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Dienstag, 23. Dezember 2014

TERRA SF 185/186 - Kurt Mahr : Die zweite Schöpfung




Kurt Mahr : Die zweite Schöpfung
Terra SF 185/186, 11.08.1961
Originalausgabe
Titelbilder : Johnny Bruck


Thomas Wolfe, ein fähiger Physiker, ist gezwungen, seine Tage untätig in einer Nervenklinik im westlichen Texas zu verbringen. Thomas leidet an "Sehstörungen", um nicht zu sagen Halluzinationen, denn oftmals wird die normale Tätigkeit seiner Augen unterbrochen und macht Bildern Platz, die zwar optisch völlig real sind, aber keiner greifbaren Wirklichkeit entsprechen.

Nachdem die Ärzte erfolglos ihre ganze Kunst versucht haben, erhält Thomas Wolfe eines Tages den Beweis dafür, daß seine "Sehstörungen" nichts anderes als Bilder tatsächlicher zukünftiger Ereignisse sind.

Thomas entflieht aus der Heilanstalt und erlebt dabei Dinge, die nur einen möglichen Schluß zulassen: er, Thomas Wolle, ist ein Mutant mit Fähigkeiten, wie sie keiner seiner Mitmenschen des 21. Jahrhunderts besitzt!

Sein Entschluß, diese Welt zu verlassen, in der er ein Unikum, ja, ein Monster ist, steht fest — und die Möglichkeit zu seiner Flucht schafft er sich selbst, indem er einen relativistischen Raketenantrieb entwickelt.

Thomas stößt ins All vor und unterwirft sich der Zeitdilatation, so daß er nach irdischer Rechnung erst Jahrtausende nach dem Start wieder zurückkehrt.

Damit hat Thomas den Wirkungskreis gefunden, der seinen überragenden Fähigkeiten entspricht. Er wird zum "Wolf", zu einer legendären Gestalt, die, im Hintergrund arbeitend, die Geschicke aller inzwischen von der Menschheit besiedelten Welten lenkt und dem ophelistischen Prinzip zum Durchbruch verhilft.
Klappentext

Man merkt die enge Zusammenarbeit von Mahr und Scheer, dieser Doppelroman enthält einige Scheersche Standardthemen. So etwa den einsamen Übermenschen, der sich für seine Mitmenschen aufopfert. Im Gegensatz zu Scheer stellt Mahr Thomas Wolfe allerdings emotionaler und weniger abgekapselt dar, was der Geschichte durchaus zugute kommt. Trotzdem bleibt es ein Trivialroman - allerdings mit interessantem Nebenthemen. Die Philosophie des Ophelismus, die Mahr in diesem Roman einführt, besagt sinngemäß, daß jeder sich so verhalten sollte, daß es dem gesamten Gemeinwohl am meisten Nutzen bringt. Weiter ist sein Ansatz zumindestens überdenkenswert, einen nicht zu verhindernden Krieg so auszugestalten (etwa durch Waffenlieferungen und dem Verkauf des Schutzes dagegen an beide Seiten), daß er sich mit minimalen Kollateralschäden schlußendlich totläuft. Zum damaligen Zeitpunkt ein sicherlich interessanter Gedanke.

Ich sehe hier auch einen Vorläufer von "Perry Rhodan". Denn diese Serie hat, neben allem Trivialkram, der für die Raumschlachten-Fans unentbehrlich war, solche und ähnliche Gedankenspiele von Anfang an gebracht. Ich verweise hier zum Beispiel auf die Siedler-Romane, die ein sehr wohl kritisches Licht auf das Solare Imperium, die demokratische Ausgestaltung darin und dem Ausleben der (linken) Demokratie-Ideale auf einem einsamen Planeten werfen.

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