarmung der Menschheit geführt. Leute, die sich an das Gestern erinnern, und seien es auch nur an die Werbesprüche, werden verfolgt. Doch die Erinnerung lässt sich nicht verdrängen ...
Eine faszinierende Vignette über Auswüchse der staatlichen Kontrolle der Zukunft.

James Graham Ballard : Lockende See (Now Wakes the Sea, 1963)
Eine Zeitreisegeschichte einmal anders, deutlich näher an der Phantastik als an der SF. Sehr stimmungsvoll geschrieben, ein typischer Ballard.

Con Pederson : Der Freundschaftsdienst (Pushover Planet, 1963)
Prospektoren auf neuentdeckten Planeten stehen manchmal ungeahnten Gefahren entgegen. So wie hier süßen Eingeborenen ...
Nette Pointen-Story ohne tieferen Gehalt, allerdings gute Unterhaltung.

Shinishi Hoshi : Hobby eines Barbesitzers (Bokko-Chan, 1963)
Ich wusste gar nicht, daß Shinishi Hoshi so früh bei uns in Deutschland veröffentlicht wurde, ich kenne eigentlich nur seine Haiku-SF-Storysammlung aus den 90ern. Auch diese Geschichte ist recht kurz, 4 Seiten, bissig, die japanische Gesellschaft kritisierend, moralisch und mit einem bitterbösem Ende. Wer so etwas mag, dem sei nicht nur diese Geschichte, sondern auch die Kurzgeschichtensammlung "Ein hinterlistiger Planet" aus der Heyne-SF&F-Reihe ans Herz gelegt.

Marion Zimmer Bradley / John J. Wells : Überleben ! (Another Rib, 1963)
Die Mannschaft der Centauri-Expedition findet bei ihrer Rückkehr eine durch eine Nova zerstörte Erde wieder. Sie sind die letzten Menschen und tun alles, um ihre Rasse überleben zu lassen.
Eine frühe Geschichte über das Ausgrenzen von Homosexualität in der Gesellschaft. Den Autoren gelingt es, sich jeder direkten Wertung zu enthalten und die Situation an sich wirken zu lassen. Lesenswert !

Will Stanton : Solange Du hier bist (So Long As You Are Here, 1963)
Ein Ehepaar mit paranoiden Ängsten vor dem Atomkrieg baut sich einen Atombunker und baut ihn immer tiefer - bis sie in der Hölle ankommen.
Will Stanton zeigt sehr schön, daß die Angst das Bewusstsein tötet. Der Wahnsinn des Ehepaars Bagshaw wird nach und nach aufgebaut, bis ihre Egozentrik logisches Denken vollständig verdrängt hat. So kommen sie sogar 7 Minuten zu früh in der Hölle an.

Ron Goulart : McNamarras Fisch (McNamara's Fish, 1963)
Joan und Ken haben Geheimnisse voreinander. Max, der Detektiv des Phantastischen, wird von beiden gebeten, den jeweils anderen zu überwachen, da man den Partner der Untreue verdächtigt. Das Kuddelmuddel inklusive Auflösung ist vorprogrammiert.
Eine witzige kleine Kitsch-Story, sehr zeitverhaftet, aber immer noch amüsant lesbar. Allerdings sehe ich die Bilder dazu immer in schwarz/weiss ...

Poul Anderson : Die Mission der Fremden (No Truce with Kings, 1963)
Der längste Text dieser Anthologie, fast die Hälfte der 150 Seiten einnehmend, ist eine Geschichte über einen amerikanischen Bürgerkrieg der Zukunft. Ich habe diese Story mehrfach gelesen, fand sie immer wieder gut, kriege aber trotzdem irgendwie keinen Zugang zur Metaebene, der tiefere Sinn bleibt mir verborgen. Ist wahrscheinlich eine uramerikanische Story, zu der Nicht-Amerikaner nur schwer Zugang finden.



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