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Donnerstag, 19. September 2013

TERRA SF 079 - Karl Herbert Scheer : Galaxis ohne Menschheit


Karl Herbert Scheer : Galaxis ohne Menschheit
TERRA SF 079, 28.08.1959
gekürzter Nachdruck des gleichnamigen Leihbuchs von 1958
Titelbild : Johnny Bruck


Warum man den zweiten Mond eines fernen Riesenplaneten "Toliman" genannt hatte, wußte nieman mehr. Er war vorhanden, so wie die 4400 Lichtjahre entfernte Sternenwolke mit einem Durchmesser von 46 Lichtjahren vorhanden war. Das Vermessungsschiff "Algol" startete eigentlich nur zu dem Zweck, um die Siedler auf Toliman mit neuartigen Maschinen, Medikamenten und sonstigen Hilfsmitteln zu versorgen, die auf dem fernen Mond noch nicht hergestellt werden konnten.

Sie finden eine Welt, die nicht mehr wirklich ist. Toliman steht nicht mehr auf der bekannten Kreisbahn, und es scheint, als wäre der innere Mond des Planeten vollkommen verschwunden.

Die Erde ist in unerreichbarer Ferne. Selbst der nächste Stützpunkt der menschlichen Rasse ist weiter als 5000 Lichtjahre entfernt, und so sehen sich die Besatzungsmitglieder der "Algol" gezwungen, aus eigenen Kräften eine Lösung zu finden und die mitgebrachten Kolonisten vorschriftsmäßig auszubooten.

"Galaxis ohne Menschheit" ist ein Roman von bestechender Form. Abgesehen von den verblüffenden Überraschungen wissenschaftlich-technischer Art, ist es dem Autor gelungen, den utopischen Stoff in ein Werk wertvollster Science-Fiction-Literatur zu verwandeln. Die Probleme ausgewanderter Menschen in einer fernen, lebensfeindlichen Umwelt werden gestochen scharf und präzise geschildert. Die Stärken und Schwächen der einzelnen Individuen bilden neben den großartig geschilderten Ereignissen den literarisch wertvollen Teil des Romans.
Klappentext des BALOWA-Leihbuchs

Herrlich ! K.H. Scheer zieht hier alle Register und schildert launig ein typisches Weltraumabenteuer der damaligen Zeit. Man merkt auch, daß Scheer sich ziemlich in der angloamerikanischen SF auskannte, die Charaktere ähneln sehr stark denjenigen aus Nelson Bonds "Lancelot Biggs". Trotzdem ist dies keine deutsche Nacherzählung der Bondschen Geschichte, eher eine Hommage an die von Nelson Bond entwickelten Typen. Und witzigerweise wirkt "Galaxis ohne Menschheit" deutlich weniger altbacken als "Lancelot Biggs", hier glimmen die Witze immerhin noch. Interessant die Episode mit dem Rauschmittel und den Eingeborenen auf Zeus III : Ich meine, ich hätte die in ähnlicher Form zwanzig Jahre später (bei Jack Vance ?) nochmal gelesen. So oder so ist das hier jedenfalls einer der Romane, die Scheers großen Charme als Autor deutlich machen.

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